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Technik

Die Figur-4-Totfalle

Bei der Figur-4-Totfalle halten drei gekerbte Hölzer – Pfosten, Diagonalstab und Köderstab – einen schweren flachen Stein schräg in der Luft. Zieht ein Tier am Köder, rutscht das Gestell auseinander und der Stein fällt. Er muss so schwer sein, dass er sofort tötet. Das Aufstellen ist Präzisionsarbeit und gefährlich für die eigenen Finger: Die Hand ist nie unter dem Gewicht.

Schwierigkeit
Fortgeschritten
Aufwand
30–60 Minuten pro Falle, Übung vorher nötig
Risikostufe
Nur mit Fachanleitung
KI-Feldstudie zum Thema „Die Figur-4-Totfalle“
Stimmungsbild, keine Anleitung. Maßgeblich sind Text und Schritte.
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Einfach erklärt

Bei der Figur-4-Falle hält ein kleines Gestell aus drei Stöcken einen schweren, flachen Stein schräg in die Höhe. Von der Seite sehen die drei Stöcke aus wie die Ziffer 4 – daher der Name. Unter dem Stein liegt ein Köder.

Zieht ein kleines Tier am Köder, rutscht ein Stock weg, das ganze Gestell fällt zusammen und der Stein fällt herunter. Er muss so schwer sein, dass das Tier sofort tot ist und nicht leiden muss. Das funktioniert nur, wenn die Kerben in den Stöcken ganz genau geschnitzt sind.

Die Falle ist auch für dich gefährlich: Ein fallender Stein kann Finger brechen. Darum hältst du deine Hand nie unter den Stein, Kinder bleiben weit weg, und gestellt wird sie nur in echter Lebensgefahr – sonst ist das verboten.

Wie es funktioniert

Die Falle besteht aus drei Teilen. Der Pfosten steht senkrecht, oben mit einer flachen Keilspitze und in der Mitte mit einer eckigen Kerbe. Der Diagonalstab liegt mit einer Kerbe auf der Pfostenspitze wie eine Wippe. Der Köderstab liegt waagerecht, hängt mit seiner eckigen Kerbe am Pfosten fest und hält mit seiner hinteren Kerbe das untere Ende des Diagonalstabs.

Das Gewicht drückt auf das obere Ende des Diagonalstabs. Weil der auf der Pfostenspitze kippt, drückt sein unteres Ende kräftig gegen den Köderstab, und der Köderstab presst sich in die Pfostenkerbe. Die drei Hölzer halten sich so gegenseitig unter Spannung – je schwerer das Gewicht, desto fester.

Zupft ein Tier am Köder, verschiebt sich der Köderstab ein kleines Stück. Seine Kerbe rutscht vom Pfosten, der Diagonalstab springt weg, und das Gewicht fällt auf das Tier. Das gleiche Prinzip – gespeicherte Lageenergie, die ein kleiner Auslöser freigibt – lässt sich im Eintrag zur Mechanik gefahrlos mit Dominosteinen zeigen.

Worauf es ankommt

Genauigkeit bei den Kerben ist alles. Die eckigen Kerben von Pfosten und Köderstab müssen rechtwinklig und sauber sein, damit sie sich ineinander verhaken, aber bei Bewegung leicht lösen. Darum übst du die Falle zuerst ohne Gewicht und schnitzt nach, bis sie bei leichtem Druck hält und bei einem Antippen zuverlässig zusammenfällt. FM 3-05.70 betont ausdrücklich, dass man sie vorher üben soll.

Das Gewicht muss deutlich schwerer sein als das Tier, flach aufliegen und auf eine harte Unterlage fallen – am besten einen flachen Stein im Boden. Auf weichem Boden wird das Tier nur eingedrückt und leidet. Ein zu leichtes Gewicht ist schlimmer als gar keine Falle.

Holz sollte trocken, gerade und gesund sein. Morsches Holz bricht, sehr frisches, biegsames Holz verformt sich unter dem Gewicht, und die Kerben greifen dann nicht mehr richtig.

Sicherheit: darauf musst du achten

Die größte Gefahr beim Aufstellen sind deine eigenen Hände. Die goldene Regel lautet: Die Hand ist nie unter dem Gewicht. Deshalb steckst du den Köder auf, bevor das Gewicht aufliegt, kniest seitlich und hältst das Gewicht von oben an der äußeren Kante. Fällt es beim Aufstellen, lässt du los und ziehst die Hand zurück – nie nachgreifen.

