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Frostiger Wintermorgen, eine Person geht vorsichtig auf einem gestreuten Weg am Geländer

Es ist spiegelglatt: Glatteis oder Blitzeis

Die Straße glänzt nass, ist aber spiegelglatt. Bei Glatteis zählt Geduld: zu Hause bleiben, wenn es geht – und sonst langsam, sanft und mit viel Abstand.

Zuerst

  1. Wenn möglich zu Hause bleiben und Wege verschieben, bis geräumt und gestreut ist.
  2. Zu Fuß: feste Schuhe mit Profil oder Spikes, kleine Schritte, Hände aus den Taschen.
  3. Im Auto: deutlich langsamer, viel mehr Abstand, sanft lenken, bremsen und Gas geben.
  4. Nach einem Sturz mit starken Schmerzen oder einem Unfall mit Verletzten: Notruf 112.

Notruf wählen bei

  • Nach einem Sturz: starke Schmerzen, die Person kann nicht aufstehen oder hat sich den Kopf angeschlagen und ist benommen
  • Unfall mit Verletzten
  • Jemand liegt hilflos in der Kälte

Was gerade passiert

Glatteis entsteht vor allem, wenn Regen oder Nieselregen auf gefrorenen Boden fällt und sofort gefriert. Kommt das sehr plötzlich, spricht man von Blitzeis. Auch überfrierende Nässe, gefrorene Pfützen und festgefahrener Schnee machen Wege und Straßen glatt. Tückisch ist, dass dünnes Eis oft nur nass aussieht.

Zu Fuß sind Stürze die größte Gefahr, besonders für ältere Menschen. Im Auto werden Bremswege auf Eis nach der britischen Straßenverkehrsordnung bis zu zehnmal länger als auf trockener Straße; Lenken, Bremsen und Gasgeben müssen sehr sanft sein, sonst verliert das Auto den Halt.

Brücken und schattige Abschnitte sind oft zuerst glatt, auch wenn die übrige Straße frei wirkt. Reagiert die Lenkung plötzlich kaum noch, kann das Eis bedeuten.

Diese Seite führt durch die Warnung, das Gehen und Fahren auf Glätte, das Verhalten, wenn das Auto rutscht, und was nach einem Sturz oder Unfall zu tun ist. Fahrtechnik auf Eis lässt sich am besten in einem Fahrsicherheitstraining üben.

Schritt für Schritt

Es ist spiegelglatt: Glatteis oder Blitzeis – Phase 1 von 5Bei Warnung vor Glätte. Wetterwarnungen verfolgen und Wege und Fahrten verschieben, wenn es geht. Streumittel und Schaufel bereitstellen, Handy laden. Ältere Nachbarn fragen, ob sie etwas brauchen. Wer fahren muss: Warnungen und Straßenzustand prüfen, Route und Ankunftszeit einer Person sagen, warme Kleidung und Decke ins Auto.
Phase 1 von 5

Phase 1 von 5

Bei Warnung vor Glätte

Wetterwarnungen verfolgen und Wege und Fahrten verschieben, wenn es geht. Streumittel und Schaufel bereitstellen, Handy laden. Ältere Nachbarn fragen, ob sie etwas brauchen. Wer fahren muss: Warnungen und Straßenzustand prüfen, Route und Ankunftszeit einer Person sagen, warme Kleidung und Decke ins Auto.

Die Animation zeigt schematisch die wichtigsten Handlungen jeder Phase; maßgeblich ist der Text darunter.

