Kegelgerüst (Tipi-/Wickiup-Form)
Mehrere Stangen werden kegelförmig gegeneinander gelehnt und oben verbunden; das Gerüst wird mit einer Plane, Rinde von Totholz, Zweigen oder Laub gedeckt. Die Form ist stabil, braucht keinen Baum als Ankerpunkt und bietet Sitzhöhe – aber viel Material und Zeit.
- Ein bis mehrere Stunden

Einfach erklärt
Nimm drei lange Stangen, binde sie oben zusammen und stell sie auf, sodass die Füße auseinanderstehen. Schon hast du ein Dreibein, das von allein steht – so wie ein Fotostativ. Weitere Stangen lehnst du rundherum dagegen. So entsteht ein Kegel, ähnlich wie ein Tipi.
Den Kegel deckst du mit einer Plane ab oder mit Rindenstücken von totem Holz, Zweigen oder Laub. Weil die Wände steil sind, rutschen Regen und Schnee ab. Und weil der Kegel von allen Seiten gleich aussieht, ist es dem Wind egal, woher er kommt.
Wichtig: Binde die Spitze fest zusammen, sonst kann alles einstürzen. Und mach drinnen kein Feuer – ein Not-Kegel ist kein echtes Tipi mit Rauchabzug.
Wie es funktioniert
Drei aneinandergelehnte Stangen bilden ein stabiles Dreibein, weil sich die Lasten gegenseitig abstützen: Jede Stange drückt gegen die beiden anderen, und das Gewicht wird über die drei Füße in den Boden geleitet. Deshalb braucht diese Form keinen Baum als Anker – sie steht frei.
Weitere Stangen schließen die Fläche zwischen den drei Hauptstangen. Je dichter sie stehen, desto leichter lässt sich die Abdeckung anbringen. Die steilen Flanken lassen Regen und Schnee abrutschen, und die runde Form bietet dem Wind aus jeder Richtung dasselbe Profil.
Ein Vorteil gegenüber flachen Unterständen ist die Höhe in der Mitte: Du kannst darin sitzen, dich umziehen und dein Gepäck ordnen. Der Nachteil: Du brauchst viele lange, gerade Stangen und viel Abdeckmaterial.
Worauf es ankommt
Die Spitze ist das Herz des Kegels. Lose aneinandergelehnte Stangen können verrutschen und das Gerüst zum Einsturz bringen. Binde die drei Hauptstangen oben fest zusammen, bevor du sie aufstellst, und verteile die Füße gleichmäßig. Ungleich verteilte Stangen lassen den Kegel kippen.
Lass einen Eingang auf der windabgewandten Seite frei. Lege die weiteren Stangen in die Gabel an der Spitze. Prüfe die Stabilität, bevor du abdeckst – ein bedecktes Gerüst ist schwerer und schwieriger zu korrigieren.
Decke von unten nach oben, Lage über Lage, wie Dachziegel. Lass Spitze und Eingang nicht vollständig geschlossen, damit feuchte Atemluft entweichen kann. Sonst bildet sich viel Kondenswasser. Feste Zahlen für Stangenlänge oder Winkel gibt es nicht – sie hängen davon ab, wie viele Personen hinein sollen und welches Material da ist.
Sicherheit: darauf musst du achten
Ein einstürzendes Gerüst kann verletzen. Prüfe die Bindung an der Spitze und den Stand der Füße, bevor du darunter arbeitest oder dich hineinlegst. Verwende keine morschen Stangen.
Im improvisierten Kegel wird kein offenes Feuer gemacht und kein Kocher betrieben. Es besteht Brandgefahr, und Kohlenmonoxid kann sich sammeln – ein Gas, das man weder sieht noch riecht und das bewusstlos machen kann. Traditionelle Tipis mit Rauchklappen und Feuerstelle beruhen auf großer Erfahrung und sind etwas ganz anderes als ein Notbau.
Schau vor dem Aufbau nach oben, ob tote Äste über dir hängen. Und prüfe die örtlichen Regeln: Sammeln von Material und Bauen sind nicht überall erlaubt. Beschädige keine lebenden Bäume.
Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Der Kegel lohnt sich, wenn du länger an einem Ort bleibst, Sitzhöhe brauchst und genügend geeignetes Totholz vorhanden ist – oder wenn du eine große Plane hast, die du darum wickeln kannst. Er ist auch dort nützlich, wo keine passenden Bäume für eine Leine stehen.
Als schneller Notunterstand ist er ungeeignet, weil Stangensuche und Abdeckung viel Zeit und Kraft kosten. In Gegenden ohne lange, gerade Stangen oder mit Sammelverbot scheidet er aus.
Gut zu wissen
Kegelförmige Gerüste gehören zu den ältesten Bauformen überhaupt und sind in vielen Kulturen verbreitet. Das US-Militärhandbuch FM 3-05.70 beschreibt Ein-Stangen-, Drei-Stangen- und stangenlose Tipi-Formen aus Fallschirmstoff als improvisierte Unterkünfte.
