Durchfall unterwegs: genug trinken und Warnzeichen kennen
Durchfall ist auf Reisen und Touren häufig – meist durch verunreinigtes Wasser oder Essen. Die größte Gefahr ist nicht der Durchfall selbst, sondern der Verlust von Wasser und Salzen. Hier lernst du, wie du den Verlust ausgleichst, wann eine fertige Trinklösung aus der Apotheke hilft, wie du andere schützt und bei welchen Warnzeichen ärztliche Hilfe nötig ist – besonders bei Kindern und älteren Menschen.
- Über den ganzen Tag verteilt trinken
Einfach erklärt
Bei Durchfall verliert der Körper viel Wasser und Salz. Darum ist das Wichtigste: trinken, trinken, trinken – am besten oft kleine Schlucke.
In der Apotheke gibt es fertige Trinklösungen. Die mischst du genau so, wie es auf der Packung steht.
Kinder und ältere Menschen trocknen schneller aus. Wenn jemand sehr müde, verwirrt ist oder kaum noch aufs Klo muss, braucht er schnell ärztliche Hilfe.
Wie es funktioniert
Normalerweise holt der Darm das meiste Wasser aus dem Essen zurück. Bei einer Infektion klappt das nicht, und Wasser und Salze gehen verloren.
Salz und Zucker zusammen helfen dem Darm, Wasser aufzunehmen. Deshalb wirken fertige Trinklösungen besser als reines Wasser, wenn viel verloren geht.
Worauf es ankommt
Nur sicheres, aufbereitetes Wasser trinken.
Oft kleine Mengen, auch wenn einem übel ist.
Hände waschen, damit sich andere nicht anstecken.
Sicherheit: darauf musst du achten
Blut im Stuhl, hohes Fieber, starke Schmerzen oder Durchfall über zwei bis drei Tage: ärztliche Hilfe.
Verwirrtheit, große Schläfrigkeit oder fast kein Urin: Notruf.
Ein Erste-Hilfe-Kurs beim Roten Kreuz oder einer anderen Hilfsorganisation zeigt dir das alles in der Praxis. Im Notfall: 112 (in Österreich auch 144).
Schritt für Schritt
- 1
Oft kleine Schlucke trinken
Trink nach jedem Durchfall und zwischendurch immer wieder kleine Schlucke sicheres Wasser, Tee oder klare Brühe.
- 2
Fertige Trinklösung
Hast du eine Trinklösung aus der Apotheke dabei, bereite sie genau nach der Packungsangabe mit sicherem Wasser zu.
- 3
Leicht essen, wenn es geht
Sobald Appetit da ist, leichte Kost wie Reis, Zwieback, Bananen oder Suppe. Fettiges, Scharfes und Alkohol meiden.
- 4
Andere schützen
Nach jedem Toilettengang gründlich Hände waschen. Kein Essen für andere zubereiten, eigenes Handtuch und eigene Flasche.
- 5
Auf Austrocknung achten
Warnzeichen sind trockener Mund, sehr wenig und dunkler Urin, Schwindel beim Aufstehen, große Müdigkeit. Bei Kindern auch: keine Tränen, eingesunkene Augen.
- 6
Rechtzeitig Hilfe holen
Bei Blut im Stuhl, hohem Fieber, anhaltendem Erbrechen oder Austrocknungszeichen: ärztliche Hilfe, bei Verwirrtheit Notruf.
Häufige Fehler
- Wenig trinken, damit weniger Durchfall kommt
- Große Mengen auf einmal trinken
- Unsicheres Wasser trinken
- Warnzeichen bei Kindern zu spät ernst nehmen
- Für andere kochen
Kurzüberblick
Material
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)
Sicheres, aufbereitetes Trinkwasser
Nicht erhitzen oder ins Feuer stellen.
Geeignet für
- Leichter Durchfall bei sonst gesunden Erwachsenen
- Reisedurchfall
- Magen-Darm-Infekt auf Tour
Ungeeignet für
- Säuglinge und Kleinkinder – früh ärztlich beraten
- Blut im Stuhl, hohes Fieber, starke Schmerzen
- Menschen mit Vorerkrankungen oder Schwangere – ärztlich beraten
Voraussetzungen
- Sicheres Trinkwasser
- Möglichkeit, Hände zu waschen
Sicherheit
- Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
- Hier stehen keine Medikamente. Ob und welche Mittel sinnvoll sind, klärst du vor der Reise mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.
So funktioniert es
Bei Durchfall verliert der Darm viel Wasser und Salze wie Natrium und Kalium. Fehlt beides, werden Kreislauf und Gehirn schlechter versorgt: Schwindel, Schwäche, Verwirrtheit. Kleine Schlucke über den Tag verteilt bleiben eher drin als große Mengen auf einmal. Fertige Trinklösungen enthalten Salze und Zucker im richtigen Verhältnis, damit der Darm das Wasser besser aufnimmt.
Vorteile
- Einfache Maßnahmen
- Verhindert gefährliche Austrocknung
Nachteile
- Ersetzt keine ärztliche Behandlung bei schwerem Verlauf
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Weltweit ist Austrocknung durch Durchfall eine der häufigsten Todesursachen bei kleinen Kindern. Trinklösungen mit Salz und Zucker gelten als eine der wichtigsten medizinischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts, weil sie so einfach Leben retten.
Varianten
- Bei Kindern
- Kinder trocknen viel schneller aus als Erwachsene. Gib oft kleine Mengen zu trinken, Säuglinge weiter stillen oder die Flasche geben, und hol früh ärztlichen Rat.
- Vorbeugen
- Wasser unbekannter Herkunft aufbereiten, Hände vor dem Essen waschen, auf Reisen gekochte und heiße Speisen bevorzugen.
Häufige Fehler
- Wenig trinken, damit weniger Durchfall kommt
- Große Mengen auf einmal trinken
- Unsicheres Wasser trinken
- Warnzeichen bei Kindern zu spät ernst nehmen
- Für andere kochen
Grenzen und Risiken
- Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs
- Keine Medikamente oder Dosierungen
- Kein Selbstmischrezept
Quellen (2)
- International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) – Global First Aid Reference Centre (2020): International First Aid, Resuscitation, and Education Guidelines 2020 · Durchfall und Austrocknung: trinken, Trinklösung, Warnzeichen
- Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel · Reisedurchfall: Flüssigkeit ersetzen, Warnzeichen, Vorbeugung























