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Gefüllte Wasserkanister und Flaschen ordentlich aufgereiht neben einem trockenen Wasserhahn

Bei uns kommt kein Wasser mehr aus der Leitung

Der Wasserhahn bleibt trocken: kein Trinkwasser, keine Toilettenspülung, keine Dusche – für Stunden oder auch für Tage.

Zuerst

  1. Klären, ob nur die eigene Wohnung betroffen ist (Absperrhahn, Nachbarn fragen) oder die Versorgung ausgefallen ist.
  2. Informationen des Wasserversorgers oder der Gemeinde verfolgen.
  3. Vorhandenes Trinkwasser für Trinken und Kochen reservieren; Wasser nach Verwendung trennen.
  4. Wenn das Wasser zurückkommt: Hinweise des Versorgers beachten, ob es sofort trinkbar ist.

Notruf wählen bei

  • Anzeichen starker Austrocknung oder Hitzeerkrankung
  • Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung
  • Jemand ist auf Wasser für medizinische Geräte oder Behandlung angewiesen und hat keines

Was gerade passiert

Wenn kein Wasser mehr aus der Leitung kommt, ist die Ursache oft harmlos: Bauarbeiten, ein Rohrbruch in der Straße oder ein zugedrehter Absperrhahn. Größere Ausfälle entstehen etwa durch Stromausfall an Pumpwerken, Frost, Hochwasser oder Schäden am Netz. In Hochhäusern sind die oberen Stockwerke oft zuerst betroffen, weil dort Pumpen den nötigen Druck erzeugen.

Erst ohne Wasser merkt man, wofür man es überall braucht: Trinken und Kochen, Händewaschen, Toilette, Geschirr, Körperpflege. Die Toilette lässt sich meist nur noch einmal spülen – mit dem Wasser, das noch im Spülkasten ist. Nach einigen Stunden werden Hygiene und Toilette zum Hauptproblem, nach Tagen auch die Trinkwassermenge – besonders bei Hitze, mit Kleinkindern, Kranken und Haustieren.

Gefährlich wird ein Wasserausfall vor allem indirekt: durch Austrocknung bei Hitze, durch schlechte Hygiene und Magen-Darm-Infektionen und durch Wasser aus unsicheren Quellen. Regenwasser, Teiche und Bäche können Krankheitserreger und Schadstoffe enthalten; ein Filter allein macht solches Wasser nicht sicher. Wenn das Leitungswasser zurückkommt, kann es zunächst trüb sein, und manchmal gilt danach ein Abkochgebot.

Realistisch zählt: schnell klären, ob nur dein Haushalt betroffen ist, das vorhandene Trinkwasser für Trinken und Kochen reservieren, Wasser nach Verwendung trennen und mehrfach nutzen und die Informationen des Versorgers verfolgen. Bei längeren Ausfällen richten Behörden in der Regel Ausgabestellen ein – dorthin geht man mit sauberen, gut tragbaren Behältern.

Schritt für Schritt

  1. Phase 1

    In den ersten Minuten

    • Prüfen, ob nur ein Hahn oder die ganze Wohnung betroffen ist und ob der Absperrhahn der Wohnung oder des Hauses offen ist.
    • Nachbarn fragen und Website, Störungsnummer oder Kanäle des Wasserversorgers prüfen.
    • Ist keine Störung bekannt, den Ausfall beim Versorger melden – nicht über den Notruf.
    • Geöffnete Wasserhähne schließen, damit es bei der Rückkehr des Wassers keine Überschwemmung gibt.
    • Ist nur deine Wohnung betroffen und siehst du Anzeichen eines Rohrbruchs (Wasser an Wänden oder Decke): Haupthahn zudrehen und Hausverwaltung oder Installateur anrufen.
  2. Phase 2

    In den ersten Stunden

    • Trinkwasser und Getränke im Haus zählen und für Trinken und Kochen reservieren.
    • Das Wasser im Spülkasten nicht verschwenden und die Toilette nur spülen, wenn es nötig ist.
    • Keine Wäsche, kein Geschirrspüler, nicht duschen; Hände mit wenig Wasser und Seife waschen.
    • Geschirr sammeln oder abwischen statt abwaschen.
    • Bei Hitze darauf achten, dass alle genug trinken.
  3. Phase 3

    Wenn es Tage dauert

    • Ausgabestellen der Behörden nutzen und saubere, gut tragbare Behälter mitnehmen – ein Liter Wasser wiegt etwa ein Kilogramm.
    • Wasser nach Verwendung trennen: Trinkwasser, Waschwasser, Brauchwasser. Gebrauchtes Wasser zum Spülen direkt in die Toilette gießen.
    • Ist auch das Abwasser gestört oder rät der Versorger vom Spülen ab, eine Notfalltoilette mit Eimer, stabilen Beuteln und Bindemittel nutzen.
    • Versteckte Reserven wie den Inhalt eines Warmwasserspeichers nur nutzen, wenn du weißt, wie das sicher geht, und das Gerät vorher ausgeschaltet ist; im Zweifel Fachleute fragen.
    • Wasser aus Regentonnen, Teichen oder Bächen nur als Brauchwasser für Toilette oder Putzen nutzen; zum Trinken nur nach Abkochen und nach den Hinweisen der Behörden – ein Filter allein reicht nicht.
    • Nach Nachbarn sehen, die nicht selbst Wasser holen oder tragen können.
  4. Phase 4

    Wenn das Wasser zurückkommt

    • Hinweise des Versorgers abwarten, ob das Wasser sofort trinkbar ist oder vorerst abgekocht werden muss.
    • Zuerst einen Hahn öffnen; kommt Luft oder trübes Wasser, kaltes Wasser laufen lassen, bis es klar ist.
    • Strahlregler (die Siebe am Hahn) reinigen, wenn der Strahl unregelmäßig ist.
    • Warmwasserbereiter und Heizung nach Herstellerangaben prüfen bzw. vom Fachbetrieb prüfen lassen, wenn du unsicher bist.
    • Den Wasservorrat wieder auffüllen.

