Nasenbluten
Bei Nasenbluten aufrecht hinsetzen, den Kopf leicht nach vorn neigen, die weichen Nasenflügel zusammendrücken und durchgehend drücken; ein kaltes Tuch im Nacken kann zusätzlich helfen. Den Kopf nicht in den Nacken legen – sonst läuft Blut in den Rachen und wird verschluckt. Hört es nicht auf, blutet es nach einem Schlag auf den Kopf oder nimmt die Person blutverdünnende Medikamente, ärztliche Hilfe holen. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
- Einige Minuten durchgehend drücken
Einfach erklärt
Nasenbluten sieht oft schlimmer aus, als es ist. Meistens ist ein kleines Äderchen vorne in der Nase geplatzt – durch Schnäuzen, trockene Luft oder einen leichten Stoß.
So hilfst du: aufrecht hinsetzen, den Kopf leicht nach vorn beugen und die weichen Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger zusammendrücken. Durch den Mund atmen und eine Weile durchgehend drücken, ohne nachzuschauen. Ein kaltes, nasses Tuch im Nacken kann zusätzlich helfen.
Den Kopf bitte nicht in den Nacken legen – dann läuft das Blut in den Hals, und man verschluckt es. Hört es nicht auf, ist es nach einem Schlag auf den Kopf passiert oder blutet es sehr stark, braucht es ärztliche Hilfe. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
Wie es funktioniert
Vorne an der Nasenscheidewand liegen viele feine Blutgefäße dicht unter der dünnen Schleimhaut. Sie platzen leicht, besonders wenn die Schleimhaut trocken ist. Drückst du die weichen Nasenflügel zusammen, presst du genau diese Stelle zusammen, und das Blut kann gerinnen.
Nach vorn geneigt läuft das Blut aus der Nase heraus und nicht in den Rachen. Verschlucktes Blut reizt den Magen und kann Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Worauf es ankommt
Der häufigste Fehler ist, zu früh loszulassen, um nachzusehen. Dann reißt das frische Gerinnsel wieder auf. Also geduldig durchgehend drücken und erst dann vorsichtig loslassen. Blutet es weiter, noch einmal von vorn.
Gedrückt wird auf den weichen Teil der Nase, nicht auf den harten Nasenrücken. Danach eine Zeit lang nicht schnäuzen, nicht in der Nase bohren und keine schwere Anstrengung.
Sicherheit und Grenzen
Ärztliche Hilfe ist nötig, wenn das Nasenbluten trotz Drücken nicht aufhört, sehr stark ist, nach einem Schlag auf Kopf oder Nase auftritt, häufig wiederkommt oder die Person blutverdünnende Medikamente nimmt.
Wird die Person blass, kaltschweißig, verwirrt oder schläfrig, läuft nach einer Kopfverletzung klare Flüssigkeit aus Nase oder Ohren oder war der Unfall schwer: Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144).
Bei Kindern
Kinder haben oft Nasenbluten, und es erschreckt sie. Ruhig bleiben und das Kind beruhigen ist schon halbe Hilfe – wer aufgeregt ist, hält schlecht still. Ältere Kinder können ihre Nase selbst zusammendrücken.
Der alte Rat „Kopf in den Nacken“ hält sich hartnäckig. Erkläre ruhig, warum der Kopf nach vorn gehört. Im Erste-Hilfe-Kurs für Kinder lernt man das spielerisch.
Schritt für Schritt
- 1
Hinsetzen, nach vorn neigen
Die Person aufrecht hinsetzen und den Kopf leicht nach vorn neigen lassen. Ein Tuch oder eine Schale zum Auffangen hinhalten.
- 2
Nasenflügel zusammendrücken
Mit Daumen und Zeigefinger die weichen Nasenflügel unterhalb des knöchernen Nasenrückens zusammendrücken. Durch den Mund atmen.
- 3
Durchgehend drücken
Den Druck einige Minuten ohne Unterbrechung halten, ohne zwischendurch nachzusehen. Danach vorsichtig loslassen; blutet es weiter, erneut drücken.
- 4
Nacken kühlen
Zusätzlich ein kaltes, nasses Tuch oder einen in ein Tuch gewickelten Kühlakku in den Nacken legen.
- 5
Danach schonen
Nach dem Stillstand einige Zeit nicht schnäuzen, nicht in der Nase bohren und keine schwere körperliche Anstrengung.
