Kindersicherheit bei Stromausfall: Licht, Wärme, Generator
Bei einem Stromausfall entstehen neue Gefahren im Haushalt – gerade für Kinder: Kerzen, Gaskocher, provisorische Heizungen, ein Generator, dunkle Treppen und Kabelsalat von Powerbanks. Die Grundregeln: Licht aus Batterien statt Flammen, alle Verbrennungsgeräte außerhalb der Reichweite und nie in Innenräumen, und jedes Kind hat eine eigene Taschenlampe.
- Vorbereitung 1 Stunde

Einfach erklärt
Wenn der Strom ausfällt, wird es dunkel, und manchmal auch kalt. Viele Leute zünden dann Kerzen an oder holen einen Gaskocher heraus. Genau dadurch entstehen aber neue Gefahren: Kerzen können umfallen und etwas in Brand setzen, und Geräte, die etwas verbrennen, geben ein giftiges Gas ab, das man nicht riechen kann. Es heißt Kohlenmonoxid.
Deshalb gilt bei Stromausfall: Licht aus Batterien statt Flammen. Jedes Kind bekommt seine eigene Taschen- oder Stirnlampe, die es selbst an- und ausmachen kann und die immer am selben Platz liegt, zum Beispiel neben dem Bett. Dann kann sich niemand im Dunkeln verlaufen oder auf der Treppe stolpern.
Ganz wichtig: Grills, Campingkocher und Generatoren gehören niemals ins Haus, auch nicht in die Garage. Wenn jemand Kopfweh bekommt, sich übel oder schwindelig fühlt, sofort alle an die frische Luft und den Notruf wählen (112 in der EU).
Warum ein Stromausfall neue Gefahren bringt
Im Alltag ist ein Zuhause für Kinder meist gut gesichert: Steckdosen sind geschützt, Treppen beleuchtet, offene Flammen selten. Ein Stromausfall verändert das schlagartig. Plötzlich gibt es Kerzen, Gaskocher, provisorische Heizversuche, vielleicht einen Generator vor dem Haus und einen Kabelsalat von Powerbanks. Kinder sind im Dunkeln neugierig und abgelenkt, Erwachsene gestresst – eine Kombination, in der Unfälle leicht passieren.
Der Grundgedanke ist deshalb einfach: Gefahren, die es im Alltag nicht gibt, werden gar nicht erst ins Haus geholt oder vorab aus dem Weg geräumt. Licht ohne Flamme, Wärme ohne Verbrennung im Raum und klare Zonen, die Kinder nicht betreten. Je mehr davon vorbereitet ist, bevor der Strom ausfällt, desto weniger muss im Dunkeln improvisiert werden.
Sicherheit: Kohlenmonoxid
Kohlenmonoxid, kurz CO, entsteht, wenn Brennstoffe wie Gas, Holzkohle oder Benzin verbrennen. Das Gas ist unsichtbar und geruchlos und verdrängt im Blut den Sauerstoff. Deshalb ist es so gefährlich: Man merkt es nicht, bis es Beschwerden macht. Kinder sind besonders gefährdet. Generatoren, Grills und Campingkocher dürfen niemals in der Wohnung, im Keller, in der Garage oder auf einem geschlossenen Balkon laufen – auch nicht „nur kurz“ und auch nicht bei offenem Tor oder Fenster.
Ein Generator steht, wenn überhaupt, nur draußen und weit weg von Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen, damit die Abgase nicht ins Haus ziehen. Kinder halten Abstand. Wie man einen Generator sicher anschließt und betreibt, ist ein eigenes Thema für Fachleute und die Anleitung des Herstellers; dieser Eintrag gibt dazu keine Anleitung. Ein Kohlenmonoxid-Melder mit Batterie warnt auch bei Stromausfall.
