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Wanderer liegt im Schatten eines Baumes am Bach, Begleitung fächelt mit dem Hut Luft zu

Jemand wird beim Wandern in der Hitze schwach, schwindlig oder verwirrt

Schwindel, Schwäche, Kopfweh in der prallen Sonne: Das ist Hitzeerschöpfung. Kommt Verwirrtheit dazu, ist es ein Hitzschlag – Notruf und sofort kühlen.

Zuerst

  1. Sofort Pause: in den Schatten bringen, hinsetzen oder hinlegen, Rucksack ab, enge Kleidung öffnen.
  2. Ist die Person verwirrt, redet seltsam, torkelt, krampft oder wird bewusstlos: Das kann ein Hitzschlag sein – sofort Notruf 112 (in Österreich 144) und sofort kühlen.
  3. Kühlen: Haut mit Wasser nass machen und Luft zufächeln, nasse Tücher auf Nacken, Achseln und Leisten. Ist ein kühler Bach nahe, Beine und Körper hineinlegen – immer mit Aufsicht.
  4. Nur wenn die Person wach ist und gut schlucken kann: kleine Schlucke Wasser trinken lassen, am besten mit etwas Salz oder Zucker (z. B. Elektrolyt-Pulver).

Notruf wählen bei

  • Verwirrtheit, seltsames Verhalten, Torkeln oder Sprachstörung
  • Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit
  • Heiße Haut und die Person wird nicht klarer, obwohl ihr kühlt
  • Erbrechen, sodass sie nicht trinken kann
  • Keine deutliche Besserung nach etwa 30 Minuten Pause und Kühlen
  • Ein Kind, ein älterer oder kranker Mensch ist betroffen

Was gerade passiert

Ein steiler Anstieg in der Mittagssonne, wenig Schatten, zu wenig getrunken: Plötzlich wird jemand blass oder knallrot, schwitzt stark, klagt über Kopfweh, Übelkeit oder Schwindel und kann kaum noch weiter. Das ist meist eine Hitzeerschöpfung. Mit Pause, Schatten, Kühlen und Trinken erholt sich der Körper in der Regel.

Gefährlich wird es, wenn das Gehirn betroffen ist: Die Person wird verwirrt, redet seltsam, torkelt, wird aggressiv oder schläfrig, bekommt einen Krampfanfall oder wird bewusstlos. Das kann ein Hitzschlag sein – ein lebensbedrohlicher Notfall. Die Haut kann dabei heiß und trocken sein, aber auch noch nass vom Schweiß. Entscheidend ist das veränderte Verhalten.

Beim Hitzschlag zählt jede Minute: Je schneller die Körpertemperatur sinkt, desto besser die Aussichten. Darum gilt: Notruf und sofort kühlen, gleichzeitig. Am wirksamsten ist kühles Wasser über möglichst viel Haut – mit Luftzug zur Verdunstung oder, wenn möglich, Eintauchen in kühles Wasser bis zum Hals unter ständiger Aufsicht.

Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmten Medikamenten, Übergewichtige und alle, die noch nicht an die Hitze gewöhnt sind. Aber auch junge, fitte Menschen können bei großer Anstrengung einen Hitzschlag bekommen.

Schritt für Schritt

  1. Phase 1

    Sofort

    • Anhalten. Die Person in den Schatten bringen oder Schatten machen (Jacke, Rettungsdecke, Plane).
    • Rucksack ab, enge Kleidung öffnen, Mütze runter, Schuhe lockern.
    • Hinsetzen oder hinlegen, bei Schwindel Beine anheben.
    • Ansprechen und prüfen: Weiß die Person, wo sie ist? Antwortet sie normal? Wenn nicht – Notruf 112 / 144.
  2. Phase 2

    Kühlen und trinken

    • Haut mit Wasser nass machen – aus der Flasche, mit nassen Tüchern oder Kleidung – und kräftig Luft zufächeln.
    • Nasse, kühle Tücher auf Nacken, Achseln und Leisten legen und oft erneuern.
    • Ist ein kühler Bach nahe und das Ufer sicher: Beine und Körper ins Wasser legen, den Kopf immer sicher über Wasser halten, nie allein lassen.
    • Nur bei klarem Bewusstsein: kleine Schlucke trinken lassen, am besten mit etwas Salz und Zucker oder Elektrolyt-Pulver. Nicht in großen Mengen auf einmal.
    • Beim Verdacht auf Hitzschlag ununterbrochen weiter kühlen, bis die Rettung übernimmt.
  3. Phase 3

