Mit Streichhölzern anzünden – auch bei Wind und Regen
Streichhölzer sind einfach und liefern sofort eine offene Flamme, die auch etwas gröberen Zunder entzündet. Ihre Schwächen sind Nässe, Wind und die begrenzte Anzahl. Sturmstreichhölzer und eine wasserdichte Dose gleichen das teilweise aus.
- Sekunden, wenn Zunder und Holz bereitliegen

Einfach erklärt
Ein Streichholz ist ein kleines Holzstäbchen mit einem Kopf aus besonderen Stoffen. Wenn du den Kopf über die raue Reibfläche ziehst, wird er durch die Reibung so heiß, dass er aufflammt. Dann brennt das Holzstäbchen ein paar Sekunden – und in diesen wenigen Sekunden muss die Flamme deinen Zunder anzünden.
Darum gilt: Erst alles vorbereiten, dann das Streichholz anreiben. Flammen wollen nach oben wandern, so wie heiße Luft aufsteigt. Halte das brennende Streichholz deshalb leicht nach unten geneigt und zünde den Zunder von unten an.
Wichtig für die Sicherheit: vom Körper weg anreiben und Haare, Gesicht und Ärmel aus der Flamme halten. Streichhölzer gehören nicht ohne Aufsicht in Kinderhände.
Wie es funktioniert
Bei den heute üblichen Sicherheitszündhölzern sind die Zündstoffe aufgeteilt: Ein Teil sitzt im Kopf, ein anderer in der Reibfläche an der Schachtel. Erst wenn beide durch Reibung zusammenkommen, entzündet sich der Kopf. Deshalb zünden sie nur an ihrer eigenen Reibfläche – das macht sie sicherer im Gepäck, aber du bist auf eine trockene Reibfläche angewiesen.
Der brennende Kopf setzt das Holzstäbchen in Brand. Diese Flamme ist klein und kurz. Sie reicht für feinen bis mittelgroben Zunder wie Birkenrinde, Papier oder sehr dünne Zweige, aber nicht für dickeres Holz. Gegenüber einem Feuerstahl hat das Streichholz einen Vorteil: Es liefert eine echte Flamme und nicht nur Funken.
Flammen und heiße Gase steigen nach oben. Hältst du das Streichholz nach oben, brennt die Flamme vom Holz weg und erlischt schnell. Neigst du es leicht nach unten, wandert die Flamme am Holz entlang und wird größer. Genauso entzündest du Zunder am besten von unten, damit die Flamme in ihn hineinzieht.
Worauf es ankommt
Das Wichtigste passiert vor dem Anreiben: Zunder locker unter einer kleinen Pyramide oder einem Stapel aus feinstem Anzündholz, weitere Stärken griffbereit. Wer erst danach sucht, verbraucht Streichholz um Streichholz.
Wind ist der größte Feind. Knie dich mit dem Rücken zum Wind hin, sodass Körper, Rucksack oder Hände eine Schutzwand bilden. Reibe das Streichholz vom Körper weg an, nimm es sofort in die hohle Hand und warte einen Moment, bis das Holz selbst brennt. Erst dann führst du die Flamme an die windzugewandte Unterseite des Zunders.
Ist der Zunder etwas feucht, können zwei gleichzeitig angeriebene Streichhölzer eine größere Flamme liefern. Das kostet allerdings doppelt so viel Vorrat. Besser ist es, den Zunder zu verbessern: feiner zupfen, trockeneres Material aus dem Inneren gespaltener Äste holen oder mitgebrachten Zunder verwenden.
Ausrüstung und Material
Normale Streichhölzer sind empfindlich gegen Nässe: Ein feuchter Kopf zündet nicht mehr, und eine nasse Reibfläche wird unbrauchbar. Bewahre sie deshalb in einer wasserdichten Dose oder einem gut verschlossenen Beutel auf und packe sie nach jedem Gebrauch sofort wieder ein. Lose in der Hosentasche werden sie feucht und zerbrechen.
Sturmstreichhölzer haben einen langen Zündkopf, der laut Herstellern auch bei starkem Wind und teils nach kurzem Eintauchen in Wasser weiterbrennt. Sie brauchen meist ihre eigene Reibfläche, die ebenfalls trocken bleiben muss. Die Eigenschaften unterscheiden sich zwischen Produkten – prüfe die Herstellerangaben und teste sie vor der Tour.
Streichhölzer sind gezählt: So viele Hölzer, so viele Versuche. Survival-Handbücher empfehlen deshalb, sie immer mit einer zweiten, unabhängigen Zündmethode zu ergänzen, etwa einem Feuerzeug oder einem Feuerstahl, und beides an verschiedenen Stellen zu verstauen.
