Wasser sicher lagern und transportieren
Aufbereitetes Wasser bleibt nur sicher, wenn Behälter sauber, lebensmittelecht und verschlossen sind und beim Entnehmen nicht verunreinigt werden. Behälter, die je Chemikalien oder Kraftstoff enthielten, sind für Trinkwasser tabu.
- Reinigung 10–15 Minuten pro Behälter; Kontrolle regelmäßig

Einfach erklärt
Sauberes Wasser kann ganz schnell wieder schmutzig werden – so wie frisch gewaschene Hände, die in eine Pfütze greifen. Darum ist es genauso wichtig, Wasser richtig aufzubewahren, wie es sauber zu machen. Du brauchst saubere Behälter mit Deckel, die für Lebensmittel gemacht sind.
Greif nie mit der Hand oder einem Becher in den Wasservorrat. Gieß lieber aus, oder nimm einen Kanister mit Zapfhahn. Stell die Behälter kühl und dunkel, nicht in die Sonne, und schreib drauf, was drin ist und wann du sie gefüllt hast.
Ganz wichtig: Nimm niemals Kanister oder Flaschen, in denen früher Benzin, Öl, Putzmittel oder andere Chemikalien waren. Auch nach dem Ausspülen bleiben Reste darin, die dich krank machen können.
Warum Lagerung so wichtig ist
Wasser kann zwischen Quelle und Becher erneut verunreinigt werden. Die meisten Verunreinigungen gelagerten Wassers entstehen beim Befüllen und Entnehmen – durch Hände, Becher, schmutzige Gewinde oder einen offenen Deckel. Deshalb ist sichere Lagerung ein fester Teil des Mehrbarrierenprinzips der Weltgesundheitsorganisation WHO.
Abgekochtes oder mit UV-Licht behandeltes Wasser hat keinen eingebauten Schutz: Jeder Keim, der hineingelangt, kann sich vermehren. Gechlortes Wasser ist etwas besser geschützt, weil Restchlor neu eingetragene Keime noch eine Weile unschädlich macht. Aber auch das hat Grenzen.
Licht und Wärme fördern das Wachstum von Algen und Keimen. Kühle, dunkle Lagerung bremst diese Vorgänge. Enge Öffnungen, Deckel und Zapfhähne sorgen dafür, dass Hände und Gefäße das Wasser gar nicht erst berühren.
Den richtigen Behälter wählen
Geeignet sind lebensmittelechte, dicht verschließbare Behälter, möglichst mit enger Öffnung oder Zapfhahn. In der EU erkennt man Materialien, die für den Kontakt mit Lebensmitteln bestimmt sind, häufig am Symbol mit Glas und Gabel. Wasserkanister aus dem Fachhandel, saubere Getränkeflaschen und einwandige Edelstahlflaschen sind übliche Lösungen.
Tabu sind Behälter, die je Chemikalien, Kraftstoff, Reiniger oder Öl enthielten. Rückstände lassen sich nicht zuverlässig entfernen, auch nicht durch gründliches Spülen. Ebenfalls ungeeignet sind verzinkte Eimer und Kunststoffe unbekannter Herkunft, weil sie Stoffe ans Wasser abgeben können.
Denk auch an das Gewicht: Ein Liter Wasser wiegt etwa ein Kilogramm. Ein großer Kanister ist schnell zu schwer zum Tragen oder Ausgießen. Mehrere mittelgroße Behälter sind oft praktischer als ein riesiger und verringern das Risiko, dass bei einer Verunreinigung der ganze Vorrat betroffen ist.
Reinigen, befüllen und beschriften
Wasche Behälter vor dem Befüllen mit Spülmittel und sauberem Wasser und spüle gründlich nach, bis kein Schaum und kein Geruch mehr zu bemerken ist. Für die Desinfektion von Behältern geben Gesundheitsbehörden Anleitungen mit Bleichlösung heraus – verwende ausschließlich deren Angaben und mische Bleiche nie mit anderen Reinigern.
Fülle nur aufbereitetes Wasser ein, ohne die Innenseite oder das Gewinde mit den Fingern zu berühren, und verschließe den Behälter sofort. Ein sauberer Trichter hilft, nichts zu verschütten. Lass bei Behältern, die Frost ausgesetzt sein könnten, etwas Platz: Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus und kann Behälter sprengen.
