Das Wurfholz: Bau, Wurf und strenge Grenzen
Ein Wurfholz ist ein kräftiger, leicht gebogener Stock, der waagrecht drehend geworfen wird. Durch die Drehung deckt er eine breite Fläche ab und kann ein Kleintier am Boden treffen. Es ist eines der ältesten Jagdgeräte der Menschheit. Im Notfall ist es leicht herzustellen, braucht aber viel Übung – und es kann Menschen und Hunde schwer verletzen. Die Jagd damit ist ohne Jagdrecht Wilderei.
- 1 Stunde Schnitzen, viele Stunden Übung
Einfach erklärt
Ein Wurfholz ist ein starker, glatter Stock, ungefähr so lang wie dein Bein. Man wirft ihn nicht wie einen Ball, sondern flach, so wie man einen Stein übers Wasser flitschen lässt. Dabei dreht er sich schnell im Kreis und fliegt wie ein Propeller knapp über den Boden.
Schon die Menschen in der Steinzeit haben so gejagt, lange bevor es Pfeil und Bogen gab. Heute ist das bei uns verboten, weil man ein Tier damit oft nur verletzt. Und es ist gefährlich: Ein harter Stock kann auch einen Menschen oder einen Hund schwer treffen.
Darum ist das Wurfholz nur Wissen für einen echten Notfall. Wer es lernen will, braucht sehr viel Übung – auf einen Rucksack oder einen Grasbüschel, nie auf Tiere und nie dort, wo Menschen sind.
Wie es funktioniert
Ein Stein, den man wirft, trifft nur mit einem kleinen Punkt. Ein Stock, der sich waagrecht dreht, beschreibt dagegen einen Kreis, der so groß ist wie der Stock lang. Zielt man ein wenig daneben, trifft ein Ende trotzdem noch. Das macht das Wurfholz verzeihender als einen Stein.
Die Drehung hält den Stock außerdem stabil in der Luft, ähnlich wie ein Kreisel nicht umfällt, solange er sich dreht. Darum fliegt ein gut geworfenes Wurfholz flach und gerade.
Damit das klappt, müssen beide Hälften ungefähr gleich schwer sein. Ein Stock mit einem schweren Ende eiert, kippt und fliegt in eine andere Richtung.
Worauf es ankommt
Übung entscheidet alles. Wer im Notfall zum ersten Mal ein Wurfholz wirft, trifft fast nie und verbraucht nur Kraft. Erst wenn ein Ziel in fünf bis zehn Schritten Entfernung fast immer getroffen wird, ist das Wurfholz überhaupt eine Möglichkeit.
Die Entfernung zum Tier muss klein sein. Kleintiere bleiben oft still sitzen, weil sie auf ihre Tarnung vertrauen. Wer sich langsam und mit dem Wind im Gesicht nähert, kommt näher heran. Aus großer Entfernung wird ein Tier höchstens verletzt – das ist das Gegenteil von dem, was man will.
Ehrlich bleibt auch die Energiebilanz: Werfen, suchen, wieder werfen kostet viel Kraft. Fallen, Fischen und Sammeln sind in den meisten Notlagen ergiebiger.
Sicherheit: darauf musst du achten
Ein Wurfholz ist ein Schlaggerät. Es kann Knochen brechen und Augen verletzen. Niemals in Richtung von Menschen, Hunden, Weidetieren oder Wegen werfen, auch nicht zum Üben, und erst werfen, wenn der Bereich bis weit hinter dem Ziel frei ist.
Kinder dürfen beim Schnitzen helfen, aber nicht werfen, und niemand steht seitlich oder vor dem Werfer.
Ohne Jagdrecht ist jede Jagd Wilderei. Vögel sind fast alle geschützt. Getroffene Tiere werden sofort und schnell getötet; ein verfehltes Tier wird nicht verfolgt.
Schritt für Schritt
Ehrlich prüfen und Platz wählen
Das Wurfholz ist nur in echter Lebensgefahr ein Mittel zur Nahrungssuche. Übe und werfe nur in offenem Gelände, in dem weit und breit kein Mensch, Hund oder Weidetier ist, und nie in Richtung von Wegen.