    Danach

    • Nach einer Hitzeerschöpfung die Tour beenden. Erst weitergehen, wenn es deutlich besser geht, und dann auf dem kürzesten Weg bergab – möglichst in der kühleren Tageszeit.
    • Gepäck auf andere verteilen, langsam gehen, oft Pause machen.
    • Wer einen Hitzschlag hatte, muss ins Krankenhaus – auch wenn es nach dem Kühlen besser scheint.
    • Am Abend und am nächsten Tag weiter genug trinken und Anstrengung meiden.

★ Profi-Tipps

Was Erfahrene anders machen: bewährtes Wissen aus Bergrettung, Feuerwehr, Wasserrettung und Zivilschutz, das Anfänger selten kennen.

  1. Unterarme ins kalte Wasser

    Halte Hände und Unterarme in einen kühlen Bach oder einen Topf mit Wasser. Dort fließt viel Blut dicht unter der Haut, und es kühlt den Körper spürbar. Feuerwehren nutzen das bei Einsätzen in der Hitze.

  2. Hut und Shirt im Bach nass machen

    Tauche an jedem Bach Hut, Halstuch oder Shirt ins Wasser und zieh es nass wieder an. Die Verdunstung kühlt dich beim Weitergehen. Das spart Trinkwasser und verhindert, dass du dich langsam überhitzt.

  3. Rettungsdecke als Sonnendach, nicht als Hülle

    Wickle eine überhitzte Person nicht in die Rettungsdecke – sie hält die Wärme fest. Spann sie stattdessen mit Abstand über die Person, damit Luft darunter durchziehen kann. Dann wirken Schatten und Fächeln zusammen.

  4. Urinfarbe als Trink-Anzeige

    Heller Urin heißt: du trinkst genug. Dunkler Urin oder kaum Harndrang bei viel Schwitzen heißt: mehr trinken, mit etwas Salz. Das ist zuverlässiger als das Durstgefühl, das bei Anstrengung oft hinterherhinkt.

  5. Den Schatten der Route einplanen

    Schau auf der Karte, welche Hänge nach Süden zeigen – dort brennt die Sonne am stärksten. Geh solche Anstiege früh am Morgen und plane die Mittagspause im Wald oder an einem Bach. Im Hochsommer kann sich der Körper erst nach ein bis zwei Wochen gut an Hitze gewöhnen.

Worauf du achten musst

  • Verwirrtheit ist das Alarmzeichen

    Nicht die Hautfarbe oder das Schwitzen entscheidet, sondern das Verhalten. Wer verwirrt ist, seltsam redet oder torkelt, braucht sofort Notruf und Kühlung.

  • Trinken bei Bewusstseinsstörung

    Einer verwirrten oder schläfrigen Person nichts einflößen – sie kann sich verschlucken. Kühlen ist dann wichtiger als Trinken.

  • Zu viel nur Wasser

    Wer bei langer Anstrengung sehr viel reines Wasser trinkt, aber nichts isst, kann einen Salzmangel bekommen. Zum Wasser gehört etwas Salziges oder ein Elektrolyt-Getränk.

  • Kühlen im Wasser – mit Vorsicht

    Eintauchen kühlt am schnellsten, aber nur in ruhigem, flachem Wasser, mit Menschen, die den Kopf halten. Eine bewusstlose Person nie ins Wasser legen, sondern am Ufer mit Wasser übergießen.

Häufige Fehler

  • „Nur noch bis zum Gipfel“ weitergehen, obwohl jemand schwächelt.
  • Bei Verwirrtheit erst abwarten, ob es besser wird.
  • Einer schläfrigen Person Wasser einflößen.
  • Den Hitzschlag-Patienten zuerst transportieren statt sofort zu kühlen.
  • Mit Eiswasser-Duschen oder Alkohol-Abreibungen experimentieren.
  • Nach einer Hitzeerschöpfung die Tour wie geplant fortsetzen.

