Zum Inhalt springen
Im NotfallÖsterreichNotrufnummern →
SurviveBetter
Wohnung nach einem leichten Erdbeben, ein paar heruntergefallene Bücher, stabiler Tisch

Die Erde hat gebebt und ich bin zu Hause

Der Boden wackelt, Geschirr fällt aus dem Schrank – und nach dem Beben beginnt die eigentliche Arbeit: Schäden, Nachbeben, Gas, Verletzte.

Zuerst

  1. Bebt es noch: Drop, Cover, Hold On – auf den Boden, Kopf und Nacken schützen, festhalten. Nicht während des Bebens hinausrennen.
  2. Danach mit Nachbeben rechnen. Feste Schuhe anziehen, auf Glasscherben und herabfallende Gegenstände achten.
  3. Bei Verletzten, Eingeschlossenen oder Bränden: lokale Notrufnummer (in der EU 112) wählen; Telefon sonst nur kurz nutzen.
  4. Riecht es nach Gas: keine Schalter, kein Feuer, Gebäude verlassen und von draußen melden. Radio oder Warn-App für Anweisungen der Behörden nutzen.

Notruf wählen bei

  • Jemand ist verletzt oder eingeschlossen
  • Brand oder Gasgeruch
  • Schwere Schäden am Gebäude
  • Bewusstlosigkeit oder fehlende normale Atmung

Was gerade passiert

Ein Erdbeben kommt ohne Vorwarnung. Oft hörst du zuerst ein Grollen oder spürst einen Ruck, dann schwankt oder rüttelt alles für Sekunden bis etwa eine Minute. Die Zeit fühlt sich viel länger an. Schränke kippen, Bilder und Lampen fallen, Fenster können zerspringen. Die meisten Verletzungen entstehen nicht durch einstürzende Gebäude, sondern durch herabfallende Gegenstände, Glas und Stürze – oft, weil Menschen während des Bebens versuchen, zu rennen.

Darum gilt während des Bebens: Drop, Cover, Hold On – auf den Boden, unter einen stabilen Tisch oder an eine Innenwand, Kopf und Nacken schützen, festhalten, bis es vorbei ist. Der Türrahmen ist in modernen Häusern kein besonders sicherer Ort, und wer im Bett liegt, bleibt dort und schützt den Kopf mit dem Kissen.

Nach dem Beben ist die Gefahr nicht vorbei. Nachbeben können Minuten, Stunden oder Wochen später kommen und bereits geschwächte Gebäude weiter beschädigen. Gasleitungen können undicht sein, Wasserleitungen brechen, Strom fällt aus, Telefonnetze sind überlastet. An der Küste kann ein starkes oder langes Beben einen Tsunami auslösen, am Hang Rutschungen.

Realistisch zählt am meisten: während des Bebens am Platz Schutz suchen, danach ruhig und systematisch vorgehen – Schuhe an, Verletzte versorgen und Hilfe rufen, Gas und Schäden prüfen, mit Nachbeben rechnen und offizielle Informationen verfolgen.

Schritt für Schritt

  1. Phase 1

    Während des Bebens

    • Auf den Boden gehen, unter einen stabilen Tisch oder an eine Innenwand, weg von Fenstern, Regalen und Schränken.
    • Kopf und Nacken mit Armen oder einem Kissen schützen und festhalten, bis das Beben aufhört.
    • Im Bett: liegen bleiben, Kopf mit dem Kissen schützen.
    • Nicht während des Bebens nach draußen rennen und keine Treppen oder Aufzüge benutzen.
  2. Phase 2

    In den ersten Minuten danach

    • Feste Schuhe anziehen – Scherben liegen oft überall.
    • Nach Verletzten schauen; bei Verletzten, Eingeschlossenen oder Brand die lokale Notrufnummer (in der EU 112) wählen.
    • Auf Gasgeruch oder Zischen achten: dann keine Schalter, kein Feuer, kein Handy im Raum, Gebäude verlassen und von draußen melden.
    • Taschenlampe statt Kerzen oder Feuerzeug verwenden.
    • Bei deutlichen Schäden (Risse in tragenden Wänden, schiefe Decken) das Gebäude vorsichtig über die Treppe verlassen, Notgepäck mitnehmen.
    • An der Küste nach starkem oder langem Beben sofort auf höheres Gelände oder weit landeinwärts gehen.
  3. Phase 3

    In den ersten Stunden

    • Radio oder Warn-App für Anweisungen der Behörden nutzen; Telefon nur kurz und bevorzugt für Kurznachrichten.
    • Wohnung vorsichtig auf Schäden prüfen: Wasser- und Stromleitungen, Kamin, Decken, Schränke.
    • Haupthähne nur schließen, wenn das gefahrlos geht; Gas nicht selbst wieder aufdrehen, sondern vom Versorger oder Fachbetrieb prüfen lassen.
    • Für jeden Raum einen geschützten Platz für Nachbeben festlegen.
    • Wasser und Vorräte einteilen; Leitungswasser erst nach offizieller Freigabe trinken, wenn Leitungen beschädigt sein könnten.
  4. Phase 4

    In den Tagen danach

    • Mit Nachbeben rechnen und schwere Gegenstände nicht wieder hoch einräumen.
    • Beschädigte Gebäude erst betreten, wenn Fachleute oder Behörden sie freigegeben haben.
    • Kamin oder Ofen erst nach Prüfung wieder benutzen.
    • Nach Nachbarn sehen, besonders nach älteren oder allein lebenden Menschen.
    • Schäden fotografieren und dokumentieren.

