Einen Speiseplan für den Notvorrat erstellen
Statt wahllos Dosen zu kaufen, plant man den Vorrat als konkreten Speiseplan: Was isst der Haushalt an Tag 1, 2, 3 … – mit und ohne Kochmöglichkeit? So entsteht ein Vorrat, der zu Geschmack, Bedürfnissen und Kochmöglichkeiten passt und im Alltag rotiert werden kann. Wie viele Tage sinnvoll sind, sagen nationale Behörden wie das BBK oder Ready.gov.
- Ein bis zwei Stunden Planung

Einfach erklärt
Stell dir vor, der Strom fällt für ein paar Tage aus und die Läden haben zu. Ein Vorrat hilft dir dann nur, wenn du daraus auch richtige Mahlzeiten machen kannst. Ein Speiseplan ist wie ein Stundenplan fürs Essen: Für jeden Tag steht darauf, was es zum Frühstück, zum Mittag und zum Abendessen gibt.
Wenn du den Plan aufschreibst, merkst du schnell, was noch fehlt – zum Beispiel ein Dosenöffner oder etwas, das deine kleine Schwester gern isst. Außerdem kaufst du nur Dinge, die ihr wirklich mögt. Die esst ihr dann auch im Alltag auf und kauft neu. So wird im Vorrat nichts alt.
Das Wichtigste für die Sicherheit: Plane genug Essen ein, das man ohne Kochen essen kann. Grills und Campingkocher dürfen nie in der Wohnung benutzt werden, denn sie erzeugen ein unsichtbares Gas ohne Geruch, das sehr giftig ist – Kohlenmonoxid.
Wie es funktioniert
Behörden wie das BBK in Deutschland oder Ready.gov in den USA empfehlen, einen Vorrat für eine bestimmte Zahl von Tagen anzulegen. Diese Zahl ist abstrakt: Niemand isst „zehn Tage Vorrat“, man isst Frühstück, Mittag- und Abendessen. Der Speiseplan übersetzt die Empfehlung deshalb in ganz konkrete Mahlzeiten. Wie viele Tage sinnvoll sind, liest du in der aktuellen Empfehlung deiner nationalen Behörde nach – die Angaben unterscheiden sich je nach Land und werden gelegentlich angepasst.
Am einfachsten ist eine Tabelle: In die Zeilen schreibst du die Tage, in die Spalten die Mahlzeiten und Snacks. Für die ersten Tage planst du das ein, was ohnehin im Kühlschrank liegt und schnell verdirbt. Erst danach kommen die haltbaren Vorräte an die Reihe. So nutzt du zuerst, was sonst weggeworfen werden müsste.
Neben jede Mahlzeit schreibst du, was sie braucht: Kochen ja oder nein, wie viel Wasser, welches Werkzeug. Damit wird sichtbar, ob der Plan auch ohne Strom funktioniert. Aus der fertigen Tabelle leitest du dann die Einkaufsliste ab und vergleichst sie mit dem, was schon im Schrank steht.
Worauf es ankommt
Der beste Vorrat besteht aus Dingen, die dein Haushalt wirklich isst. Zehn Dosen eines Gerichts, das niemand mag, bleiben stehen, bis sie ablaufen. Achte auch auf Abwechslung: Wer tagelang dasselbe isst, isst irgendwann weniger – gerade Kinder. Vertraute Lieblingsspeisen und ein paar kleine Leckereien tun in einer stressigen Lage gut.
Plane nicht nur Kalorien, sondern auch Eiweiß, etwas Obst und Gemüse (zum Beispiel aus Dosen oder Gläsern) und Getränke. Viele Vorratsspeisen brauchen Wasser: Nudeln, Reis oder Instantsuppen zum Kochen, Trockenes zum Hinunterspülen. Dieses Wasser muss zusätzlich zum Trinkwasser im Vorrat sein.
Vergiss die Hilfsmittel nicht. Ein mechanischer Dosenöffner, Besteck, Teller, Müllbeutel, Küchenpapier und gegebenenfalls Brennstoff für einen Kocher gehören zum Plan dazu. Notiere auch, wer im Haushalt Allergien, eine Diät oder besondere Bedürfnisse hat – Säuglinge, ältere Menschen und Haustiere eingeschlossen.
Sicherheit: darauf musst du achten
Mindestens ein Teil der Mahlzeiten muss ganz ohne Kochen gehen, zum Beispiel Brot aus der Dose, Knäckebrot, Nussmus, Dosenfisch, Obstkonserven oder fertig gegarte Bohnen. Der Grund: Wer improvisiert kocht, greift schnell zu Grill oder Campingkocher. Diese Geräte geben Kohlenmonoxid ab, ein Gas, das man weder riecht noch sieht. In Wohnung, Keller, Garage oder Zelt kann es lebensgefährlich werden. Solche Geräte gehören ausschließlich ins Freie.
Ohne Kühlschrank sind angebrochene Packungen ein Problem. Plane deshalb lieber kleine Dosen und Portionspackungen, die bei einer Mahlzeit aufgegessen werden. Was gekocht wurde, wird bald gegessen und nicht stundenlang lauwarm aufbewahrt.
Auch die Hygiene braucht einen Platz im Plan: Wenn das Wasser knapp ist, helfen Einmalhandschuhe, Feuchttücher und Seife, sauber zu arbeiten. Für Lebensmittel, die während eines Stromausfalls im Kühlschrank zu warm geworden sind, gelten eigene Regeln – im Zweifel werden sie weggeworfen.
