Schwedenfeuer (Baumstammfackel)
Ein Schwedenfeuer ist ein aufrecht stehender, trockener Stammabschnitt, der von oben mehrfach längs eingeschnitten oder gespalten wird. In der Mitte entzündet, brennt er von oben nach unten und bietet eine kleine, ebene Fläche für einen Topf. Es ist eher ein Feuer für erlaubte Feuerstellen und Gärten als für die Wildnis, weil große Stämme nicht vollständig zu Asche verbrennen.
- Vorbereitung mit Säge; brennt je nach Stamm lange

Einfach erklärt
Ein Schwedenfeuer ist ein dickes, trockenes Stück Baumstamm, das aufrecht steht wie eine riesige Kerze. Von oben wird es mehrmals der Länge nach eingesägt, sodass ein Stern aus Schlitzen entsteht. In der Mitte zündet man es an, und dann brennt es von oben nach unten und von innen nach außen – ganz ohne Holz nachzulegen.
Die Schlitze funktionieren wie kleine Schornsteine: Heiße Luft steigt in der Mitte nach oben, und frische Luft wird von unten nachgezogen. Oben entsteht eine kleine, flache Stelle, auf die man einen Topf stellen kann.
Wichtig ist: Der Stamm kann beim Abbrennen umkippen oder auseinanderfallen. Er gehört deshalb nur auf ebenen, feuerfesten Boden, mit Abstand zu allem, was brennen kann, und mit Löschwasser in der Nähe.
Wie es funktioniert
Ein dicker Holzstamm brennt normalerweise schlecht, weil die Luft nicht an das Innere herankommt. Die Längsschnitte ändern das: Sie bilden schmale Kanäle, durch die das Feuer Luft bekommt. Heiße Gase steigen in der Mitte nach oben, und durch die Schlitze strömt von unten frische Luft nach. Man nennt das Kaminwirkung oder Zug.
Weil die Schlitze nur bis etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Höhe reichen, bleibt der untere Teil zusammenhängend und trägt den Stamm. Das Feuer frisst sich langsam von oben nach unten durch. Oben entsteht dabei eine glühende Fläche, die sich als kleine Kochstelle für einen einzelnen Topf eignet.
Worauf es ankommt
Das Holz muss trocken und abgelagert sein. Frisch geschlagenes oder feuchtes Holz zischt, raucht und brennt kaum. Die Schnittflächen sollten möglichst gerade sein, damit der Stamm sicher steht und oben ein Topf eben aufliegt. Säge die Schlitze kreuzweise von oben, aber nie bis ganz nach unten – sonst fällt der Stamm beim Abbrennen auseinander.
Zum Anzünden steckst du Zunder und feine Späne in die Mitte und in die oberen Schlitze und entzündest sie oben. Es dauert eine ganze Weile, bis die Schlitze selbst brennen – Geduld ist hier wichtiger als mehr Zunder. Statt Sägeschnitten kann man den Stamm auch in Viertel spalten, mit kleinen Abstandshaltern wieder zusammenstellen und mit Draht zusammenbinden.
Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Das Schwedenfeuer ist vor allem ein Feuer für erlaubte Feuerstellen, Gärten und Veranstaltungen. Es braucht keine Pflege, spendet Licht und ein wenig Wärme und bietet eine kleine Kochstelle. Auf einer festen Unterlage kann es auch im Schnee funktionieren.
In der Wildnis ist es weniger sinnvoll. Es braucht eine Säge und einen dicken, trockenen Stamm, bindet viel Holz und verbrennt meist nicht vollständig zu Asche – es bleiben verkohlte Reste zurück, die nicht zum Gedanken passen, keine Spuren zu hinterlassen. Bei Wind und Trockenheit, auf weichem oder geneigtem Boden, auf Wiesen und auf Holzterrassen ist es ungeeignet. Und es lässt sich kaum regeln: Brennt es einmal, brennt es lange.
Sicherheit: darauf musst du achten
Der Stamm kann beim Abbrennen kippen oder zerfallen. Stelle ihn nur auf ebenen, feuerfesten Untergrund wie Stein, Kies oder Erde ohne Bewuchs, mit großem Abstand zu Gebäuden, Bäumen und Pflanzen. Halte Abstand und stelle Töpfe nur vorsichtig ab. Sobald der Stamm instabil wird, kommt kein Topf mehr darauf. Kinder bleiben außerhalb eines klar markierten Bereichs.
Auch das Sägen hat Risiken. Kettensägen gehören nur in ausgebildete Hände mit Schutzausrüstung. Mit der Handsäge den Stamm sicher fixieren, damit er nicht wegrollt. Zum Anzünden niemals Benzin, Spiritus oder andere Flüssigkeiten verwenden – die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden.
Ein dicker Stamm glüht innen sehr lange nach, auch wenn außen nichts mehr zu sehen ist. Lösche ihn mit viel Wasser, spalte die Reste auf und lösche erneut, bis alles kalt ist. Und vor allem: Prüfe vorher die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr.
Gut zu wissen
Das Schwedenfeuer hat viele Namen: Schwedenfackel, Finnenkerze oder Baumstammfackel. In Skandinavien und Mitteleuropa ist es vor allem als Garten- und Veranstaltungsfeuer bekannt, etwa in Winternächten.
Als Kochstelle ist es praktisch für einen einzelnen Topf, ersetzt aber keinen Kocher. Wer regelmäßig kochen will, ist mit einem Kocher oder einem Schlüssellochfeuer an einer bestehenden Feuerstelle meist besser bedient.
