Zum Inhalt springen
Im NotfallÖsterreichNotrufnummern →
SurviveBetter
Person im Aufzug drückt ruhig den Notrufknopf

Ich stecke im Aufzug fest

Die Kabine ruckelt, hält zwischen zwei Stockwerken, die Tür bleibt zu – jetzt heißt es: Alarm auslösen, ruhig bleiben, warten.

Zuerst

  1. Alarmknopf oder Notrufsprechstelle im Aufzug betätigen und die Anweisungen befolgen.
  2. Ruhig bleiben und auf Hilfe warten; ein stehender Aufzug ist meist vor allem unangenehm, nicht akut gefährlich.
  3. Türen nicht aufstemmen und niemals selbst hinausklettern – auch wenn die Kabine zwischen den Etagen hält.
  4. Fühlt sich jemand unwohl oder bekommt Panik und der Alarm reagiert nicht: lokale Notrufnummer (in der EU 112) wählen.

Notruf wählen bei

  • Rauch oder Brandgeruch
  • Jemand hat Atemnot, Brustschmerzen oder wird bewusstlos
  • Der Aufzugsalarm reagiert nicht
  • Wasser dringt ein

Was gerade passiert

Ein Aufzug bleibt meist wegen einer technischen Störung oder eines Stromausfalls stehen. Oft ruckelt die Kabine kurz, das normale Licht erlischt, eine Notbeleuchtung springt an, und die Türen bleiben geschlossen. Das ist erschreckend, aber Aufzüge sind so gebaut, dass sie in so einem Fall sicher stehen bleiben: Bremsen und Sicherheitseinrichtungen halten die Kabine.

Die Kabine ist nicht luftdicht, es gibt Lüftungsöffnungen; Ersticken ist nicht die Gefahr, auch wenn sich die Enge so anfühlt. In der EU müssen Aufzüge eine Notrufeinrichtung haben, über die eine ständig erreichbare Stelle verständigt wird; auch anderswo ist das üblich. Diese Stelle schickt den Aufzugsnotdienst oder die Feuerwehr. Bis Hilfe da ist, können Minuten oder auch länger vergehen – bei einem großflächigen Stromausfall, wenn viele Aufzüge gleichzeitig stehen, deutlich länger.

Gefährlich wird es vor allem durch Selbstbefreiung: Wer die Türen aufstemmt oder aus einer Kabine klettert, die zwischen den Etagen hängt, kann in den Schacht stürzen oder eingeklemmt werden, wenn die Kabine sich plötzlich wieder bewegt. Auch eine Kabine, die fast auf Etagenhöhe steht, ist kein sicherer Ausstieg.

Belastend sind vor allem Enge, Ungewissheit, im Sommer die Wärme und die Angst, besonders bei Menschen mit Platzangst, bei Kindern oder bei Vorerkrankungen. Realistisch zählt: Alarm auslösen, klar sagen, wo du bist und wer betroffen ist, ruhig bleiben, dich setzen und warten. Die lokale Notrufnummer brauchst du, wenn es Rauch gibt, jemand medizinische Hilfe braucht, Wasser eindringt oder der Aufzugsalarm nicht reagiert.

Schritt für Schritt

  1. Phase 1

    Sofort

    • Den Alarmknopf (meist mit Glockensymbol) drücken; manche müssen einige Sekunden gehalten werden – Hinweise in der Kabine beachten.
    • Meldet sich jemand über die Sprechstelle: Adresse, Aufzug (z. B. die Nummer auf dem Schild in der Kabine), Anzahl der Personen und eventuelle Beschwerden durchgeben.
    • Keine Tür aufstemmen, nicht durch eine Deckenluke oder einen Türspalt klettern.
    • Bei Rauch oder Brandgeruch sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) wählen und den genauen Ort angeben.
    • Durchatmen: langsam ein- und noch langsamer ausatmen – das beruhigt.
  2. Phase 2

    Während du wartest

    • Hinsetzen, nicht an die Türen lehnen und Taschen, Kleidung und Leinen von den Türen fernhalten.
    • Den Handy-Akku sparen; der Empfang ist im Schacht oft schlecht, nahe der Tür manchmal besser. Hausverwaltung oder eine Kontaktperson informieren.
    • Reagiert der Alarm nicht: die lokale Notrufnummer (in der EU 112) wählen; ohne Empfang regelmäßig klopfen und rufen, um Menschen im Treppenhaus aufmerksam zu machen.
    • Wer Panik bekommt, wird ruhig angesprochen, setzt sich und atmet langsam; Gespräche oder kleine Aufgaben lenken ab.
    • Im Sommer überflüssige Kleidung ausziehen; wer etwas zu trinken dabeihat, trinkt in kleinen Schlucken.
    • Bekommt jemand Atemnot oder Brustschmerzen oder wird bewusstlos: sofort Notruf.
  3. Phase 3

    Wenn Hilfe eintrifft

    • Den Anweisungen von Aufzugsnotdienst oder Feuerwehr folgen; sie bringen die Kabine bei Bedarf auf Etagenhöhe und öffnen die Türen.
    • Erst aussteigen, wenn die Helfer es sagen, und auf eine Stufe zwischen Kabine und Etage achten.
    • Sagen, wenn jemand Hilfe beim Aussteigen braucht.
  4. Phase 4

    Danach

    • Den Aufzug erst wieder benutzen, wenn er freigegeben ist, und die Störung der Hausverwaltung melden.
    • Wer sich weiter unwohl fühlt, lässt sich ärztlich untersuchen; bei Brustschmerz oder Atemnot Notruf.
    • Der Schreck kann nachwirken: Darüber zu reden hilft. Anhaltende Angst vor Aufzügen lässt sich mit fachlicher Unterstützung angehen.