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Ehrlich prüfen und Platz wählen
Das Wurfholz ist nur in echter Lebensgefahr ein Mittel zur Nahrungssuche. Übe und werfe nur in offenem Gelände, in dem weit und breit kein Mensch, Hund oder Weidetier ist, und nie in Richtung von Wegen.
- 2
Den Rohling auswählen
Suche einen gesunden, frischen oder trockenen Hartholzstock ohne Risse, etwa vom Boden bis zu deiner Hüfte lang und so dick wie ein bis zwei Daumen. Eine leichte natürliche Biegung, etwa an einer Astgabel, ist gut, aber nicht nötig.
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Flach und gleichmäßig schnitzen
Schnitze Ober- und Unterseite etwas flacher, sodass der Querschnitt oval wird. Die Enden bleiben kräftig, Äste und Unebenheiten werden glatt abgetragen. Wichtig ist, dass beide Hälften ungefähr gleich schwer sind – sonst eiert der Stock in der Luft.
- 4
Griff und Stand
Halte das Wurfholz an einem Ende locker mit der ganzen Hand. Stelle dich seitlich zum Ziel, die Füße etwa schulterbreit, das Gewicht auf dem hinteren Bein. Der Wurfarm holt seitlich nach hinten aus, ungefähr auf Hüfthöhe.
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Flach und mit Drehung werfen
Wirf mit einer waagrechten Bewegung wie beim Steineflitschen über das Wasser. Lass den Stock spät aus der Hand gleiten und gib ihm mit dem Handgelenk Schwung, damit er sich dreht. Er soll flach, knapp über dem Boden fliegen.
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Lange üben
Übe auf ein Ziel wie einen Grasbüschel oder einen Rucksack in fünf bis zehn Schritten Entfernung. Erst wenn du ihn fast jedes Mal triffst, ist das Wurfholz im Notfall überhaupt sinnvoll. Markiere den Stock mit Band, damit du ihn im Gras wiederfindest.
- 7
Nur auf kurze Entfernung
Kleintiere sitzen oft still und vertrauen auf ihre Tarnung. Nähere dich langsam, mit dem Wind im Gesicht, und wirf nur aus wenigen Schritten. Lieber gar nicht werfen als aus großer Entfernung – sonst verletzt du das Tier nur.
- 8
Nach dem Wurf sofort handeln
Ist das Tier getroffen, gehst du sofort hin und tötest es schnell, wie im Eintrag „Fallen kontrollieren, Tiere schnell töten und Fallen abbauen“ beschrieben. Ein verfehltes Tier lässt du laufen und verfolgst es nicht.
Häufige Fehler
- Senkrecht werfen wie einen Ball – der Stock trifft dann nur mit der Spitze
- Ungleich schwerer Stock, der eiert
- Zu große Entfernung
- Werfen, ohne dass der Bereich frei ist
- Kaum geübt
Kurzüberblick
Material
Gerader, frischer Hartholzstab
Etwa armlang und daumen- bis zweidaumendick, gern mit natürlicher Biegung
Nur Totholz oder Holz nehmen, das du schneiden darfst
Schnitzen immer vom Körper weg
Messer (feststehend oder feststellbar)
Vom Körper weg schneiden.
Regeln zum Mitführen von Messern unterscheiden sich je nach Region – örtliche Regeln prüfen.
Auffälliges Markierband
Zum Wiederfinden nach dem Wurf
Nach dem Abbau jedes Stück wieder entfernen
Geeignet für
- Offenes Gelände mit Kleinwild in langen Notlagen
- Als Ergänzung, wenn Fallen nichts fangen
- Verstehen, wie frühe Jäger gearbeitet haben
Ungeeignet für
- Dichter Wald – der Stock bleibt an Ästen hängen
- Jede Situation mit Menschen, Kindern oder Hunden in Wurfweite
- Größere Tiere – sie werden nur verletzt
- Vögel – fast alle Arten sind geschützt
Voraussetzungen
- Echte Lebensgefahr, keine Rettung erreichbar
- Sicherer Umgang mit dem Messer
- Viel freier Platz ohne Menschen und Tiere zum Üben
Sicherheit
- Ein schlechter Treffer verletzt ein Tier nur. Darum nur auf kurze Entfernung und nur auf Kleintiere werfen, die still sitzen. Ist ein Tier getroffen, sofort hingehen und es schnell töten.
