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Reisende Person steht in der Dämmerung mit Telefon auf einem Hotelbalkon, daneben eine gepackte Tasche

Unruhen am Reiseort

Sirenen in der Altstadt, Straßensperren, Gerüchte im Hotel. Jetzt gilt: Abstand halten, informiert bleiben, Papiere griffbereit.

Zuerst

  1. Demonstrationen und Menschenansammlungen meiden, in der Unterkunft oder an einem sicheren Ort bleiben.
  2. Den Anweisungen der örtlichen Behörden und den Reisehinweisen deines Außenministeriums folgen.
  3. Pass, Geld, Medikamente und geladenes Handy griffbereit halten.
  4. Angehörigen Bescheid geben, wo du bist, und dich in die Krisenvorsorgeliste deines Landes eintragen, falls noch nicht geschehen.

Notruf wählen bei

  • Unmittelbare Gefahr für dich oder andere: örtliche Notrufnummer
  • Du bist verletzt, festgenommen oder bedroht: Notruf und Botschaft
  • Du kommst nicht mehr sicher weg: Botschaft oder Krisenhotline deines Außenministeriums

Was gerade passiert

Proteste, Ausschreitungen oder politische Krisen können Reisende überraschen. Meist ist die größte Gefahr nicht gezielte Gewalt gegen Touristen, sondern das Hineingeraten in Menschenmengen, Polizeieinsätze oder Verkehrschaos.

Die Grundregeln sind einfach: Menschenmengen und Demonstrationen meiden, nicht filmen oder fotografieren, in der Unterkunft oder an einem sicheren Ort bleiben und den Anweisungen der örtlichen Behörden folgen. Informationen kommen am zuverlässigsten von deinem Außenministerium und den Behörden vor Ort – nicht aus Gerüchten.

Viele Staaten führen Krisenvorsorgelisten, über die sie Reisende im Notfall erreichen: Deutschland die Liste Elefand des Auswärtigen Amts, die USA das Smart Traveler Enrollment Program (STEP). EU-Bürgerinnen und -Bürger haben außerdem Anspruch auf konsularischen Schutz durch andere EU-Staaten, wenn ihr eigenes Land vor Ort nicht vertreten ist.

Diese Seite hilft, die Lage einzuschätzen und das Nötige vorzubereiten. Ob und wie ihr ausreist, entscheidet ihr nach den Hinweisen eurer Botschaft und der Behörden.

Schritt für Schritt

Unruhen am Reiseort – Phase 1 von 4Abstand und sicherer Ort. Demonstrationen, Menschenmengen und Polizeiaufgebote meiden. Nicht stehen bleiben, um zu filmen oder zu fotografieren. Ruhig in die Gegenrichtung gehen, in ein Gebäude oder zurück in die Unterkunft. In der Unterkunft bleiben, solange die Lage unklar ist.
Phase 1 von 4

Phase 1 von 4

Abstand und sicherer Ort

Demonstrationen, Menschenmengen und Polizeiaufgebote meiden. Nicht stehen bleiben, um zu filmen oder zu fotografieren. Ruhig in die Gegenrichtung gehen, in ein Gebäude oder zurück in die Unterkunft. In der Unterkunft bleiben, solange die Lage unklar ist.

Die Animation zeigt schematisch die wichtigsten Handlungen jeder Phase; maßgeblich ist der Text darunter.

  1. Phase 1

    Abstand und sicherer Ort

    • Demonstrationen, Menschenmengen und Polizeiaufgebote meiden.
    • Nicht stehen bleiben, um zu filmen oder zu fotografieren.
    • Ruhig in die Gegenrichtung gehen, in ein Gebäude oder zurück in die Unterkunft.
    • In der Unterkunft bleiben, solange die Lage unklar ist.
  2. Phase 2

    Informiert bleiben

    • Reisehinweise deines Außenministeriums und Mitteilungen der örtlichen Behörden lesen.
    • In die Krisenvorsorgeliste eintragen, falls noch nicht geschehen (Elefand, STEP oder die deines Landes).
    • Gerüchten in sozialen Medien misstrauen.
    • Ausgangssperren und Anweisungen der Behörden befolgen.
  3. Phase 3

    Bereit sein

    • Pass, Kopien, Bargeld, Karten, Medikamente und Ladegerät in einer kleinen Tasche griffbereit.
    • Handy und Powerbank geladen halten.
    • Angehörigen mitteilen, wo du bist, und feste Meldezeiten vereinbaren.
    • Die Kontaktdaten deiner Botschaft und der Krisenhotline deines Außenministeriums speichern.
  4. Phase 4

    Ausreise oder Abwarten

    • Den Hinweisen der Botschaft folgen: Wird zur Ausreise geraten, mit regulären Verbindungen früh ausreisen, solange sie bestehen.
    • Nur sichere Routen und offizielle Verkehrsmittel nutzen.
    • Bei Gefahr für dich: örtlicher Notruf und Botschaft.
    • Nach der Rückkehr auf die eigene Verfassung achten – Anspannung und Schlafprobleme sind häufig.