Vorher vorbereiten

  • Bei Hitze früh am Morgen starten und die Mittagsstunden im Schatten verbringen.
  • Genug Wasser mitnehmen und Nachfüllmöglichkeiten (Hütten, Quellen) vorher prüfen.
  • Salzige Snacks oder Elektrolyt-Pulver einpacken.
  • Leichte, helle Kleidung, Sonnenhut und Sonnencreme.
  • Touren an heißen Tagen kürzer und schattiger planen; an die Hitze langsam gewöhnen.
  • Wer Medikamente nimmt oder Vorerkrankungen hat: vorher ärztlich besprechen, ob Hitze-Touren geeignet sind.

Besondere Rücksicht

Kinder
Kinder überhitzen schneller und merken Durst spät. Regelmäßig Trinkpausen machen – zum Beispiel bei jeder Wegmarkierung einen Schluck. Bei Kindern lieber früher umkehren und früher Hilfe rufen.
Ältere Menschen
Mit dem Alter lässt das Durstgefühl nach und der Körper reguliert die Temperatur schlechter. Auch Medikamente wie Entwässerungstabletten können das verstärken.

Quellen

  • Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Prevention and Treatment of Heat Illness: 2019 Update · Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society), 2019
  • European Resuscitation Council Guidelines 2021: First Aid · European Resuscitation Council – Resuscitation (journal), 2021
  • International First Aid, Resuscitation, and Education Guidelines 2020 · International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) – Global First Aid Reference Centre, 2020
  • Heat and health (fact sheet) · World Health Organization
  • 112 – the European emergency number · European Commission
  • Notrufnummern (oesterreich.gv.at) · Bundesministerium für Finanzen – Amtshelfer oesterreich.gv.at

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Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (7)
  1. [nicht aktiv] Wenn Was fällt dir auf? = Schwach, schwindlig, Kopfweh, Übelkeit – aber klar im Kopf

    Hitzeerschöpfung: mindestens eine längere Pause im Schatten, kühlen, trinken. Geht es nach etwa einer halben Stunde nicht deutlich besser oder wird es schlechter, Notruf. Die Tour heute nicht fortsetzen, sondern auf dem kürzesten Weg und in der kühleren Tageszeit absteigen.

  2. [nicht aktiv] Wenn Was fällt dir auf? = Verwirrt, seltsames Verhalten, Krampf oder bewusstlos

    Hitzschlag ist lebensgefährlich. Notruf und Kühlen gleichzeitig – kühlen ist wichtiger als alles andere, bis die Rettung da ist. Nichts zu trinken geben, wenn die Person nicht klar ist. Bewusstlos mit normaler Atmung: stabile Seitenlage, weiter kühlen.

  3. [nicht aktiv] Wenn Schatten = Offenes Gelände, kein Schatten

    Schatten selbst machen: Rettungsdecke, Jacke oder Plane über Stöcke spannen, Abstand zum heißen Boden halten (auf den Rucksack legen).

  4. [nicht aktiv] Wenn Trinkwasser = Fast nichts mehr

    Das restliche Wasser bekommt die kranke Person – zum Trinken, wenn sie wach ist, und zum Nassmachen der Haut. Die anderen ruhen im Schatten statt Wasser zu suchen, bis es kühler wird.

  5. [nicht aktiv] Wenn Trinkwasser = Genug dabei

    Wasser großzügig zum Kühlen verwenden: Verdunstung auf nasser Haut kühlt stark, besonders mit Luftzug.

  6. [nicht aktiv] Wenn Wer ist betroffen? = Kind

    Kinder merken Durst und Überhitzung oft spät und sagen es nicht. Rotes Gesicht, Quengeln oder plötzliche Müdigkeit ernst nehmen. Bei Kindern früher Notruf wählen.

  7. [nicht aktiv] Wenn Wer ist betroffen? = Älterer oder kranker Mensch

    Ältere Menschen und Menschen mit Herz-, Kreislauf- oder Nierenerkrankungen und bestimmten Medikamenten sind besonders gefährdet. Beim Notruf Vorerkrankungen und Medikamente nennen.