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Technik

Verdacht auf Knochenbruch: ruhig halten und stützen

Starke Schmerzen, Schwellung, ein Arm oder Bein in seltsamer Stellung – das kann ein Knochenbruch sein. Als Laie musst du nichts einrenken oder schienen: Wichtig ist, die Stelle nicht zu bewegen, sie in der Lage abzustützen, in der du sie vorfindest, eine offene Wunde abzudecken, den Notruf zu wählen und die Person warm zu halten. Hier lernst du diese Schritte und worauf du bei Verdacht auf eine Rückenverletzung achten musst.

Schwierigkeit
Einsteiger
Aufwand
Bis der Rettungsdienst eintrifft
Risikostufe
Sicherheitsrelevant
Fehler melden

Einfach erklärt

Wenn ein Knochen gebrochen ist, tut es sehr weh, die Stelle schwillt an, und manchmal sieht ein Arm oder Bein schief aus.

Du musst nichts geraderichten. Wichtig ist: nicht bewegen, die Stelle mit Kleidung oder Decken abstützen, so wie sie liegt, und den Notruf wählen.

Deck die Person warm zu und bleib bei ihr, bis der Rettungsdienst kommt.

Wie es funktioniert

Die Enden eines gebrochenen Knochens sind scharf. Bewegen sie sich, können sie Blutgefäße, Nerven und Haut verletzen. Ruhe schützt davor und lindert die Schmerzen.

Ein Schock entsteht, wenn der Kreislauf nicht mehr genug Blut transportiert, etwa durch Blutverlust oder starke Schmerzen. Wärme, Ruhe und Zuwendung helfen.

Worauf es ankommt

In der Lage abstützen, in der du die Person findest.

Offene Wunden locker und sauber abdecken.

Nicht aufstehen oder gehen lassen, nichts essen oder trinken.

Sicherheit: darauf musst du achten

Nach einem Sturz aus der Höhe oder bei Rückenschmerzen und Kribbeln in Armen oder Beinen: die Person nicht bewegen, außer bei akuter Gefahr.

Auf Schockzeichen achten: blasse, kalte, feuchte Haut, Unruhe, Benommenheit.

Ein Erste-Hilfe-Kurs beim Roten Kreuz oder einer anderen Hilfsorganisation zeigt dir das alles in der Praxis. Im Notfall: 112 (in Österreich auch 144).

Schritt für Schritt

Verdacht auf Knochenbruch: ruhig halten und stützen

Schritt 1 von 6

Eigenschutz und Notruf

Unfallstelle sichern, Notruf wählen. Die Person bleibt da liegen oder sitzen, wo sie ist, wenn keine Gefahr droht.

  1. 1

    Eigenschutz und Notruf

    Unfallstelle sichern, Notruf wählen. Die Person bleibt da liegen oder sitzen, wo sie ist, wenn keine Gefahr droht.

  2. 2

    Nicht bewegen

    Sag der Person, sie soll den verletzten Arm oder das Bein nicht bewegen. Nichts geraderichten, nichts einrenken.

    Nie geraderichten.

  3. 3

    In der vorgefundenen Lage abstützen

    Polster den verletzten Körperteil rundherum mit gerollter Kleidung, Decken oder einem Rucksack ab, so dass er nicht wegrutschen kann.

  4. 4

    Offene Wunde abdecken

    Ist die Haut verletzt oder schaut Knochen heraus, deck die Stelle locker mit einer sterilen Wundauflage ab, ohne Druck auf den Knochen.

  5. 5

    Warm halten und beruhigen

    Deck die Person mit einer Rettungsdecke oder Jacke zu, auch von unten gegen kalten Boden, und sprich ruhig mit ihr.

  6. 6

    Beobachten bis Hilfe kommt

    Achte auf Schockzeichen wie blasse, kalte, feuchte Haut, Unruhe oder Benommenheit und gib dem Rettungsdienst Bescheid, wenn sich etwas verändert.

Für diese Technik ist noch kein geprüftes Video verfügbar.

Häufige Fehler

  • Knochen geraderichten oder einrenken
  • Person ohne Not aufstehen oder gehen lassen
  • Essen oder Trinken geben
  • Auskühlen auf kaltem Boden
  • Bei Sturz aus der Höhe die Person aufsetzen

Kurzüberblick

Material

  • Rettungsdecke

    Gegen Auskühlen

    Reißt an Löchern leicht weiter; als Unterkunft nur kurzfristig.

