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Person steht mit Telefon in Abstand vor einem Wohnhaus mit offener Tür und offenen Fenstern

Es riecht nach Gas

Ein Geruch wie faule Eier im Treppenhaus. Jetzt nichts anschalten, nichts ausschalten – raus und von draußen anrufen.

Zuerst

  1. Keine Flammen, nicht rauchen, keine Lichtschalter, Klingeln oder Elektrogeräte betätigen – auch nicht ausschalten.
  2. Fenster und Türen öffnen, wenn das schnell auf dem Weg nach draußen geht.
  3. Den Gashaupthahn schließen, wenn er gut und gefahrlos erreichbar ist.
  4. Das Gebäude verlassen, Nachbarn durch Klopfen warnen und erst draußen telefonieren: 112 oder die Störungsnummer des Gasversorgers.

Notruf wählen bei

  • Starker Gasgeruch oder Zischen
  • Gasgeruch im Treppenhaus oder auf der Straße
  • Jemand fühlt sich unwohl oder ist benommen
  • Du weißt nicht, wo der Geruch herkommt

Was gerade passiert

Erdgas ist von Natur aus geruchlos. Damit Lecks auffallen, wird ihm ein Geruchsstoff beigemischt, der oft als faulig oder nach Schwefel beschrieben wird. Wer diesen Geruch bemerkt, sollte ihn immer ernst nehmen – auch wenn er schwach ist.

Gefährlich ist ausströmendes Gas vor allem, weil es mit Luft ein entzündliches Gemisch bilden kann. Schon ein Funke kann reichen: ein Lichtschalter, eine Klingel, ein Stecker, ein Feuerzeug. Deshalb lauten die Regeln: keine Flammen, keine Schalter, keine Geräte – und auch nichts ausschalten.

Behörden empfehlen, Fenster und Türen zu öffnen, wenn das schnell geht, den Gashaupthahn zu schließen, wenn er gefahrlos erreichbar ist, das Gebäude zu verlassen und erst draußen anzurufen – beim Notruf 112 oder bei der Störungsnummer des Gasversorgers.

Diese Seite hilft, die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge zu machen. Reparaturen und die Suche nach dem Leck gehören in die Hände von Fachleuten.

Schritt für Schritt

Es riecht nach Gas – Phase 1 von 4Sofort: keine Funken. Keine Flammen, nicht rauchen, kein Feuerzeug. Keine Lichtschalter, Klingeln, Stecker oder Elektrogeräte betätigen – auch nicht ausschalten. Im Gebäude nicht telefonieren. Ruhig bleiben und die anderen im Haushalt leise, aber deutlich informieren.
Phase 1 von 4

Phase 1 von 4

Sofort: keine Funken

Keine Flammen, nicht rauchen, kein Feuerzeug. Keine Lichtschalter, Klingeln, Stecker oder Elektrogeräte betätigen – auch nicht ausschalten. Im Gebäude nicht telefonieren. Ruhig bleiben und die anderen im Haushalt leise, aber deutlich informieren.

Die Animation zeigt schematisch die wichtigsten Handlungen jeder Phase; maßgeblich ist der Text darunter.

  1. Phase 1

    Sofort: keine Funken

    • Keine Flammen, nicht rauchen, kein Feuerzeug.
    • Keine Lichtschalter, Klingeln, Stecker oder Elektrogeräte betätigen – auch nicht ausschalten.
    • Im Gebäude nicht telefonieren.
    • Ruhig bleiben und die anderen im Haushalt leise, aber deutlich informieren.
  2. Phase 2

    Lüften und Gas abstellen

    • Fenster und Türen weit öffnen, wenn das schnell auf dem Weg nach draußen geht.
    • Den Gashaupthahn schließen, wenn du weißt, wo er ist, und er gefahrlos erreichbar ist.
    • Bei starkem Geruch oder Zischen nichts davon versuchen – sofort hinaus.
    • Keine Zeit mit der Suche nach dem Leck verlieren.
  3. Phase 3

    Hinaus und Nachbarn warnen

    • Alle Menschen und Haustiere verlassen das Gebäude.
    • Nachbarn durch Klopfen warnen, nicht klingeln.
    • Kein Licht im Treppenhaus schalten, keinen Aufzug benutzen.
    • Draußen Abstand zum Gebäude halten.
  4. Phase 4

    Von draußen anrufen und warten

    • Erst draußen telefonieren: Notruf 112 oder Störungsnummer des Gasversorgers.
    • Adresse nennen, wo es riecht, wie stark, ob jemand Beschwerden hat und ob noch jemand im Gebäude ist.
    • Wer Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit hat, bleibt an der frischen Luft und meldet das beim Notruf.
    • Erst wieder hinein, wenn Feuerwehr oder Gasversorger es erlauben.