Sicherheit: darauf musst du achten
Reibe immer vom Körper weg an. Beim Anreiben können glühende Teilchen des Kopfes abspringen, und die erste Stichflamme ist heftig. Halte Gesicht, Haare und weite Ärmel aus der Flamme. Sturmstreichhölzer brennen besonders heftig und lassen sich kaum ausblasen: Wirf sie erst weg, wenn sie sicher erloschen sind, und am besten direkt ins Feuer.
Nimm niemals brennbare Flüssigkeiten zu Hilfe, wenn das Feuer nicht anbrennt. Bewahre Streichhölzer und Feuerzeuge außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Und bevor du anzündest: Prüfe, ob Feuer am Ort erlaubt ist und ob gerade Waldbrandgefahr herrscht.
Wenn du dich verbrennst, kühle die Stelle sofort mit kühlem, nicht eiskaltem, fließendem Wasser. Bei großen oder tiefen Verbrennungen, an Gesicht oder Händen und bei Kindern wähle den Notruf (112 in der EU).
So übst du es
Übe zunächst bei Windstille an einer erlaubten Feuerstelle das Anreiben, das Abschirmen in der hohlen Hand und das Anzünden von unten. Zähle mit, wie viele Streichhölzer du brauchst. Ziel ist ein Feuer mit einem einzigen Holz.
Dann übe bei leichtem Wind: Wie positionierst du dich? Wo bildet dein Körper den besten Windschutz? Wer diese Handgriffe sicher beherrscht, kommt auch unter schwierigeren Bedingungen mit wenigen Streichhölzern aus.
Schritt für Schritt
Alles bereitlegen
Zunder locker unter einer kleinen Pyramide oder einem Stapel aus feinstem Anzündholz platzieren, weitere Stärken griffbereit. Erst dann ein Streichholz nehmen.
- 1
Alles bereitlegen
Zunder locker unter einer kleinen Pyramide oder einem Stapel aus feinstem Anzündholz platzieren, weitere Stärken griffbereit. Erst dann ein Streichholz nehmen.
- 2
Wind abschirmen
Mit dem Rücken zum Wind knien, sodass Körper, Rucksack oder Hände eine Windschutzwand bilden. Die Öffnung des Holzstapels zeigt zur windabgewandten Seite oder leicht in den Wind, damit Luft nachkommt, aber die Flamme nicht ausgeblasen wird.
- 3
Anreiben und schützen
Streichholz vom Körper weg anreiben, sofort in die hohle Hand nehmen und leicht nach unten neigen, bis das Holz brennt.
- 4
Zunder von unten anzünden
Die Flamme an die windzugewandte Unterseite des Zunders halten, damit sie sich in den Stapel hineinziehen kann. Sanft Luft zuführen, sobald Zunder brennt.
- 5
Rest wasserdicht verstauen
Verbleibende Streichhölzer und Reibfläche sofort wieder in einer wasserdichten Dose oder einem Beutel verstauen.
Häufige Fehler
- Streichholz anreiben, bevor Zunder bereitliegt
- Flamme von oben an den Zunder halten
- Nasse Reibfläche verwenden
- Streichhölzer lose in der Hosentasche tragen
- Nur eine Packung als einzige Zündquelle mitnehmen
Kurzüberblick
Material
Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl
Streichhölzer, ideal Sturmstreichhölzer, mit Reibfläche
Lokale Feuerverbote beachten.
Zunder
Wasserdicht verpackt mitführen.
Keine flüssigen Brandbeschleuniger als Zunder verwenden.
Wasserdichte Dose oder Beutel
Geeignet für
- Alltägliches Feuermachen
- Ungeübte
- Gröberer Zunder wie Birkenrinde oder dünne Zweige
Ungeeignet für
- Lange Touren als einzige Zündquelle
- Nässe ohne wasserdichte Verpackung
Voraussetzungen
- Zunder, Anzündholz und Brennholz vorbereitet
- Sichere Feuerstelle
Sicherheit
- Vom Körper weg anreiben und Gesicht, Haare und Ärmel aus der Flamme halten. Sturmstreichhölzer brennen heftig und lassen sich kaum ausblasen – erst wegwerfen, wenn sie sicher erloschen sind.
- Streichhölzer und Feuerzeuge außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
So funktioniert es
Reibung entzündet den Zündkopf, der das Holzstäbchen in Brand setzt. Die Flamme brennt nur wenige Sekunden; in dieser Zeit muss sie den Zunder entzünden. Flammen steigen nach oben – ein leicht nach unten geneigtes Streichholz brennt besser an.