So funktioniert es
Ein waagrecht geworfener Stock dreht sich um seine Mitte. Dadurch wird aus einem schmalen Stab eine Art rotierende Scheibe, die beim Aufprall eine Fläche von etwa der Länge des Stocks trifft. Gegenüber einem Stein verzeiht das kleine Zielfehler. Die Drehung stabilisiert außerdem den Flug, sodass der Stock flach und gerade bleibt.
Vorteile
- In einer Stunde aus einem Stock hergestellt
- Keine Schnur, kein Draht, kein Köder nötig
- Kann mehrmals verwendet werden
Nachteile
- Braucht sehr viel Übung
- Gefährlich für Menschen und Tiere in der Nähe
- Verletzt Tiere oft nur
- Ohne Jagdrecht Wilderei
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Wurfhölzer wurden auf fast allen Kontinenten verwendet, lange bevor es Pfeil und Bogen gab. Bekannt sind der Bumerang Australiens – die nicht zurückkehrende Form ist ein Jagd-Wurfholz – und ähnliche Hölzer aus dem alten Ägypten, Europa und Nordamerika. Militärische Überlebenshandbücher führen es als einfache Waffe für Kleinwild.
Heute ist die Jagd damit in Mitteleuropa nicht erlaubt, weil sie Tiere häufig nur verletzt. Als Notfallwissen bleibt es ein Beispiel dafür, wie viel man aus einem einzigen Stück Holz machen kann – und warum Übung wichtiger ist als Ausrüstung.
Varianten
- Zwei Hölzer
- Wer zwei Wurfhölzer hat, kann bei einem Fehlwurf sofort ein zweites Mal werfen. Beide sollten gleich schwer sein, damit sich der Wurf gleich anfühlt.
- Mit Verdickung
- Manche Wurfhölzer haben an einem Ende einen natürlichen Knubbel aus einer Astgabel oder einem Wurzelansatz. Sie fliegen etwas unruhiger, treffen aber kräftiger.
Häufige Fehler
- Senkrecht werfen wie einen Ball – der Stock trifft dann nur mit der Spitze
- Ungleich schwerer Stock, der eiert
- Zu große Entfernung
- Werfen, ohne dass der Bereich frei ist
- Kaum geübt
Grenzen und Risiken
- Keine Anleitung für Bumerangs, Bolas oder Schleudern
- Längen und Entfernungen sind Richtwerte
- Keine Jagd auf größere Tiere oder Vögel
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Gerader, frischer Hartholzstab
- Trekkingstöcke, Stabile Äste / Stangen (Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.), Reparaturhülse für Zeltstangen (Nur als Provisorium – gebrochene Segmente zu Hause ersetzen lassen.), Rundholzstämme (gerade, gesund) (Nur mit Erlaubnis des Waldeigentümers fällen oder nehmen.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen (5)
- Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival · Wurfholz (rabbit stick) als einfaches Jagdgerät für Kleinwild; flach und mit Drehung werfen
- Bundesrepublik Deutschland – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de): Strafgesetzbuch (StGB) – § 292 Jagdwilderei · § 292: Jagdwilderei
- Republik Österreich – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) (1974): Strafgesetzbuch (StGB), BGBl. Nr. 60/1974 – §§ 137, 138 (Eingriff in fremdes Jagd- oder Fischereirecht) und § 222 (Tierquälerei) · §§ 137, 138: Eingriff in fremdes Jagd- oder Fischereirecht; § 222: Tierquälerei
- Bundesrepublik Deutschland – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de) (2006): Tierschutzgesetz (TierSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 18. Mai 2006 · § 17: Strafbarkeit von Tötung ohne vernünftigen Grund und erheblichen Leiden
- Republik Österreich – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) (2004): Bundesgesetz über den Schutz der Tiere (Tierschutzgesetz – TSchG), BGBl. I Nr. 118/2004 · Verbot der Tierquälerei und der Tötung ohne vernünftigen Grund























