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Technik

Destillation und Solardestille

Bei der Destillation verdunstet Wasser und kondensiert an einer kühleren Fläche; Salz, Trübstoffe und Krankheitserreger bleiben zurück. Destillation ist das einzige hier beschriebene Verfahren, das Salz entfernt. Eine Solardestille liefert jedoch meist nur kleine Mengen, und flüchtige Chemikalien können mit übergehen.

Schwierigkeit
Fortgeschritten
Aufwand
Bau einer Solardestille 30–60 Minuten Graben; Ertrag gering und stark von Sonne, Boden und Temperatur abhängig
Risikostufe
Sicherheitsrelevant
KI-Feldstudie zum Thema „Destillation und Solardestille“
Stimmungsbild, keine Anleitung. Maßgeblich sind Text und Schritte.
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Einfach erklärt

Kennst du den beschlagenen Badezimmerspiegel nach dem Duschen? Warmes Wasser verdunstet, der Dampf trifft auf den kühleren Spiegel und wird wieder zu Tröpfchen. Genau so funktioniert eine Destille. Das Besondere: Salz, Schmutz und Krankheitserreger fliegen nicht mit dem Dampf mit. Sie bleiben zurück. So kann man sogar aus Meerwasser trinkbares Wasser machen.

Bei einer Solardestille gräbst du eine Grube, stellst einen Becher hinein, gießt Salzwasser drumherum und deckst alles mit einer durchsichtigen Folie ab. Die Sonne wärmt, Wasser verdunstet, sammelt sich als Tropfen unter der Folie und läuft zu einem Stein in der Mitte, von wo es in den Becher tropft.

Das klingt toll, aber es kommt meist nur wenig Wasser zusammen. Wer in der Mittagshitze gräbt, schwitzt vielleicht mehr aus, als die Destille je liefert. Darum ist sie nur eine Ergänzung, nie deine einzige Wasserquelle.

Wie es funktioniert

Wenn Wasser Wärme aufnimmt, verdunstet es: Einzelne Wassermoleküle lösen sich und steigen als unsichtbarer Dampf auf. Gelöste Salze, Schwebstoffe und Mikroorganismen werden dabei nicht mitgenommen. Trifft der Dampf auf eine kühlere Fläche, kondensiert er wieder zu flüssigem Wasser. Fängt man dieses Kondensat getrennt auf, hat man das Wasser vom Salz getrennt.

In der Solardestille liefert die Sonne die Wärme. Unter der Folie wird es warm und feucht, die Folie selbst ist durch die Außenluft etwas kühler. Dort bilden sich Tropfen, die an der Unterseite zum tiefsten Punkt rinnen – dem Stein in der Mitte – und in das Auffanggefäß fallen.

Es gibt eine wichtige Ausnahme: Stoffe, die leichter verdampfen als Wasser, etwa Bestandteile von Kraftstoffen oder Lösungsmitteln, können mit dem Dampf übergehen und im Destillat landen. Destillation ist deshalb sehr wirksam gegen Salz und Erreger, aber keine Lösung für Wasser mit solchen flüchtigen Chemikalien.

Was du realistisch erwarten kannst

Der Ertrag einer Solardestille ist meist gering und schwer vorherzusagen. Er hängt von der Sonneneinstrahlung, der Feuchtigkeit im Boden oder der Menge an zugegebenem Salzwasser, dem Temperaturunterschied zwischen innen und außen und der Dichtigkeit der Folie ab. Oft ist das Ergebnis enttäuschend klein.

Militärische Überlebenshandbücher beschreiben die Solardestille, betrachten sie aber als Ergänzung, nicht als verlässliche Versorgung. Plane sie nie als einzige Wasserquelle und stelle die Suche nach anderen Quellen nicht ein, nur weil eine Destille läuft.

Die Rechnung muss aufgehen: Graben kostet Schweiß, und Schweiß ist Wasser. Grabe deshalb in kühleren Tageszeiten, bleib dazwischen im Schatten und überlege, ob mehrere kleine Destillen oder eine andere Maßnahme – etwa Regen auffangen – mehr bringt.