- 6
Bei Bedarf ärztliche Hilfe
Hört es nicht auf, ist es sehr stark oder trat es nach einem Schlag auf den Kopf auf: ärztliche Hilfe holen oder Notruf wählen.
Häufige Fehler
- Kopf in den Nacken legen
- Flach hinlegen
- Ständig loslassen, um nachzusehen
- Auf den knöchernen Nasenrücken statt auf die weichen Nasenflügel drücken
- Blut herunterschlucken
Kurzüberblick
Material
Einmalhandschuhe
Wenn du bei einer anderen Person hilfst
Latexallergien beachten – latexfreie Handschuhe (z. B. Nitril) bevorzugen.
Baumwolltuch / T-Shirt
Kaltes, nasses Tuch für den Nacken; Tuch zum Auffangen
Filtert nur grobe Partikel – keine Entkeimung.
Kühlakkus
In ein Tuch gewickelt
Wasserflaschen zum Einfrieren nicht randvoll füllen – Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus.
Geeignet für
- Gewöhnliches Nasenbluten bei Kindern und Erwachsenen
- Nasenbluten nach Schnäuzen, trockener Luft oder einem leichten Stoß
Ungeeignet für
- Nasenbluten nach schwerem Sturz oder Schlag auf den Kopf – dann ärztliche Hilfe oder Notruf
- Austritt von klarer Flüssigkeit aus Nase oder Ohren nach einer Kopfverletzung – Notruf
Voraussetzungen
- Die Person ist wach und kann sitzen
- Kein Hinweis auf eine schwere Kopfverletzung
Sicherheit
- Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
- Ärztliche Hilfe holen, wenn das Nasenbluten trotz durchgehendem Drücken nicht aufhört, sehr stark ist, nach einem Schlag auf Kopf oder Nase auftritt, häufig wiederkommt oder die Person blutverdünnende Medikamente nimmt.
- Den Kopf nicht in den Nacken legen und nicht flach hinlegen. Verschlucktes Blut kann Übelkeit und Erbrechen auslösen; Blut lieber ausspucken.
So funktioniert es
Die meisten Nasenblutungen entstehen im vorderen Teil der Nasenscheidewand, wo viele feine Gefäße dicht unter der Schleimhaut liegen. Zusammendrücken der weichen Nasenflügel presst diese Stelle zusammen, sodass das Blut gerinnen kann. Nach vorn geneigt läuft Blut aus der Nase statt in den Rachen. Ein kaltes Tuch im Nacken wird in Kursen als zusätzliche Maßnahme gelehrt; entscheidend ist der durchgehende Druck.
Vorteile
- Einfach und überall möglich
- Hilft bei den meisten Nasenblutungen
Nachteile
- Erfordert Geduld
- Hinter der Nase liegende Blutungen lassen sich so oft nicht stillen
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Die ERC-Leitlinien zur Ersten Hilfe empfehlen bei Nasenbluten, die Person aufrecht mit nach vorn geneigtem Kopf sitzen zu lassen und die Nasenflügel zusammenzudrücken; bei anhaltender Blutung soll ärztliche Hilfe geholt werden. Das Kühlen des Nackens wird in deutschsprachigen Kursen zusätzlich gelehrt.
Der früher verbreitete Rat, den Kopf in den Nacken zu legen, gilt als überholt: Das Blut läuft dann nur nicht mehr sichtbar aus der Nase, sondern in den Rachen.
Varianten
- Bei Kindern
- Kinder haben häufig Nasenbluten, meist harmlos. Ruhig bleiben und das Kind beruhigen hilft – Aufregung macht das Stillhalten schwer. Ältere Kinder können die Nasenflügel selbst zusammendrücken.
Häufige Fehler
- Kopf in den Nacken legen
- Flach hinlegen
- Ständig loslassen, um nachzusehen
- Auf den knöchernen Nasenrücken statt auf die weichen Nasenflügel drücken
- Blut herunterschlucken
Grenzen und Risiken
- Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs
- Keine Nasentamponaden oder Medikamente
- Nach Kopfverletzungen immer ärztlich abklären
Quellen
European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: First Aid
Nasenbluten: aufrecht sitzen, nach vorn neigen, Nasenflügel zusammendrücken, ärztliche Hilfe bei anhaltender Blutung
Deutsches Rotes Kreuz (DRK): Erste Hilfe – Informationen und Kurse
Nasenbluten: Kopf nach vorn, Nacken kühlen