Schritt für Schritt
Platz wählen
Ebenen, feuerfesten Untergrund mit großem Abstand zu Gebäuden, Bäumen und Vegetation wählen; Löschwasser bereitstellen.
- 1
Platz wählen
Ebenen, feuerfesten Untergrund mit großem Abstand zu Gebäuden, Bäumen und Vegetation wählen; Löschwasser bereitstellen.
- 2
Einschneiden
Den Stamm aufrecht sichern und von oben mehrere Schnitte kreuzweise bis etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Höhe sägen. Der untere Teil bleibt zusammenhängend.
- 3
Zunder einlegen
Zunder und feine Späne in die Mitte und in die oberen Schlitze stecken.
- 4
Oben anzünden
Den Zunder oben entzünden. Es dauert eine Weile, bis die Schlitze selbst brennen.
- 5
Beaufsichtigen
Das Feuer ständig beaufsichtigen; wenn der Stamm instabil wird, keine Töpfe mehr abstellen.
Häufige Fehler
- Feuchtes oder frisches Holz
- Schnitte bis ganz unten, sodass der Stamm zerfällt
- Aufstellen auf Holzterrasse oder Wiese
- Brandbeschleuniger zum Anzünden
Kurzüberblick
Material
Trockenes Brennholz
Trockener, gerade abgesägter Stammabschnitt
Nur dort sammeln, wo es erlaubt ist.
Zunder
Wasserdicht verpackt mitführen.
Keine flüssigen Brandbeschleuniger als Zunder verwenden.
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf)
Mehrere Liter vor dem Zünden bereitstellen.
Geeignet für
- Erlaubte Feuerstellen und Gärten
- Licht und eine kleine Kochstelle
- Schnee (auf Unterlage)
Ungeeignet für
- Wind und Trockenheit
- Wildnis mit Leave-No-Trace-Anspruch
- Weiche oder geneigte Untergründe
- Holzterrassen
Voraussetzungen
- Trockener Stamm mit ebenen Schnittflächen
- Säge und sichere Sägetechnik
- Feuerfester, ebener Untergrund
- Ausreichend Löschwasser
Sicherheit
- Kettensägen nur mit Ausbildung und Schutzausrüstung benutzen. Mit der Handsäge den Stamm sicher fixieren.
- Ein großer Stamm glüht innen lange nach. Mit viel Wasser löschen, Reste aufspalten und erneut löschen, bis alles kalt ist.
So funktioniert es
Die Längsschnitte bilden schmale Kamine: Heiße Luft steigt in der Mitte auf, frische Luft wird von unten durch die Schlitze nachgezogen. Das Feuer brennt dadurch von innen nach außen und von oben nach unten, ohne dass Holz nachgelegt werden muss.
Vorteile
- Kein Nachlegen nötig
- Kleine ebene Kochfläche
- Leicht zu beaufsichtigen
Nachteile
- Braucht Säge und dicken, trockenen Stamm
- Kippgefahr
- Lange Nachglut, verbrennt nicht vollständig
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Das Schwedenfeuer ist in Skandinavien und Mitteleuropa vor allem als Garten- und Veranstaltungsfeuer bekannt. In der Wildnis ist es weniger sinnvoll, weil es große Holzmengen bindet.
Als Kochstelle ist es praktisch für einen einzelnen Topf, ersetzt aber keinen Kocher.
Varianten
- Gespaltene Variante
- Statt Sägeschnitten den Stamm in Viertel spalten, mit kleinen Abstandshaltern wieder zusammenstellen und mit Draht zusammenbinden.
Häufige Fehler
- Feuchtes oder frisches Holz
- Schnitte bis ganz unten, sodass der Stamm zerfällt
- Aufstellen auf Holzterrasse oder Wiese
- Brandbeschleuniger zum Anzünden
Grenzen und Risiken
- Nur mit großem, trockenem Stamm
- Kaum regelbar
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Trockenes Brennholz
- Zunder (Wasserdicht verpackt mitführen.), Zunderstoff (verkohlte Baumwolle) (Trocken in einer Dose lagern.), Feinste Stahlwolle (Getrennt von Batterien lagern – Brandgefahr.), Kienspan (harzreiches Holz) (Nur totes Holz sammeln, wo erlaubt.), Kocherbrennstoff (Kartusche, Benzin, Spiritus) (Brennstoffe getrennt von Lebensmitteln und in Originalbehältern bzw. dafür vorgesehenen Flaschen lagern.), Watte mit Vaseline (Nur reine Baumwolle verwenden.)
- Zunder
- Trockenes Brennholz (Nur dort sammeln, wo es erlaubt ist.), Zunderstoff (verkohlte Baumwolle) (Trocken in einer Dose lagern.), Feinste Stahlwolle (Getrennt von Batterien lagern – Brandgefahr.), Kienspan (harzreiches Holz) (Nur totes Holz sammeln, wo erlaubt.), Kocherbrennstoff (Kartusche, Benzin, Spiritus) (Brennstoffe getrennt von Lebensmitteln und in Originalbehältern bzw. dafür vorgesehenen Flaschen lagern.), Watte mit Vaseline (Nur reine Baumwolle verwenden.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Sichere Feuerstelle, Beaufsichtigung und vollständiges Löschen
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Kleine Feuer mit kleinem Holz, das vollständig zu Asche verbrennt