Vorteile
- Kaum Übung nötig
- Offene Flamme entzündet auch gröberen Zunder
- Funktioniert auch mit kalten Händen recht gut
Nachteile
- Begrenzte Anzahl
- Empfindlich gegen Nässe (normale Streichhölzer)
- Kurze Brenndauer, windanfällig
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Sicherheitszündhölzer entzünden sich nur an ihrer Reibfläche; das macht sie sicher im Gepäck, aber abhängig von einer trockenen Reibfläche. Einige Hersteller bieten wasserfeste oder Sturmstreichhölzer an – ihre Eigenschaften unterscheiden sich, Herstellerangaben prüfen und vor der Tour testen.
In Survival-Handbüchern gelten Streichhölzer als bewährte Zündquelle, die mit einer zweiten, unabhängigen Methode ergänzt werden sollte.
Varianten
- Sturmstreichhölzer
- Sturmstreichhölzer haben einen langen Zündkopf, der laut Hersteller auch bei starkem Wind und teils nach kurzem Eintauchen in Wasser weiterbrennt. Sie benötigen meist ihre eigene Reibfläche – diese trocken halten.
- Zwei Streichhölzer zusammen
- Bei feuchtem Zunder können zwei gleichzeitig angeriebene Streichhölzer eine größere Flamme liefern. Kostet doppelt Vorrat.
Häufige Fehler
- Streichholz anreiben, bevor Zunder bereitliegt
- Flamme von oben an den Zunder halten
- Nasse Reibfläche verwenden
- Streichhölzer lose in der Hosentasche tragen
- Nur eine Packung als einzige Zündquelle mitnehmen
Grenzen und Risiken
- Nur so viele Zündungen wie Streichhölzer
- Ersetzt keine gute Zundervorbereitung
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl
- Feuerstahl (Vor dem Ernstfall üben.), Schlagstahl und harter Stein (Kohlenstoffstahl, kein Edelstahl.), Feuerbohr-Set (Bogen, Spindel, Brett, Druckstück) (Nur trockenes Holz verwenden.), Brennglas / Lupe (Nie in der Sonne liegen lassen – Brandgefahr.), Feuerkolben (Dichtung pflegen.)
- Zunder
- Trockenes Brennholz (Nur dort sammeln, wo es erlaubt ist.), Zunderstoff (verkohlte Baumwolle) (Trocken in einer Dose lagern.), Feinste Stahlwolle (Getrennt von Batterien lagern – Brandgefahr.), Kienspan (harzreiches Holz) (Nur totes Holz sammeln, wo erlaubt.), Kocherbrennstoff (Kartusche, Benzin, Spiritus) (Brennstoffe getrennt von Lebensmitteln und in Originalbehältern bzw. dafür vorgesehenen Flaschen lagern.), Watte mit Vaseline (Nur reine Baumwolle verwenden.)
- Wasserdichte Dose oder Beutel
- Einwandige Edelstahlflasche (Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.), Doppelwandige Isolierflasche (Niemals direkt erhitzen.), PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) (Nicht erhitzen oder ins Feuer stellen.), Lebensmittelechter Wasserkanister (Nur Behälter verwenden, die nie Chemikalien oder Kraftstoff enthalten haben.), Gebrauchter Chemikalien- oder Kraftstoffbehälter (Niemals für Trinkwasser oder Lebensmittel – Rückstände lassen sich nicht zuverlässig entfernen.), Verzinkter Eimer (Nicht erhitzen: Zinkbeschichtung kann beim Erhitzen gesundheitsschädliche Dämpfe bilden.), Luftdichte, lebensmittelechte Vorratsdose (Nur sauber und vollständig trocken befüllen; keine Behälter verwenden, die vorher Chemikalien enthielten.), Tierdichter Lebensmittelbehälter (Wo bestimmte Behälter vorgeschrieben sind, nur zugelassene Modelle verwenden – lokale Regeln prüfen.), Kleine Blechdose mit Deckel (Beschichtete oder lackierte Dosen vorher im Freien ausbrennen.), Faltkanister oder Wassersack (Vor spitzen Gegenständen schützen.), Lebensmittelechter Wasserbeutel (Nur für Trinkwasser verwenden, nie für Chemikalien oder Brennstoff.), Gärglas oder Gärtopf (Nur lebensmittelechte Gefäße aus Glas, glasiertem Steinzeug für Lebensmittel oder lebensmittelechtem Kunststoff verwenden – keine Metallgefäße für saure Lebensmittel.), Wiederverschließbare Lebensmittelbeutel (Nur Beutel verwenden, die für Lebensmittel bestimmt sind; nicht für kochendes Wasser nutzen, wenn der Hersteller es nicht ausdrücklich erlaubt.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Streichhölzer als Zündquelle und Schutz vor Nässe
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Keine brennbaren Flüssigkeiten zum Anzünden verwenden