Worauf du achten musst

  • Unsichere Wasserquellen

    Regenwasser, Teiche, Bäche und Brunnen unbekannter Qualität können Keime und Schadstoffe enthalten. Mechanische Filter allein machen solches Wasser nicht sicher; zum Trinken mindestens abkochen und den Hinweisen der Behörden folgen.

  • Hygiene und Durchfall

    Wenn das Händewaschen leidet, verbreiten sich Magen-Darm-Infekte leichter. Vor dem Essen und nach der Toilette Hände waschen; Händedesinfektionsmittel wirkt bei sichtbar schmutzigen Händen schlecht.

  • Austrocknung

    Bei Hitze, Fieber oder Durchfall braucht der Körper mehr Wasser. Wenig oder dunkler Urin, Schwindel oder Verwirrtheit sind Warnzeichen; bei starker Austrocknung oder Verwirrtheit den Notruf wählen.

  • Überschwemmung bei der Rückkehr

    Offen gelassene Hähne oder abgebaute Anschlüsse können eine Überschwemmung auslösen, wenn das Wasser plötzlich zurückkommt.

  • Abkochgebot nach dem Ausfall

    Nach Druckverlust oder Reparaturen können Keime ins Netz gelangen. Erst trinken, wenn der Versorger das Wasser freigibt.

  • Schweres Tragen

    Wasser ist schwer. Lieber öfter kleinere Behälter tragen, auf Treppen vorsichtig sein und Hilfe annehmen.

Häufige Fehler

  • Den Spülkasten mit Trinkwasser nachfüllen, obwohl die Vorräte knapp sind.
  • Den Notruf statt des Wasserversorgers anrufen, um den Ausfall zu melden.
  • Regen- oder Teichwasser nur gefiltert trinken, ohne es abzukochen.
  • Wasser in schmutzigen oder nicht lebensmittelechten Behältern holen.
  • Gleich nach der Rückkehr trübes Wasser trinken, ohne die Hinweise des Versorgers abzuwarten.
  • Aufs Händewaschen verzichten, um Wasser zu sparen.

Vorher vorbereiten

  • Einen Trinkwasservorrat anlegen: Das BBK rechnet mit etwa zwei Litern pro Person und Tag, Ready.gov mit rund einer Gallone (knapp vier Liter) pro Person und Tag einschließlich Hygiene.
  • Saubere, lebensmittelechte Kanister oder faltbare Wasserbehälter zum Abholen.
  • Wissen, wo Haupthahn und Wohnungsabsperrhahn sind und wie sie sich bedienen lassen.
  • Eine Notfalltoilette (Eimer, stabile Beutel, Bindemittel), Händedesinfektion, Feuchttücher und Einweggeschirr.
  • Die Informationskanäle von Wasserversorger und Gemeinde kennen.

Besondere Rücksicht

Säuglinge
Für Säuglingsnahrung nur geeignetes abgefülltes oder abgekochtes Wasser verwenden und Säuglinge bei der Wassermenge zuerst versorgen.
Menschen, die medizinisch auf Wasser angewiesen sind
Wer zum Beispiel Heimdialyse macht oder Wasser für medizinische Geräte braucht, nimmt sofort Kontakt mit Arztpraxis, Dialysezentrum oder Gerätelieferanten auf. Ist kein Wasser da: Notruf.
Haustiere
Tiere brauchen ebenfalls Trinkwasser; ihren Bedarf in die Vorräte einrechnen.

Quellen

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Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (6)
  1. [nicht aktiv] Wenn Erwartete Dauer = Einige Stunden

    Wasser sparen, keine Wäsche und kein Geschirrspüler. Getränkevorräte zuerst nutzen.

  2. [nicht aktiv] Wenn Erwartete Dauer = Tage oder unbekannt

    Ausgabestellen der Behörden nutzen, versteckte Reserven im Haus (Warmwasserspeicher, Leitungen) kennen und Hygiene ohne fließendes Wasser organisieren.

  3. [nicht aktiv] Wenn Wohnsituation = Hochhaus / Pumpe ausgefallen

    In oberen Stockwerken fällt Wasser ohne Pumpe zuerst aus. Wasser in kleineren Behältern tragen, Nachbarn mit eingeschränkter Mobilität helfen.

  4. [nicht aktiv] Wenn Wohnsituation = Haus oder Wohnung

    Haupthahn kennen. Regenwasser nur als Brauchwasser (Toilettenspülung, Putzen) verwenden, außer es wird aufbereitet.

  5. [nicht aktiv] Wenn Im Haushalt = Säuglinge, Ältere, Kranke

    Säuglinge, Ältere und Kranke zuerst versorgen und bei Nachbarn nachfragen, die allein leben.

  6. [nicht aktiv] Wenn Im Haushalt = Haustiere

    Tierbedarf in die Wassermenge einrechnen.