★ Profi-Tipps

Was Erfahrene anders machen: bewährtes Wissen aus Bergrettung, Feuerwehr, Wasserrettung und Zivilschutz, das Anfänger selten kennen.

  1. Hebel quer zum Rohr heißt „zu“

    Die Hauptabsperreinrichtung für Gas ist oft ein Kugelhahn mit Hebel. Steht der Hebel längs zum Rohr, ist das Gas offen, steht er quer, ist es zu. Schau dir das an, bevor etwas passiert, damit du im Ernstfall nicht überlegen musst.

  2. Flüssiggas sammelt sich unten

    Erdgas aus der Leitung ist leichter als Luft und steigt nach oben. Flüssiggas aus Flaschen, etwa Propan für Grill, Wohnwagen oder Campingkocher, ist schwerer und sammelt sich in Kellern, Gruben und am Boden. Dort kann es lange bleiben, auch wenn man oben nichts mehr riecht.

  3. Nicht denken, jemand anderes hat schon angerufen

    Riechst du Gas im Treppenhaus oder auf der Straße, melde es – auch wenn andere es bestimmt auch merken. Oft glaubt jeder, ein anderer habe schon angerufen. Ein Anruf zu viel stört die Feuerwehr oder den Gasversorger nicht.

  4. Störungsnummer steht oft am Zähler

    Die Störungsnummer des Gasnetzbetreibers steht oft auf einem Aufkleber am Gaszähler, auf der Rechnung oder im Hausflur. Speicher sie jetzt im Handy. Im Notfall rufst du sie erst draußen an – oder einfach 112.

Worauf du achten musst

  • Ausschalten ist auch schalten

    Auch beim Ausschalten eines Geräts oder beim Ziehen eines Steckers kann ein Funke entstehen. Alles so lassen, wie es ist.

  • Klingeln

    Türklingeln sind elektrische Schalter. Im Haus deshalb an Türen klopfen, um Nachbarn zu warnen.

  • Gewöhnung an den Geruch

    Die Nase gewöhnt sich an Gerüche. Ein Geruch, der „nachlässt“, ist kein Zeichen, dass die Gefahr vorbei ist.

  • Nicht selbst reparieren

    Arbeiten an Gasleitungen und Gasgeräten sind Fachleuten vorbehalten – auch nach dem Einsatz.

Häufige Fehler

  • Licht anschalten, um besser zu sehen.
  • Im Gebäude telefonieren.
  • Bei Nachbarn klingeln.
  • Selbst nach dem Leck suchen.
  • Vor der Freigabe zurück in die Wohnung gehen.

Vorher vorbereiten

  • Wissen, wo der Gashaupthahn ist und wie er geschlossen wird.
  • Die Störungsnummer des Gasversorgers im Handy speichern.
  • Gasgeräte regelmäßig von Fachleuten warten lassen.
  • Allen im Haushalt erklären: Gasgeruch – keine Schalter, raus, draußen anrufen.
  • Ein CO-Melder ergänzt den Schutz bei Gasgeräten, ersetzt aber nicht die Nase für Gasgeruch.

Besondere Rücksicht

Kinder
Kinder kennen den Geruch oft nicht. Ihnen erklären, dass sie bei einem fauligen Geruch nichts anschalten und sofort einem Erwachsenen Bescheid sagen.
Menschen mit eingeschränktem Geruchssinn
Wer schlecht riecht, kann einen Gasmelder nutzen und Nachbarn bitten, auf ungewöhnliche Gerüche zu achten.

Quellen

Deine Lage

Wo riecht es?
Wie stark?
Geht es allen gut?

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Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (4)
  1. [nicht aktiv] Wenn Wie stark? = Stark oder Zischen zu hören

    Bei starkem Geruch oder Zischen nichts mehr im Haus erledigen: sofort hinaus, Abstand halten und von draußen 112 wählen.

  2. [nicht aktiv] Wenn Wo riecht es? = Im Treppenhaus oder Keller

    Im Treppenhaus nicht klingeln und kein Licht schalten. An Wohnungstüren klopfen, das Haus verlassen und draußen 112 wählen.

  3. [nicht aktiv] Wenn Wo riecht es? = Draußen auf der Straße

    Abstand halten, nicht rauchen, die Stelle melden (112 oder Gasversorger) und Anweisungen der Einsatzkräfte folgen.

  4. [nicht aktiv] Wenn Geht es allen gut? = Jemand hat Kopfschmerzen, Schwindel oder ist benommen

    Wer sich unwohl fühlt, gehört sofort an die frische Luft. Beim Notruf sagen, wie es den Betroffenen geht. Bewusstlose Personen, die normal atmen, in die stabile Seitenlage bringen, wie im Erste-Hilfe-Kurs gelernt.