Doppelter Überhandknoten
Ein Überhandknoten, bei dem das Ende ein zweites Mal durch das Auge gesteckt wird. Ergibt einen dickeren, festeren Stopper als der einfache Überhandknoten, lässt sich nach Belastung aber nur schwer lösen.
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Einfach erklärt
Der doppelte Überhandknoten ist ein Überhandknoten mit einer Extrarunde. Du legst den kleinen Kreis wie sonst auch, steckst das Ende aber zweimal statt einmal hindurch. Dadurch wird der Knoten länger und dicker – wie eine kleine Wurst im Seil.
Das ist praktisch bei dünner Schnur, wo ein einfacher Überhandknoten so winzig ist, dass er durch jedes Loch rutscht. Der doppelte bleibt dagegen stecken, wie ein dicker Knopf.
Der Nachteil: Wenn stark daran gezogen wurde, bekommst du ihn kaum wieder auf. Mach ihn also dort, wo er bleiben darf. An ihm hängen dürfen Menschen nicht.
Wie es funktioniert
Durch das zweite Durchstecken wickelt sich das Ende spiralförmig um sich selbst. Beim Festziehen rollen sich die beiden Windungen umeinander und bilden einen länglichen, fassförmigen Knoten. Er ist länger und dicker als der einfache Überhandknoten und rutscht deshalb schlechter durch Öffnungen.
Weil die Windungen sich gegenseitig einklemmen, hält er auch in glatter Schnur gut. Die gleiche Eigenschaft macht ihn nach Belastung schwer lösbar: Die Windungen ziehen sich zu einem kompakten Paket zusammen. Als Stopper zählt bei ihm die Dicke, nicht die Zugfestigkeit.
Dieselbe Grundform steckt in anderen Knoten: Zwei doppelte Überhandknoten, die jeweils um das andere Seil gelegt werden, ergeben den doppelten Spierenstich, einen bekannten Verbindungsknoten.
So erkennst du einen richtig gelegten Knoten
Der Schlüssel ist das langsame Festziehen. Ziehe zunächst nur sanft an beiden Seiten und schau zu, wie sich die zwei Windungen umeinander legen. Ein sauber gesetzter doppelter Überhandknoten zeigt zwei schräg verlaufende, parallele Windungen, die eine ordentliche Spirale bilden – nicht ein Durcheinander aus gekreuzten Strängen.
Erst wenn die Form stimmt, ziehst du kräftig an. Wird zu schnell festgezogen, legen sich die Windungen verdreht und ungeordnet, der Knoten wird unförmig und hält schlechter. Lass ein ausreichend langes Ende überstehen und schneide es nicht zu knapp ab.
Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Der doppelte Überhandknoten ist ideal als Stopper an dünner Schnur, als Verdickung, die nicht durch eine Öse oder ein Loch rutschen soll, und als Sicherung des Endes hinter anderen Knoten – etwa beim Palstek, wo das Ende mit ihm um den benachbarten Schlaufenschenkel gesichert werden kann.
Ungeeignet ist er dort, wo der Knoten später leicht wieder aufgehen soll, und er verhindert Durchrutschen nur, wenn die Öffnung deutlich kleiner ist als der Knoten. Für dickere Seile, die wiederverwendet werden, sind Achterknoten oder Stauerknoten angenehmer.
Sicherheit und Versagensarten
Als Stopper versagt der doppelte Überhandknoten fast nur auf zwei Arten: Er wird durch eine zu große Öffnung gezogen, oder ein zu kurz abgeschnittenes Ende rutscht beim Festziehen heraus. Beides lässt sich durch eine bewusste Wahl der Stelle und ein langes Ende vermeiden.
Nach starker Belastung lässt er sich kaum lösen. Versuche nicht, ihn mit einem Messer aufzuhebeln – Verletzungsgefahr und das Seil wird beschädigt. Lieber biegen, kneten und Geduld haben, oder den Knoten an einem unkritischen Seilstück einfach drin lassen. Keiner der Knoten in diesem Atlas ist für lebenssichernde Zwecke gedacht – also nicht zum Klettern, Abseilen, Retten oder zum Halten und Heben von Menschen. Lebenssichernder Einsatz nur nach fachgerechter Ausbildung und mit geprüfter, zugelassener Ausrüstung.