  1. Phase 1

    Bei Warnung vor Glätte

    • Wetterwarnungen verfolgen und Wege und Fahrten verschieben, wenn es geht.
    • Streumittel und Schaufel bereitstellen, Handy laden.
    • Ältere Nachbarn fragen, ob sie etwas brauchen.
    • Wer fahren muss: Warnungen und Straßenzustand prüfen, Route und Ankunftszeit einer Person sagen, warme Kleidung und Decke ins Auto.
  2. Phase 2

    Zu Fuß unterwegs

    • Feste Schuhe mit gutem Profil, bei Eis Spikes oder Grödel zum Überziehen.
    • Langsam gehen, kleine Schritte, Hände aus den Taschen, um einen Sturz abzufangen.
    • Geländer nutzen und geräumte, gestreute Wege wählen, auch wenn sie länger sind.
    • Unter Dachkanten auf herabfallendes Eis und Schnee achten.
  3. Phase 3

    Im Auto

    • Scheiben, Lichter und Dach vollständig von Schnee und Eis befreien.
    • Langsam fahren, im möglichst hohen Gang, sanft beschleunigen und bremsen.
    • Sehr viel Abstand halten – der Bremsweg kann ein Vielfaches länger sein.
    • Vor Kurven auf der Geraden bremsen und ruhig, ohne ruckartige Bewegungen lenken.
    • Auf Brücken und in schattigen Abschnitten besonders vorsichtig sein.
  4. Phase 4

    Wenn das Auto rutscht

    • Die Ursache wegnehmen: Bremse ganz lösen oder vom Gas gehen.
    • Ruhig in die Richtung lenken, in die das Heck ausbricht – rutscht es nach rechts, nach rechts lenken.
    • Mit ABS gilt in einer Notbremsung: fest auf die Bremse treten und den Druck halten; das Handbuch des Autos beachten.
    • Steht das Auto: Warnblinker an, Warnweste anziehen, wenn möglich hinter die Leitplanke, Warndreieck aufstellen, wenn das sicher geht.
  5. Phase 5

    Nach einem Sturz oder Unfall

    • Nach einem Sturz erst kurz liegen bleiben und spüren, ob etwas stark schmerzt, bevor du aufstehst.
    • Starke Schmerzen, nicht aufstehen können, Kopf angeschlagen und benommen: Notruf 112, warm zudecken, nicht allein lassen.
    • Bei einem Unfall: Unfallstelle sichern, Verletzte melden, warm halten.
    • Andere warnen und die Stelle wenn möglich streuen lassen.

★ Profi-Tipps

Was Erfahrene anders machen: bewährtes Wissen aus Bergrettung, Feuerwehr, Wasserrettung und Zivilschutz, das Anfänger selten kennen.

  1. Gehen wie ein Pinguin

    Beug die Knie leicht, neig den Oberkörper etwas nach vorn und setz den ganzen Fuß flach auf. Mach kleine Schritte, sodass dein Gewicht immer über dem vorderen Fuß ist. So rutscht der Fuß nicht nach vorn weg.

  2. Ein- und Aussteigen: am Auto festhalten

    Viele stürzen nicht beim Gehen, sondern beim Aussteigen. Stell beide Füße auf den Boden und halt dich an Tür oder Rahmen fest, bevor du aufstehst. Beim Einsteigen setzt du dich erst hin und ziehst dann die Beine nach.

  3. Schneeflocke im Display schon über null Grad

    Viele Autos zeigen schon bei einigen Grad über null eine Glättewarnung. Das hat einen Grund: Die Straße kann kälter sein als die Luft, besonders auf Brücken und im Schatten. Nimm diese Warnung ernst, auch wenn es sich draußen nicht eisig anfühlt.

  4. Wird es plötzlich leise, ist es glatt

    Auf Eis werden die Abrollgeräusche der Reifen oft plötzlich leiser. Hörst du das, geh sanft vom Gas, ohne zu bremsen oder zu lenken. Fahr erst wieder normal, wenn die Straße wieder sicher griffig ist.

  5. Dorthin schauen, wohin du willst

    Rutscht das Auto, schauen viele genau auf das Hindernis – und lenken unbewusst darauf zu. In Fahrsicherheitstrainings lernt man deshalb: Blick auf die freie Lücke, in die du fahren willst. Die Hände folgen den Augen.

Worauf du achten musst

  • Eis, das wie Nässe aussieht

    Dünnes Glatteis ist durchsichtig und glänzt wie eine nasse Fläche. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt jede nasse Stelle wie Eis behandeln.