Worauf du achten musst

  • Nachbeben

    Nachbeben können stark sein und bereits beschädigte Wände, Kamine oder Regale zum Einsturz bringen. Bei jedem neuen Beben wieder Drop, Cover, Hold On.

  • Gas und Feuer

    Nach Erdbeben entstehen Brände oft durch undichte Gasleitungen, umgestürzte Geräte oder offenes Licht. Keine Kerzen, keine Streichhölzer, keine Schalter, solange Gasgeruch möglich ist.

  • Glas und herabfallende Gegenstände

    Scherben sind die häufigste Verletzungsquelle nach dem Beben. Schuhe und, wenn nötig, Handschuhe tragen; Schranktüren vorsichtig öffnen – der Inhalt kann herausfallen.

  • Eingeklemmte Personen

    Eingeklemmte nur befreien, wenn keine weitere Einsturzgefahr besteht, und den Anweisungen der Leitstelle folgen. Bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung die Person nicht bewegen, solange keine akute Gefahr besteht.

  • Tsunami und Hangrutschungen

    An der Küste ist ein starkes oder langes Beben selbst die Warnung – nicht auf eine Sirene warten. Am Hang auf neue Risse, Geräusche und schräge Bäume oder Masten achten.

  • Überlastete Netze und Gerüchte

    Kurz nach einem Beben brechen Mobilfunknetze oft unter der Last zusammen. Kurznachrichten kommen eher durch als Anrufe; Vorhersagen über „das nächste große Beben“ aus sozialen Medien sind kein Grund zum Handeln.

Häufige Fehler

  • Während des Bebens nach draußen rennen und dabei von Glas oder Fassadenteilen getroffen werden.
  • Sich in den Türrahmen stellen, statt am Boden Schutz zu suchen.
  • Barfuß durch die Wohnung gehen.
  • Kerzen oder Feuerzeug als Licht benutzen, obwohl Gas austreten könnte.
  • Das Gas selbst wieder aufdrehen oder beschädigte Räume zu früh betreten.
  • Das Telefonnetz mit langen Gesprächen blockieren.

Vorher vorbereiten

  • Hohe Möbel, Regale und schwere Geräte an der Wand befestigen; schwere Dinge unten lagern.
  • Betten nicht unter schweren Bildern, Regalen oder großen Fenstern aufstellen.
  • Wissen, wo Haupthähne für Gas, Wasser und der Sicherungskasten sind.
  • Taschenlampe und feste Schuhe neben dem Bett aufbewahren.
  • Notgepäck, Wasser- und Lebensmittelvorrat sowie ein batteriebetriebenes Radio bereithalten.
  • Drop, Cover, Hold On mit allen im Haushalt üben – auch mit Kindern.

Besondere Rücksicht

Kinder
Kinder haben nach einem Beben oft große Angst vor dem nächsten. Nah bei ihnen bleiben, einfach erklären, was passiert, und gemeinsam üben, was sie bei einem Nachbeben tun.
Menschen im Rollstuhl oder mit Gehhilfe
Wer nicht auf den Boden gehen kann: Bremsen feststellen, nach vorn beugen und Kopf und Nacken mit den Armen oder einem Kissen schützen. Wichtige Hilfsmittel nah am Bett aufbewahren.

Quellen

Deine Lage

Zustand des Gebäudes
Lage der Wohnung
Haushalt

Passende Einträge

0 Regeln treffen zu

Hier entscheidet keine KI. Jede Empfehlung beruht auf einer sichtbaren Regel.

Wähle oben Angaben zu deiner Lage, um gezieltere Hinweise zu erhalten.

Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (6)
  1. [nicht aktiv] Wenn Zustand des Gebäudes = Risse, Schäden, Gasgeruch

    Beschädigtes Gebäude vorsichtig verlassen, Treppe statt Aufzug, Notgepäck mitnehmen. Haupthähne nur schließen, wenn das gefahrlos geht.

  2. [nicht aktiv] Wenn Zustand des Gebäudes = Augenscheinlich unbeschädigt

    Wohnung auf Schäden prüfen, Vorräte und Wasser einteilen, für Nachbeben Kopfschutz-Plätze im Raum merken.

  3. [nicht aktiv] Wenn Lage der Wohnung = An der Küste

    An der Küste nach starkem oder langem Beben sofort auf höheres Gelände oder weit landeinwärts – nicht auf eine offizielle Warnung warten.

  4. [nicht aktiv] Wenn Lage der Wohnung = Am Hang

    Am Hang auf Anzeichen von Rutschungen achten: neue Risse, Geräusche, schräge Bäume oder Masten.

  5. [nicht aktiv] Wenn Haushalt = Jemand ist verletzt

    Auf eigene Sicherheit achten, Notruf wählen und die Anweisungen der Leitstelle befolgen. Eingeklemmte nur befreien, wenn keine weitere Gefahr besteht.

  6. [nicht aktiv] Wenn Haushalt = Kinder oder Haustiere

    Kinder nah bei sich halten, einfach erklären, was passiert, und mit Nachbeben rechnen.