Worauf es ankommt

Wähle eine sonnige Stelle, möglichst mit feuchtem Boden, etwa in einer Senke. Stelle ein sauberes Auffanggefäß in die Mitte der Grube. Das Salz- oder Brackwasser gießt du um das Gefäß herum in die Grube – niemals hinein, sonst ist das Gefäß wieder salzig.

Die Folie muss rundum dicht mit Erde abgeschlossen sein, damit der Dampf nicht entweicht. Ein kleiner Stein in der Mitte erzeugt einen Tiefpunkt genau über dem Gefäß. Die Folie darf das Gefäß nicht berühren, und sie sollte steil genug hängen, dass die Tropfen nach unten laufen, statt vorher abzufallen.

Öffne die Folie so selten wie möglich, denn jedes Öffnen lässt den warmen, feuchten Dampf entweichen. Ein Trinkschlauch vom Gefäß nach außen erlaubt es, zu trinken, ohne die Destille zu öffnen. Verwende eine saubere, unbeschädigte Folie – Schmutz darauf läuft mit dem Kondensat ins Gefäß.

Destillation mit Wärmequelle

Mit einem Kocher oder Feuer lässt sich deutlich mehr Wasser destillieren. Das Prinzip bleibt gleich: Salzwasser wird in einem Topf erhitzt, der Dampf kondensiert an einem kühleren Deckel oder Rohr und wird separat aufgefangen – getrennt vom Wasser im Topf. Der Haken ist der hohe Brennstoffbedarf.

Betreibe Kocher und Feuer nur im Freien, nie in Zelt, Fahrzeug oder geschlossenen Räumen, weil Kohlenmonoxid entstehen kann. Beachte die örtlichen Regeln zu Feuer und Waldbrandgefahr. Heißer Dampf verbrüht die Haut schnell – halte Hände und Gesicht von Austrittsstellen fern.

Für Rettungsinseln und Boote gibt es handbetriebene Entsalzer, die nach dem Prinzip der Umkehrosmose arbeiten: Wasser wird mit Druck durch eine extrem feine Membran gepresst, die das Salz zurückhält. Diese Geräte werden hier nicht im Detail beschrieben; sie werden nach Herstelleranleitung benutzt.

Sicherheit: darauf musst du achten

Die größte Gefahr ist, sich auf die Destille zu verlassen. Ihr Ertrag ist gering und unsicher. Achte auf deinen eigenen Wasserhaushalt: Bei Verwirrtheit, starker Benommenheit oder kaum noch Urin besteht ernste Gefahr – wenn möglich den Notruf wählen (112 in der EU).

Gib keine verdächtigen Flüssigkeiten in die Destille, etwa Wasser mit Ölfilm, Kraftstoffgeruch oder aus Industrieabwässern. Flüchtige Stoffe können ins Destillat übergehen, und dann ist auch das scheinbar reine Wasser belastet.

Das Destillat selbst ist in der Regel frei von Salz und Erregern, kann aber leicht wieder verunreinigt werden: durch eine schmutzige Folie, ein unsauberes Gefäß, hineinfallenden Sand oder Spritzer von Salzwasser. Bei Zweifel desinfizierst du es zusätzlich, etwa durch Abkochen oder Chlorung nach Anleitung.

Schritt für Schritt

Destillation und Solardestille

Schritt 1 von 5

Standort wählen

Wähle eine sonnige Stelle mit feuchtem Boden, z. B. in einer Senke. Grabe in kühleren Tageszeiten.

Destillation und Solardestille – Schritt 1 von 5Standort wählen. Wähle eine sonnige Stelle mit feuchtem Boden, z. B. in einer Senke. Grabe in kühleren Tageszeiten.
Schritt 1 von 5

Schritt 1 von 5

Standort wählen

Wähle eine sonnige Stelle mit feuchtem Boden, z. B. in einer Senke. Grabe in kühleren Tageszeiten.