    Leitfähig – nicht in der Nähe von Stromleitungen verwenden.

  • Sterile Wundauflagen und Verbandmaterial(optional)

    Für eine offene Wunde

    Sterilverpackung erst unmittelbar vor Gebrauch öffnen; Ablaufdatum beachten.

  • Trockene Wechselkleidung(optional)

    Gerollte Kleidung oder Decken zum Abstützen

    Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.

  • Einmalhandschuhe(optional)

    Latexallergien beachten – latexfreie Handschuhe (z. B. Nitril) bevorzugen.

Geeignet für

  • Verdacht auf Bruch an Arm, Bein, Hand oder Fuß
  • Bis der Rettungsdienst kommt

Ungeeignet für

  • Einrenken oder Geraderichten – nie
  • Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung ohne Gefahr am Ort: Person nicht bewegen

Voraussetzungen

  • Unfallstelle ist sicher
  • Notruf möglich

Sicherheit

  • Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
  • Der verletzten Person nichts zu essen oder zu trinken geben – sie muss vielleicht operiert werden.

So funktioniert es

Bewegt sich ein gebrochener Knochen, können die scharfen Enden Gefäße, Nerven und Haut verletzen, und die Schmerzen werden stärker. Darum hältst du die Stelle so ruhig wie möglich. Die Person selbst findet oft die Haltung, in der es am wenigsten weh tut – diese Lage stützt du nur ab. Wärme und Ruhe beugen einem Schock vor.

Vorteile

  • Einfach und ohne Spezialmaterial
  • Verhindert weitere Verletzungen

Nachteile

  • Bei langer Wartezeit belastend für alle

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Erste-Hilfe-Leitlinien empfehlen Laien heute, Brüche nicht geradezurichten, sondern in der vorgefundenen Lage ruhig zu stellen und den Rettungsdienst zu rufen. Schienen und Lagerungshilfen bringt der Rettungsdienst mit.

Varianten

Fernab jeder Straße
In den Bergen oder im Wald kommt die Rettung oft per Hubschrauber oder Bergrettung. Bleibt beim Verletzten, haltet ihn warm und macht euch sichtbar. Wer oft abseits unterwegs ist, lernt in einem Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs mehr.
Arm
Bei einem verletzten Arm hält die Person ihn oft selbst mit der anderen Hand an den Körper. Ein Kleidungsstück als Polster zwischen Arm und Körper kann das erleichtern.

Häufige Fehler

  • Knochen geraderichten oder einrenken
  • Person ohne Not aufstehen oder gehen lassen
  • Essen oder Trinken geben
  • Auskühlen auf kaltem Boden
  • Bei Sturz aus der Höhe die Person aufsetzen

Grenzen und Risiken

  • Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs
  • Keine Schientechnik
  • Keine Medikamente gegen Schmerzen

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Sterile Wundauflagen und Verbandmaterial
Baumwolltuch / T-Shirt (Filtert nur grobe Partikel – keine Entkeimung.), Moskitonetz (Brennbar – von Flammen fernhalten.), Feines Tuch oder Mullnetz gegen Fliegen (Sauber und trocken halten; nicht ins Feuer hängen.)
Trockene Wechselkleidung
Isomatte, Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.), Langhalmiges Deckmaterial (Schilf, Gras, Binsen) (Sehr leicht entzündlich – kein offenes Feuer und keine Funken in der Nähe.), Topfisolierung (Topf-Cozy, Mütze oder Fleecejacke) (Nur um einen Topf, der nicht mehr auf dem Kocher steht – Stoff fängt an der Flamme Feuer.)

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen (3)
  1. European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2025): European Resuscitation Council Guidelines 2025: First Aid · Brüche nicht geraderichten, ruhig halten, Rettungsdienst
  2. Österreichisches Rotes Kreuz: Einer Person helfen, die eine Knochen- oder Gelenkverletzung hat · Knochen- und Gelenkverletzungen: ruhigstellen in vorgefundener Lage, Notruf
  3. Deutsches Rotes Kreuz (DRK): Gelenkverletzungen – Erste Hilfe · Knochenbrüche und Gelenkverletzungen durch Laien versorgen

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10