Auch beim Kontrollieren und Abbauen bleibt die Hand weg: Du löst die Falle mit einem langen Stock von der Seite aus. Kinder halten mehrere Meter Abstand, bauen nie selbst eine Falle und erfahren, wo Fallen stehen.

Rechtlich gilt dasselbe wie bei allen Fallen: ohne Jagdrecht Wilderei, Fanggeräte, die nicht sofort töten, sind verboten, und unnötiges Leiden ist nach dem Tierschutzrecht strafbar. Die Falle ist nur für echte Lebensgefahr gedacht, wenn keine Rettung erreichbar ist.

Wann es sinnvoll ist – und wann nicht

Die Figur 4 eignet sich für Kleinwild und Nager an Fraßplätzen und Wechseln, wenn es in der Nähe flache Steine oder schwere Stammstücke gibt. Sie braucht nur Holz und ein Messer und tötet bei richtigem Gewicht sofort – aus Tierschutzsicht ein Vorteil gegenüber der Schlinge.

Ungeeignet ist sie auf weichem Boden ohne harte Unterlage, bei starkem Wind oder Regen, der sie auslösen kann, und überall, wo Kinder, Haustiere oder andere Menschen hinkommen. Wer ungeübt ist und nicht sauber schnitzen kann, sollte zuerst die Paiute-Falle oder gar keine Falle wählen.

Gut zu wissen

Die Mechanik kann man zu Hause gefahrlos lernen: drei Bleistifte oder Eisstiele mit Kerben, ein leichtes Buch als Gewicht, kein Köder. So übst du Winkel und Kerben, ohne je ein Tier zu gefährden – und wenn du merkst, wie viel Feingefühl nötig ist, verstehst du, warum Profis sagen, man solle die Falle vorher üben.

Beim Schnitzen gilt immer: vom Körper weg, Beine aus der Schnittrichtung, sichere Griffe. Ein Schnitt in die Hand ist in der Wildnis eine ernste Verletzung. Die Schnitzgriffe sind im Eintrag zum sicheren Umgang mit dem Messer erklärt.

Totfallen lösen auch durch Wind, Regen, Vögel oder herabfallende Äste aus. Eine ausgelöste Falle ohne Fang ist normal – du stellst sie mit denselben Sicherheitsregeln neu oder baust sie ab.

Schritt für Schritt

Die Figur-4-Totfalle

Schritt 1 von 8

Platz, Gewicht und Unterlage wählen

Suche einen Fraßplatz oder Wechsel von Kleintieren, weit weg von Wegen und Lager. Du brauchst einen flachen, schweren Stein oder ein schweres Stammstück, deutlich schwerer als das Tier, und eine harte, ebene Unterlage – am besten einen flachen Stein im Boden. Auf weichem Boden wird das Tier nur eingedrückt statt sofort getötet.

Die Figur-4-Totfalle – Schritt 1 von 8Platz, Gewicht und Unterlage wählen. Suche einen Fraßplatz oder Wechsel von Kleintieren, weit weg von Wegen und Lager. Du brauchst einen flachen, schweren Stein oder ein schweres Stammstück, deutlich schwerer als das Tier, und eine harte, ebene Unterlage – am besten einen flachen Stein im Boden. Auf weichem Boden wird das Tier nur eingedrückt statt sofort getötet.
Schritt 1 von 8

Schritt 1 von 8

Platz, Gewicht und Unterlage wählen

Suche einen Fraßplatz oder Wechsel von Kleintieren, weit weg von Wegen und Lager. Du brauchst einen flachen, schweren Stein oder ein schweres Stammstück, deutlich schwerer als das Tier, und eine harte, ebene Unterlage – am besten einen flachen Stein im Boden. Auf weichem Boden wird das Tier nur eingedrückt statt sofort getötet.

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    Platz, Gewicht und Unterlage wählen

    Suche einen Fraßplatz oder Wechsel von Kleintieren, weit weg von Wegen und Lager. Du brauchst einen flachen, schweren Stein oder ein schweres Stammstück, deutlich schwerer als das Tier, und eine harte, ebene Unterlage – am besten einen flachen Stein im Boden. Auf weichem Boden wird das Tier nur eingedrückt statt sofort getötet.

  2. 2

    Drei Stöcke vorbereiten

    Schneide drei gerade, trockene und gesunde Stöcke, etwa daumendick und für Kleinwild etwa unterarmlang: den Pfosten, den Diagonalstab und den etwas längeren Köderstab. Morsches oder sehr biegsames Holz hält die Kerben nicht.

