Zum Inhalt springen
Im NotfallÖsterreichNotrufnummern →
SurviveBetter
Urlaubsort an der Küste nach einem Sturm, Reisende gehen ruhig zum Hotel

Am Urlaubsort ist eine Katastrophe passiert

Im Urlaub oder auf Geschäftsreise trifft ein Erdbeben, Sturm, Hochwasser oder Waldbrand deinen Aufenthaltsort – fern von zu Hause und in einer fremden Sprache.

Zuerst

  1. Den Anweisungen der örtlichen Behörden, des Hotels oder Reiseveranstalters folgen – Warnungen, Evakuierungen, Schutzräume.
  2. Bei Verletzten oder akuter Gefahr die örtliche Notrufnummer wählen (in der EU 112).
  3. Ein kurzes Lebenszeichen an Angehörige senden, am besten per Nachricht statt Anruf.
  4. Wenn du Hilfe brauchst: Botschaft oder Konsulat des eigenen Landes kontaktieren; Versicherung informieren.

Notruf wählen bei

  • Verletzte oder Eingeschlossene
  • Unmittelbare Gefahr durch Wasser, Feuer oder Einsturz
  • Jemand aus der Reisegruppe wird vermisst

Was gerade passiert

Eine Katastrophe im Ausland trifft dich oft unvorbereitet: Du kennst die örtlichen Warnsignale nicht, verstehst die Durchsagen nur teilweise und weißt nicht, wo die nächste höher gelegene Fläche oder ein Schutzraum ist. Gleichzeitig fallen Strom, Handynetz oder Kartenzahlung aus, und Flughäfen schließen.

Die ersten Minuten bis Stunden bestimmt das Ereignis selbst: Beim Erdbeben geht es um Schutz vor herabfallenden Teilen, an der Küste möglicherweise um einen Tsunami, bei Sturm und Hochwasser um sichere Gebäude und das Meiden von Wasser, bei Waldbrand um frühes Verlassen. Danach folgen Tage, in denen Versorgung, Unterkunft, Kommunikation und Rückreise im Vordergrund stehen.

Typische Fehleinschätzungen: abwarten, bis eine offizielle Warnung kommt, obwohl die natürlichen Warnzeichen eindeutig sind; Fotos machen, statt in Sicherheit zu gehen; sich auf die eigene Botschaft als „Rettungsdienst“ verlassen. Botschaften und Konsulate können beraten, informieren und in Notfällen helfen, ersetzen aber nicht den örtlichen Katastrophenschutz und übernehmen in der Regel keine Kosten.

Was zählt: den Anweisungen der örtlichen Behörden, des Hotels oder Reiseveranstalters folgen; bei Verletzten den örtlichen Notruf wählen; ein kurzes Lebenszeichen nach Hause schicken; Dokumente, Geld, Medikamente und Akku sichern; und erst dann Rückreise und Hilfe der eigenen Auslandsvertretung organisieren.

Schritt für Schritt

  1. Phase 1

    Sofort

    • Dich selbst in Sicherheit bringen – je nach Ereignis: bei Erdbeben „Drop, Cover, Hold on“ (auf den Boden, Deckung, festhalten), bei Flut höher gelegene Orte, bei Feuer weg von Rauch und Flammen.
    • An der Küste nach einem starken oder langen Erdbeben, bei plötzlich zurückweichendem Meer oder lautem Grollen sofort höher gelegenes Gelände aufsuchen – nicht auf eine offizielle Warnung warten.
    • Bei Verletzten oder akuter Gefahr die örtliche Notrufnummer wählen (in der EU 112).
    • Den Anweisungen von Behörden, Hotelpersonal oder Reiseleitung folgen.
  2. Phase 2

    In den ersten Stunden

    • Reisegruppe zusammenhalten und durchzählen; einen Treffpunkt festlegen.
    • Kurzes Lebenszeichen per Nachricht an eine Kontaktperson zu Hause senden; sie informiert die anderen.
    • Pass, Geld, Karten, Medikamente, Ladegerät und Wasser in einer Tasche griffbereit halten.
    • Offizielle Informationen verfolgen: örtliche Behörden, Hotel, Reiseveranstalter und die Reise- und Sicherheitshinweise deines Außenministeriums.
    • Handy-Akku schonen; das Netz ist oft überlastet, Nachrichten kommen eher durch als Anrufe.
  3. Phase 3

    In den folgenden Tagen

    • Botschaft oder Konsulat kontaktieren, wenn du Hilfe brauchst – z. B. bei verlorenen Dokumenten oder fehlender Unterkunft.
    • Reiseveranstalter, Fluggesellschaft und Versicherung informieren und Belege sammeln.
    • Trinkwasser nur nach offizieller Empfehlung nutzen; im Zweifel abgefülltes oder abgekochtes Wasser.
    • Bei Erdbeben mit Nachbeben rechnen und beschädigte Gebäude nicht betreten.
    • Nicht in Sperrgebiete oder Katastrophengebiete fahren, um etwas anzusehen.
  4. Phase 4

    Nach der Rückkehr

    • Mit Versicherung und Reiseveranstalter Kosten und Erstattungen klären.
    • Verletzungen, Fieber oder Durchfall nach der Reise ärztlich abklären lassen und von der Reise erzählen.
    • Belastende Erinnerungen sind normal; wenn Schlafprobleme oder Angst anhalten, Unterstützung suchen.