★ Profi-Tipps

Was Erfahrene anders machen: bewährtes Wissen aus Bergrettung, Feuerwehr, Wasserrettung und Zivilschutz, das Anfänger selten kennen.

  1. Tränengas: weg, nach oben, gegen den Wind

    Tränengas sammelt sich gern in Senken und treibt mit dem Wind. Geh deshalb quer zum Wind aus der Wolke heraus, möglichst bergauf, und reib dir nicht die Augen. Spül Augen und Haut danach mit viel klarem Wasser und nimm Kontaktlinsen heraus. Bei Atemnot oder anhaltenden Beschwerden holst du medizinische Hilfe.

  2. Neutral anziehen

    Kleidung in Partei- oder Protestfarben, mit politischen Symbolen oder im Militär-Look kann dich ungewollt einer Seite zuordnen. Trag während Unruhen unauffällige, neutrale Kleidung und feste Schuhe. So wirst du weder von Demonstranten noch von Sicherheitskräften für einen Beteiligten gehalten.

  3. Offline-Karten laden, bevor das Netz weg ist

    Bei Unruhen schalten Behörden manchmal Internet oder Messenger ab. Lade deshalb früh Offline-Karten der Stadt herunter, markiere Unterkunft, Botschaft und Flughafen und speicher wichtige Nummern direkt im Telefonbuch. Ein Zettel mit den Nummern hilft, wenn der Akku leer ist.

  4. Bargeld in kleinen Scheinen, Tank halb voll

    In Krisen fallen Geldautomaten und Kartenzahlung schnell aus, und an Tankstellen bilden sich Schlangen. Halt etwas Bargeld in kleinen Scheinen bereit, damit du passend zahlen kannst. Wer mit dem Auto unterwegs ist, lässt den Tank nie unter halb voll fallen.

  5. An Kontrollpunkten: ruhig, Hände sichtbar

    Halte an Straßensperren an, bleib höflich und lass deine Hände sichtbar. Sag, bevor du in eine Tasche greifst, dass du deinen Pass holst. Diskutier nicht und fotografier nichts – dein Ziel ist nur, ohne Ärger weiterzukommen.

Worauf du achten musst

  • Neugier

    Wer zuschaut oder filmt, gerät leicht zwischen Demonstrierende und Polizei.

  • Gerüchte

    In Krisen kursieren viele falsche Meldungen. Verlässlich sind Botschaft, Außenministerium und offizielle Stellen.

  • Zu spät ausreisen

    Reguläre Flüge und Verbindungen können schnell eingestellt werden. Wer früh geht, hat mehr Möglichkeiten.

  • Fotos von Polizei und Militär

    In vielen Ländern ist das Fotografieren von Sicherheitskräften oder Einrichtungen verboten und kann zur Festnahme führen.

Häufige Fehler

  • Zu Demonstrationen gehen, um zu schauen.
  • Sicherheitskräfte fotografieren.
  • Sich nicht in die Krisenvorsorgeliste eintragen.
  • Pass und Geld im Hotelsafe lassen, wenn es schnell gehen muss.
  • Gerüchten mehr glauben als offiziellen Stellen.

Vorher vorbereiten

  • Vor der Reise die Reise- und Sicherheitshinweise lesen.
  • In die Krisenvorsorgeliste deines Landes eintragen.
  • Kopien von Pass und wichtigen Dokumenten digital und auf Papier.
  • Eine Notfallkarte mit Kontakten und Medikamenten.
  • Reiseversicherung prüfen: Was ist bei Unruhen abgedeckt?

Besondere Rücksicht

Kinder
Kinder nah bei dir halten, Ruhe ausstrahlen und Nachrichtenbilder möglichst von ihnen fernhalten.
Allein Reisende
Der Unterkunft sagen, wann du zurück bist, und Angehörigen regelmäßig ein Lebenszeichen senden.

Quellen

  • Krisenvorsorgeliste ELEFAND (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland) · Auswärtiges Amt, Deutschland
  • Smart Traveler Enrollment Program (STEP) · U.S. Department of State – Bureau of Consular Affairs
  • Council Directive (EU) 2015/637 on the coordination and cooperation measures to facilitate consular protection for unrepresented citizens of the Union in third countries · Council of the European Union, 2015

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Alle Regeln dieser Situation (4)
  1. [nicht aktiv] Wenn Wo bist du? = Unterwegs, in der Nähe von Protesten

    Abstand zu Menschenmengen halten, nicht filmen oder fotografieren, ruhig in die Gegenrichtung gehen und in ein Gebäude oder zurück in die Unterkunft.

  2. [nicht aktiv] Wenn Registrierung = Nicht registriert

    Jetzt registrieren: Deutsche über die Krisenvorsorgeliste Elefand, US-Bürger über STEP, andere über das eigene Außenministerium. Ohne eigene Vertretung vor Ort helfen andere EU-Staaten.

  3. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Kinder

    Kinder nah bei dir halten, ihnen ruhig erklären, was los ist, und eine Notfallkarte mit Kontakten in die Tasche stecken.

  4. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Allein unterwegs

    Feste Meldezeiten mit Angehörigen vereinbaren und der Unterkunft sagen, wann du zurück bist.