Mit dem Feuerzeug anzünden – auch bei Wind, Nässe und Kälte
Ein Gasfeuerzeug liefert viele Zündungen und eine offene Flamme. Nässe am Reibrad lässt sich trocknen; Kälte ist die größere Schwäche, weil Gas bei niedrigen Temperaturen schlecht verdampft. Am Körper tragen und eine zweite Zündmethode dabeihaben.
- Sekunden, wenn Zunder und Holz bereitliegen

Einfach erklärt
In einem Feuerzeug steckt flüssiges Gas. Drückst du den Knopf, strömt etwas Gas heraus und wird gasförmig. Ein Funke – vom Reibrad oder von einem kleinen elektrischen Zünder – lässt es aufflammen. Mit einem Feuerzeug kannst du sehr oft hintereinander eine Flamme machen.
Kälte mag das Feuerzeug nicht. Wenn es sehr kalt ist, wird das Gas „faul“: Es verdampft kaum noch, und die Flamme bleibt klein oder geht gar nicht an. Darum trägst du das Feuerzeug im Winter in einer Innentasche, nah am Körper – so wie du deine Hände in die Taschen steckst, damit sie warm bleiben.
Zur Sicherheit: Lass ein Feuerzeug nie neben dem Feuer, in der prallen Sonne oder im heißen Auto liegen. Es kann platzen.
Wie es funktioniert
Ein einfaches Gasfeuerzeug enthält Flüssiggas, meist auf Butanbasis, das unter Druck flüssig gehalten wird. Öffnet sich das Ventil, strömt Gas aus. Ein Funke aus Reibrad und Zündstein oder ein Piezo-Element (ein Kristall, der beim Draufdrücken einen kleinen elektrischen Funken erzeugt) entzündet es.
Damit Gas ausströmt, muss die Flüssigkeit im Feuerzeug verdampfen. Das klappt nur, wenn es warm genug ist. Butan verdampft rund um den Gefrierpunkt nur noch schlecht; je kälter es wird, desto weniger Druck baut sich im Feuerzeug auf. Dann wird die Flamme winzig oder bleibt ganz aus. Körperwärme stellt den Druck wieder her.
Der Zündstein im Feuerzeug besteht übrigens aus demselben Material wie ein Feuerstahl, nur winzig klein. Das Reibrad schabt davon Teilchen ab, die als Funken aufglühen und das Gas entzünden.
Worauf es ankommt
Bei Kälte: Trag das Feuerzeug in einer Innentasche am Körper und nimm es erst zum Zünden heraus. Ist es schon ausgekühlt, wärme es eine Weile in der Hand oder unter der Achsel, bevor du es wieder versuchst. Ein Feuerzeug außen am Rucksack ist bei Frost oft nutzlos.
Bei Nässe: Ein nasses Reibrad gibt keine Funken. Schüttle das Feuerzeug ab, puste Rad und Zündstein trocken und rolle das Rad mehrmals über dein Hosenbein oder deine Handfläche, bis wieder Funken kommen. Dauerndes Weiterdrehen mit nassem Rad reibt nur den Daumen wund.
Beim Anzünden: Knie dich mit dem Rücken zum Wind, schirme die Flamme mit Körper und Hand ab und halte das Feuerzeug schräg, sodass die Flamme die Unterseite des Zunders erreicht, ohne deinen Daumen zu verbrennen. Fängt der Zunder nicht nach wenigen Sekunden, ist er meist zu nass oder zu grob – dann lohnt es sich mehr, besseren Zunder zu suchen, als die Flamme minutenlang daranzuhalten.
Ausrüstung und Material
Einfache Gasfeuerzeuge sind preiswert, leicht und liefern viele Zündungen. Bei undurchsichtigen Modellen siehst du den Füllstand nicht – prüfe ihn vor jeder Tour oder nimm ein durchsichtiges Feuerzeug. Gas kann unbemerkt ausgehen.
Sturm- oder Jetfeuerzeuge erzeugen eine gebündelte, windstabile Flamme. Sie verbrauchen aber schneller Gas und sind meist auf eine Piezo-Zündung angewiesen, die bei Nässe versagen kann. Benzinfeuerzeuge funktionieren in Kälte oft besser als Gasfeuerzeuge, doch ihr Brennstoff verdunstet mit der Zeit, auch wenn man sie nicht benutzt.
Wie gut ein Feuerzeug in Kälte funktioniert, hängt stark von Gas und Modell ab. Herstellerangaben und eigene Tests sagen mehr als allgemeine Grenzwerte. Weil jedes Feuerzeug versagen kann, gehört eine zweite Zündmethode dazu, zum Beispiel Streichhölzer in einer wasserdichten Dose oder ein Feuerstahl.
Sicherheit: darauf musst du achten
Ein Feuerzeug steht unter Druck. Neben dem Feuer, in der prallen Sonne oder im heißen Auto kann es platzen. Lass die Flamme auch nicht lange am Stück brennen: Metallteile werden heiß, und das Gehäuse kann Schaden nehmen.
Sturm- und Jetfeuerzeuge haben eine kaum sichtbare, sehr heiße Flamme. Halte Finger und Ärmel fern und prüfe, ob sie wirklich aus ist. Der Brennstoff eines Benzinfeuerzeugs darf niemals als Brandbeschleuniger ins Feuer gegeben werden – das gilt für alle brennbaren Flüssigkeiten.
Bewahre Feuerzeuge außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Für Flugreisen gelten besondere Regeln zur Mitnahme – prüfe die Bestimmungen der Fluggesellschaft. Und wie bei jedem Feuer: vorher die örtlichen Regeln und die Waldbrandgefahr prüfen.
