Schmetterlingsknoten (Alpiner Schmetterling)
Eine feste Schlaufe mitten im Seil, die in drei Richtungen belastet werden kann: über die Schlaufe und über beide Seilstränge. Auch nützlich, um eine beschädigte Seilstelle zu isolieren. Beim Einsatz im Bergsport nur mit Ausbildung.
- unter einer Minute nach etwas Übung
Einfach erklärt
Der Schmetterlingsknoten macht eine feste Schlaufe mitten in ein Seil – nicht am Ende. Man braucht dafür also kein freies Seilende. Fertig gelegt sieht er ein bisschen aus wie ein Schmetterling: in der Mitte ein kleiner Knoten, an dem die Schlaufe wie ein Flügel absteht.
Das Besondere: Du kannst an der Schlaufe ziehen und an beiden Seilenden, und der Knoten hält trotzdem seine Form. Darum ist er praktisch für eine Leine, an der du in der Mitte etwas einhängen willst, zum Beispiel eine Lampe oder einen Beutel an einer gespannten Leine im Lager.
Er ist etwas schwieriger zu lernen als andere Knoten, und ein kleiner Fehler macht aus ihm eine Schlinge, die rutscht. Deshalb gilt: Nach dem Legen immer testen. Und auch dieser Knoten wird im Bergsport benutzt – dort nur nach richtiger Ausbildung.
Wie es funktioniert
Die Schlaufe wird aus einer Bucht in der Seilmitte gebildet, die sich um eine Kreuzung der beiden Seilstränge legt. Dadurch ist der Knoten symmetrisch aufgebaut: Zug an der Schlaufe und Zug an den beiden Strängen verteilen sich gleichmäßig auf den Knoten. Er kann deshalb in drei Richtungen belastet werden – über die Schlaufe und über jeden der beiden Stränge.
Weil die Kräfte so verteilt werden, verklemmt der Schmetterlingsknoten vergleichsweise wenig und lässt sich nach Belastung meist gut lösen. Die Schlaufe steht im fertigen Knoten etwa quer zum Seil – genau richtig, wenn an einer gespannten Leine seitlich gezogen wird. Dort wäre eine Achterschlaufe, die für Zug in Längsrichtung gedacht ist, weniger geeignet.
Eine weitere Anwendung: Legt man die Schlaufe so, dass eine beschädigte Seilstelle in ihr liegt, wird diese Stelle bei Zug an den beiden Strängen nicht belastet. Das ist eine Notlösung für unkritische Zwecke und ersetzt nicht den Austausch des Seils.
So erkennst du einen richtig gelegten Schmetterlingsknoten
Die Schrittfolge für diesen Knoten ist im Atlas noch nicht fachlich geprüft. Vergleiche deinen Knoten deshalb immer mit einer zuverlässigen Abbildung oder lass ihn von einer erfahrenen Person ansehen. Ein richtig gelegter Schmetterling zeigt einen kompakten, symmetrischen Knotenkörper, aus dem die beiden Seilstränge zu entgegengesetzten Seiten austreten und die Schlaufe etwa quer dazu absteht.
Der entscheidende Test ist die Funktionsprobe: Ziehe nach dem Festziehen kräftig an beiden Strängen auseinander. Die Schlaufe darf dabei ihre Größe nicht verändern. Wird sie kleiner oder rutscht der Knoten, ist er falsch gelegt – typischerweise wurde die Bucht durch die falsche Öffnung gesteckt oder nur einmal statt zweimal verdreht. Dann auflösen und neu legen.
Ordne den Knoten vor dem Festziehen und ziehe Schlaufe und beide Stränge gleichmäßig an. Ein schief festgezogener Knoten kann sich unter Last ungleichmäßig verformen.
Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Im Lager ist der Schmetterlingsknoten der Knoten der Wahl, wenn eine Leine in der Mitte eine Schlaufe braucht, an der quer gezogen wird: ein Einhängepunkt an einer Firstleine, eine Schlaufe für einen Fuhrmannsknoten, die nicht verklemmt, oder das Abbinden einer beschädigten Stelle für unkritische Zwecke.
Am Seilende ist er unnötig kompliziert – dort sind Achterschlaufe oder Palstek einfacher. Und er ist schwerer zu lernen als die Achterschlaufe; Fehler sind für Anfänger nicht immer leicht zu erkennen. Verwende ihn deshalb erst dann für etwas Wichtiges, wenn du ihn sicher und mit Funktionsprobe beherrschst.
Sicherheit: darauf musst du achten
Der Schmetterlingsknoten stammt aus dem Bergsteigen und wird dort für bestimmte Seiltechniken gelehrt. Diese Seite ist keine Anleitung für Kletter- oder Rettungstechnik. Lebenssichernder Einsatz nur nach fachgerechter Ausbildung durch qualifizierte Ausbilder, mit geprüfter, zugelassener Ausrüstung und mit Kontrolle durch eine zweite ausgebildete Person.
Im Lageralltag gilt: Ein falsch gelegter Schmetterling kann sich unter Last zu einer rutschenden Schlinge verwandeln – deshalb jedes Mal die Funktionsprobe. Eine abgebundene beschädigte Stelle bleibt beschädigt; ein solches Seil gehört nicht mehr an tragende Stellen und sollte ersetzt werden.
