Grundlagen für diese Situation
Zeit bis Sonnenuntergang mit der Hand schätzen – und rechtzeitig Lager machen
Mit ausgestrecktem Arm und waagrecht gehaltenen Fingern misst du, wie hoch die Sonne noch über dem Horizont steht. Als grobe Faustregel gilt ein Finger als etwa eine Viertelstunde – je nach Ort, Jahreszeit und Hand aber sehr ungenau. Berge und Wald machen es früher dunkel. Plane deshalb rückwärts: Unterkunft, Feuer und Wasser brauchen Stunden, und mit dem Lagerbau beginnst du lange, bevor die Sonne den Horizont erreicht.
Verirrt: die STOP-Regel
Wer merkt, dass er die Orientierung verloren hat, sollte sofort anhalten statt weiterzulaufen. STOP steht für Stehenbleiben, Denken (Think), Beobachten (Observe), Planen. Oft ist es sicherer, an einem gut auffindbaren Ort zu bleiben, besonders wenn jemand den Tourenplan kennt.
Navigation bei Nacht, Nebel und White-out
Bei schlechter Sicht verschwinden Landmarken, Entfernungen täuschen und Fehler häufen sich. Sicherer ist es, kurze Etappen zu gehen, Leitlinien zu nutzen, Schritte und Zeit zu zählen und die Gruppe eng zusammenzuhalten – oder bewusst anzuhalten und abzuwarten, wenn das Gelände gefährlich ist.
Energieplan für Notfallkommunikation: Akkus, Kälte, Reserve
Telefon, Lampe, GPS und Satellitengerät helfen nur, solange sie Strom haben. Ein einfacher Energieplan – geladen starten, Reserve mitnehmen, Verbrauch senken, Akkus warm halten und eine feste Notreserve nicht anrühren – entscheidet oft darüber, ob ein Notruf noch möglich ist.
Notruf absetzen: was sagen, wie erreichbar bleiben
Ein guter Notruf ist kurz, ruhig und strukturiert: Wo ist es passiert, was ist passiert, wie viele Betroffene, welche Verletzungen oder Gefahren – und dann auf Rückfragen warten. Die lokale Notrufnummer ist in der EU die 112. Nach dem Anruf erreichbar bleiben und Akku schonen.
