Kohlenmonoxid: warum es so gefährlich ist
Kohlenmonoxid (CO) entsteht, wenn Brennstoff unvollständig verbrennt. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos und bindet sich viel stärker an den roten Blutfarbstoff als Sauerstoff. Dadurch erstickt der Körper von innen, oft ohne dass Betroffene es merken. Schutz: Verbrennung nie in geschlossenen Räumen, CO-Melder, bei Verdacht sofort an die frische Luft und Notruf.
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Einfach erklärt
Kohlenmonoxid, kurz CO, ist ein Gas, das entsteht, wenn etwas nicht vollständig verbrennt – zum Beispiel in einem Ofen, einem Grill, einem Kocher, einem Stromgenerator oder einem Automotor. Das Gefährliche: Man kann es nicht sehen, nicht riechen und nicht schmecken. Es ist wie ein unsichtbarer Dieb.
In deinem Blut gibt es winzige „Transportwagen“, die Sauerstoff aus der Lunge zu allen Teilen des Körpers bringen. Sie heißen Hämoglobin. CO setzt sich viel lieber auf diese Wagen als Sauerstoff und bleibt dort hartnäckig sitzen. Dann ist kein Platz mehr für Sauerstoff, und der Körper bekommt zu wenig davon, obwohl man ganz normal atmet. Man bekommt Kopfweh, wird schwindelig, müde und übel – es fühlt sich an wie eine Grippe.
Das Wichtigste: Grill, Kocher, Generator oder Feuer nie in Wohnung, Keller, Garage, Zelt oder Auto benutzen – auch nicht bei offenem Fenster. Wenn ein CO-Melder piept oder mehrere Menschen gleichzeitig Kopfweh und Schwindel bekommen: sofort alle nach draußen und die lokale Notrufnummer anrufen (112 in der EU).
Wie es funktioniert
Bei vollständiger Verbrennung verbindet sich jedes Kohlenstoffatom mit zwei Sauerstoffatomen zu Kohlendioxid (CO₂). Fehlt Sauerstoff, oder wird die Flamme abgekühlt, etwa durch einen kalten Kochtopf oder schlechte Luftzufuhr, bleibt die Reaktion auf halbem Weg stehen: Es entsteht Kohlenmonoxid (CO) mit nur einem Sauerstoffatom. In einem geschlossenen Raum verbraucht ein Feuer außerdem nach und nach den Sauerstoff, sodass die Verbrennung immer unvollständiger wird.
CO ist ungefähr so schwer wie Luft und verteilt sich deshalb im ganzen Raum, statt sich gezielt am Boden oder an der Decke zu sammeln. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos. Der Geruch, den man bei Rauch oder Abgasen wahrnimmt, stammt von anderen Stoffen; ein Gerät oder ein Holzkohlegrill kann viel CO abgeben, ohne dass es auffällig riecht.
Was CO im Körper macht
Sauerstoff wird im Blut vom roten Blutfarbstoff Hämoglobin transportiert. CO bindet sich an genau dieselbe Stelle, und zwar um ein Vielfaches stärker als Sauerstoff – in der Größenordnung von rund 200-mal. Deshalb reichen schon geringe Mengen CO in der Atemluft, um über die Zeit einen großen Teil der Transportplätze zu besetzen. Das CO löst sich nur langsam wieder.
Die Organe, die am meisten Sauerstoff brauchen, leiden zuerst: Gehirn und Herz. Die ersten Zeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit und Benommenheit. Weil sie einer Grippe oder einem verdorbenen Magen ähneln, werden sie oft falsch gedeutet. Ein wichtiger Hinweis: Mehrere Personen oder auch Haustiere sind gleichzeitig betroffen, und draußen an der frischen Luft wird es besser.
Gefährlich ist auch, dass CO das Denken trübt. Wer betroffen ist, wird schläfrig und verwirrt und erkennt die Gefahr womöglich nicht mehr rechtzeitig. Besonders tückisch ist das im Schlaf, wenn man die Zeichen gar nicht bemerkt.
Typische Situationen
CO-Vergiftungen häufen sich bei Stromausfällen und Kälteeinbrüchen, wenn Menschen improvisiert heizen oder kochen: mit einem Holzkohlegrill in der Wohnung, einem Gasheizstrahler ohne Abgasführung oder einem Generator in Keller oder Garage. Auch bei geöffnetem Fenster oder Garagentor ist das gefährlich, weil sich das Gas schneller ansammeln kann, als es abzieht.
Beim Camping ist der Kocher oder ein glimmender Grill im geschlossenen Zelt eine bekannte Gefahr. Bei einem eingeschneiten Auto mit laufendem Motor können Abgase in den Innenraum gelangen, wenn der Auspuff zugeschneit ist. Zu Hause können defekte oder schlecht gewartete Öfen, Thermen und Kamine CO freisetzen.
Sicherheit: darauf musst du achten
Die wichtigste Regel: Grills, Holzkohle, Gaskocher, Heizstrahler ohne Abgasführung und Generatoren nie in Wohnräumen, Kellern, Garagen, Zelten oder Fahrzeugen betreiben – auch nicht bei geöffnetem Fenster. Feuerstätten und Heizgeräte regelmäßig von Fachleuten prüfen lassen.
