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Löwenzahn und Wegerich

Löwenzahn erkennst du an der grundständigen Blattrosette, dem hohlen, unverzweigten Stängel mit genau einer Blüte und dem weißen Milchsaft. Spitz- und Breitwegerich haben Blätter mit parallelen Längsnerven, die beim Zerreißen Fäden ziehen. Beide wachsen fast überall, schmecken bitter bis würzig und eignen sich jung als Salat oder Gemüse – an sauberen Standorten.

Schwierigkeit
Einsteiger
Aufwand
Sammeln 15–30 Minuten
Risikostufe
Sicherheitsrelevant
KI-Feldstudie zum Thema „Löwenzahn und Wegerich“
Stimmungsbild, keine Anleitung. Maßgeblich sind Text und Schritte.
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Einfach erklärt

Löwenzahn kennst du bestimmt: die gelbe Blume, aus der später die Pusteblume wird. Seine Blätter liegen wie ein Stern flach am Boden. Wenn du einen Stängel abbrichst, kommt weißer, klebriger Saft heraus. Und jeder Stängel ist innen hohl und trägt nur eine einzige Blüte. An diesen Zeichen zusammen erkennst du ihn.

Wegerich wächst oft direkt am Weg, wo viele Leute laufen. Seine Blätter haben dicke Linien, die alle nebeneinander von unten nach oben laufen. Wenn du ein Blatt quer durchreißt, ziehen sich diese Linien wie Fäden heraus. Und er hat lange Stiele mit einer kleinen braunen Ähre oben.

Junge Blätter von beiden kann man essen, als Salat oder gekocht. Löwenzahn schmeckt etwas bitter. Wichtig: Es gibt giftige Pflanzen mit ähnlichen Blättern. Darum pflückst du nur, wenn du auch die Blüte oder die Ähre siehst, und nie dort, wo Hunde laufen oder gespritzt wird.

Wie es funktioniert

Beim Löwenzahn ergeben vier Merkmale zusammen ein klares Bild: eine grundständige Rosette aus tief gezähnten, meist kahlen Blättern; hohle, unverzweigte und blattlose Blütenstiele; genau eine gelbe Blüte pro Stiel; weißer Milchsaft in Blättern und Stielen. Einige gelb blühende Korbblütler wie Pippau oder Ferkelkraut sehen ähnlich aus, haben aber verzweigte Stängel, mehrere Blüten pro Stängel oder behaarte Blätter – sie sind zudem nicht gefährlich giftig.

Beim Wegerich ist das wichtigste Merkmal die Kombination aus parallelen Längsnerven und den Blütenähren auf langen, blattlosen Stielen. Spitzwegerich hat schmale, lanzettliche Blätter und kurze, walzenförmige Ähren auf gefurchten Stielen; Breitwegerich breite, eiförmige Blätter mit kurzem Stiel und lange, schmale Ähren. Reißt man ein Blatt quer, bleiben die zähen Nerven als Fäden stehen.

Die Bitterstoffe des Löwenzahns sitzen vor allem im Milchsaft und nehmen zu, je älter die Blätter werden. Junge, innere Blätter vor der Blüte sind am mildesten. Kaltes Wässern löst einen Teil der Bitterstoffe, kurzes Blanchieren noch mehr. Wegerich ist eher würzig, leicht pilzartig im Geschmack, wird aber mit der Zeit zäh.

Worauf es ankommt

Die gefährlichste Falle sind Blattrosetten ohne Blüte im zeitigen Frühling. Herbstzeitlose und Maiglöckchen treiben dann ebenfalls aus, mit glatten, parallelnervigen Blättern. Die Herbstzeitlose ist tödlich giftig. Ihre Blätter sind breiter, glänzend, fleischig und wachsen als Büschel ohne Blattstiel aus dem Boden, im Frühling oft mit einer Fruchtkapsel in der Mitte. Wegerich wächst als flache Rosette mit kräftigen Rippen auf der Blattunterseite und hat Blütenähren. Wer diese Unterschiede nicht sicher sieht, sammelt Wegerich erst, wenn die Ähren da sind.

Beim Löwenzahn ist im Frühling das Kreuzkraut (z. B. Jakobs-Kreuzkraut) ein ernstzunehmender Doppelgänger, dessen junge Rosetten gelappte Blätter haben. Es enthält Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen. Kreuzkraut hat keinen Milchsaft und später verzweigte Stängel mit vielen kleinen gelben Blüten. Darum gehört der Milchsaft-Test zu jeder Löwenzahn-Ernte.