  3. 3

    Den Pfosten schnitzen

    Schnitze das obere Ende des Pfostens zu einer flachen Keilspitze wie bei einem Schraubenzieher. Etwa in der Mitte schneidest du an einer Seite eine eckige Kerbe ein, deren Kanten genau rechtwinklig sind. Immer vom Körper weg schnitzen.

  4. 4

    Den Diagonalstab schnitzen

    Schneide ein kurzes Stück von einem Ende entfernt eine Kerbe ein, die genau auf die Keilspitze des Pfostens passt. Das andere Ende des Diagonalstabs schnitzt du ebenfalls zu einer flachen Keilspitze.

  5. 5

    Den Köderstab schnitzen

    Nahe dem hinteren Ende kommt eine kleine Kerbe, in der die Keilspitze des Diagonalstabs sitzt. Dort, wo der Köderstab den Pfosten kreuzt, schneidest du eine eckige Kerbe, die in die Kerbe des Pfostens greift. Das vordere Ende spitzt du für den Köder an.

  6. 6

    Ohne Gewicht üben

    Stelle den Pfosten senkrecht auf die Unterlage, hänge den Köderstab mit seiner Kerbe in die Pfostenkerbe, setze den Diagonalstab mit seiner Kerbe auf die Pfostenspitze und sein unteres Ende in die Kerbe des Köderstabs. Drücke mit einem Finger leicht auf das obere Ende: Das Gestell muss halten und bei einem leichten Antippen des Köderstabs zusammenfallen. Kerben nachschnitzen, bis es zuverlässig klappt.

  7. 7

    Köder anbringen, Gewicht von der Seite auflegen

    Stecke zuerst den Köder auf den Köderstab. Lehne das Gewicht mit einer Kante auf den Boden und halte es mit einer Hand von oben an der hinteren Kante. Mit der anderen Hand stellst du das Gestell zusammen und senkst das Gewicht langsam auf das obere Ende des Diagonalstabs ab. Knie seitlich, die Hand bleibt an der Außenkante des Gewichts.

    Fällt das Gewicht beim Aufstellen, Hand nicht nachgreifen – loslassen und zurückziehen.

  8. 8

    Prüfen, markieren, Abstand halten

    Kontrolliere aus seitlichem Abstand, ob das Gewicht sicher aufliegt und über dem Köder und der Unterlage steht. Markiere die Stelle, trage sie in die Liste ein und kontrolliere mindestens täglich. Beim Kontrollieren und Abbauen löst du die Falle mit einem langen Stock von der Seite aus.

Die Animation ist eine schematische Zeichnung der Schritte oben und wird wie alle Inhalte noch fachlich geprüft.

Häufige Fehler

  • Gewicht zu leicht oder Unterlage zu weich
  • Kerben ungenau – die Falle fällt sofort oder gar nicht
  • Köder anbringen, wenn das Gewicht schon aufliegt
  • Hand unter dem Gewicht beim Aufstellen
  • Falle nicht vorher ohne Gewicht geübt
  • Falle mit der Hand statt mit einem Stock auslösen

Kurzüberblick

Material

  • Stabile Äste / Stangen

    Drei gerade, trockene, gesunde Stöcke, etwa daumendick

    Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.

  • Messer (feststehend oder feststellbar)

    Zum Schnitzen der Kerben

    Vom Körper weg schneiden.

    Regeln zum Mitführen von Messern unterscheiden sich je nach Region – örtliche Regeln prüfen.

  • Robuste Arbeitshandschuhe

    Bei Kontakt mit Hochwasserschlamm oder Chemikalien zusätzlich wasserdichte Handschuhe tragen.

  • Auffälliges Markierband

    Nach dem Abbau jedes Stück wieder entfernen

Geeignet für

  • Kleinwild und Nager an Fraßplätzen und Wechseln
  • Gelände mit flachen Steinen oder schweren Stammstücken

Ungeeignet für

  • Kinder in der Nähe – ein fallendes Gewicht verletzt schwer
  • Weicher Boden ohne harte Unterlage
  • Jeder Ort, an den Haustiere oder Menschen kommen

Voraussetzungen

  • Echte Lebensgefahr, keine Rettung erreichbar
  • Sicher mit dem Messer schnitzen können
  • Grundregeln aus „Fallen im echten Notfall“ gelesen

Sicherheit

  • Ein zu leichtes Gewicht verletzt das Tier nur und lässt es leiden. Das Gewicht muss deutlich schwerer sein als das Tier und auf eine harte Unterlage treffen.