Wenn jemand Kopfschmerzen bekommt, sich übel, benommen oder schwindelig fühlt, besonders wenn mehrere Personen gleichzeitig betroffen sind: sofort alle an die frische Luft und den örtlichen Notruf wählen (112 in der EU). Nicht im Haus bleiben, um nach der Ursache zu suchen.
Licht ohne Flamme
Kerzen und Öllampen verursachen immer wieder Brände und Verbrennungen – im Dunkeln, wenn Kinder herumlaufen, erst recht. Am besten verzichtest du ganz darauf. Für Räume eignen sich Batterielaternen, die man auf den Tisch stellen kann; für Wege und Hände Taschen- und Stirnlampen. Streichhölzer, Feuerzeuge, Brennstoffe und Gaskartuschen werden kindersicher weggeschlossen.
Jedes Kind bekommt eine eigene Lampe, die es selbst bedienen kann. Ein Kind mit eigenem Licht fühlt sich viel sicherer und muss nicht im Dunkeln nach den Eltern suchen. Wichtig ist ein fester Platz, etwa am Bett, damit die Lampe auch nachts sofort gefunden wird. Prüfe Lampen und Batterien regelmäßig, zum Beispiel beim Jahreszeiten-Check.
Leuchte Treppen und Flure mit Batterielicht aus, räum Kabel, Spielzeug und andere Stolperfallen aus dem Weg und schließ Treppenschutzgitter, wo es welche gibt. Powerbanks und Ladekabel liegen am besten an einem Ort, an dem niemand darüber fällt.
Warm bleiben und gut erklären
Wird es bei einem Ausfall im Winter kalt, zieht die Familie in einen Raum zusammen, am besten einen kleinen, gut gedämmten. Mehrere Kleidungsschichten, Mützen, Decken und Schlafsäcke halten warm. Improvisierte Heizgeräte, etwa ein Grill, ein Gasherd oder ein Campingkocher zum Heizen, sind in der Wohnung tabu. Ist ein Kind auf strombetriebene medizinische Geräte angewiesen, braucht es einen eigenen Plan, den man vorher mit Ärztin oder Arzt und dem Netzbetreiber bespricht.
Kinder kommen mit einem Stromausfall viel besser zurecht, wenn sie verstehen, was los ist. Erkläre kurz und ruhig, was passiert ist und welche Regeln jetzt gelten. Aus der Situation kann sogar etwas Schönes werden: ein Spieleabend mit Taschenlampen, Schattenfiguren an der Wand oder eine Geschichte im Lampenlicht. So bleibt ein Stromausfall eher als Abenteuer in Erinnerung als als Schreck.
Typische Fehler
Die häufigsten Fehler sind gut gemeint: eine Kerze im Kinderzimmer, damit das Kind keine Angst hat; der Generator in der Garage „mit offenem Tor“; der Grill, der zum Heizen in die Wohnung geholt wird; nur eine einzige Taschenlampe für die ganze Familie. Jeder dieser Punkte lässt sich mit etwas Vorbereitung vermeiden.
Vorbereitung heißt hier vor allem: genug Batterielicht für alle, funktionierende Rauch- und CO-Melder, weggeschlossene Feuerzeuge und Brennstoffe und ein Plan, welcher Raum im Winter der warme Raum ist. Ausführliche Hinweise zu Licht, Generatoren und Kommunikation bei Stromausfall findest du in der Welt Blackout.
Schritt für Schritt
Eigene Lampe
Jedem Kind eine Taschen- oder Stirnlampe geben, die es selbst bedienen kann, und einen festen Platz dafür, etwa am Bett.
- 1
Eigene Lampe
Jedem Kind eine Taschen- oder Stirnlampe geben, die es selbst bedienen kann, und einen festen Platz dafür, etwa am Bett.
- 2
Keine Flammen
Batterielaternen für Räume statt Kerzen. Streichhölzer und Feuerzeuge wegschließen.
- 3
Gefahrenzonen
Generator nur draußen, weit weg von Fenstern und Türen; Kinder bleiben fern. Kochstelle mit Kocher nur unter Aufsicht und mit Abstand.