Beide Pflanzen wachsen dort, wo Menschen sind: Rasen, Wegränder, Wiesen. Genau dort wird oft gespritzt, gedüngt oder der Hund ausgeführt. Wähle ungespritzte Wiesen und Gärten abseits von Straßen und Wegen, und schneide die Blätter knapp über dem Boden ab, statt die ganze Pflanze herauszureißen.

Sicherheit: darauf musst du achten

Bei Verdacht auf eine Vergiftung – etwa nach dem Essen einer Rosette, die vielleicht doch eine Herbstzeitlose war – nicht abwarten, bis Beschwerden kommen. Die Herbstzeitlose wirkt verzögert, Beschwerden können erst Stunden später auftreten. Sofort 112 (in Österreich auch 144) oder einen Giftnotruf anrufen, Pflanzenreste mitnehmen, kein Erbrechen auslösen.

Löwenzahn gehört zu den Korbblütlern. Wer auf diese Pflanzenfamilie allergisch reagiert, lässt ihn weg. Der Milchsaft kann empfindliche Haut reizen. Löwenzahn wirkt außerdem harntreibend; bei Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft oder Nierenerkrankungen nur kleine Mengen essen und im Zweifel ärztlich nachfragen.

Weil beide Pflanzen dicht am Boden wachsen, gelten die Hygieneregeln besonders: gründlich waschen, wo das Wasser nicht sicher sauber ist oder der Standort unklar, lieber kochen.

Wann es sinnvoll ist – und wann nicht

Löwenzahn und Wegerich sind fast überall und über viele Monate zu finden – auch in der Stadt oder im eigenen Garten. Sie sind ideal, um das Bestimmen nach mehreren Merkmalen zu üben, weil man sie das ganze Jahr beobachten kann. In einer Versorgungslage bringen sie frisches Grün auf den Teller, wenn es sonst nur Konserven gibt.

Wie alle Blattpflanzen liefern sie aber kaum Energie. Und ohne Blüte im zeitigen Frühling, wenn die Verwechslungsgefahr am größten ist, sammelst du sie nur, wenn du die Unterschiede zu Herbstzeitlose und Kreuzkraut wirklich sicher kennst.

Gut zu wissen

Vom Löwenzahn ist fast alles essbar: junge Blätter, offene Blüten (ohne den bitteren grünen Kelch) und die Wurzel, die im Herbst ausgegraben, geröstet und als Kaffee-Ersatz verwendet wurde. Graben solltest du nur mit Erlaubnis des Grundeigentümers.

Spitzwegerich wird traditionell als Hausmittel genutzt, etwa indem man ein zerriebenes Blatt auf einen Insektenstich legt. Das ist Erfahrungswissen, kein Ersatz für ärztliche Behandlung – bei Allergie gegen Insektenstiche zählt der Notruf.

Schritt für Schritt

Löwenzahn und Wegerich

Schritt 1 von 7

Löwenzahn erkennen

Prüfe: Blätter wachsen als flache Rosette direkt aus dem Boden, sind tief gezähnt und meist kahl. Jeder Blütenstiel ist hohl, unverzweigt, ohne Blätter und trägt genau eine gelbe Blüte. Bricht man Blatt oder Stiel, tritt weißer Milchsaft aus.

Löwenzahn und Wegerich – Schritt 1 von 7Löwenzahn erkennen. Prüfe: Blätter wachsen als flache Rosette direkt aus dem Boden, sind tief gezähnt und meist kahl. Jeder Blütenstiel ist hohl, unverzweigt, ohne Blätter und trägt genau eine gelbe Blüte. Bricht man Blatt oder Stiel, tritt weißer Milchsaft aus.
Schritt 1 von 7

Schritt 1 von 7

Löwenzahn erkennen

Prüfe: Blätter wachsen als flache Rosette direkt aus dem Boden, sind tief gezähnt und meist kahl. Jeder Blütenstiel ist hohl, unverzweigt, ohne Blätter und trägt genau eine gelbe Blüte. Bricht man Blatt oder Stiel, tritt weißer Milchsaft aus.