So übst du es – und gut zu wissen
Binde zuerst einen einfachen Überhandknoten, aber zieh ihn nicht fest. Führe das Ende ein zweites Mal herum und durch dasselbe Auge. Halte beide Seiten locker und ziehe ganz langsam auseinander – beobachte, wie sich die Spirale bildet. Wiederhole das, bis die Form jedes Mal sauber wird.
Mit einer dritten Windung entsteht ein noch dickerer, spindelförmiger Knoten, der manchmal als Griff oder Markierung an dünner Schnur dient. Der doppelte Überhandknoten gehört zu den ältesten und einfachsten Verdickungsknoten; in englischen Büchern findet man ihn auch unter Namen wie „barrel knot“ oder „blood knot“, die allerdings nicht immer genau denselben Knoten meinen.
Schritt für Schritt
Auge legen
Lege nahe dem Ende ein Auge, wie für einen Überhandknoten.
Locker gelegt dargestellt. Vor Belastung sauber legen (dressen) und festziehen.
- 1
Auge legen
Lege nahe dem Ende ein Auge, wie für einen Überhandknoten.
- 2
Zweimal durchstecken
Stecke das Ende durch das Auge und führe es ein zweites Mal herum und erneut durch dasselbe Auge.
- 3
Ordnen und festziehen
Ziehe langsam an beiden Seiten. Die zwei Windungen sollen sich sauber umeinander legen; erst dann fest anziehen.
Häufige Fehler
- Zu schnell festziehen, sodass die Windungen verdreht und ungeordnet liegen
- Ende zu kurz abschneiden
Kurzüberblick
Material
Seil
Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.
Paracord
Kein Kletter- oder Sicherungsseil.
Dünne Schnur
Geringe Bruchlast – nur für leichte Lasten.
Geeignet für
- Stopper, der nicht durch eine Öse oder ein Loch rutschen soll
- Verdicktes Ende an dünner Schnur
- Sicherung des Endes hinter anderen Knoten
Ungeeignet für
- Stellen, an denen der Knoten später leicht gelöst werden muss
- Lebenssichernde Anwendungen
Voraussetzungen
- Überhandknoten
So funktioniert es
Durch die zusätzliche Windung wickelt sich das Ende spiralförmig um sich selbst. Der Knoten wird dadurch länger und dicker als ein einfacher Überhandknoten und rutscht schlechter durch Öffnungen. Dieselbe Grundform ist Baustein des doppelten Spierenstichs.
Vorteile
- Sehr einfach
- Dicker als ein einfacher Überhandknoten
- Hält auch in glatter Schnur gut
Nachteile
- Nach Belastung schwer zu lösen
- Braucht mehr Seil als der einfache Überhandknoten
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Der doppelte Überhandknoten gehört zu den ältesten und einfachsten Verdickungsknoten. Knotenbücher behandeln ihn als Grundform, aus der mehrere Verbindungs- und Klemmknoten abgeleitet sind.
Im Lager ist er vor allem an dünnen Schnüren nützlich, an denen ein einfacher Überhandknoten zu klein bleibt.
Varianten
- Mehrfacher Überhandknoten
- Mit einer dritten Windung entsteht ein noch dickerer, spindelförmiger Knoten, z. B. als Griff oder Markierung an dünner Schnur.
Häufige Fehler
- Zu schnell festziehen, sodass die Windungen verdreht und ungeordnet liegen
- Ende zu kurz abschneiden
Grenzen und Risiken
- Verhindert Durchrutschen nur, wenn die Öffnung deutlich kleiner als der Knoten ist.
Belastung und Grenzen
Als Stopper zählt die Dicke, nicht die Zugfestigkeit. Jeder Knoten mindert die Bruchlast eines Seils, weil das Seil in engen Bögen ungleichmäßig belastet wird. Wie stark, hängt von Seilmaterial, Machart, Durchmesser und Prüfmethode ab; verlässliche Einzelwerte werden hier bewusst nicht angegeben.
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Seil
- Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.)
- Paracord
- Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.)
- Dünne Schnur
- Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.), Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.), Reepschnur (Für lebenssichernde Zwecke nur zertifizierte Schnur nach Ausbildung verwenden.), Band (Schlauchband) (Geknotete Bandschlingen vor jeder Verwendung prüfen.), Jute- oder Sisalschnur (gekauft) (Geringe Festigkeit, nimmt Wasser auf und verrottet – nur für leichte Lasten und Übung.), Baumgurte (Nur innerhalb der Herstellerangaben belasten.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
Doppelter und mehrfacher Überhandknoten als Stopper
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Doppelter Überhandknoten