- 4
Warm halten
Ein Raum für alle, Schichten, Decken, Schlafsäcke. Keine improvisierten Heizgeräte.
- 5
Wege sichern
Treppen und Flure mit Batterielicht ausleuchten, Kabel und Gegenstände aus dem Weg räumen, Treppenschutzgitter schließen.
- 6
Erklären
Kurz und ruhig erklären, was passiert ist und welche Regeln gelten; einen Spieleabend mit Taschenlampe daraus machen.
Häufige Fehler
- Kerzen im Kinderzimmer
- Generator in der Garage mit offener Tür
- Grill zum Heizen in die Wohnung holen
- Nur eine Taschenlampe für die ganze Familie
Kurzüberblick
Material
Stirnlampe / Taschenlampe
Eine pro Kind
Batterie-Laterne / LED-Leuchte
Kohlenmonoxidmelder
Ersetzt nicht die Regel, Verbrennungsgeräte nie in Innenräumen zu betreiben. Batteriebetrieben oder mit Batterie-Backup wählen.
Rauchwarnmelder
Regelmäßig testen; nie die Batterie für andere Zwecke entnehmen.
Geeignet für
- Familien mit kleinen Kindern
- Längere Stromausfälle
- Winterliche Ausfälle mit Heizproblemen
Ungeeignet für
- Improvisierte Heizungen mit Grill, Gasherd oder Campingkocher in der Wohnung – nie
Voraussetzungen
- Batterielicht für jedes Familienmitglied
- Funktionierende Rauch- und CO-Melder
Sicherheit
- Kerzen und Öllampen verursachen Brände und Verbrennungen. Möglichst ganz darauf verzichten; wenn doch, nie unbeaufsichtigt und außer Reichweite von Kindern und Haustieren.
- Brennstoffe, Gaskartuschen und Feuerzeuge kindersicher verschlossen lagern.
So funktioniert es
Im Dunkeln und in Ausnahmesituationen sind Kinder neugierig und abgelenkt, Erwachsene gestresst. Gefahren, die man im Alltag nicht hat – offene Flammen, Abgase, Stolperfallen –, werden deshalb vorab aus dem Weg geräumt: Licht ohne Flamme, Wärme ohne Verbrennung im Raum, klare Zonen, die Kinder nicht betreten.
Vorteile
- Verhindert Brände, Verbrennungen und CO-Vergiftungen
- Kinder fühlen sich sicherer mit eigenem Licht
Nachteile
- Erfordert Vorrat an Lampen und Batterien
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Ready.gov rät bei Stromausfällen zu Taschenlampen statt Kerzen und warnt wie die CDC davor, Generatoren, Grills oder Campingkocher in Innenräumen zu nutzen.
Ausführliche Hinweise zu Licht, Generator und Kommunikation im Stromausfall stehen in der Welt Blackout.
Varianten
- Strombetriebene Geräte
- Ist ein Kind auf strombetriebene medizinische Geräte angewiesen, gilt ein eigener Notfallplan mit Ärztin, Arzt und Netzbetreiber.
Häufige Fehler
- Kerzen im Kinderzimmer
- Generator in der Garage mit offener Tür
- Grill zum Heizen in die Wohnung holen
- Nur eine Taschenlampe für die ganze Familie
Grenzen und Risiken
- Keine Anleitung zum Generatorbetrieb
- Keine medizinische Beratung bei CO-Vergiftung
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Stirnlampe / Taschenlampe
- Mobiltelefon (Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.), Batterie-Laterne / LED-Leuchte
- Batterie-Laterne / LED-Leuchte
- Stirnlampe / Taschenlampe, Mobiltelefon (Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Power Outages
Taschenlampen statt Kerzen, Generatoren nur im Freien
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
Keine Generatoren, Grills oder Kocher in Innenräumen; CO-Melder