A-Frame-Unterstand aus Naturmaterial
Ein Satteldach aus Firststange, Zweibeinen oder Astgabeln und angelehnten Stangen, gedeckt mit Zweigen, Rinde von Totholz oder Laub. Größer als die enge Laubhütte und für ein bis zwei Personen gedacht, schützt er vor allem vor Regen und Wind – warm hält er nur mit guter Bodenisolierung und Schlafsack.
- Mehrere Stunden

Einfach erklärt
Ein A-Frame sieht von vorne aus wie der Buchstabe „A“ – oder wie ein spitzes Hausdach, das direkt auf dem Boden steht. Oben liegt eine lange, kräftige Stange, die Firststange. An beiden Seiten lehnst du viele Stöcke schräg dagegen. Dann deckst du alles mit Zweigen, Rindenstücken von totem Holz oder Laub ab, von unten nach oben wie Dachziegel.
So ein Dach hält Regen und Wind ab. Warm wird es darunter aber nur, wenn du dich gut vom kalten Boden trennst – mit einer dicken Schicht trockenem Material oder einer Isomatte – und einen Schlafsack hast.
Bevor du dich hineinlegst, prüfe, ob alles stabil ist. Eine morsche Stange kann brechen, und die schwere Abdeckung fällt dann auf dich.
Wie es funktioniert
Zwei steile Dachflächen leiten Regen nach außen ab und halten Wind fern. Damit das funktioniert, muss das Dach steil genug sein: Ist es zu flach, bleibt das Wasser in der Abdeckung hängen und sickert durch, statt abzulaufen. Material, das von unten nach oben überlappend aufgelegt wird, verbessert das deutlich – jede obere Lage deckt die Fuge der unteren ab.
Getragen wird alles von der Firststange. Sie liegt an beiden Enden auf einem Zweibein (zwei oben gekreuzte und zusammengebundene Stangen), in einer Astgabel oder auf einem stabilen Baumstumpf. Daran lehnen die Sparren, also die schrägen Stöcke, die die Abdeckung halten.
Im Vergleich zur engen Laubhütte ist der Innenraum größer – genug für ein oder zwei Personen. Mehr Raum bedeutet aber auch mehr Luft, die dein Körper erwärmen müsste. Die Isolierung muss deshalb vor allem vom Boden und vom Schlafsystem kommen, nicht vom Dach.
Worauf es ankommt
Die eigentliche Arbeit liegt in der Abdeckung. Ein dichtes Dach braucht viel mehr Material, als die meisten erwarten – oft ein Vielfaches dessen, was man auf den ersten Blick für genug hält. Plane deshalb Zeit und Kraft ein und baue lieber kleiner als zu groß. Ein zu großer Unterstand wird nie richtig dicht.
Ist eine Plane oder Folie vorhanden, lege sie unter die äußere Schicht aus Naturmaterial. Ohne sie ist ein Naturdach bei langem Regen meist nur teilweise wasserdicht.
Wähle den Platz sorgfältig: eben, trocken, keine Mulde, in der sich Wasser sammelt, kein totes Holz über dir, aber Totholz in der Nähe, damit du nicht weit tragen musst. Feste Zahlen für Dachneigung oder Schichtdicke gibt es nicht – es hängt vom Material ab. Prüfe von innen: Siehst du Licht durch das Dach, kommt auch Regen hindurch.
Sicherheit: darauf musst du achten
Die Firststange und ihre Stützen müssen das Gewicht der Abdeckung sicher tragen – und nasses Material ist deutlich schwerer als trockenes. Verwende keine morschen Stangen. Rüttle vor dem Hineinlegen kräftig am Gerüst und prüfe, ob etwas nachgibt.
Schau nach oben: Tote Bäume und hängende Äste können bei Wind oder Schneelast herunterfallen. Säge oder Beil nur mit sicherer Technik verwenden. Viele Verletzungen beim Unterstandsbau entstehen durch Werkzeug, nicht durch den Unterstand selbst. Arbeite langsam, mit festem Stand und mit Abstand zu anderen Personen.
Sammeln von Material und das Bauen von Unterständen sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Reiß keine Äste von lebenden Bäumen ab, hol bei Übungen die Erlaubnis des Grundbesitzers ein und baue danach wieder ab.
Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Ein natürliches A-Frame lohnt sich, wenn du Zeit hast, genügend Totholz und loses Material vorhanden ist und du für eine oder mehrere Nächte einen Unterstand ohne Plane brauchst. Für zwei Personen ist es eine gute Größe.
Als schneller Schutz bei einbrechender Dunkelheit taugt es nicht – der Bau dauert lange. Dann ist ein Notbiwak mit Rettungsdecke oder Biwaksack in einer windgeschützten Ecke meist die bessere Wahl. In Schutzgebieten und in Gegenden ohne ausreichend Totholz scheidet diese Bauweise aus.
So übst du es
Übe mit Erlaubnis an einem Tag mit gutem Wetter und plane mehrere Stunden ein. Beginne mit dem Gerüst und teste die Stabilität, bevor du abdeckst. Miss, wie lange du für das Sammeln des Materials brauchst – das ist die beste Lektion darüber, wie viel Arbeit ein dichtes Dach ist.
Teste das Dach, indem du es mit etwas Wasser übergießt oder einen Regenschauer abwartest, und schau, wo es tropft. Baue danach alles ab und verteile das Material wieder im Wald, damit keine Spuren bleiben.
Schritt für Schritt
Standort wählen
Ebener, trockener Platz, keine Senke, keine toten Bäume darüber, Totholz in der Nähe.