Die Wörter „Tipi“ und „Wickiup“ stammen aus nordamerikanischen Kulturen und bezeichnen dort sehr unterschiedliche, über Generationen entwickelte Bauten. Dieser Eintrag beschreibt nur ein einfaches Notgerüst in Kegelform und erhebt keinen Anspruch, diese traditionellen Bauweisen wiederzugeben.
Schritt für Schritt
Dreibein aufstellen
Drei Hauptstangen am oberen Ende zusammenbinden, aufrichten und die Füße gleichmäßig spreizen.
- 1
Dreibein aufstellen
Drei Hauptstangen am oberen Ende zusammenbinden, aufrichten und die Füße gleichmäßig spreizen.
- 2
Weitere Stangen anlehnen
Weitere Stangen in die Gabel an der Spitze lehnen; einen Eingang auf der windabgewandten Seite freilassen.
- 3
Decken
Mit Tarp umwickeln oder von unten nach oben dachziegelartig mit Naturmaterial decken.
- 4
Lüftung offen lassen
Spitze und Eingang nicht völlig verschließen, um Kondenswasser zu verringern.
- 5
Boden isolieren
Isomatte oder dicke trockene Schicht auslegen.
Häufige Fehler
- Spitze nur lose zusammengelegt
- Stangen ungleich verteilt
- Eingang zum Wind
- Feuer im Inneren
Kurzüberblick
Material
Stabile Äste / Stangen
Drei kräftige Hauptstangen und viele weitere Stangen
Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.
Paracord
Zum Binden der Spitze
Kein Kletter- oder Sicherungsseil.
Tarp / Plane
Schnellste Abdeckung
Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige
Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.
Geeignet für
- Gelände ohne geeignete Bäume für eine Firstleine
- Mehrtägige Lager, wo erlaubt
- Sitzen und Ausrüstung unterbringen
Ungeeignet für
- Schnelle Notunterkunft
- Gebiete ohne geeignetes Totholz
- Feuer im Inneren ohne Erfahrung
Voraussetzungen
- Erlaubnis zum Sammeln
- Einen Bund- oder Webeleinstek zum Verbinden der Spitze
Sicherheit
- Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
So funktioniert es
Drei gegeneinander gelehnte Stangen bilden ein stabiles Dreibein, weil sich die Lasten gegenseitig abstützen. Weitere Stangen schließen die Fläche. Die steilen Flanken leiten Regen und Schnee ab, und die Form bietet Wind aus jeder Richtung die gleiche Angriffsfläche.
Vorteile
- Kein Baum als Anker nötig
- Wind aus allen Richtungen gleich gut
- Sitzhöhe
Nachteile
- Viel Material
- Mehr Raum muss erwärmt werden
- Naturabdeckung ist selten ganz dicht
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Kegelförmige Gerüste sind eine der ältesten Bauformen und in vielen Kulturen verbreitet. FM 3-05.70 beschreibt Tipi-Formen mit einer, drei oder ohne Stange aus Fallschirmstoff als improvisierte Unterkünfte.
Diese Notbau-Form ist nicht mit traditionellen Tipis zu verwechseln, deren Rauchklappen und Feuerstellen auf langer Erfahrung beruhen.
Varianten
- Ein-Stangen-Kegel mit Plane
- Eine Plane wird mittig an einem Ast oder einer Mittelstange hochgezogen und rundum abgespannt. Schneller, aber kleiner.
Häufige Fehler
- Spitze nur lose zusammengelegt
- Stangen ungleich verteilt
- Eingang zum Wind
- Feuer im Inneren
Grenzen und Risiken
- Keine Maßangaben zu Stangenlänge und Neigung
- Nicht für Feuer im Inneren gedacht
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Paracord
- Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.)
- Tarp / Plane
- Kunststofffolie / großer Müllsack (Reißt leicht, nicht über den Kopf ziehen (Erstickungsgefahr).), Rettungsdecke (Reißt an Löchern leicht weiter; als Unterkunft nur kurzfristig.), Dokumentenmappe (wasserdicht) (Sicher aufbewahren – enthält sensible persönliche Daten.), Regenponcho (Als Unterkunft genutzt, fehlt er als Regenschutz am Körper.), Biwaksack (Gesicht nie vollständig verschließen.), Zelt (Nicht im Zelt kochen oder heizen (Brand- und Kohlenmonoxidgefahr).), Reißfester Müllsack (groß) (Erstickungsgefahr: Plastiksäcke nie über Kopf oder Gesicht ziehen und von Kleinkindern fernhalten.), Gruppenbiwaksack (Luftdicht – regelmäßig lüften.)
- Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige
- Isomatte, Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Kegelförmige Unterkünfte (Tipi-Formen) aus Plane oder Stoff
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Grundsätze für Lager mit geringer Umweltbelastung