In Räumen mit Feuerstätten schützt ein CO-Melder, installiert und getestet nach Herstellerangaben. Ein Rauchmelder erkennt kein CO, das sind zwei verschiedene Geräte. Bei Verdacht auf CO – der Melder schlägt an oder mehrere Menschen haben Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit – sofort alle an die frische Luft bringen, den Raum nicht wieder betreten und die lokale Notrufnummer wählen (112 in der EU). Erst zurückkehren, wenn Feuerwehr oder Fachleute den Raum geprüft haben.
Gut zu wissen
Kohlenmonoxid und Kohlendioxid werden oft verwechselt, weil die Namen ähnlich klingen. Kohlendioxid (CO₂) atmen wir selbst ständig aus; in großen Mengen verdrängt es den Sauerstoff, in normalen Mengen ist es harmlos. Kohlenmonoxid (CO) ist dagegen schon in kleinen Mengen giftig, weil es den Sauerstofftransport im Blut blockiert.
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass man CO am Rauch erkennen könne. Rauch zeigt nur, dass etwas unvollständig verbrennt – CO kann aber auch ganz ohne sichtbaren Rauch entstehen, etwa bei glühender Holzkohle oder einem Gasgerät. Auf die eigenen Sinne kann man sich hier nicht verlassen, auf einen funktionierenden CO-Melder schon eher.
Schritt für Schritt
Quellen kennen
Öfen, Thermen, Kamine, Grills, Kocher, Generatoren, Fahrzeugmotoren – jede Flamme und jeder Verbrennungsmotor.
- 1
Quellen kennen
Öfen, Thermen, Kamine, Grills, Kocher, Generatoren, Fahrzeugmotoren – jede Flamme und jeder Verbrennungsmotor.
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CO-Melder
In Räumen mit Feuerstätten CO-Melder nach Herstellerangaben installieren und testen. Ein Rauchmelder erkennt kein CO.
- 3
Zeichen ernst nehmen
Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit – besonders wenn mehrere Personen oder Haustiere gleichzeitig betroffen sind und es draußen besser wird.
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Raus und Notruf
Sofort an die frische Luft, Notruf absetzen, Feuerwehr oder Fachleute prüfen lassen, bevor man zurückkehrt.
Häufige Fehler
- Sich auf den Geruch verlassen
- Grill zum Heizen ins Haus holen
- Generator in der Garage bei offenem Tor laufen lassen
- Kocher im geschlossenen Zelt
Kurzüberblick
Material
Kohlenmonoxidmelder
Ersetzt nicht die Regel, Verbrennungsgeräte nie in Innenräumen zu betreiben. Batteriebetrieben oder mit Batterie-Backup wählen.
Geeignet für
- Heizen und Kochen bei Stromausfall
- Zelt- und Fahrzeugnutzung im Winter
Ungeeignet für
- Medizinische Behandlung
Voraussetzungen
- Keine
So funktioniert es
Bei vollständiger Verbrennung entsteht aus Kohlenstoff Kohlendioxid. Fehlt Sauerstoff oder kühlt die Flamme ab, entsteht stattdessen Kohlenmonoxid. Im Blut bindet CO an das Hämoglobin, und zwar um ein Vielfaches stärker als Sauerstoff – in der Größenordnung von rund 200-mal. Schon geringe Konzentrationen in der Atemluft blockieren so über Zeit einen großen Teil der Sauerstofftransportkapazität. Weil man CO nicht wahrnimmt und die ersten Symptome grippeähnlich sind, wird es oft zu spät erkannt.
Vorteile
- CO-Melder sind günstig und wirksam
Nachteile
- Nicht wahrnehmbar
- Symptome werden verwechselt
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Die WHO-Leitlinien zur Innenraumluftqualität behandeln Kohlenmonoxid ausführlich, die US-Gesundheitsbehörde CDC gibt Hinweise zur Vorbeugung von CO-Vergiftungen, etwa bei Stromausfällen. Physiologie-Lehrbücher beschreiben die starke Bindung von CO an Hämoglobin.
CO-Vergiftungen häufen sich bei Stromausfällen und Kälteeinbrüchen, wenn improvisiert geheizt wird.
Varianten
- Eingeschneites Auto
- Läuft der Motor, muss der Auspuff frei von Schnee sein, sonst können Abgase in den Innenraum gelangen – siehe Fahrzeugpanne im Winter.
Häufige Fehler
- Sich auf den Geruch verlassen
- Grill zum Heizen ins Haus holen
- Generator in der Garage bei offenem Tor laufen lassen
- Kocher im geschlossenen Zelt
Grenzen und Risiken
- Keine medizinische Behandlung
- Keine Grenzwerte
Quellen
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
Entstehung, Quellen und Wirkung von Kohlenmonoxid
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
Vorbeugung, keine Verbrennungsgeräte in Innenräumen, CO-Melder
John E. Hall – Elsevier: Guyton and Hall Textbook of Medical Physiology
Bindung von CO an Hämoglobin
European Commission: 112 – the European emergency number
Europäische Notrufnummer 112