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Im NotfallÖsterreichNotrufnummern →
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Person sitzt am Waldrand an einen Baum gelehnt, Begleitung kniet daneben mit Telefon

Nach einem Wespen- oder Bienenstich draußen kommt eine schwere allergische Reaktion

Ein Stich, und Minuten später wird das Atmen schwer oder der Kreislauf sackt ab: Notruf 112, Notfallpen der Person benutzen, richtig lagern – und nicht allein lassen.

Zuerst

  1. Sofort Notruf 112 (in Österreich 144), wenn nach einem Stich Atemnot, Schwellung im Gesicht oder Hals, Schwindel, Erbrechen oder Ausschlag am ganzen Körper auftreten.
  2. Hat die Person einen eigenen Adrenalin-Autoinjektor („Notfallpen“): ihr sofort helfen, ihn zu benutzen – in die Außenseite des Oberschenkels, auch durch die Hose.
  3. Lagerung: Bei Atemnot aufrecht sitzen lassen. Bei Schwindel oder Schwäche flach hinlegen und die Beine anheben. Nicht aufstehen oder herumgehen lassen.
  4. Bei der Person bleiben und beobachten. Bessert es sich nach etwa 5 Minuten nicht und ist ein zweiter Pen da: zweiten Pen verwenden. Bewusstlos und normale Atmung: stabile Seitenlage.

Notruf wählen bei

  • Atemnot, pfeifende Atmung, Heiserkeit oder Schluckbeschwerden
  • Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals
  • Schwindel, Blässe, kalter Schweiß, Ohnmacht
  • Ausschlag oder Quaddeln am ganzen Körper zusammen mit Übelkeit oder Erbrechen
  • Stich in Mund oder Rachen
  • Viele Stiche auf einmal (z. B. Angriff eines Schwarms)
  • Der Adrenalin-Pen wurde verwendet – auch wenn es danach besser geht

Was gerade passiert

Ein Wespen- oder Bienenstich tut weh und schwillt an – das ist normal. Bei manchen Menschen reagiert aber der ganze Körper: Innerhalb von Minuten kommen Juckreiz und Quaddeln am ganzen Körper, Schwellungen im Gesicht, Heiserkeit, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder ein Kreislaufzusammenbruch. Das nennt man Anaphylaxie. Sie ist ein lebensbedrohlicher Notfall.

Das wichtigste Medikament ist Adrenalin. Menschen mit bekannter Insektengiftallergie tragen oft einen Adrenalin-Autoinjektor („Notfallpen“) bei sich. Als Laie hilfst du der Person, ihren eigenen Pen zu benutzen: Er wird in die Außenseite des Oberschenkels gedrückt, notfalls durch die Hose. Lieber früh als zu spät – die Risiken eines Pens sind für die meisten Menschen gering im Vergleich zu einer unbehandelten schweren Reaktion.

Genauso wichtig ist die Lagerung: Bei Atemnot will die Person meist sitzen – lass sie. Bei Schwindel und Schwäche flach hinlegen und die Beine anheben. Plötzliches Aufstehen oder Gehen kann den Kreislauf zusammenbrechen lassen. Draußen, weit weg von der Straße, ist darum ein früher Notruf entscheidend: Die Rettung braucht Zeit, um dich zu erreichen.

Ein Stich im Mund oder Rachen – zum Beispiel durch eine Wespe im Getränk – ist auch ohne Allergie gefährlich, weil die Schwellung die Atemwege verengen kann. Viele Stiche auf einmal sind ebenfalls ein Notfall.

Schritt für Schritt

  1. Phase 1

    Die ersten Minuten

    • Weg von Nest oder Schwarm, ruhig ein paar Meter zurückgehen.
    • Bienenstachel sofort entfernen – herauskratzen oder herausziehen, Hauptsache schnell. Wespen lassen keinen Stachel zurück.
    • Auf Zeichen achten: Quaddeln oder Rötung am ganzen Körper, Schwellung im Gesicht, Heiserkeit, Atemnot, Übelkeit, Schwindel.
    • Bei solchen Zeichen sofort Notruf 112 (in Österreich 144) und „allergischer Schock nach Insektenstich“ sagen.
    • Fragen: „Hast du einen Notfallpen?“ Wenn ja – herausholen und gemeinsam benutzen.
  2. Phase 2

    Pen und Lagerung

    • Pen: Sicherheitskappe ab, mit der Spitze fest gegen die Außenseite des Oberschenkels drücken, einige Sekunden halten (die genaue Anleitung steht auf dem Pen). Uhrzeit merken.
    • Atemnot: aufrecht sitzen lassen, an einen Baum oder Rucksack lehnen. Hat die Person Asthma und ein Notfallspray, darf sie es zusätzlich nehmen.
    • Schwindel, Blässe, Schwäche: flach hinlegen, Beine anheben. Nicht aufsetzen oder aufstehen lassen.
    • Schwangere auf die linke Seite legen.
    • Wird es nach etwa 5 Minuten nicht besser und ist ein zweiter Pen da: zweiten Pen in den anderen Oberschenkel.
  3. Phase 3