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    Standort wählen

    Wähle eine sonnige Stelle mit feuchtem Boden, z. B. in einer Senke. Grabe in kühleren Tageszeiten.

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    Grube ausheben

    Grabe eine Grube von etwa einem Meter Durchmesser und stelle das saubere Auffanggefäß in die Mitte des Bodens.

  3. 3

    Feuchtigkeit zuführen

    Gieße Meer- oder Brackwasser in die Grube um das Gefäß herum – nicht hinein.

  4. 4

    Folie auflegen und abdichten

    Lege die Folie über die Grube und dichte die Ränder rundum mit Erde ab. Ein kleiner Stein in der Mitte erzeugt einen Tiefpunkt direkt über dem Gefäß, ohne dass die Folie das Gefäß berührt.

  5. 5

    Ernten ohne Öffnen

    Öffne die Folie möglichst selten, da jedes Öffnen den Dampf entweichen lässt. Ein Trinkschlauch vom Gefäß nach außen erlaubt Trinken ohne Öffnen.

Die Animation ist eine schematische Zeichnung der Schritte oben und wird wie alle Inhalte noch fachlich geprüft.

Häufige Fehler

  • Den Ertrag überschätzen und andere Wassersuche einstellen
  • Salzwasser ins Auffanggefäß gießen
  • Folie berührt das Gefäß oder hat keinen Tiefpunkt
  • Ränder nicht dicht – Dampf entweicht
  • Mittags in der Hitze graben

Kurzüberblick

Material

  • Kunststofffolie / großer Müllsack

    Klar oder durchscheinend, unbeschädigt

    Reißt leicht, nicht über den Kopf ziehen (Erstickungsgefahr).

    Nicht für Trinkwasser verwenden, wenn nicht lebensmittelecht.

  • Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)

    Auffanggefäß; für die Kochervariante auch zum Erhitzen

    Heiß – Verbrühungsgefahr.

  • Lebensmittelechter Wasserkanister(optional)

    Nur Behälter verwenden, die nie Chemikalien oder Kraftstoff enthalten haben.

  • Kocher(optional)

    Für die Destillation mit Wärmequelle

    Niemals in Zelt, Unterkunft oder geschlossenen Räumen betreiben – Kohlenmonoxid- und Brandgefahr.

Geeignet für

  • Meer- oder Brackwasser, wenn keine andere Süßwasserquelle existiert
  • Ergänzende Wassergewinnung bei Sonne über längere Zeit

Ungeeignet für

  • Deckung des vollen Tagesbedarfs allein durch eine Solardestille
  • Wasser mit Kraftstoff, Lösungsmitteln oder anderen flüchtigen Chemikalien
  • Situationen, in denen das Graben in der Hitze mehr Wasser kostet als es einbringt

Voraussetzungen

  • Sonne und grabbarer Boden (Solardestille) oder Brennstoff (Kocherdestillation)
  • Sauberes Auffanggefäß

Sicherheit

  • Flüchtige Chemikalien wie Kraftstoffe oder Lösungsmittel können mitverdampfen und im Destillat landen. Keine verdächtigen Flüssigkeiten in die Destille geben.
  • Das Destillat wird durch schmutzige Folie, Auffanggefäß, Sand oder Spritzer leicht wieder verunreinigt. Bei Zweifel zusätzlich desinfizieren.

So funktioniert es

Sonnenwärme oder eine Wärmequelle lässt Wasser verdunsten. Der Dampf enthält kein Salz und keine Partikel; er kondensiert an der kühleren Folie oder einem Kühlelement und tropft in ein Auffanggefäß. Was nicht verdampft – Salz, Schwebstoffe, Mikroorganismen –, bleibt zurück. Stoffe, die leichter verdampfen als Wasser, können dagegen mit übergehen.

