Sonnenstrahlung und UV
UV-Strahlung ist unsichtbar und nicht zu spüren, verursacht aber Sonnenbrand, Augenschäden wie Schneeblindheit und langfristig Hautkrebs. Sie ist um die Mittagszeit, im Sommer, in der Höhe und nahe dem Äquator am stärksten; Schnee, Wasser und Sand verstärken sie durch Reflexion, und Wolken halten sie nur teilweise ab. Der UV-Index zeigt, wann Schutz nötig ist.
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Einfach erklärt
Sonnenlicht besteht aus mehr, als du sehen kannst. Ein Teil davon heißt UV-Strahlung – „ultraviolett“, also „jenseits von Violett“, denn deine Augen können es nicht wahrnehmen. UV wärmt auch nicht. Du merkst also nicht, wann es zu viel wird. Erst Stunden später ist die Haut rot und brennt: Sonnenbrand.
UV ist am stärksten mittags, im Sommer, hoch in den Bergen und in der Nähe des Äquators. Schnee, Wasser und heller Sand wirken wie ein Spiegel und werfen die Strahlung zurück, sodass sie dich von oben und von unten trifft. Selbst durch Wolken kommt ein großer Teil hindurch. Ein kühler, bewölkter Tag auf dem Gletscher kann deshalb mehr Sonnenbrand bringen als ein heißer Tag in der Stadt.
Am besten schützen Schatten, ein Hut mit Krempe, Kleidung und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz. Sonnencreme ergänzt das an den freien Stellen. Auf Schnee ist die Brille besonders wichtig, denn auch die Augen können „verbrennen“.
Wie es funktioniert
Licht ist eine Welle, und ihre Wellenlänge bestimmt, was sie tut. Rotes Licht hat lange Wellen, violettes kürzere, UV-Strahlung noch kürzere. Je kürzer die Welle, desto mehr Energie trägt jedes Lichtteilchen. UV hat genug Energie, um Bausteine in den Hautzellen direkt zu verändern, auch das Erbgut. Sonnenbrand ist die Entzündungsreaktion der Haut auf diesen Schaden.
Man unterscheidet grob UV-A und UV-B. UV-B ist energiereicher und vor allem für Sonnenbrand verantwortlich. UV-A dringt tiefer in die Haut ein und trägt zur Hautalterung bei. Beide gelten als Ursache für Hautkrebs. Die noch kurzwelligere UV-C-Strahlung der Sonne wird in der Atmosphäre, vor allem von der Ozonschicht, abgefangen.
Wie viel UV am Boden ankommt, hängt vom Weg durch die Luft ab. Steht die Sonne hoch, ist der Weg kurz und es kommt viel an. Steht sie tief – morgens, abends, im Winter –, wird mehr herausgefiltert. In der Höhe liegt weniger filternde Luft über dir, deshalb steigt die Strahlung mit jedem Höhenmeter.
Der UV-Index
Damit man die Stärke einschätzen kann, gibt es den UV-Index, ein weltweit einheitliches Maß, das die WHO gemeinsam mit anderen Organisationen eingeführt hat. Je höher die Zahl, desto schneller entsteht Sonnenbrand. Ab etwa 3, dem Bereich „mäßig“, wird Schutz empfohlen; bei hohen Werten sollte man die Mittagsstunden möglichst im Schatten verbringen.
Wetterdienste veröffentlichen den UV-Index in ihren Vorhersagen, viele Wetter-Apps zeigen ihn ebenfalls. Richte dich nach dieser Zahl und nicht danach, wie warm es sich anfühlt. Die Wärme stammt vor allem von anderem Licht und von warmer Luft – UV kann bei frischem Wind und kühler Luft trotzdem hoch sein.
Eine einfache Daumenregel ohne Technik ist die Schattenregel: Ist dein Schatten kürzer als du selbst, steht die Sonne hoch und die UV-Strahlung ist meist stark.
Worauf es ankommt
Schutz beginnt mit dem Verhalten: Schatten suchen, die Mittagszeit meiden, langärmelige Kleidung und einen Hut mit breiter Krempe tragen. Dicht gewebter Stoff hält mehr ab als dünner, durchscheinender. Ein Nackenschutz am Hut schützt eine Stelle, die oft verbrennt.
Sonnencreme ist eine Ergänzung für die freien Stellen – Gesicht, Hände, Ohren, Nacken. Sie wirkt nur, wenn genug davon aufgetragen wird, und muss nach Schwitzen, Baden oder Abwischen erneuert werden. Typisch vergessene Stellen sind Ohren, Lippen, Kinnunterseite und Nasenlöcher, die auf Schnee von unten bestrahlt werden.
Reflexion verstärkt die Belastung stark. Frischer Schnee wirft einen großen Teil der UV-Strahlung zurück – nach Angaben der WHO bis zu etwa 80 Prozent. Wasser und heller Sand reflektieren weniger, aber spürbar. Wer auf Schnee, auf dem Wasser oder am Strand unterwegs ist, braucht deshalb besonders guten Schutz.
