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Wohnstraße zur blauen Stunde, dunkler Funkmast auf dem Hügel, eine Person geht mit Radio zur beleuchteten Feuerwache

Handy- und Internetnetz sind ausgefallen

Kein Balken, kein WLAN, keine Nachricht kommt durch. Wer jetzt weiß, wo man ohne Handy Hilfe bekommt und wo sich die Familie trifft, bleibt handlungsfähig.

Zuerst

  1. Ist jemand in Lebensgefahr: trotzdem 112 versuchen – auch wenn das Handy kein Netz oder nur „Notrufe“ anzeigt.
  2. Kommt kein Notruf zustande: Hilfe direkt holen – bei Nachbarn, auf der Feuerwache, der Polizeistation oder an einer Anlaufstelle, die die Gemeinde nennt.
  3. Ein Batterieradio einschalten: Der Regionalsender sagt, wie groß der Ausfall ist und wo es Hilfe gibt.
  4. Akku sparen und vereinbarte Treffpunkte nutzen, statt herumzufahren und zu suchen.

Notruf wählen bei

  • Lebensgefahr, Bewusstlosigkeit, schwere Verletzung
  • Brand oder Gasgeruch
  • Ein lebenswichtiges medizinisches Gerät fällt aus
  • Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung (Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit bei mehreren Personen)

Was gerade passiert

Mobilfunk, Internet und auch viele Festnetzanschlüsse brauchen Strom an vielen Stellen: im Router zu Hause, in Vermittlungsstellen und an Mobilfunkmasten. Fällt der Strom länger aus, laufen deren Reserven nach und nach leer. Auch ohne Stromausfall können Netze ausfallen oder so überlastet sein, dass kaum etwas durchkommt – etwa wenn bei einem Unglück alle gleichzeitig telefonieren.

Das Wichtigste ist der Notruf. 112 ist in der EU kostenlos und vom Festnetz und Handy aus erreichbar. Bei Lebensgefahr deshalb immer zuerst 112 versuchen, auch wenn das Handy kein Netz zeigt. Kommt kein Anruf zustande, holst du Hilfe direkt: bei Nachbarn, auf der Feuerwache, bei der Polizei oder an einer Anlaufstelle, die die Gemeinde bei längeren Ausfällen einrichtet.

Informationen kommen dann vor allem über das Radio. Ein Sender erreicht beliebig viele Empfänger, und ein Batterie- oder Kurbelradio braucht kein Netz. Für die Familie gilt: Was vorher abgesprochen ist – Treffpunkt, Kontaktperson außerhalb, wer holt die Kinder –, ersetzt viele Anrufe.

Diese Seite hilft durch die ersten Minuten, einen Notfall ohne Netz und die Stunden danach. Ist zusätzlich der Strom weg, gelten auch die Hinweise zum Stromausfall.

Schritt für Schritt

Handy- und Internetnetz sind ausgefallen – Phase 1 von 4Die ersten Minuten: Was geht noch?. Ruhig prüfen: Ist nur dein Handy betroffen oder auch Nachbarn, WLAN, Festnetz, Strom? Batterieradio einschalten und den Regionalsender suchen. Akku sparen: Stromsparmodus, Helligkeit runter, nicht dauernd neu suchen lassen. Nicht ins Auto steigen, nur um irgendwo Netz zu suchen.
Phase 1 von 4

Phase 1 von 4

Die ersten Minuten: Was geht noch?

Ruhig prüfen: Ist nur dein Handy betroffen oder auch Nachbarn, WLAN, Festnetz, Strom? Batterieradio einschalten und den Regionalsender suchen. Akku sparen: Stromsparmodus, Helligkeit runter, nicht dauernd neu suchen lassen. Nicht ins Auto steigen, nur um irgendwo Netz zu suchen.

Die Animation zeigt schematisch die wichtigsten Handlungen jeder Phase; maßgeblich ist der Text darunter.

  1. Phase 1

    Die ersten Minuten: Was geht noch?