Beschrifte jeden Behälter mit Inhalt und Datum. So weißt du, wann er erneuert werden muss, und vermeidest Verwechslungen. Im Lager hilft ein Farbcode, etwa farbiges Klebeband: eine Farbe für Rohwasser, eine andere für Trinkwasser.
Lagern und erneuern
Lagere Wasser kühl, dunkel und getrennt von Chemikalien, Kraftstoffen und stark riechenden Stoffen. Manche Kunststoffe können Gerüche aus der Umgebung aufnehmen. Direkte Sonne erwärmt das Wasser und fördert Algen- und Keimwachstum.
Erneuere selbst abgefüllte Vorräte nach den Empfehlungen der zuständigen Behörde; die Intervalle unterscheiden sich je nach Behörde und je nachdem, wie das Wasser aufbereitet wurde. Gekauftes Wasser in Flaschen hält sich bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum, sofern es verschlossen und richtig gelagert ist. Wer Vorräte regelmäßig verbraucht und nachkauft, hat immer frisches Wasser im Haus.
Für die Menge gibt das BBK für die Notfallvorsorge rund zwei Liter pro Person und Tag als Planungswert an, plus Reserve für Hitze, Kinder, Kranke und Haustiere. Plane zusätzlich Wasser für Hygiene ein, wenn der Platz es zulässt.
Sicherheit: darauf musst du achten
Niemals Behälter verwenden, die Chemikalien, Kraftstoff oder Reiniger enthielten. Das ist die wichtigste Regel – Vergiftungen durch Rückstände lassen sich durch keine Wasseraufbereitung beheben.
Nicht mit Händen oder Bechern in den Vorrat greifen. Entnimm Wasser über einen Hahn oder durch Ausgießen in ein sauberes Gefäß. Halte Roh- und Trinkwasserbehälter strikt getrennt und eindeutig markiert, damit sie nicht verwechselt werden.
Offene Eimer, Fässer und Wannen mit Wasser können für kleine Kinder eine Ertrinkungsgefahr sein. Decke sie ab und stelle sie außer Reichweite. Und denk daran: Lagerung macht unsicheres Wasser nicht sicher. Nur aufbereitetes Wasser gehört in den Trinkwasservorrat.
Schritt für Schritt
Behälter auswählen
Verwende lebensmittelechte, dicht verschließbare Behälter, möglichst mit enger Öffnung oder Zapfhahn.
- 1
Behälter auswählen
Verwende lebensmittelechte, dicht verschließbare Behälter, möglichst mit enger Öffnung oder Zapfhahn.
- 2
Reinigen
Wasche Behälter mit Spülmittel und sauberem Wasser und spüle gründlich nach. Für die Desinfektion von Behältern geben Gesundheitsbehörden Anleitungen mit Bleichlösung – nur diese Angaben verwenden.
- 3
Hygienisch füllen
Fülle aufbereitetes Wasser ein, ohne Innenseite oder Gewinde mit den Fingern zu berühren, und verschließe sofort.
- 4
Beschriften und lagern
Beschrifte Inhalt und Datum und lagere kühl, dunkel und getrennt von Chemikalien und Kraftstoffen.
- 5
Regelmäßig erneuern
Erneuere selbst abgefüllte Vorräte nach den Empfehlungen der zuständigen Behörde; gekauftes Wasser nach Mindesthaltbarkeitsdatum.
Häufige Fehler
- Alte Kraftstoff- oder Reinigerkanister verwenden
- Mit dem Becher aus dem Vorrat schöpfen
- Behälter in der Sonne oder neben Kraftstoff lagern
- Roh- und Trinkwasserbehälter verwechseln
Kurzüberblick
Material
Lebensmittelechter Wasserkanister
Nur Behälter verwenden, die nie Chemikalien oder Kraftstoff enthalten haben.
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)
Nicht erhitzen oder ins Feuer stellen.
Einwandige Edelstahlflasche
Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.
Doppelwandige (vakuumisolierte) Flaschen niemals erhitzen – Explosionsgefahr.
Unparfümierte Haushaltsbleiche (Natriumhypochlorit)
Zur Behälterdesinfektion nur nach Behördenanleitung
Nur unparfümiert, ohne Zusätze, mit bekannter Konzentration.