Vorteile

  • Entfernt Salz
  • Trennt Trübstoffe und Krankheitserreger ab
  • Solardestille ohne Brennstoff

Nachteile

  • Sehr geringer, unsicherer Ertrag (Solardestille)
  • Hoher Brennstoffbedarf (Kocherdestillation)
  • Flüchtige Chemikalien können übergehen
  • Aufwendiger Bau

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Die Solardestille ist in militärischen Überlebenshandbüchern beschrieben, gilt dort aber als Ergänzung, nicht als verlässliche Versorgung. Ihr Ertrag hängt von Sonneneinstrahlung, Bodenfeuchte, Temperaturunterschied und Dichtigkeit ab und ist oft enttäuschend gering.

Als Trennverfahren ist die Destillation grundsätzlich sehr wirksam gegen gelöste Salze und Mikroorganismen. Die Schwachstellen liegen in der Praxis: Verunreinigte Folien und Gefäße, Kondensat, das an schmutzigen Flächen entlangläuft, und flüchtige Stoffe, die mitverdampfen. Wo Kraftstoff, Lösungsmittel oder Industrieabwässer im Spiel sind, ist auch Destillation keine sichere Lösung.

Varianten

Destillation mit Wärmequelle
Wasser wird in einem Topf erhitzt, der Dampf an einem kühleren Deckel oder Rohr kondensiert und separat aufgefangen. Liefert mehr als eine Solardestille, verbraucht aber viel Brennstoff.
Notfall-Entsalzer
Für Rettungsinseln und Boote gibt es handbetriebene Umkehrosmose-Entsalzer. Sie sind nicht Teil dieses Eintrags; Anwendung nach Herstelleranleitung.

Häufige Fehler

  • Den Ertrag überschätzen und andere Wassersuche einstellen
  • Salzwasser ins Auffanggefäß gießen
  • Folie berührt das Gefäß oder hat keinen Tiefpunkt
  • Ränder nicht dicht – Dampf entweicht
  • Mittags in der Hitze graben

Grenzen und Risiken

  • Geringer Ertrag
  • Flüchtige Chemikalien werden nicht zuverlässig abgetrennt
  • Verunreinigung des Destillats möglich

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Kunststofffolie / großer Müllsack
Tarp / Plane, Rettungsdecke (Reißt an Löchern leicht weiter; als Unterkunft nur kurzfristig.), Dokumentenmappe (wasserdicht) (Sicher aufbewahren – enthält sensible persönliche Daten.), Regenponcho (Als Unterkunft genutzt, fehlt er als Regenschutz am Körper.), Biwaksack (Gesicht nie vollständig verschließen.), Zelt (Nicht im Zelt kochen oder heizen (Brand- und Kohlenmonoxidgefahr).), Reißfester Müllsack (groß) (Erstickungsgefahr: Plastiksäcke nie über Kopf oder Gesicht ziehen und von Kleinkindern fernhalten.), Gruppenbiwaksack (Luftdicht – regelmäßig lüften.)
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)
Einwandige Edelstahlflasche (Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.)
Lebensmittelechter Wasserkanister
Einwandige Edelstahlflasche (Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.), Doppelwandige Isolierflasche (Niemals direkt erhitzen.), PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) (Nicht erhitzen oder ins Feuer stellen.), Luftdichte, lebensmittelechte Vorratsdose (Nur sauber und vollständig trocken befüllen; keine Behälter verwenden, die vorher Chemikalien enthielten.), Faltkanister oder Wassersack (Vor spitzen Gegenständen schützen.), Lebensmittelechter Wasserbeutel (Nur für Trinkwasser verwenden, nie für Chemikalien oder Brennstoff.), Gärglas oder Gärtopf (Nur lebensmittelechte Gefäße aus Glas, glasiertem Steinzeug für Lebensmittel oder lebensmittelechtem Kunststoff verwenden – keine Metallgefäße für saure Lebensmittel.), Wiederverschließbare Lebensmittelbeutel (Nur Beutel verwenden, die für Lebensmittel bestimmt sind; nicht für kochendes Wasser nutzen, wenn der Hersteller es nicht ausdrücklich erlaubt.)

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

    Bau und Grenzen der Solardestille

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10