Worauf du achten musst

  • Selbstbefreiung

    Die Kabine kann sich jederzeit wieder bewegen, und zwischen Kabine und Etage kann ein offener Spalt zum Schacht sein. Nur geschulte Helfer öffnen die Türen.

  • Rauch und Feuer

    Bei Brandgeruch sofort Notruf. Bei einem Brand im Gebäude niemals den Aufzug benutzen – auch dann nicht, wenn er noch fährt.

  • Wärme und Kreislauf

    Im Sommer kann es in einer vollen Kabine warm werden. Ruhig sitzen, Kleidung lockern und auf Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen achten.

  • Panik oder Notfall?

    Panik ist eine häufige, aber vorübergehende Stressreaktion. Ruhig ansprechen, setzen lassen, langsam atmen. Brustschmerz oder Atemnot aber nicht einfach als Panik abtun, sondern den Notruf wählen.

  • Eindringendes Wasser

    Dringt Wasser in die Kabine oder den Schacht ein, etwa bei Hochwasser oder einem Rohrbruch, sofort den Notruf wählen.

  • Leinen und Taschen

    Eine Hundeleine oder ein Taschenriemen, der zwischen den Türen eingeklemmt ist, ist gefährlich, wenn der Aufzug wieder anfährt. Tiere eng bei dir halten.

Häufige Fehler

  • Die Türen mit Gewalt öffnen oder hinausklettern.
  • Nur einmal kurz auf den Alarmknopf drücken und dann aufgeben.
  • Über die Sprechstelle nicht genau sagen, wo man ist.
  • Den Handy-Akku mit Videos oder Spielen leeren.
  • Brustschmerz oder Atemnot als „nur Panik“ abtun.
  • Bei Unwetterwarnung oder angekündigter Stromabschaltung trotzdem den Aufzug nehmen.

Vorher vorbereiten

  • Im eigenen Haus wissen, wo im Aufzug Alarmknopf und Hinweisschild sind und wie die Hausverwaltung erreichbar ist.
  • Das Handy geladen halten und die Nummer der Hausverwaltung speichern.
  • Bei Unwetterwarnungen oder angekündigten Stromabschaltungen die Treppe nehmen.
  • Kindern zeigen, wie der Alarmknopf funktioniert, und erklären, dass sie warten und niemals hinausklettern sollen.
  • Wer auf den Aufzug angewiesen ist, etwa im Rollstuhl, plant mit Hausverwaltung und Nachbarn, was bei einer längeren Störung passiert.
  • Ärztlich verordnete Notfallmedikamente, etwa ein Asthmaspray, immer bei dir tragen.

Besondere Rücksicht

Kinder
Ruhig erklären, was passiert, und Kinder beschäftigen – mit Geschichten, Zählspielen oder Fragen. Deine Ruhe überträgt sich.
Vorerkrankungen und Behinderung
Über die Sprechstelle sofort mitteilen, wenn jemand eine Herz-, Lungen- oder andere Erkrankung hat, im Rollstuhl sitzt oder Medikamente braucht, damit die Helfer das einplanen können.
Haustiere
Hunde an kurzer Leine eng bei dir halten und die Leine nicht zwischen die Türen geraten lassen.

Quellen

Deine Lage

Ursache
Mit dabei

Passende Einträge

0 Regeln treffen zu

Hier entscheidet keine KI. Jede Empfehlung beruht auf einer sichtbaren Regel.

Wähle oben Angaben zu deiner Lage, um gezieltere Hinweise zu erhalten.

Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (5)
  1. [nicht aktiv] Wenn Ursache = Stromausfall

    Bei großflächigem Stromausfall kann die Befreiung länger dauern. Den Alarm trotzdem auslösen und durch Klopfen oder Rufen auf sich aufmerksam machen.

  2. [nicht aktiv] Wenn Ursache = Störung, Strom ist da

    Auf den Notdienst warten; Akku sparen und Kontaktpersonen informieren.

  3. [nicht aktiv] Wenn Ursache = Rauch oder Brandgeruch

    Sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) wählen und den genauen Ort angeben. Bei Brand niemals einen Aufzug zur Flucht benutzen.

  4. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Kinder

    Kindern ruhig erklären, was passiert, und sie beschäftigen.

  5. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Jemand fühlt sich unwohl

    Über die Notrufsprechstelle melden, dass jemand Hilfe braucht. Panik ist häufig: langsam atmen, setzen, ansprechen.