Sicherheit: Augen schützen
Die Augen können ebenfalls einen „Sonnenbrand“ bekommen. Schneeblindheit ist eine schmerzhafte Entzündung der Hornhaut. Sie zeigt sich oft erst Stunden nach der Belastung: Die Augen fühlen sich an wie voller Sand, tränen, sind lichtempfindlich, und das Sehen kann stark eingeschränkt sein. Auf einer Tour kann das gefährlich werden, weil man den Weg nicht mehr sicher erkennt.
Auf Schnee, Gletschern und Wasser gehört deshalb eine Sonnenbrille mit UV-Schutz und seitlicher Abschirmung zur Pflichtausrüstung – auch bei Bewölkung. Ist die Brille verloren, hilft eine improvisierte Schlitzbrille aus Pappe, Stoff oder Rinde: Durch schmale Schlitze kommt weniger Licht ins Auge. Wer Beschwerden hat, sollte sich in abgedunkelter Umgebung ausruhen und ärztlichen Rat suchen.
Kinderhaut und Kinderaugen sind besonders empfindlich. Sonnenbrände in der Kindheit gelten als Risikofaktor für späteren Hautkrebs. Für Kinder sind Schatten, Kleidung und Hut deshalb noch wichtiger.
Gut zu wissen
Gewöhnliches Fensterglas hält den größten Teil der UV-B-Strahlung ab, lässt aber einen Teil der UV-A-Strahlung durch. Hinter einer Autoscheibe bekommt man deshalb kaum Sonnenbrand, ganz ohne Wirkung bleibt die Strahlung aber nicht.
Die Energie des UV-Lichts lässt sich auch nutzen: Bei der Wasserdesinfektion mit Sonnenlicht (SODIS) schädigt sie Krankheitserreger in klarem Wasser. Dafür gelten aber eigene, strenge Regeln – mehr dazu im Eintrag zur Sonnendesinfektion. Dieselbe Eigenschaft, die Keime trifft, trifft eben auch deine Haut.
Schritt für Schritt
UV-Index prüfen
Wetterdienste veröffentlichen den UV-Index. Ab mittleren Werten wird Schutz empfohlen, bei hohen Werten Mittagssonne meiden.
- 1
UV-Index prüfen
Wetterdienste veröffentlichen den UV-Index. Ab mittleren Werten wird Schutz empfohlen, bei hohen Werten Mittagssonne meiden.
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Schatten und Kleidung
Schatten suchen, Hut mit Krempe, langärmelige Kleidung – das schützt zuverlässiger als Sonnencreme allein.
- 3
Sonnenschutzmittel
Freie Haut großzügig eincremen und nach Schwitzen oder Baden erneuern.
- 4
Augen schützen
Sonnenbrille mit UV-Schutz, auf Schnee mit Seitenschutz. Ist sie verloren, kann eine improvisierte Schlitzbrille helfen.
Häufige Fehler
- An bewölkten oder kalten Tagen auf Schutz verzichten
- Sonnenbrille auf dem Gletscher abnehmen
- Kinn, Ohren und Nacken vergessen
- Nur morgens eincremen
Kurzüberblick
Material
Sonnenhut mit Krempe
Geeignet für
- Touren im Gebirge, auf Schnee und am Wasser
- Kinder im Freien
Ungeeignet für
- Medizinische Beratung zu Hautveränderungen
Voraussetzungen
- Keine
Sicherheit
- Auf Schnee, Gletschern und Wasser Sonnenbrille mit UV-Schutz und Seitenschutz tragen – Schneeblindheit tritt oft erst Stunden später auf.
- Kühle Temperaturen oder Wolken bedeuten nicht wenig UV. Am UV-Index orientieren, nicht an der Wärme.
So funktioniert es
Sonnenlicht enthält neben sichtbarem Licht und Wärmestrahlung auch ultraviolette Strahlung. Die Atmosphäre filtert einen Teil davon; je steiler die Sonne steht und je weniger Luft darüber ist, desto mehr UV kommt am Boden an. Deshalb steigt UV mit der Höhe und zur Mittagszeit. Helle Flächen wie frischer Schnee reflektieren einen großen Teil, sodass man von oben und unten bestrahlt wird. Da UV nicht wärmt, fehlt das Warnsignal der Hitze.
Vorteile
- Einfache Schutzmaßnahmen sind sehr wirksam
Nachteile
- UV ist nicht spürbar
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Die WHO hat gemeinsam mit WMO, UNEP und ICNIRP den Globalen UV-Index als einheitliches Maß eingeführt und beschreibt im zugehörigen Leitfaden Einflussfaktoren wie Sonnenstand, Höhe, Bewölkung und Bodenreflexion sowie Schutzmaßnahmen.
Kinderhaut ist besonders empfindlich; Sonnenbrände in der Kindheit gelten als Risikofaktor für späteren Hautkrebs.
Häufige Fehler
- An bewölkten oder kalten Tagen auf Schutz verzichten
- Sonnenbrille auf dem Gletscher abnehmen
- Kinn, Ohren und Nacken vergessen
- Nur morgens eincremen
Grenzen und Risiken
- Keine Produktempfehlungen
- Keine medizinische Beratung
Quellen
World Health Organization (with WMO, UNEP and ICNIRP) (2002): Global Solar UV Index: A Practical Guide
UV-Index, Einflussfaktoren und Schutzmaßnahmen