- 1
Standort wählen
Ebener, trockener Platz, keine Senke, keine toten Bäume darüber, Totholz in der Nähe.
- 2
Stützen errichten
An beiden Enden je ein Zweibein aus zwei gekreuzten, oben verbundenen Stangen aufstellen – oder Astgabeln bzw. einen stabilen Baumstumpf nutzen.
- 3
Firststange auflegen
Stabile Firststange in die Gabeln legen und sichern.
- 4
Dachstangen anlehnen
Auf beiden Seiten Stangen dicht und steil anlehnen.
- 5
Decken
Von unten nach oben überlappend mit Zweigen, Rindenstücken von Totholz oder Laub decken; wenn vorhanden, eine Folie unter der äußeren Schicht.
- 6
Boden isolieren
Eine dicke Schicht aus trockenem Material oder eine Isomatte als Liegefläche.
Häufige Fehler
- Dach zu flach – es tropft durch
- Material nicht überlappend gelegt
- Zu groß gebaut
- Lebende Bäume entastet
- Kein Rückbau nach Übungen
Kurzüberblick
Material
Stabile Äste / Stangen
Firststange, Stützen und viele Dachstangen aus Totholz
Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.
Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige
Zum Decken und als Bodenschicht
Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.
Dünne Schnur
Zum Binden der Stützen
Geringe Bruchlast – nur für leichte Lasten.
Kunststofffolie / großer Müllsack
Unter der Deckschicht für besseren Regenschutz
Reißt leicht, nicht über den Kopf ziehen (Erstickungsgefahr).
Nicht für Trinkwasser verwenden, wenn nicht lebensmittelecht.
Geeignet für
- Notlagen im Wald ohne Tarp, wenn Zeit vorhanden ist
- Lager über mehrere Tage, wo erlaubt
Ungeeignet für
- Schnelle Unterkunft bei Dunkelheit
- Schutzgebiete
- Gebiete ohne ausreichend Totholz
Voraussetzungen
- Erlaubnis zum Sammeln und Bauen
- Ausreichend Totholz
- Viel Tageslicht
Sicherheit
- Säge und Beil nur mit sicherer Technik verwenden; viele Verletzungen beim Unterstandsbau entstehen durch Werkzeug.
- Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
So funktioniert es
Zwei steile Dachflächen leiten Regen ab und halten Wind fern. Die Dachneigung muss steil genug sein, damit Wasser abläuft statt durchzusickern; dachziegelartig von unten nach oben gelegtes Material verbessert das. Der Innenraum ist größer als bei der Laubhütte und daher kühler – Isolierung muss vom Boden und vom Schlafsystem kommen.
Vorteile
- Kein Spezialwerkzeug zwingend nötig
- Mehr Platz als die Laubhütte
- Guter Regenschutz bei steilem, dichtem Dach
Nachteile
- Sehr hoher Zeit- und Materialaufwand
- Kühler als enge Unterkünfte
- Eingriff in die Natur, vielerorts verboten
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Gerüstbauten aus Stangen mit Naturdach gehören zu den in FM 3-05.70 beschriebenen improvisierten Unterkünften. Die eigentliche Arbeit liegt im Decken: Für ein dichtes Dach braucht man viel mehr Material, als die meisten erwarten.
Wer lebende Bäume nicht beschädigen darf oder will, ist auf Totholz und loses Material angewiesen. Für Übungen immer die Erlaubnis des Grundeigentümers einholen und den Bau danach zurückbauen.
Varianten
- Mit Tarp als Haut
- Ein Tarp oder eine Folie über dem Gerippe spart viel Deckmaterial; darüber gelegte Zweige halten es im Wind.
Häufige Fehler
- Dach zu flach – es tropft durch
- Material nicht überlappend gelegt
- Zu groß gebaut
- Lebende Bäume entastet
- Kein Rückbau nach Übungen
Grenzen und Risiken
- Keine Maßangaben für Dachneigung oder Schichtdicke
- Ohne Folie bei Dauerregen nur begrenzt dicht
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige
- Isomatte, Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.)
- Dünne Schnur
- Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.), Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.), Reepschnur (Für lebenssichernde Zwecke nur zertifizierte Schnur nach Ausbildung verwenden.), Band (Schlauchband) (Geknotete Bandschlingen vor jeder Verwendung prüfen.), Jute- oder Sisalschnur (gekauft) (Geringe Festigkeit, nimmt Wasser auf und verrottet – nur für leichte Lasten und Übung.), Baumgurte (Nur innerhalb der Herstellerangaben belasten.)
- Kunststofffolie / großer Müllsack
- Tarp / Plane, Rettungsdecke (Reißt an Löchern leicht weiter; als Unterkunft nur kurzfristig.), Dokumentenmappe (wasserdicht) (Sicher aufbewahren – enthält sensible persönliche Daten.), Regenponcho (Als Unterkunft genutzt, fehlt er als Regenschutz am Körper.), Biwaksack (Gesicht nie vollständig verschließen.), Zelt (Nicht im Zelt kochen oder heizen (Brand- und Kohlenmonoxidgefahr).), Reißfester Müllsack (groß) (Erstickungsgefahr: Plastiksäcke nie über Kopf oder Gesicht ziehen und von Kleinkindern fernhalten.), Gruppenbiwaksack (Luftdicht – regelmäßig lüften.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Grundsätze improvisierter Unterkünfte, Standortwahl und Schutzbauten
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Grundsätze für Lager mit geringer Umweltbelastung