    Bis die Rettung da ist

    • Bei der Person bleiben, ruhig mit ihr reden, ständig beobachten: Atmung, Hautfarbe, Ansprechbarkeit.
    • Warm halten, aber nicht überhitzen; vor praller Sonne schützen.
    • Bewusstlos mit normaler Atmung: stabile Seitenlage. Keine normale Atmung: Wiederbelebung beginnen und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
    • In der Gruppe: eine Person zum nächsten Weg oder Parkplatz schicken, um die Rettung einzuweisen.
    • Den benutzten Pen dem Rettungsdienst geben.
  4. Phase 4

    Danach

    • Nach einer schweren Reaktion oder einer Pen-Gabe immer ins Krankenhaus – die Beschwerden können nach einigen Stunden wiederkommen.
    • Wer zum ersten Mal so reagiert hat, sollte sich danach allergologisch untersuchen lassen. Es gibt eine wirksame Behandlung (Hyposensibilisierung) gegen Insektengiftallergie.
    • Den Pen ersetzen und künftig immer zwei dabeihaben, wenn es ärztlich so verordnet ist.

★ Profi-Tipps

Was Erfahrene anders machen: bewährtes Wissen aus Bergrettung, Feuerwehr, Wasserrettung und Zivilschutz, das Anfänger selten kennen.

  1. Stich im Mund: Eis lutschen, Hals kühlen

    Nach einem Stich im Mund oder Rachen: sofort Notruf. Bis Hilfe kommt, lutscht die Person Eiswürfel oder kaltes Wasser in kleinen Schlucken, und du legst kalte, feuchte Tücher außen an den Hals. Kälte bremst die Schwellung.

  2. Tabletten ersetzen den Pen nicht

    Viele Allergiker haben auch Tabletten im Notfallset. Sie wirken aber viel langsamer und helfen nicht gegen Atemnot oder Kreislaufversagen. Bei schweren Zeichen kommt immer zuerst der Pen.

  3. Allergiepass sichtbar mitführen

    Ein Anaphylaxie- oder Allergiepass zeigt Helfern, was los ist und wo der Pen steckt – auch wenn du selbst nicht mehr sprechen kannst. Steck ihn zum Pen oder ins Handy-Notfallprofil, das auch bei gesperrtem Bildschirm lesbar ist.

  4. Spätsommer ist Wespenzeit

    Im August und September sind Wespenvölker am größten, und die Tiere suchen verstärkt nach Süßem und Eiweiß. Allergiker planen Pausen und Picknicks dann besonders vorsichtig und haben den Pen immer am Körper.

Worauf du achten musst

  • Aufstehen nach der Besserung

    Geht es nach dem Pen besser, wollen viele aufstehen und zum Auto gehen. Das kann einen erneuten Kreislaufzusammenbruch auslösen. Liegen bleiben, bis die Rettung da ist.

  • Zu langes Zögern

    Aus Angst vor der Spritze wird der Pen oft zu spät gegeben. Bei Zeichen einer schweren Reaktion gilt: benutzen. Abwarten ist gefährlicher.

  • Weit weg von der Straße

    Im Gelände dauert es länger, bis Hilfe kommt. Darum früh anrufen und den Standort genau durchgeben – bei Bedarf kommt ein Hubschrauber.

  • Weitere Stiche

    In der Nähe eines Nestes kommen oft weitere Insekten. Ruhig, ohne um sich zu schlagen, Abstand gewinnen, bevor du Erste Hilfe leistest.

Häufige Fehler

  • Abwarten, ob es von selbst besser wird.
  • Den Pen nicht benutzen, weil man Angst vor einem Fehler hat.
  • Die Person aufstehen oder zum Auto gehen lassen.
  • Bei Atemnot flach hinlegen.
  • Nach der Pen-Gabe auf das Krankenhaus verzichten.
  • Beim Stich im Mund nur abwarten.

Vorher vorbereiten

  • Wer eine bekannte Insektengiftallergie hat: Notfallset (meist zwei Adrenalin-Pens und weitere verordnete Medikamente) immer am Körper oder im Deckelfach tragen – nicht tief im Rucksack.
  • Die Begleitpersonen vor der Tour zeigen lassen, wo der Pen ist und wie er funktioniert. Trainings-Pens ohne Nadel helfen beim Üben.
  • Ablaufdatum prüfen und Pens nicht in praller Sonne oder Kälte lagern.
  • Draußen aus Flaschen mit Strohhalm oder aus durchsichtigen Gläsern trinken und vor dem Trinken schauen.
  • Bei Picknicks Süßes und Fleisch abdecken; nicht barfuß über Wiesen mit Klee gehen.
  • Einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen – dort lernst du Lagerung, Seitenlage und Wiederbelebung.

