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Familie steht nachts am Gartentor, die Feuerwehr kommt, im Haus ein schwacher Lichtschein

Bei mir zu Hause brennt es

Der Rauchmelder piept, es riecht verbrannt. Jetzt zählt nur noch eines: alle hinaus, Türen zu, draußen 112.

Zuerst

  1. Alle laut warnen und sofort hinaus – nichts mitnehmen, nicht nachsehen, nicht löschen, wenn es schon mehr als ein kleiner Entstehungsbrand ist.
  2. Im Rauch tief bleiben. Türen vor dem Öffnen mit dem Handrücken prüfen; ist eine Tür heiß, einen anderen Weg nehmen.
  3. Türen hinter euch schließen – das bremst Feuer und Rauch.
  4. Draußen Notruf 112 wählen, an der vereinbarten Stelle durchzählen und nicht zurück ins Haus gehen.

Notruf wählen bei

  • Immer bei Feuer oder Rauch, sobald du in Sicherheit bist
  • Jemand ist noch im Gebäude
  • Der Fluchtweg ist versperrt
  • Jemand hat Rauch eingeatmet oder Brandverletzungen

Was gerade passiert

Ein Wohnungsbrand entwickelt sich oft schneller, als Menschen erwarten. Gefährlicher als die Flammen ist meist der Rauch: Er ist heiß, giftig und nimmt in kurzer Zeit die Sicht. Wer schläft, riecht ihn nicht – deshalb sind Rauchmelder so wichtig.

Behörden und Feuerwehren geben dieselbe Grundregel: hinaus, draußen bleiben, Notruf wählen. Wer erst nachsieht, Wertsachen sucht oder lange löscht, verliert Zeit, die für die Flucht fehlt. Nur ein kleiner, gerade entstandener Brand – etwa im Papierkorb oder im Topf – lässt sich manchmal selbst löschen, und auch das nur mit passendem Löschmittel und freiem Fluchtweg im Rücken.

In Mehrfamilienhäusern gibt es eine wichtige Ausnahme: Ist das Treppenhaus voller Rauch, ist die eigene Wohnung hinter der geschlossenen Tür oft der sicherere Ort. Dann bleibst du drinnen, dichtest die Tür ab, wählst 112 und machst dich am Fenster bemerkbar, bis die Feuerwehr kommt.

Diese Seite fasst die Ratschläge für die ersten Minuten zusammen. Am meisten hilft, was du vorher tust: Rauchmelder, ein besprochener Fluchtweg und ein Treffpunkt draußen.

Schritt für Schritt

Bei mir zu Hause brennt es – Phase 1 von 4Alarm: warnen und hinaus. Alle laut wecken und warnen: „Feuer! Raus!“ Nichts mitnehmen außer Menschen und, wenn sie sofort greifbar sind, Haustiere. Im Rauch tief bleiben, wo die Luft besser ist, und den kürzesten Weg nach draußen nehmen. Türen vor dem Öffnen mit dem Handrücken prüfen. Ist eine Tür heiß, geschlossen lassen und einen anderen Weg nehmen. Türen hinter euch schließen.
Phase 1 von 4

Phase 1 von 4

Alarm: warnen und hinaus

Alle laut wecken und warnen: „Feuer! Raus!“ Nichts mitnehmen außer Menschen und, wenn sie sofort greifbar sind, Haustiere. Im Rauch tief bleiben, wo die Luft besser ist, und den kürzesten Weg nach draußen nehmen. Türen vor dem Öffnen mit dem Handrücken prüfen. Ist eine Tür heiß, geschlossen lassen und einen anderen Weg nehmen. Türen hinter euch schließen.

Die Animation zeigt schematisch die wichtigsten Handlungen jeder Phase; maßgeblich ist der Text darunter.

