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Technik

Rettungsgriff: eine Person aus der Gefahrenzone bringen

Liegt jemand auf einer Straße, neben einem brennenden Auto oder unter einer drohenden Gefahr, muss die Person zuerst aus der Gefahrenzone – auch wenn sie verletzt ist. Der Rettungsgriff (in Österreich und Deutschland nach seinem Erfinder Rautekgriff genannt) wird in jedem Erste-Hilfe-Kurs geübt. Hier lernst du, wann du ihn einsetzt, wie er geht und wann du dich selbst nicht in Gefahr bringen darfst.

Schwierigkeit
Grundkenntnisse
Aufwand
1–2 Minuten
Risikostufe
Sicherheitsrelevant
Fehler melden

Einfach erklärt

Manchmal liegt ein verletzter Mensch an einem gefährlichen Ort, zum Beispiel auf einer Straße. Dann muss er zuerst dort weg.

Mit dem Rettungsgriff hebst du nur den Oberkörper an und ziehst die Person rückwärts in Sicherheit. Die Beine schleifen am Boden, so ist es nicht zu schwer.

Aber: Du selbst darfst nie in Rauch, Gas, Wasser oder an Strom gehen. Dann rufst du die Feuerwehr.

Wie es funktioniert

Du greifst von hinten unter den Achseln durch und hältst einen Unterarm der Person vor ihrer Brust fest. So liegt ihr Oberkörper sicher an dir, und der Kopf ist gestützt.

Weil du nur einen Teil des Gewichts trägst und aus den Beinen hebst, schaffen auch kleinere Helfer eine größere Person ein paar Meter weit.

Worauf es ankommt

Erst die Lage prüfen: Ist es für mich sicher?

Daumen nicht um den Arm klammern, alle Finger oben.

Rücken gerade, aus den Beinen heben, kleine Schritte rückwärts.

Sicherheit: darauf musst du achten

Nur bei akuter Gefahr bewegen. Ohne Gefahr die Person liegen lassen und am Ort versorgen.

Unfallstelle absichern und Notruf wählen.

Den Griff übt man am besten in einem Erste-Hilfe-Kurs. Im Notfall: 112 (in Österreich auch 144).

Schritt für Schritt

Rettungsgriff: eine Person aus der Gefahrenzone bringen

Schritt 1 von 6

Lage prüfen und absichern

Ist es für dich sicher? Unfallstelle absichern, laut um Hilfe rufen und, wenn möglich, jemanden den Notruf wählen lassen.

  1. 1

    Lage prüfen und absichern

    Ist es für dich sicher? Unfallstelle absichern, laut um Hilfe rufen und, wenn möglich, jemanden den Notruf wählen lassen.

  2. 2

    Person aufsetzen

    Knie dich hinter den Kopf der Person, schieb deine Hände unter Nacken und Schultern und richte den Oberkörper auf. Stütz ihn mit deinen Knien im Rücken.

  3. 3

    Rettungsgriff ansetzen

    Greif von hinten unter beiden Achseln durch und fass einen Unterarm der Person, der quer vor ihrer Brust liegt, mit beiden Händen. Alle Finger und Daumen liegen dabei oben.

  4. 4

    Anheben

    Geh in die Hocke, Rücken gerade, und richte dich aus den Beinen auf. Der Oberkörper der Person liegt dabei auf deinen Oberschenkeln.

  5. 5

    Rückwärts aus der Gefahr

    Geh mit kleinen Schritten rückwärts, bis ihr sicher außerhalb der Gefahrenzone seid. Schau dich zwischendurch um.

  6. 6

    Vorsichtig ablegen und weiterhelfen

    Leg die Person langsam ab, prüf Bewusstsein und Atmung und leiste weiter Erste Hilfe, bis der Rettungsdienst kommt.

Für diese Technik ist noch kein geprüftes Video verfügbar.

Häufige Fehler

  • Sich selbst in Rauch, Gas oder Wasser begeben
  • Person ohne Gefahr unnötig bewegen
  • Mit rundem Rücken heben
  • Daumen um den Arm klammern
  • Notruf vergessen

Kurzüberblick

Material

  • Einmalhandschuhe(optional)

    Latexallergien beachten – latexfreie Handschuhe (z. B. Nitril) bevorzugen.

Geeignet für

  • Person auf der Fahrbahn
  • Nähe von Feuer, das sich ausbreitet
  • Drohender Einsturz oder Steinschlag, wenn du sicher hinkommst

Ungeeignet für

  • Räume mit Rauch, Gas oder Stromgefahr – Feuerwehr
  • Wasser, Eis, Abgründe – selbst gesichert bleiben, Notruf
  • Personen ohne akute Gefahr am Ort – dort versorgen

Voraussetzungen

  • Akute Gefahr am Ort, die du selbst sicher erreichen kannst
  • Die eigene Sicherheit geht vor

Sicherheit

  • Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
  • Auch bei möglicher Rückenverletzung gilt: akute Gefahr geht vor. Ohne Gefahr die Person liegen lassen und am Ort versorgen.
  • Mit geradem Rücken aus den Beinen heben. Bist du zu zweit, hilft die zweite Person an den Beinen.

So funktioniert es

Beim Rettungsgriff hebst du nur den Oberkörper an, die Beine schleifen am Boden. So trägst du nur einen Teil des Gewichts und kannst auch eine schwerere Person rückwärts ziehen. Weil der Unterarm der Person vor ihrer Brust gehalten wird, sind Kopf und Oberkörper gestützt, und deine Arme drücken nicht auf die Rippen.

Vorteile

  • Auch für kleinere Helfer möglich
  • Schützt Kopf und Oberkörper

Nachteile

  • Anstrengend
  • Nur kurze Strecken
  • Braucht Übung

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Der Griff geht auf den Wiener Jiu-Jitsu-Lehrer Franz Rautek zurück, der ihn in den 1930er-Jahren für die Rettung Verletzter beschrieb. Heute ist er fester Teil der Erste-Hilfe-Kurse in Österreich und Deutschland.

Varianten

Aus dem Auto
Aus einem Fahrzeug wird der Griff ähnlich angesetzt; vorher Zündung aus und prüfen, ob die Beine frei sind. In Kursen wird das geübt – ist die Person eingeklemmt, wartest du auf die Feuerwehr.

Häufige Fehler

  • Sich selbst in Rauch, Gas oder Wasser begeben
  • Person ohne Gefahr unnötig bewegen
  • Mit rundem Rücken heben
  • Daumen um den Arm klammern
  • Notruf vergessen

Grenzen und Risiken

  • Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs mit Übung
  • Keine Rettung aus Wasser, Rauch oder Gas
Quellen (2)
  1. Österreichisches Rotes Kreuz: Erste Hilfe – Informationen und Kurse · Retten aus der Gefahrenzone, Rettungsgriff, Eigenschutz
  2. Deutsches Rotes Kreuz (DRK): Erste Hilfe – Informationen und Kurse · Rautekgriff und Absichern der Unfallstelle

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10