So übst du es
Probiere einen „Vorratstag“: Einen Tag lang isst der ganze Haushalt nur aus dem Plan, ohne Herd, Mikrowelle und Kühlschrank. Danach notiert ihr, was gefehlt hat, was nicht geschmeckt hat und wo es umständlich war. Viele merken erst dabei, dass der Dosenöffner fehlt oder dass das Frühstück vergessen wurde.
Damit der Vorrat nicht verdirbt, wird er in den Alltag eingebaut: Ihr esst regelmäßig Dinge aus dem Vorrat und kauft sie beim nächsten Einkauf nach. Neue Packungen kommen nach hinten, ältere nach vorne. So bleibt alles frisch, ohne dass ihr extra daran denken müsst.
Einmal im Jahr wird der Plan überarbeitet – und immer dann, wenn sich im Haushalt etwas ändert: ein Baby, ein neues Haustier, eine neue Allergie, ein Umzug ohne Gasherd. Manche Behörden bieten Checklisten oder Online-Rechner an, die beim Mengenplanen helfen. Der Plan ersetzt aber keine Ernährungsberatung bei Krankheiten.
Schritt für Schritt
Empfehlung nachlesen
Aktuelle Empfehlung der nationalen Behörde (z. B. BBK in Deutschland, Ready.gov in den USA) zur Vorratsdauer und Wassermenge prüfen.
- 1
Empfehlung nachlesen
Aktuelle Empfehlung der nationalen Behörde (z. B. BBK in Deutschland, Ready.gov in den USA) zur Vorratsdauer und Wassermenge prüfen.
- 2
Haushalt erfassen
Personen, Alter, Allergien, Diäten, Säuglinge, Haustiere notieren.
- 3
Tagespläne schreiben
Für jeden Tag Frühstück, Mittag, Abend und Snacks festlegen. Die ersten Tage Verderbliches aus dem Kühlschrank, danach Haltbares.
- 4
Kochfrei markieren
Kennzeichnen, welche Mahlzeiten ohne Kochen gehen, und dafür sorgen, dass genug davon vorhanden ist.
- 5
Einkaufsliste ableiten
Aus dem Plan Mengen ableiten, mit dem Bestand vergleichen und fehlende Dinge schrittweise kaufen. Hilfsmittel nicht vergessen: Dosenöffner, Brennstoff, Müllbeutel.
- 6
Im Alltag verwenden
Vorratsprodukte regelmäßig im Alltag essen und nachkaufen; den Plan einmal jährlich überarbeiten.
Häufige Fehler
- Nur Dosen kaufen, die niemand mag
- Keine kochfreien Mahlzeiten
- Dosenöffner vergessen
- Plan nie aktualisieren
Kurzüberblick
Material
Haltbare Lebensmittel
Möglichst ohne Kochen essbare Lebensmittel wählen; Allergien und Ernährungsbedürfnisse beachten; Dosenöffner nicht vergessen.
Etiketten und wasserfester Stift
Manueller Dosenöffner
Elektrische Dosenöffner funktionieren bei Stromausfall nicht.
Geeignet für
- Aufbau eines neuen Vorrats
- Überprüfung eines bestehenden Vorrats
- Haushalte mit Kindern oder besonderen Bedürfnissen
Ungeeignet für
- Ersatz für eine Ernährungsberatung bei Erkrankungen
Voraussetzungen
- Aktuelle Empfehlung der nationalen Behörde zur Vorratsdauer
- Wissen um Allergien, Diäten und Vorlieben im Haushalt
Sicherheit
- Mindestens einen Teil des Plans so wählen, dass er ohne Kochen auskommt – Kochen im Innenraum mit Grill oder Campingkocher ist wegen Kohlenmonoxid lebensgefährlich.
So funktioniert es
Ein Speiseplan übersetzt die abstrakte Empfehlung „Vorrat für X Tage“ in konkrete Mahlzeiten. Dadurch fallen Lücken auf (kein Frühstück, nichts für Kinder, kein Dosenöffner), und der Vorrat besteht aus Dingen, die tatsächlich gegessen werden – Voraussetzung dafür, dass er rotiert und nicht verdirbt.
Vorteile
- Vorrat passt zum Haushalt
- Weniger Verschwendung
- Lücken werden sichtbar
Nachteile
- Einmaliger Planungsaufwand
- Muss bei Änderungen im Haushalt angepasst werden
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Das BBK-Ratgeberheft und Ready.gov („Build A Kit“) empfehlen, einen Lebensmittelvorrat anzulegen, der ohne Kühlung haltbar ist, wenig oder keine Zubereitung braucht und die Bedürfnisse aller Haushaltsmitglieder berücksichtigt.
Die Empfehlungen zur Dauer unterscheiden sich je nach Land und werden gelegentlich aktualisiert – deshalb nennt dieser Eintrag keine Zahl.
Varianten
- Vorratsrechner
- Einige Behörden bieten Online-Rechner oder Checklisten an, die bei der Mengenplanung helfen.
Häufige Fehler
- Nur Dosen kaufen, die niemand mag
- Keine kochfreien Mahlzeiten
- Dosenöffner vergessen
- Plan nie aktualisieren
Grenzen und Risiken
- Keine Mengenangaben
- Keine individuelle Ernährungsberatung
Quellen
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Lebensmittelvorrat für den Notfall, Vorratsdauer nach Behördenempfehlung
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Build A Kit
Haltbare Lebensmittel mit wenig Zubereitung, besondere Bedürfnisse