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    Löwenzahn erkennen

    Prüfe: Blätter wachsen als flache Rosette direkt aus dem Boden, sind tief gezähnt und meist kahl. Jeder Blütenstiel ist hohl, unverzweigt, ohne Blätter und trägt genau eine gelbe Blüte. Bricht man Blatt oder Stiel, tritt weißer Milchsaft aus.

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    Wegerich erkennen

    Spitzwegerich hat schmale, lanzettliche Blätter, Breitwegerich breite, eiförmige – beide in einer Rosette, mit drei bis sieben kräftigen, parallelen Längsnerven. Reißt du ein Blatt quer durch, ziehen sich die Nerven als Fäden heraus. Typisch sind die bräunlichen Blütenähren auf langen, blattlosen Stielen.

  3. 3

    Doppelgänger ausschließen

    Sammle Rosetten nur, wenn an derselben Pflanze oder direkt daneben Blüten bzw. Blütenähren eindeutig zuzuordnen sind. Herbstzeitlose, Maiglöckchen und junges Kreuzkraut können ähnlich wirken – sie haben weder Milchsaft noch Wegerich-Ähren.

    Wenn du nicht sicher bist, welche Rosette zu welcher Blüte gehört: nicht ernten.

  4. 4

    Sauberen Platz wählen

    Wiesen und Gärten ohne Spritzmittel und Dünger, abseits von Straßen und Hundewegen. Wegerich wächst gerne auf Trittflächen – genau dort ist er oft verschmutzt.

  5. 5

    Junge Blätter schneiden

    Schneide die jungen, inneren Blätter mit dem Messer ab und lass die Wurzel im Boden, damit die Pflanze nachwächst. Junge Blätter vor der Blüte sind am mildesten. Nimm pro Pflanze nur einige Blätter.

  6. 6

    Bitterkeit mildern

    Löwenzahnblätter klein schneiden und für etwa eine halbe Stunde in kaltes Wasser legen oder kurz blanchieren – das mildert die Bitterstoffe. Ältere Blätter lieber kochen. Wegerich ist würzig, ältere Blätter sind zäh und werden fein geschnitten.

  7. 7

    Waschen und zubereiten

    Alles gründlich waschen. Wo du nicht sicher sauberes Wasser hast oder die Pflanzen bodennah gewachsen sind, kochst du sie lieber als Gemüse oder in der Suppe, statt sie roh als Salat zu essen. Neue Pflanzen erst in kleiner Menge probieren.

Die Animation ist eine schematische Zeichnung der Schritte oben und wird wie alle Inhalte noch fachlich geprüft.

Häufige Fehler

  • Rosetten ohne Blüte ernten
  • Nur auf die parallelen Blattnerven achten
  • Gespritzte Rasenflächen oder Straßenränder
  • Alte, sehr bittere Blätter roh essen
  • Ganze Pflanzen ausreißen

Kurzüberblick

Material

  • Messer (feststehend oder feststellbar)

    Zum Abschneiden der Blätter

    Vom Körper weg schneiden.

    Regeln zum Mitführen von Messern unterscheiden sich je nach Region – örtliche Regeln prüfen.

  • Luftiger Sammelbeutel oder Korb

    Jede Pflanzenart getrennt sammeln, damit sich nichts Unbekanntes untermischt

    Keine Plastiktüten für längere Zeit – Grünzeug schwitzt und verdirbt

  • Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)(optional)

    Zum Blanchieren

    Heiß – Verbrühungsgefahr.

Geeignet für

  • Frühling (junge, zarte Blätter)
  • Wiesen, Gärten, Wegränder abseits des Verkehrs
  • Einsteiger mit Bestimmungsbuch

Ungeeignet für

  • Blattrosetten ohne Blüte, die du nicht sicher zuordnen kannst
  • Gespritzte Rasenflächen, Straßenränder, Hundewiesen
  • Menschen mit Korbblütler-Allergie (Löwenzahn)

Voraussetzungen

  • Beide Pflanzen mit Blüte bzw. Blütenähre gesehen haben
  • Die giftigen Doppelgänger mit ähnlichen Blättern kennen
  • Sauberer, ungespritzter Standort

Sicherheit

  • Löwenzahn gehört zu den Korbblütlern; wer darauf allergisch ist, lässt ihn weg. Der Milchsaft kann bei empfindlicher Haut reizen.