So übst du es – und gut zu wissen
Übe mit einem weichen Seil, das an beiden Enden irgendwo befestigt ist, etwa zwischen zwei Stuhlbeinen. Nimm in der Mitte eine Bucht, drehe sie zweimal in dieselbe Richtung, sodass zwei Öffnungen entstehen, und folge dann Schritt für Schritt der Anleitung im Eintrag. Mach nach jedem Versuch die Funktionsprobe. Es gibt auch eine schnelle Methode, bei der das Seil um die Hand gewickelt wird – sie ist schwer aus einer Beschreibung zu lernen und wird am besten unter Anleitung geübt.
Früher wurde der Schmetterlingsknoten im Bergsteigen genutzt, um mehrere Personen in die Mitte eines Seils einzubinden; daher kommt auch der Name „Mittelmannknoten“. Auf Englisch heißt er auch „lineman's loop“. Heute ist er vor allem wegen seiner Belastbarkeit in drei Richtungen geschätzt.
Schritt für Schritt
Das interaktive Diagramm für diesen Knoten ist in technischer Illustrationsprüfung und wird erst nach Freigabe gezeigt. Die Textanleitung ist verfügbar.
- 1
Bucht legen
Nimm in der Seilmitte eine Bucht, etwas größer als die gewünschte Schlaufe.
- 2
Zweimal verdrehen
Drehe die Bucht zweimal in dieselbe Richtung um ihre Längsachse. Es entsteht eine liegende Acht aus zwei Augen: ein oberes Auge an der Spitze der Bucht und ein kleineres zwischen den beiden Kreuzungen.
- 3
Oberes Auge umlegen und durchstecken
Klappe das obere Auge vorn über die Kreuzungen nach unten und stecke es dann von vorn nach hinten durch die kleine Öffnung zwischen den Kreuzungen. Hinten wieder nach oben herausziehen.
- 4
Festziehen und prüfen
Schlaufe und beide Stränge gleichmäßig anziehen. Prüfen: Die Schlaufe steht etwa quer zum Seil, und Zug an beiden Strängen verändert ihre Größe nicht. Wenn doch, Knoten auflösen und neu legen.
Häufige Fehler
- Nur einmal verdreht – dann entsteht kein Schmetterling
- Durch das falsche Auge gesteckt, sodass eine rutschende Schlinge entsteht
- Ohne Funktionsprobe verwendet
Kurzüberblick
Material
Seil
Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.
Paracord
Kein Kletter- oder Sicherungsseil.
Geeignet für
- Schlaufe in der Mitte einer Leine, z. B. als Einhängepunkt an einer Firstleine
- Schlaufe für den Fuhrmannsknoten, die nicht verklemmt
- Abbinden einer beschädigten Seilstelle (nur für unkritische Zwecke)
Ungeeignet für
- Lebenssichernde Zwecke ohne Ausbildung
- Am Seilende – dafür sind Achterschlaufe oder Palstek einfacher
Voraussetzungen
- Bucht und Auge unterscheiden
- Achterschlaufe
Sicherheit
- Die Schrittfolge dieses Knotens ist noch nicht fachlich geprüft. Knoten nach dem Binden immer mit einer zuverlässigen Abbildung oder einer erfahrenen Person vergleichen.
- Ein falsch gelegter Schmetterlingsknoten kann beim Festziehen zu einer Schlaufe werden, die sich zuzieht oder durchrutscht. Nach dem Festziehen an beiden Strängen ziehen: Die Schlaufe darf ihre Größe nicht ändern.
So funktioniert es
Die Schlaufe wird in einer Bucht gebildet, die sich um eine Kreuzung der beiden Seilstränge legt. Zug an den Strängen wie an der Schlaufe verteilt sich symmetrisch. Deshalb kann der Knoten in mehrere Richtungen belastet werden und verklemmt vergleichsweise wenig.
Vorteile
- Mitten im Seil legbar
- In mehrere Richtungen belastbar
- Verklemmt wenig, meist gut lösbar
Nachteile
- Schwerer zu lernen als die Achterschlaufe
- Fehler beim Legen sind für Anfänger schwer zu erkennen
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Der Schmetterlingsknoten stammt aus dem Bergsteigen, wo er früher genutzt wurde, um mehrere Personen in die Mitte eines Seils einzubinden. Heute wird er dort vor allem für spezielle Seiltechniken gelehrt.
Im Lager ist er der Knoten der Wahl, wenn eine Leine in der Mitte eine Schlaufe braucht, an der quer gezogen wird.
Varianten
- Wickelmethode über die Hand
- Es gibt eine verbreitete Methode, den Knoten durch Wickeln um die Hand zu legen. Sie ist schnell, aber schwer aus einer Beschreibung zu lernen – am besten unter Anleitung üben.
Häufige Fehler
- Nur einmal verdreht – dann entsteht kein Schmetterling
- Durch das falsche Auge gesteckt, sodass eine rutschende Schlinge entsteht
- Ohne Funktionsprobe verwendet
Grenzen und Risiken
- Keine Anleitung für Kletter- oder Rettungstechnik.
- Isolieren einer beschädigten Stelle ersetzt nicht den Austausch des Seils.
Belastung und Grenzen
Für Belastung in drei Richtungen ausgelegt. Jeder Knoten mindert die Bruchlast eines Seils, weil das Seil in engen Bögen ungleichmäßig belastet wird. Wie stark, hängt von Seilmaterial, Machart, Durchmesser und Prüfmethode ab; verlässliche Einzelwerte werden hier bewusst nicht angegeben.
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Seil
- Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.)
- Paracord
- Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
Schmetterlingsknoten als Schlaufe in der Seilmitte
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
Schmetterlingsknoten (Mittelmannknoten)
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Schmetterlingsknoten und Belastung in drei Richtungen