Starker Schneefall und Eisregen
Schneestürme und Eisregen legen Verkehr und Stromnetze lahm, lassen Dächer unter Schneelast und Bäume unter Eis brechen und machen jeden Schritt riskant. Wer zu Hause bleibt, vorbereitet ist, Kohlenmonoxid-Gefahren kennt und nicht auf Dächer steigt, kommt sicher durch.
- Vorbereitung im Herbst; bei Warnung 30 Minuten

Einfach erklärt
Schnee sieht leicht und weich aus. Aber wenn sehr viel davon fällt, wird er richtig schwer – besonders nasser Schnee. Dann können Äste abbrechen, Stromleitungen reißen und sogar Dächer zu viel Last tragen. Eisregen ist noch tückischer: Da fällt Regen, der beim Aufprall sofort gefriert und alles mit einer Glasschicht aus Eis überzieht.
Bei so einem Wetter ist das Beste: zu Hause bleiben, warm halten und abwarten. Draußen ist jeder Schritt rutschig, und Autofahren wird gefährlich. Gut ist, wenn genug Essen, Getränke, Decken und Taschenlampen im Haus sind, damit man ein paar Tage nicht einkaufen muss.
Eine sehr wichtige Regel: Zum Heizen nie einen Grill, Gasofen oder Campingkocher in der Wohnung benutzen. Dabei entsteht ein unsichtbares Gas ohne Geruch, das Kohlenmonoxid, und das ist giftig. Wenn jemand Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit bekommt, sofort an die frische Luft und den Notruf (112 in der EU) wählen.
Wie es funktioniert
Schnee und Eis wirken vor allem auf zwei Arten: über ihr Gewicht und über die Glätte. Nasser, schwerer Schnee wiegt deutlich mehr als lockerer Pulverschnee, und wenn Regen in eine Schneedecke fällt, saugt sie sich voll wie ein Schwamm. Die Last auf Dächern, Bäumen und Leitungen wächst so mit jeder Stunde. Wie viel ein Dach tragen kann, hängt von seiner Bauweise und der Art des Schnees ab – das können nur Fachleute beurteilen.
Eisregen entsteht, wenn Regen durch eine warme Luftschicht fällt und dann unten auf kalte Luft und gefrorenen Boden trifft. Die Tropfen sind unterkühlt und gefrieren sofort beim Aufprall. So bildet sich auf Straßen, Gehwegen, Ästen und Leitungen eine glatte, oft kaum sichtbare Eisschicht. Unter dieser Last brechen Äste, und Leitungen reißen – deshalb führt Eisregen häufig zu Stromausfällen.
Gleichzeitig steigt die Gefahr zu stürzen, sowohl zu Fuß als auch im Auto. Viele Unfälle bei Winterstürmen sind also keine dramatischen Ereignisse, sondern Stürze, Überanstrengung beim Schneeschaufeln und Vergiftungen durch falsch genutzte Heizquellen. Genau diese Unfälle lassen sich mit einfachen Regeln vermeiden.
Worauf es ankommt
Die Vorbereitung beginnt im Herbst. Lege Vorräte für einige Tage an, außerdem Decken, Taschenlampen, ein batteriebetriebenes Radio, Streumittel und eine Schneeschaufel. Rüste das Auto winterfest aus und schütze Wasserleitungen in unbeheizten Räumen vor Frost. Überlege dir, was du tust, wenn die Heizung ausfällt – denn bei Stromausfall laufen auch viele moderne Heizungen nicht mehr.
Bei einer Warnung bleibst du möglichst zu Hause. Verschiebe Fahrten, lade Geräte und prüfe, ob genug Medikamente da sind. Frag ältere Nachbarn, ob sie etwas brauchen. Fällt die Heizung aus, halte einen Raum warm, schließ die Türen zu den anderen Räumen und zieh mehrere Schichten Kleidung übereinander an.