  1. Phase 1

    Alarm: warnen und hinaus

    • Alle laut wecken und warnen: „Feuer! Raus!“
    • Nichts mitnehmen außer Menschen und, wenn sie sofort greifbar sind, Haustiere.
    • Im Rauch tief bleiben, wo die Luft besser ist, und den kürzesten Weg nach draußen nehmen.
    • Türen vor dem Öffnen mit dem Handrücken prüfen. Ist eine Tür heiß, geschlossen lassen und einen anderen Weg nehmen.
    • Türen hinter euch schließen.
  2. Phase 2

    Draußen: Notruf und Treffpunkt

    • Notruf 112: Adresse, was brennt, ob noch jemand im Gebäude ist.
    • Am vereinbarten Treffpunkt durchzählen.
    • Nicht zurück ins Haus – auch nicht für Haustiere oder Dokumente. Der Feuerwehr sagen, wer oder was noch drinnen ist.
    • Der Feuerwehr den Weg zeigen und Zufahrt freihalten.
  3. Phase 3

    Wenn du nicht hinauskommst

    • In einen Raum mit Fenster gehen und die Tür schließen.
    • Türspalten mit Handtüchern, Decken oder Kleidung abdichten.
    • 112 wählen und genau sagen, wo du bist: Stockwerk, Raum, Fensterseite.
    • Am Fenster bemerkbar machen: winken, rufen, Licht oder ein helles Tuch. Fenster nur öffnen, wenn kein Rauch von außen hereinzieht. Nicht springen.
  4. Phase 4

    Danach

    • Wer Rauch eingeatmet hat, hustet, heiser ist oder Atemnot hat, braucht ärztliche Hilfe. Bei Verbrennungen den Rettungsdienst entscheiden lassen.
    • Erst wieder hinein, wenn die Feuerwehr es erlaubt.
    • Versicherung informieren, Schäden fotografieren, eine Unterkunft organisieren.
    • Über das Erlebte sprechen – auch mit Kindern. Angst und schlechter Schlaf in den Tagen danach sind häufig.

★ Profi-Tipps

Was Erfahrene anders machen: bewährtes Wissen aus Bergrettung, Feuerwehr, Wasserrettung und Zivilschutz, das Anfänger selten kennen.

  1. Nachts Zimmertüren schließen

    Eine geschlossene Tür hält Rauch und Hitze eine Zeit lang auf. Wer bei geschlossener Schlafzimmertür schläft, hat mehr Zeit, wenn es nachts brennt. Feuerwehren und Brandforscher werben deshalb dafür, Türen vor dem Schlafen zu schließen.

  2. Zwei Wege aus jedem Raum kennen

    Überleg für jedes Zimmer einen zweiten Weg, falls der Flur voller Rauch ist – meist ein Fenster, das man gut erreicht. Prüf, ob Fenster und Rollläden leicht aufgehen und nichts davor steht. Übt das einmal gemeinsam, auch nachts im Dunkeln.

  3. Vernetzte Rauchmelder, nach 10 Jahren neue

    In größeren Häusern hört man einen Rauchmelder im Keller oben oft nicht. Funkvernetzte Melder lösen alle gleichzeitig aus. Rauchmelder altern: Tausch sie nach etwa zehn Jahren aus, das Datum steht meist auf dem Gerät.

  4. Feuerlöscher: auf die Glut, nicht in die Flammen

    Zieh die Sicherung, richte den Strahl auf den Fuß des Feuers und lösche in kurzen Stößen hin und her. Wer in die Flammen spritzt, verschwendet das Löschmittel. Bleib so stehen, dass der Ausgang hinter dir ist.

  5. Tür seitlich und langsam öffnen

    Ist die Tür nicht heiß, stell dich seitlich dahinter, öffne sie nur einen Spalt und halte den Fuß dagegen. Kommt Rauch oder Hitze, kannst du sie sofort wieder zudrücken. So lernen es auch Feuerwehrleute.

Worauf du achten musst

  • Rauch statt Flammen

    Die meisten Menschen bei Wohnungsbränden werden durch Rauch gefährdet, nicht durch Feuer. Tief bleiben und Türen schließen hilft mehr als jeder Löschversuch.