Besondere Rücksicht

Kinder
Für Kinder gibt es Pens mit kleinerer Dosis. Kinder mit Allergie sollten wissen, wo ihr Pen ist, und Erwachsene in Schule, Verein und Familie sollten ihn benutzen können. Ein Kind mit Atemnot will meist auf dem Schoß sitzen – das ist in Ordnung.
Wenn du selbst allergisch bist und allein
Sofort den eigenen Pen benutzen, dann 112 wählen, Standort sagen und dich hinsetzen oder hinlegen. Nicht losgehen, um Hilfe zu holen.

Quellen

  • EAACI guidelines: Anaphylaxis (2021 update) · Allergy 77(2): 357–377 (A. Muraro et al., European Academy of Allergy and Clinical Immunology), 2022
  • European Resuscitation Council Guidelines 2021: First Aid · European Resuscitation Council – Resuscitation (journal), 2021
  • International First Aid, Resuscitation, and Education Guidelines 2020 · International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) – Global First Aid Reference Centre, 2020
  • 112 – the European emergency number · European Commission
  • Notrufnummern (oesterreich.gv.at) · Bundesministerium für Finanzen – Amtshelfer oesterreich.gv.at

Deine Lage

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Grundlagen für diese Situation

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  1. [nicht aktiv] Wenn Was zeigt sich? = Nur starke Schwellung an der Stichstelle

    Eine große Schwellung nur rund um den Stich ist meist keine Allergie des ganzen Körpers. Bienenstachel rasch entfernen, kühlen, die Person mindestens eine halbe Stunde beobachten. Kommen Zeichen am ganzen Körper dazu: sofort Notruf.

  2. [nicht aktiv] Wenn Was zeigt sich? = Atemnot, Heiserkeit, Schwellung im Gesicht oder Hals

    Atemnot ist lebensgefährlich. Aufrecht sitzen lassen, Adrenalin-Pen verwenden, wenn vorhanden, enge Kleidung am Hals öffnen. Hat die Person Asthma und ein eigenes Notfallspray, darf sie es zusätzlich nehmen – der Pen kommt zuerst.

  3. [nicht aktiv] Wenn Was zeigt sich? = Schwindel, Blässe, Schwäche, Erbrechen

    Flach hinlegen, Beine anheben, nicht aufstehen lassen – auch nicht, wenn es kurz besser geht. Plötzliches Aufsetzen oder Gehen kann einen Kreislaufzusammenbruch auslösen. Schwangere auf die linke Seite legen.

  4. [nicht aktiv] Wenn Was zeigt sich? = Nicht ansprechbar

    Ansprechen, Atmung prüfen. Normale Atmung: stabile Seitenlage. Keine normale Atmung: sofort Wiederbelebung beginnen und den Anweisungen der Leitstelle folgen. Ein vorhandener Pen darf trotzdem gegeben werden.

  5. [nicht aktiv] Wenn Notfallset = Eigener Adrenalin-Pen dabei

    Lieber zu früh als zu spät: Der Pen wird bei Zeichen einer schweren Reaktion gegeben, nicht erst, wenn es ganz schlimm ist. Die Person setzt ihn möglichst selbst, du hilfst beim Halten. Kappe ab, fest gegen den Oberschenkel drücken und einige Sekunden halten – die Anleitung steht auf dem Pen.

  6. [nicht aktiv] Wenn Notfallset = Kein Pen

    Ohne Pen ist der schnelle Notruf das Wichtigste. Fremde Pens oder Medikamente anderer Menschen nur auf Anweisung der Leitstelle. Lagerung und Beobachtung bis zum Eintreffen der Rettung.

  7. [nicht aktiv] Wenn Wo war der Stich? = Im Mund oder Rachen (z. B. Wespe im Getränk)

    Ein Stich im Mund oder Rachen kann auch ohne Allergie so anschwellen, dass das Atmen schwer wird. Sofort Notruf, Eiswürfel oder kaltes Wasser lutschen lassen, aufrecht sitzen.

  8. [nicht aktiv] Wenn Handynetz = Kein Netz

    Ohne Netz: 112 trotzdem versuchen. In der Gruppe sofort zwei Personen zum nächsten Ort mit Netz oder zur nächsten Hütte schicken, die betroffene Person bleibt liegen und wird beobachtet.