Beim Schneeräumen gilt: lieber oft und wenig als selten und viel. Schaufle kleine Mengen, mach Pausen und halte neben den Wegen auch die Abgasöffnungen der Heizung frei. Beim Gehen helfen kleine Schritte, feste Schuhe mit Profil und freie Hände, damit du dich abfangen kannst. Achte unter Dachkanten auf herabrutschenden Schnee und Eiszapfen.
Sicherheit: darauf musst du achten
Kohlenmonoxid ist im Winter eine der größten Gefahren. Es entsteht bei jeder Verbrennung, ist farblos, geruchlos und kann in Innenräumen tödlich sein. Benutze zum Heizen nie Grill, Gasofen, Campingkocher oder Generator in der Wohnung, in der Garage oder im Zelt. Halte Abgasrohre und den Auspuff eines stehenden Autos frei von Schnee. Bei Kopfschmerz, Schwindel oder Übelkeit sofort an die frische Luft und den Notruf (112 in der EU) wählen. Ein Kohlenmonoxid-Melder ist eine sinnvolle Ergänzung.
Steig nicht auf verschneite oder vereiste Dächer – die Absturzgefahr ist groß. Wenn es unter großer Schneelast knackt, Risse auftauchen oder Decken durchhängen, verlass das Gebäude und ruf Fachleute oder die Feuerwehr. Bei Eisregen meidest du Wege unter Bäumen und Freileitungen, weil Äste und Leitungen unter der Eislast brechen können.
Schneeschaufeln ist schwere körperliche Arbeit, besonders mit nassem Schnee und in der Kälte. Mach Pausen und zieh dich warm an. Bei Brustschmerz hörst du sofort auf und holst Hilfe. Wenn du mit dem Auto stecken bleibst, bleib im Fahrzeug und halte den Auspuff frei, damit keine Abgase ins Auto gelangen.
Typische Situationen
Ein typisches Szenario: Eisregen in der Nacht, am Morgen ist alles spiegelglatt, und an mehreren Stellen ist der Strom ausgefallen. Wer jetzt Vorräte im Haus hat, kann einfach drinnen bleiben, bis gestreut ist. Wer hinaus muss, geht langsam, meidet Wege unter Bäumen und rechnet damit, dass Busse und Bahnen nicht fahren.
Ein anderes Szenario: tagelanger Schneefall in einer Mittelgebirgsregion. Straßen sind zeitweise gesperrt, der Weg zum Supermarkt ist nicht mehr möglich. Ein Vorrat für einige Tage, ein Radio für Nachrichten und ein Plan für den Heizungsausfall machen den Unterschied zwischen Unbequemlichkeit und echter Gefahr.
Besonders gefährdet sind ältere und allein lebende Menschen. Sie stürzen leichter, kühlen schneller aus und können oft nicht selbst Schnee räumen oder einkaufen. Ein Anruf oder ein kurzer Besuch, ein freigeschaufelter Weg oder ein mitgebrachter Einkauf sind einfache, aber sehr wirksame Hilfen.
Schritt für Schritt
Vorher: Wintervorsorge
Vorräte für einige Tage, Decken, Taschenlampen, Radio, Streumittel, Schneeschaufel. Auto mit Winterausrüstung. Wasserleitungen in unbeheizten Räumen gegen Frost schützen.
- 1
Vorher: Wintervorsorge
Vorräte für einige Tage, Decken, Taschenlampen, Radio, Streumittel, Schneeschaufel. Auto mit Winterausrüstung. Wasserleitungen in unbeheizten Räumen gegen Frost schützen.
- 2
Bei Warnung: zu Hause bleiben
Fahrten verschieben, Geräte laden, Medikamente prüfen. Ältere Nachbarn fragen, ob sie etwas brauchen.
- 3
Wärme halten
Bei Heizungsausfall einen Raum warm halten, Türen schließen, Schichten tragen. Siehe Eintrag zum Heizungsausfall.
- 4
Wege räumen mit Maß
Wege und Abgasöffnungen freihalten, in kleinen Mengen schaufeln, Pausen machen. Nicht aufs Dach.