Typische Situationen
Winterwanderung: Das Feuerzeug aus dem Deckelfach des Rucksacks gibt nur ein Klicken von sich. Statt es wegzuwerfen, steckst du es für einige Minuten in die Hosentasche oder unter die Jacke und versuchst es dann noch einmal. Oft kommt die Flamme zurück.
Nach einem Ausrutscher in den Bach: Das Reibrad ist nass. Abschütteln, trockenpusten, mehrmals über den trockenen Ärmel rollen – meist funktioniert es danach wieder. Bis dahin kannst du dein Zundermaterial vorbereiten, damit die ersten Funken nicht verschwendet werden.
Schritt für Schritt
Feuerzeug warm halten
In Kälte das Feuerzeug in einer Innentasche am Körper tragen und erst zum Zünden herausnehmen.
- 1
Feuerzeug warm halten
In Kälte das Feuerzeug in einer Innentasche am Körper tragen und erst zum Zünden herausnehmen.
- 2
Bei Nässe trocknen
Ist das Reibrad nass, das Feuerzeug abschütteln, Rad und Zündstein trockenpusten und mehrmals am Hosenbein oder in der Hand trocken drehen, bis Funken kommen.
- 3
Windschutz bilden
Mit dem Rücken zum Wind knien und die Flamme mit Körper und Hand abschirmen.
- 4
Zunder von unten entzünden
Das Feuerzeug schräg halten, sodass die Flamme die Unterseite des Zunders erreicht, ohne den Daumen zu verbrennen. Nach wenigen Sekunden loslassen, wenn der Zunder brennt.
Häufige Fehler
- Feuerzeug außen am Rucksack bei Frost tragen
- Mit nassem Reibrad dauernd weiterdrehen und den Daumen wundreiben
- Flamme minutenlang an nasses Holz halten, statt besseren Zunder zu suchen
- Den Füllstand nicht prüfen
Kurzüberblick
Material
Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl
Gasfeuerzeug, ggf. Sturmfeuerzeug
Lokale Feuerverbote beachten.
Zunder
Wasserdicht verpackt mitführen.
Keine flüssigen Brandbeschleuniger als Zunder verwenden.
Geeignet für
- Alltägliches Feuermachen
- Ungeübte
- Viele Zündungen mit einem Gerät
Ungeeignet für
- Starke Kälte, wenn das Feuerzeug nicht körperwarm gehalten wird
- Einzige Zündquelle auf langen Touren
Voraussetzungen
- Zunder, Anzündholz und Brennholz vorbereitet
- Sichere Feuerstelle
Sicherheit
- Sturm- und Jetfeuerzeuge haben eine kaum sichtbare, sehr heiße Flamme. Finger und Ärmel fernhalten.
So funktioniert es
Ein Funke aus Reibrad und Zündstein oder ein Piezo-Element entzündet ausströmendes Flüssiggas. Das Gas muss dafür verdampfen; bei Kälte sinkt der Druck im Feuerzeug, die Flamme wird klein oder bleibt aus. Körperwärme stellt den Druck wieder her.
Vorteile
- Viele Zündungen
- Kaum Übung nötig
- Nach Trocknen des Reibrads wieder einsatzbereit
Nachteile
- Schwach bei Kälte
- Reibrad mit kalten Fingern schwer zu bedienen
- Gas kann unbemerkt ausgehen
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Einfache Gasfeuerzeuge sind preiswert, leicht und in vielen Notfallsets enthalten. Wie gut sie in Kälte funktionieren, hängt von Gas und Modell ab; Herstellerangaben und eigene Tests sind aussagekräftiger als allgemeine Grenzwerte.
Für Flugreisen gelten besondere Regeln zur Mitnahme von Feuerzeugen – die Bestimmungen der Fluggesellschaft prüfen.
Varianten
- Sturm- oder Jetfeuerzeug
- Erzeugt eine gebündelte, windstabile Flamme. Verbraucht schneller Gas und ist auf Piezo-Zündung angewiesen, die bei Nässe versagen kann.
- Benzinfeuerzeug
- Funktioniert in Kälte oft besser als Gasfeuerzeuge, aber der Brennstoff verdunstet mit der Zeit. Nicht als Brandbeschleuniger zweckentfremden.
Häufige Fehler
- Feuerzeug außen am Rucksack bei Frost tragen
- Mit nassem Reibrad dauernd weiterdrehen und den Daumen wundreiben
- Flamme minutenlang an nasses Holz halten, statt besseren Zunder zu suchen
- Den Füllstand nicht prüfen
Grenzen und Risiken
- Funktion in Kälte stark modellabhängig
- Füllstand bei undurchsichtigen Feuerzeugen nicht sichtbar
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl
- Feuerstahl (Vor dem Ernstfall üben.), Schlagstahl und harter Stein (Kohlenstoffstahl, kein Edelstahl.), Feuerbohr-Set (Bogen, Spindel, Brett, Druckstück) (Nur trockenes Holz verwenden.), Brennglas / Lupe (Nie in der Sonne liegen lassen – Brandgefahr.), Feuerkolben (Dichtung pflegen.)
- Zunder
- Trockenes Brennholz (Nur dort sammeln, wo es erlaubt ist.), Zunderstoff (verkohlte Baumwolle) (Trocken in einer Dose lagern.), Feinste Stahlwolle (Getrennt von Batterien lagern – Brandgefahr.), Kienspan (harzreiches Holz) (Nur totes Holz sammeln, wo erlaubt.), Kocherbrennstoff (Kartusche, Benzin, Spiritus) (Brennstoffe getrennt von Lebensmitteln und in Originalbehältern bzw. dafür vorgesehenen Flaschen lagern.), Watte mit Vaseline (Nur reine Baumwolle verwenden.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Feuerzeug als Zündquelle
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Keine brennbaren Flüssigkeiten zum Anzünden verwenden