So funktioniert es

Beide Pflanzen sind leicht zu erkennen, wenn man mehrere Merkmale zusammen nimmt: beim Löwenzahn Rosette + Milchsaft + hohler Stängel + eine Blüte, beim Wegerich Rosette + parallele Nerven + Fäden beim Zerreißen + Blütenähre. Die Bitterstoffe im Löwenzahn nehmen mit dem Alter der Blätter zu.

Vorteile

  • Fast überall und lange im Jahr zu finden
  • Mit Blüte leicht erkennbar
  • Vitamine und Abwechslung

Nachteile

  • Bitter
  • Kaum Kalorien
  • Ohne Blüte Verwechslungsgefahr

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Löwenzahn und Wegerich gehören zu den Wildpflanzen, die viele Menschen schon als Kind kennen. FM 3-05.70 führt den Löwenzahn als essbare Pflanze mit essbaren Blättern, Blüten und Wurzeln und empfiehlt, junge Blätter zu wählen oder bittere zu kochen; auch Wegerich wird dort als Nahrungspflanze genannt.

Gerade weil diese Pflanzen so vertraut wirken, unterschätzt man das Risiko, Blattrosetten ohne Blüte falsch zuzuordnen. Herbstzeitlose und Maiglöckchen wachsen im Frühling ebenfalls mit glatten, parallelnervigen Blättern.

Varianten

Löwenzahnblüten
Die offenen Blüten sind essbar, etwa über Salat gestreut. Den grünen Kelch entfernen, er ist bitter.
Löwenzahnwurzel im Herbst
Die Wurzel kann im Herbst ausgegraben, gewaschen, in Scheiben geschnitten und geröstet werden. Graben nur mit Erlaubnis des Grundeigentümers.

Häufige Fehler

  • Rosetten ohne Blüte ernten
  • Nur auf die parallelen Blattnerven achten
  • Gespritzte Rasenflächen oder Straßenränder
  • Alte, sehr bittere Blätter roh essen
  • Ganze Pflanzen ausreißen

Grenzen und Risiken

  • Keine Heilversprechen
  • Keine vollständige Bestimmungshilfe

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Luftiger Sammelbeutel oder Korb
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan) (Heiß – Verbrühungsgefahr.), Einwandige Edelstahlflasche (Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.), Doppelwandige Isolierflasche (Niemals direkt erhitzen.), PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) (Nicht erhitzen oder ins Feuer stellen.), Lebensmittelechter Wasserkanister (Nur Behälter verwenden, die nie Chemikalien oder Kraftstoff enthalten haben.), Luftdichte, lebensmittelechte Vorratsdose (Nur sauber und vollständig trocken befüllen; keine Behälter verwenden, die vorher Chemikalien enthielten.), Faltkanister oder Wassersack (Vor spitzen Gegenständen schützen.), Messbecher, Lebensmittelechter Wasserbeutel (Nur für Trinkwasser verwenden, nie für Chemikalien oder Brennstoff.), Gärglas oder Gärtopf (Nur lebensmittelechte Gefäße aus Glas, glasiertem Steinzeug für Lebensmittel oder lebensmittelechtem Kunststoff verwenden – keine Metallgefäße für saure Lebensmittel.), Wiederverschließbare Lebensmittelbeutel (Nur Beutel verwenden, die für Lebensmittel bestimmt sind; nicht für kochendes Wasser nutzen, wenn der Hersteller es nicht ausdrücklich erlaubt.), Fester Sammelbehälter (Dose, Korb oder Becher) (Jede Art in einen eigenen Behälter – nie Unbekanntes dazumischen)
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)
Einwandige Edelstahlflasche (Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.)

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

    Löwenzahn und Wegerich als Nahrungspflanzen, junge Blätter, Kochen bitterer Blätter

  2. [2]

    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2017): Risiko Pflanze – Einschätzung und Hinweise

    Giftpflanzen wie Herbstzeitlose und Maiglöckchen, Vergiftungsrisiken

  3. [3]

    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Giftpflanzen: Wie kann man sich schützen und was ist bei einer Vergiftung zu tun? (Fragen und Antworten)

    Verhalten bei Vergiftungsverdacht

  4. [4]

    Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at), Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Vergiftungsinformationszentrale (VIZ)

    Giftnotruf in Österreich

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10