    • Ruhig prüfen: Ist nur dein Handy betroffen oder auch Nachbarn, WLAN, Festnetz, Strom?
    • Batterieradio einschalten und den Regionalsender suchen.
    • Akku sparen: Stromsparmodus, Helligkeit runter, nicht dauernd neu suchen lassen.
    • Nicht ins Auto steigen, nur um irgendwo Netz zu suchen.
  2. Phase 2

    Wenn jemand Hilfe braucht

    • Immer zuerst 112 versuchen, auch ohne Balken.
    • Kommt kein Notruf zustande: Eine Person bleibt bei der hilfsbedürftigen Person, eine andere geht zu Nachbarn, zur Feuerwache, zur Polizei oder zur Anlaufstelle der Gemeinde.
    • Genau sagen: Wo? Was ist passiert? Wie viele Betroffene?
    • Bist du allein: laut rufen, bei Nachbarn klingeln, Passanten ansprechen.
  3. Phase 3

    Familie und Nachbarn

    • Nach Plan handeln: zum vereinbarten Treffpunkt gehen, statt kreuz und quer zu suchen.
    • Kinder in Schule oder Kita bleiben bei ihren Betreuern, bis sie wie vereinbart abgeholt werden.
    • Einen Zettel an die Tür: wer, wohin, wann.
    • Bei älteren Nachbarn und Menschen, die allein leben, vorbeischauen.
  4. Phase 4

    Wenn es länger dauert

    • Radio zu festen Zeiten hören, um Batterien zu sparen.
    • Kommt das Netz kurz zurück: kurze Textnachrichten statt Anrufe, zuerst an die Kontaktperson außerhalb.
    • Nur weitergeben, was offizielle Stellen sagen.
    • Ist auch der Strom weg: Batterielicht statt Kerzen, keine Grills, Kocher oder Stromerzeuger in der Wohnung.

★ Profi-Tipps

Was Erfahrene anders machen: bewährtes Wissen aus Bergrettung, Feuerwehr, Wasserrettung und Zivilschutz, das Anfänger selten kennen.

  1. „Nur Notrufe“ heißt: 112 geht noch

    Zeigt dein Handy „Nur Notrufe“ oder „SOS“, ist dein eigenes Netz weg, aber ein anderes Netz ist in Reichweite. Den Notruf 112 kannst du dann trotzdem über dieses fremde Netz absetzen. Normale Anrufe gehen in diesem Fall nicht.

  2. WLAN-Anrufe einschalten

    Fällt nur das Handynetz aus, aber das Internet zu Hause läuft noch, kannst du mit WLAN-Call (Wi-Fi Calling) telefonieren. Die Funktion musst du in den Handy-Einstellungen einschalten, und dein Anbieter muss sie unterstützen. Prüf das, solange alles funktioniert.

  3. Flugmodus und feste Prüfzeiten

    Ein Handy ohne Netz sucht ständig und leert dabei schnell den Akku. Schalte den Flugmodus ein und prüf zu festen Zeiten, etwa jede volle Stunde, ob wieder Netz da ist. Im Notfall gilt trotzdem: sofort 112 versuchen.

  4. SMS statt Anruf, wenn das Netz zurückkommt

    Ist das Netz überlastet oder nur kurz da, kommt eine SMS oft durch, ein Anruf nicht. Schreib kurz: wer, wo, wie geht es euch. So bleiben die Leitungen für Notrufe frei.

  5. Offline-Karten vorher herunterladen

    Viele Karten-Apps können deine Region offline speichern. Dann zeigt das Handy über GPS deinen Standort auch ohne Netz. So findest du Feuerwache, Krankenhaus oder Treffpunkt, auch wenn das Internet weg ist.

Worauf du achten musst

  • Der Notruf geht vor

    Kein Netz heißt nicht automatisch kein Notruf. Bei Lebensgefahr immer 112 versuchen und erst dann losgehen, um Hilfe zu holen.

  • Herumfahren kostet Zeit und Sprit

    Wer ins Auto steigt, um Netz oder Angehörige zu suchen, verpasst sich oft gegenseitig und blockiert Straßen für Einsatzfahrzeuge. Treffpunkte sind besser.