  • Fettbrand

    Brennendes Fett oder Öl nie mit Wasser löschen – es kann explosionsartig auflodern. Deckel oder Löschdecke darauf, Herd aus, und wenn es nicht sofort erlischt: raus und 112.

  • Verrauchtes Treppenhaus

    Wer in ein verrauchtes Treppenhaus geht, kann darin die Orientierung und das Bewusstsein verlieren. Lieber in der Wohnung bleiben, Tür zu, 112 und ans Fenster.

  • Brennende Kleidung

    Fängt Kleidung Feuer: stehen bleiben, auf den Boden legen, Gesicht mit den Händen schützen und rollen, bis die Flammen aus sind. Nicht rennen.

  • Aufzüge

    Bei Feuer nie den Aufzug benutzen. Er kann stehen bleiben oder sich in einem verrauchten Stockwerk öffnen.

Häufige Fehler

  • Erst nachsehen, wo es brennt, oder Wertsachen zusammensuchen.
  • Brennendes Fett mit Wasser löschen.
  • Türen offen stehen lassen.
  • Zurück ins Haus gehen, um jemanden oder etwas zu holen.
  • Rauchmelder abklemmen, weil sie beim Kochen nerven.

Vorher vorbereiten

  • Rauchmelder in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren, regelmäßig testen.
  • Fluchtwege und einen Treffpunkt draußen mit allen besprechen und üben.
  • Feuerlöscher oder Löschdecke in der Küche, Gebrauchsanweisung vorher lesen.
  • Schlüssel für Wohnungstür und Fenstergitter griffbereit an einem festen Platz.
  • Fluchtwege und Treppenhaus frei von Gegenständen halten.

Besondere Rücksicht

Kinder
Kinder sollen wissen: bei Rauch nicht verstecken, sondern rufen und hinaus. Den Rauchmelderton gemeinsam anhören und den Weg zum Treffpunkt üben.
Menschen mit eingeschränkter Mobilität
Möglichst im Erdgeschoss oder nahe am Ausgang schlafen, Telefon am Bett, und mit Angehörigen oder Nachbarn absprechen, wer im Brandfall hilft.

Quellen

  • Home Fires · Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA)
  • Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness · U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA)
  • 112 – the European emergency number · European Commission

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Grundlagen für diese Situation

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Alle Regeln dieser Situation (6)
  1. [nicht aktiv] Wenn Was siehst du? = Kleiner Brand, gerade entstanden (z. B. Topf, Papierkorb)

    Einen kleinen Brand nur löschen, wenn du einen passenden Feuerlöscher oder eine Löschdecke hast, das Feuer klein ist und der Fluchtweg hinter dir frei bleibt. Brennendes Fett nie mit Wasser löschen: Deckel drauf, Herd aus. Wird es größer: raus und 112.

  2. [nicht aktiv] Wenn Was siehst du? = Feuer oder Rauch breiten sich aus

    Sofort hinaus. Im Rauch tief bleiben, wo die Luft besser ist, Türen schließen und draußen bleiben, bis die Feuerwehr es erlaubt.

  3. [nicht aktiv] Wenn Was siehst du? = Fluchtweg versperrt, Tür heiß

    In einem Raum mit Fenster bleiben, Tür schließen, Spalten mit Tüchern abdichten, 112 wählen und genau sagen, wo du bist. Am Fenster auf dich aufmerksam machen. Nicht springen.

  4. [nicht aktiv] Wenn Gebäude = Wohnung im Mehrfamilienhaus

    Ist das Treppenhaus verraucht, nicht hineingehen: Wohnungstür geschlossen halten, 112 wählen und am Fenster warten. Aufzüge nie benutzen.

  5. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Kinder

    Kinder verstecken sich bei Feuer oft unter Betten oder in Schränken. Sie bei der Flucht an der Hand nehmen, draußen sofort durchzählen und der Feuerwehr sagen, wer fehlt.

  6. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Jemand mit eingeschränkter Mobilität

    Wer nicht selbst hinauskommt, bleibt hinter einer geschlossenen Tür an einem Fenster. Beim Notruf sofort sagen, wo genau diese Person ist.