  • Brücken und Schatten

    Brücken kühlen von unten und oben aus, schattige Stellen tauen spät. Hier kann es glatt sein, obwohl die Straße davor frei ist.

  • Ruckartige Bewegungen

    Hartes Bremsen, plötzliches Lenken oder Gasgeben sind die häufigsten Ursachen dafür, dass ein Auto ins Rutschen kommt.

  • Stürze bei Älteren

    Ein Sturz auf Eis kann für ältere Menschen schwere Folgen haben. Lieber Wege übernehmen oder begleiten, als sie allein auf glatte Wege zu schicken.

Häufige Fehler

  • Trotz Warnung losfahren, weil „es schon geht“.
  • Hände in den Taschen, große Schritte, eilig gehen.
  • Zu dicht auffahren und auf Glätte normal bremsen.
  • In der Kurve bremsen statt davor.
  • Beim Rutschen panisch voll bremsen und das Lenkrad herumreißen (ohne ABS).
  • Nur ein Guckloch in die vereiste Scheibe kratzen.

Vorher vorbereiten

  • Wetterwarnungen für deinen Ort aktivieren.
  • Schuhe mit gutem Profil und Spikes oder Grödel zum Überziehen bereithalten.
  • Streumittel und Schneeschaufel vor dem Winter besorgen.
  • Auto mit Winterausrüstung: Winterreifen, Eiskratzer, Handfeger, Decke, Warnweste, geladenes Handy.
  • Ein Fahrsicherheitstraining auf Schnee und Eis machen.

Besondere Rücksicht

Ältere Menschen
Für sie sind Stürze auf Eis besonders gefährlich. Nachbarn und Angehörige können Einkäufe übernehmen, begleiten oder vor der Haustür streuen.
Kinder
Kinder rutschen gern über glatte Stellen – auf Gehwegen und Straßen ist das gefährlich. Früher losgehen, den sichersten Weg besprechen und Schuhe mit Profil anziehen.

Quellen

  • Wetter- und Klimalexikon · Deutscher Wetterdienst (DWD)
  • Winter Weather · Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA)
  • The Highway Code · Department for Transport and Driver and Vehicle Standards Agency (United Kingdom)
  • 112 – the European emergency number · European Commission

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Alle Regeln dieser Situation (6)
  1. [nicht aktiv] Wenn Lage = Glätte ist angekündigt

    Wetterwarnungen ernst nehmen: Termine verschieben, Streumittel und Schaufel bereitstellen, Handy laden. Wer fahren muss, prüft vorher Warnungen und Straßenzustand.

  2. [nicht aktiv] Wenn Wie bist du unterwegs? = Zu Fuß

    Langsam gehen, kleine Schritte, Hände frei zum Abfangen, Geländer nutzen. Geräumte und gestreute Wege wählen, auch wenn sie länger sind.

  3. [nicht aktiv] Wenn Wie bist du unterwegs? = Mit dem Auto

    Bremswege auf Eis können ein Vielfaches länger sein als auf trockener Straße. Langsam fahren, im möglichst hohen Gang, vor Kurven auf der Geraden bremsen. Brücken und schattige Stellen sind oft zuerst glatt.

  4. [nicht aktiv] Wenn Lage = Das Auto rutscht oder ist gerutscht

    Die Ursache wegnehmen: Bremse lösen oder vom Gas gehen und ruhig in die Richtung lenken, in die das Heck ausbricht. Mit ABS in einer Notbremsung fest durchtreten und den Druck halten. Steht das Auto: Warnblinker, Warnweste, sicher hinter die Leitplanke.

  5. [nicht aktiv] Wenn Wer ist betroffen? = Ältere Menschen

    Für ältere Menschen ist ein Sturz besonders gefährlich. Einkäufe übernehmen oder begleiten, und anbieten, vor ihrer Tür zu streuen.

  6. [nicht aktiv] Wenn Wer ist betroffen? = Kinder, z. B. auf dem Schulweg

    Früher losgehen, Schuhe mit Profil, keine Rutschpartien auf Gehwegen und Straßen. Mit dem Kind den sichersten, gestreuten Weg besprechen.