Worauf du achten musst

  • Natürliche Tsunami-Warnzeichen

    Ein starkes oder langes Erdbeben an der Küste, ein plötzlich zurückweichendes Meer oder ein lautes Grollen vom Meer sind Warnzeichen. Geh sofort höher oder ins Landesinnere; eine Welle kann von weiteren gefolgt werden.

  • Fremde Warnsysteme

    Sirenensignale, Warn-SMS und Apps unterscheiden sich von Land zu Land und kommen oft in der Landessprache. Frag im Hotel, wie gewarnt wird, und übersetze Meldungen im Zweifel.

  • Hochwasser

    Nicht durch Hochwasser gehen oder fahren: Strömung, versteckte Löcher, Trümmer und Strom können tödlich sein. Bleib im Gebäude, bis die Behörden Entwarnung geben.

  • Gerüchte und Betrug

    Nach Katastrophen kursieren falsche Meldungen und unseriöse Angebote für Transport oder Unterkunft. Verlass dich auf offizielle Quellen und die Reiseinformationen deines Außenministeriums.

  • Was Botschaften leisten können

    Auslandsvertretungen helfen mit Informationen, Ersatzdokumenten und Kontakten. Evakuierungen organisieren Staaten nur in Ausnahmelagen; meist läuft die Ausreise über reguläre Verbindungen.

  • Kohlenmonoxid nach Stromausfall

    Nach Katastrophen werden oft Generatoren oder Grills in Innenräumen betrieben. Halte dich von solchen Geräten in geschlossenen Räumen fern und sprich das Personal darauf an.

Häufige Fehler

  • Auf eine offizielle Tsunami-Warnung warten, obwohl die Erde lange und stark gebebt hat.
  • Fotos oder Videos machen, statt sich in Sicherheit zu bringen.
  • Ständig telefonieren und so Netz und Akku belasten.
  • Pass und Medikamente im Hotelzimmer lassen, wenn man es verlassen muss.
  • Die Botschaft für alles zuständig halten und Reiseveranstalter oder Versicherung nicht informieren.
  • In beschädigte Gebäude zurückkehren, um Gepäck zu holen.

Vorher vorbereiten

  • Vor der Reise die Reise- und Sicherheitshinweise deines Außenministeriums lesen und typische Naturgefahren des Ziels kennen.
  • Wenn dein Land das anbietet: in die Krisenvorsorgeliste bzw. das Reiseregister eintragen.
  • Reiseversicherung mit Rücktransport prüfen und Notfallnummern speichern.
  • Kopien von Pass und wichtigen Dokumenten getrennt aufbewahren und digital sichern.
  • Vor Ort fragen, wie gewarnt wird und wo Fluchtwege oder höher gelegene Flächen sind.
  • Ausreichend Medikamente, Powerbank und etwas Bargeld in der Landeswährung dabeihaben.

Besondere Rücksicht

Kinder
Kinder sollten Name, Hotel und eine Telefonnummer bei sich tragen. Halte sie nah bei dir und erkläre in einfachen Worten, was passiert.
Chronisch Kranke
Wer auf Medikamente oder Hilfsmittel angewiesen ist, sollte mehr als nötig mitnehmen, auf mehrere Taschen verteilen und eine kurze Beschreibung in englischer oder der Landessprache dabeihaben.

Quellen

  • Smart Traveler Enrollment Program (STEP) · U.S. Department of State – Bureau of Consular Affairs
  • Krisenvorsorgeliste ELEFAND (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland) · Auswärtiges Amt, Deutschland
  • Tsunami Safety · U.S. National Weather Service (NOAA)
  • Evacuation · Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA)

Deine Lage

Ereignis
Zusätzliche Probleme
Mit dabei

Passende Einträge

0 Regeln treffen zu

Hier entscheidet keine KI. Jede Empfehlung beruht auf einer sichtbaren Regel.

Wähle oben Angaben zu deiner Lage, um gezieltere Hinweise zu erhalten.

Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (7)
  1. [nicht aktiv] Wenn Ereignis = Erdbeben / Tsunami-Gefahr

    An der Küste nach starkem oder langem Beben sofort höher gelegenes Gelände aufsuchen – nicht auf eine offizielle Warnung warten.

  2. [nicht aktiv] Wenn Ereignis = Sturm oder Hochwasser

    Nicht durch Hochwasser gehen oder fahren. Im Gebäude bleiben, bis die Behörden Entwarnung geben.

  3. [nicht aktiv] Wenn Ereignis = Waldbrand

    Früh gehen, wenn die Behörden dazu raten; Rauch meiden und nicht zu Brandgebieten fahren.

  4. [nicht aktiv] Wenn Zusätzliche Probleme = Pass oder Geld verloren

    Botschaft oder Konsulat helfen mit Ersatzdokumenten; digitale Kopien beschleunigen das.

  5. [nicht aktiv] Wenn Zusätzliche Probleme = Netze überlastet

    Kurze Textnachrichten statt Anrufe; einen Kontakt als zentrale Ansprechperson für die Familie festlegen.

  6. [nicht aktiv] Wenn Zusätzliche Probleme = Rückreise unmöglich

    Mit Reiseveranstalter, Fluggesellschaft und Versicherung klären, welche Optionen es gibt; Belege aufheben.

  7. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Kinder

    Kinder nah bei sich halten und einen Treffpunkt vereinbaren, falls ihr getrennt werdet.