- 5
Sicher gehen
Kleine Schritte, Hände frei, feste Schuhe mit Profil. Unter Dachkanten auf Dachlawinen und Eiszapfen achten.
- 6
Wenn Fahren nötig ist
Nur mit Winterausrüstung, vollem Tank und Notfallset. Bei Stillstand im Fahrzeug bleiben und den Auspuff freihalten.
Häufige Fehler
- Mit Grill oder Gasofen in der Wohnung heizen
- Auf das Dach steigen, um Schnee zu räumen
- Ohne Pausen große Mengen Schnee schaufeln
- Trotz Warnung losfahren
- Abgasöffnungen der Heizung zuschneien lassen
Kurzüberblick
Material
Wolldecke / Bettdecke
Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.
Batterie- oder Kurbelradio
Batterien regelmäßig prüfen und Ersatz bereithalten.
Schneeschaufel
Beim Graben in Schneeunterkünften immer mit nach innen nehmen.
Feste, geschlossene Schuhe
Mit gutem Profil, ggf. Spikes
Kohlenmonoxidmelder
Ersetzt nicht die Regel, Verbrennungsgeräte nie in Innenräumen zu betreiben. Batteriebetrieben oder mit Batterie-Backup wählen.
Geeignet für
- Schneereiche Regionen und Mittelgebirge
- Eisregen-Lagen im Flachland
- Haushalte mit älteren Menschen
Ungeeignet für
- Dächer selbst abschaufeln ohne Sicherung
- Unnötige Autofahrten während der Warnung
Voraussetzungen
- Vorrat für einige Tage ohne Einkauf
- Plan für den Heizungsausfall
Sicherheit
- Schneeschaufeln ist schwere körperliche Arbeit. Pausen machen, warm anziehen, bei Brustschmerz sofort aufhören und Hilfe holen.
- Bei Eisregen brechen Äste und Leitungen unter der Eislast. Wege unter Bäumen und Freileitungen meiden.
So funktioniert es
Schnee und Eis wirken über Gewicht und Glätte. Die Last auf Dächern, Bäumen und Leitungen steigt mit jeder Stunde, besonders bei nassem Schnee und Eisregen. Gleichzeitig steigt die Sturzgefahr. Wer drinnen bleibt, die Wärme hält und keine improvisierten Heizquellen nutzt, vermeidet die häufigsten Unfälle und Vergiftungen.
Vorteile
- Verhindert häufige Unfälle und Vergiftungen
- Vorbereitung nützt den ganzen Winter
Nachteile
- Mehrere Tage Einschränkung möglich
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Ready.gov empfiehlt bei Winterwetter, zu Hause zu bleiben, Kohlenmonoxid-Gefahren durch Generatoren und improvisierte Heizungen zu vermeiden, beim Schneeräumen Überanstrengung zu vermeiden und Fahrzeuge mit Notfallausrüstung auszustatten. Die CDC weist darauf hin, dass Kohlenmonoxid-Vergiftungen in Winterstürmen und Stromausfällen häufig sind.
Wie viel Schnee ein Dach tragen kann, hängt von Bauweise und Schneeart ab; im Zweifel beurteilen Fachleute die Lage.
Varianten
- Eisregen
- Bei Eisregen besonders Stromausfälle und Glätte einplanen. Möglichst gar nicht hinausgehen, bis gestreut ist.
Häufige Fehler
- Mit Grill oder Gasofen in der Wohnung heizen
- Auf das Dach steigen, um Schnee zu räumen
- Ohne Pausen große Mengen Schnee schaufeln
- Trotz Warnung losfahren
- Abgasöffnungen der Heizung zuschneien lassen
Grenzen und Risiken
- Keine Angaben zur Tragfähigkeit von Dächern
- Keine Lawinenkunde – siehe Gebirgseinträge
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Wolldecke / Bettdecke
- Isomatte, Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Winter Weather
Zu Hause bleiben, Kohlenmonoxid, Überanstrengung beim Schneeräumen, Fahrzeug-Notfallset
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
Keine Verbrennungsgeräte in Innenräumen, Abgasöffnungen freihalten