Dosierung hängt von der Konzentration ab – nur nach offizieller Behördenanleitung verwenden.
Nicht mit anderen Reinigern mischen.
Geeignet für
- Notvorrat im Haushalt
- Transport auf Touren
- Trennung von Roh- und Trinkwasser im Lager
Ungeeignet für
- Behälter, die Chemikalien, Kraftstoff, Reiniger oder Öl enthielten
- Verzinkte Eimer und unbekannte Kunststoffe
Voraussetzungen
- Lebensmittelechte, verschließbare Behälter
- Sauberes Wasser zum Spülen
Sicherheit
- Nicht mit Händen oder Bechern in den Vorrat greifen; über einen Hahn oder durch Ausgießen entnehmen.
So funktioniert es
Die meisten Verunreinigungen gespeicherten Wassers entstehen beim Befüllen und Entnehmen. Enge Öffnungen, Deckel und Zapfhähne verhindern, dass Hände und Gefäße das Wasser berühren. Kühle, dunkle Lagerung bremst Algen- und Keimwachstum; Restchlor aus einer Chlorung schützt zusätzlich.
Vorteile
- Verhindert Wiederverkeimung aufbereiteten Wassers
- Ermöglicht Vorratshaltung
Nachteile
- Gewicht und Platzbedarf
- Regelmäßige Pflege nötig
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Wasser kann zwischen Quelle und Becher erneut verunreinigt werden. Deshalb gehört sichere Lagerung zum Mehrbarrierenprinzip der WHO.
Behörden wie das BBK und die CDC empfehlen lebensmittelechte Behälter, kühle und dunkle Lagerung und regelmäßiges Erneuern selbst abgefüllter Vorräte. Die konkreten Intervalle unterscheiden sich je nach Behörde und Aufbereitung.
Varianten
- Farbcode im Lager
- Markiere Rohwasserbehälter und Trinkwasserbehälter eindeutig (z. B. mit Klebeband), damit sie nicht verwechselt werden.
Häufige Fehler
- Alte Kraftstoff- oder Reinigerkanister verwenden
- Mit dem Becher aus dem Vorrat schöpfen
- Behälter in der Sonne oder neben Kraftstoff lagern
- Roh- und Trinkwasserbehälter verwechseln
Grenzen und Risiken
- Lagerung macht unsicheres Wasser nicht sicher
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Lebensmittelechter Wasserkanister
- Einwandige Edelstahlflasche (Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.), Doppelwandige Isolierflasche (Niemals direkt erhitzen.), PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) (Nicht erhitzen oder ins Feuer stellen.), Luftdichte, lebensmittelechte Vorratsdose (Nur sauber und vollständig trocken befüllen; keine Behälter verwenden, die vorher Chemikalien enthielten.), Faltkanister oder Wassersack (Vor spitzen Gegenständen schützen.), Lebensmittelechter Wasserbeutel (Nur für Trinkwasser verwenden, nie für Chemikalien oder Brennstoff.), Gärglas oder Gärtopf (Nur lebensmittelechte Gefäße aus Glas, glasiertem Steinzeug für Lebensmittel oder lebensmittelechtem Kunststoff verwenden – keine Metallgefäße für saure Lebensmittel.), Wiederverschließbare Lebensmittelbeutel (Nur Beutel verwenden, die für Lebensmittel bestimmt sind; nicht für kochendes Wasser nutzen, wenn der Hersteller es nicht ausdrücklich erlaubt.)
- Unparfümierte Haushaltsbleiche (Natriumhypochlorit)
- Chlortabletten (NaDCC) zur Trinkwasserdesinfektion (Dosierung und Einwirkzeit laut Hersteller einhalten.), Chlordioxid-Tabletten oder -Tropfen (Nur zugelassene Trinkwasserprodukte; Herstellerangaben befolgen.), Iodtabletten zur Wasserdesinfektion (Nicht bei Schwangerschaft, Schilddrüsenerkrankung oder Iodallergie ohne ärztlichen Rat.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
Sichere Lagerung von Wasser und Reinigung von Behältern
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Bevorratung von Trinkwasser im Haushalt
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
Sichere Lagerung als Teil des Mehrbarrierenprinzips