  • Nummern nur im Handy

    Ist der Akku leer, sind auch alle Nummern weg. Die wichtigsten gehören auf eine Karte im Geldbeutel.

  • Gerüchte

    Ohne Netz verbreiten sich Gerüchte von Mund zu Mund. Verlässlich sind Radio, Aushänge und Durchsagen der Behörden.

  • Geräte, die am Netz hängen

    Hausnotrufe, Alarmanlagen und manche Pflegegeräte melden sich über Telefon oder Internet. Fallen sie aus, wird ein Notfall vielleicht nicht gemeldet – öfter nachsehen.

Häufige Fehler

  • Bei einem Notfall gar nicht erst 112 versuchen, weil kein Netz angezeigt wird.
  • Ziellos herumfahren, um Netz oder Angehörige zu suchen.
  • Kinder von Schule oder Kita holen, ohne dass das so vereinbart ist.
  • Den Akku mit ständigem Neuladen von Apps leeren.
  • Keinen Treffpunkt und keine Kontaktperson vereinbart haben.

Vorher vorbereiten

  • Ein Batterie- oder Kurbelradio mit Ersatzbatterien und die Frequenz des Regionalsenders.
  • Wichtige Nummern und Adressen auf Papier, im Geldbeutel und im Notfallgepäck.
  • Mit der Familie einen Treffpunkt und eine Kontaktperson außerhalb der Region vereinbaren.
  • Bei der Gemeinde nachfragen, ob es bei längeren Ausfällen Anlaufstellen gibt, und wo die nächste Feuerwache ist.
  • Mit Schule oder Kita klären, was bei einem Ausfall gilt und wer das Kind abholen darf.
  • Eine geladene Powerbank bereithalten.

Besondere Rücksicht

Kinder
Kinder sollten wissen, wo der Treffpunkt ist, und eine Karte mit Namen, Adresse und zwei Telefonnummern dabeihaben. Größere Kinder lernen, wo die nächste Feuerwache oder Polizei ist.
Ältere und pflegebedürftige Menschen
Wer einen Hausnotruf oder ein Gerät nutzt, das Netz oder Strom braucht, braucht einen Plan B: Nachbarn, die regelmäßig vorbeischauen, und eine Absprache mit dem Pflegedienst.

Quellen

Deine Lage

Braucht jemand jetzt Hilfe?
Gibt es Strom?
Deine Lage

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Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (5)
  1. [nicht aktiv] Wenn Braucht jemand jetzt Hilfe? = Ja, ein Notfall

    112 immer zuerst versuchen. Geht es nicht: eine Person bleibt bei der hilfsbedürftigen Person, eine andere holt Hilfe bei Nachbarn, Feuerwache, Polizei oder der Anlaufstelle der Gemeinde. Genau sagen, wo und was passiert ist.

  2. [nicht aktiv] Wenn Braucht jemand jetzt Hilfe? = Nein, ich will informiert sein und Angehörige erreichen

    Netze nicht unnötig belasten: Kommt das Netz kurz zurück, kurze Textnachrichten statt Anrufe. Informationen vom Radio, nicht aus Gerüchten.

  3. [nicht aktiv] Wenn Gibt es Strom? = Nein, auch der Strom ist weg

    Mit Stromausfall gilt zusätzlich: Batterielicht statt Kerzen, Akku einteilen, keine Grills, Kocher oder Stromerzeuger in der Wohnung.

  4. [nicht aktiv] Wenn Deine Lage = Familie ist an verschiedenen Orten (Schule, Arbeit)

    Nach Plan handeln, nicht nach Gefühl: zum vereinbarten Treffpunkt gehen. Kinder in Schule oder Kita bleiben bei ihren Betreuern, bis sie wie vereinbart abgeholt werden. Einen Zettel an der Tür hinterlassen, wohin du gehst.

  5. [nicht aktiv] Wenn Deine Lage = Jemand braucht Pflege oder ein medizinisches Gerät

    Hängt ein Gerät an Strom oder Netz (Hausnotruf, Beatmung, Sauerstoff), früh handeln: Pflegedienst oder Arzt aufsuchen bzw. Hilfe holen, bevor der Akku leer ist.