So funktioniert es

Das Gewicht drückt auf das obere Ende des Diagonalstabs. Der liegt wie eine Wippe auf der Spitze des Pfostens, sein unteres Ende drückt deshalb gegen das Ende des Köderstabs. Der Köderstab wiederum hängt mit einer Kerbe am Pfosten fest. So halten sich die drei Hölzer gegenseitig unter Spannung. Bewegt das Tier den Köderstab nur ein wenig, rutscht seine Kerbe vom Pfosten, das Dreieck fällt in sich zusammen und das Gewicht fällt.

Vorteile

  • Tötet bei richtigem Gewicht sofort
  • Nur Holz und ein Messer nötig
  • Schlägt nur bei Zug am Köder aus

Nachteile

  • Kerben schnitzen braucht Übung und Zeit
  • Gefahr für Finger und Hände beim Aufstellen
  • Löst auch durch Wind, Regen oder Vögel aus
  • Ohne Jagdrecht verboten

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Der Name kommt von der Form: Von der Seite gesehen bilden Pfosten, Köderstab und Diagonalstab eine Vier. FM 3-05.70 beschreibt die Figur 4 als Auslöser, der ein Gewicht fallen lässt, und betont, dass das Gewicht sofort töten oder handlungsunfähig machen muss und dass man den Bau vorher üben sollte, weil er genaue Winkel verlangt.

Wie Hebel und gespeicherte Energie dabei zusammenwirken, kannst du gefahrlos mit den Tischversuchen im Eintrag zur Mechanik ausprobieren.

Varianten

Stammstück statt Stein
Ein schweres, kurzes Stammstück funktioniert wie ein Stein. Es muss flach genug aufliegen, um nicht seitlich wegzurollen.
Nur als Modell üben
Wer die Mechanik vorab lernen will, baut die drei Hölzer zu Hause im Kleinformat mit einem leichten Buch als Gewicht – ohne Köder und ohne je etwas zu fangen.

Häufige Fehler

  • Gewicht zu leicht oder Unterlage zu weich
  • Kerben ungenau – die Falle fällt sofort oder gar nicht
  • Köder anbringen, wenn das Gewicht schon aufliegt
  • Hand unter dem Gewicht beim Aufstellen
  • Falle nicht vorher ohne Gewicht geübt
  • Falle mit der Hand statt mit einem Stock auslösen

Grenzen und Risiken

  • Keine Gewichtsangaben – nur „deutlich schwerer als das Tier“
  • Nur für Kleinwild; keine Totfallen für größere Tiere

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

    Figur-4-Auslöser aus drei gekerbten Hölzern; Gewicht muss sofort töten; Bau vorher üben, da genaue Winkel nötig

  2. [2]

    Bundesrepublik Deutschland – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de) (1976): Bundesjagdgesetz (BJagdG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. September 1976

    § 19: Verbot von Schlingen jeder Art und von Fanggeräten, die nicht unversehrt fangen oder nicht sofort töten

  3. [3]

    Bundesrepublik Deutschland – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de): Strafgesetzbuch (StGB) – § 292 Jagdwilderei

    § 292: Jagdwilderei; Schlingen gelten als besonders schwerer Fall

  4. [4]

    Republik Österreich – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) (1974): Strafgesetzbuch (StGB), BGBl. Nr. 60/1974 – §§ 137, 138 (Eingriff in fremdes Jagd- oder Fischereirecht) und § 222 (Tierquälerei)

    §§ 137, 138: Eingriff in fremdes Jagdrecht; § 222: Tierquälerei

  5. [5]

    Bundesrepublik Deutschland – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de) (2006): Tierschutzgesetz (TierSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 18. Mai 2006

    § 17: Strafbarkeit von Tötung ohne vernünftigen Grund und erheblichen Leiden; § 4: Töten nur mit Kenntnissen und möglichst ohne Schmerzen

  6. [6]

    Republik Österreich – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) (2004): Bundesgesetz über den Schutz der Tiere (Tierschutzgesetz – TSchG), BGBl. I Nr. 118/2004

    Verbot der Tierquälerei und der Tötung ohne vernünftigen Grund

  7. [7]

    European Community, Canada, Russian Federation: Agreement on International Humane Trapping Standards between the European Community, Canada and the Russian Federation

    Internationale Standards für humanes Fallenstellen: Fallen müssen schnell töten oder unversehrt festhalten

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10