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Technik

Herzinfarkt und Schlaganfall erkennen

Bei Herzinfarkt und Schlaganfall zählt jede Minute. Warnzeichen für einen Herzinfarkt sind anhaltende Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust, oft ausstrahlend in Arm, Hals, Kiefer, Rücken oder Oberbauch, dazu Atemnot, Übelkeit oder kalter Schweiß. Einen Schlaganfall erkennt man mit dem FAST-Test: Gesicht (hängt ein Mundwinkel?), Arme (sinkt ein Arm ab?), Sprache (verwaschen, unverständlich?), Zeit (sofort Notruf). Sofort Notruf wählen (in der EU 112), beruhigen, nicht allein lassen. Bei Bewusstlosigkeit ohne normale Atmung: Wiederbelebung und AED. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.

Schwierigkeit
Einsteiger
Aufwand
Sofort; betreuen bis Hilfe eintrifft
Risikostufe
Notfallkritisch
Fehler melden

Einfach erklärt

Das Herz und das Gehirn brauchen ständig Blut mit Sauerstoff. Bei einem Herzinfarkt verstopft ein Blutgefäß am Herzen, bei einem Schlaganfall meist eines im Gehirn. Dann zählt jede Minute.

Ein Herzinfarkt zeigt sich oft mit starken Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust, die in den Arm, den Hals, den Kiefer oder den Rücken ziehen können. Einen Schlaganfall erkennst du mit dem FAST-Test: Face – hängt beim Lächeln ein Mundwinkel? Arms – sinkt ein ausgestreckter Arm ab? Speech – klingt die Sprache verwaschen? Time – sofort Notruf!

Bei Verdacht wählst du sofort den Notruf (in der EU 112, in Österreich auch 144), beruhigst die Person und bleibst bei ihr. Wird sie bewusstlos und atmet nicht normal, beginnst du mit der Wiederbelebung, und jemand holt einen AED. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.

Wie es funktioniert

Beim Herzinfarkt verschließt sich ein Herzkranzgefäß, meist durch ein Blutgerinnsel. Der Teil des Herzmuskels dahinter bekommt keinen Sauerstoff und beginnt abzusterben. Außerdem kann das Herz aus dem Takt geraten und plötzlich stillstehen.

Beim Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns nicht mehr durchblutet – meist durch ein verstopftes Gefäß, seltener durch eine Blutung. Je nachdem, welcher Teil betroffen ist, fallen Gesicht, Arm, Bein, Sprache, Sehen oder Gleichgewicht plötzlich aus. In beiden Fällen gilt: Die Behandlung in der Klinik hilft umso besser, je früher sie beginnt.

Worauf es ankommt

Nicht abwarten. Viele Betroffene spielen ihre Beschwerden herunter – „das geht schon wieder“. Auch wenn Schlaganfall-Zeichen nach kurzer Zeit verschwinden, ist das ein Notfall. Merke dir die Uhrzeit, wann es angefangen hat; für die Behandlung eines Schlaganfalls ist das sehr wichtig.

Bei Herzinfarkt-Verdacht die Person mit erhöhtem Oberkörper sitzen oder halb liegen lassen und jede Anstrengung vermeiden. Bei Schlaganfall-Verdacht den Oberkörper leicht erhöht lagern und nichts essen oder trinken lassen, weil das Schlucken gestört sein kann. Nicht selbst ins Krankenhaus fahren – der Rettungsdienst kann unterwegs schon behandeln.

Sicherheit und Grenzen

Bei Frauen, älteren Menschen und Menschen mit Diabetes zeigt sich ein Herzinfarkt oft anders: mit Atemnot, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch oder großer Erschöpfung. Manche Organisationen erweitern den FAST-Test zu BE-FAST, mit Balance (Gleichgewicht) und Eyes (Sehen). Jedes einzelne Zeichen reicht für den Notruf.

Ersthelfer geben keine Medikamente, außer die Leitstelle sagt es oder es handelt sich um ein Notfallmedikament, das der Person ärztlich für genau diese Situation verordnet wurde. Wird die Person bewusstlos: atmet sie normal, stabile Seitenlage; atmet sie nicht normal, Wiederbelebung und AED.

So übst du es

Den FAST-Test kannst du dir mit Familie und Freunden einprägen – er dauert keine Minute. Wiederbelebung und den Umgang mit dem AED übst du im Erste-Hilfe-Kurs an der Übungspuppe.

Merke dir, wo in deinem Alltag ein AED hängt. Und denk an den wichtigsten Satz: Lieber einmal zu oft den Notruf wählen als einmal zu spät.

Schritt für Schritt

Herzinfarkt und Schlaganfall erkennen

Schritt 1 von 6

Herzinfarkt-Zeichen erkennen

Anhaltende Schmerzen, Druck, Brennen oder Enge in der Brust, oft ausstrahlend in Arm, Hals, Kiefer, Rücken oder Oberbauch; Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Blässe, kalter Schweiß, Angst.

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    Herzinfarkt-Zeichen erkennen

    Anhaltende Schmerzen, Druck, Brennen oder Enge in der Brust, oft ausstrahlend in Arm, Hals, Kiefer, Rücken oder Oberbauch; Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Blässe, kalter Schweiß, Angst.

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    Schlaganfall: FAST-Test

    Face – die Person lächeln lassen: Hängt ein Mundwinkel? Arms – beide Arme mit den Handflächen nach oben ausstrecken lassen: Sinkt ein Arm ab? Speech – einen einfachen Satz nachsprechen lassen: Ist die Sprache verwaschen oder unverständlich? Time – sofort Notruf. Auch plötzliche Seh-, Gleichgewichts- oder Gangstörungen können Zeichen sein.

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    Sofort Notruf

    Notruf wählen (in der EU 112) und den Verdacht nennen. Die Uhrzeit merken, wann die Beschwerden begonnen haben – für die Behandlung eines Schlaganfalls ist das sehr wichtig.

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    Lagern

    Bei Verdacht auf Herzinfarkt mit erhöhtem Oberkörper bequem sitzen oder halb liegen lassen, enge Kleidung lockern, jede Anstrengung vermeiden. Bei Verdacht auf Schlaganfall mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern und nichts essen oder trinken lassen.

  5. 5

    Beruhigen und beobachten

    Bei der Person bleiben, ruhig sprechen, zudecken und Bewusstsein und Atmung beobachten. Wenn möglich jemanden losschicken, den Rettungsdienst einzuweisen, und einen AED holen lassen.

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    Bewusstlos: handeln

    Reagiert die Person nicht und atmet normal: stabile Seitenlage. Atmet sie nicht normal: sofort Wiederbelebung nach Anleitung der Leitstelle und den AED einsetzen.

Für diese Technik ist noch kein geprüftes Video verfügbar.

Häufige Fehler

  • Abwarten, ob die Beschwerden vorbeigehen
  • Verschwundene Schlaganfall-Zeichen nicht ernst nehmen
  • Die Person selbst ins Krankenhaus fahren
  • Bei Schlaganfall-Verdacht etwas zu trinken geben
  • Die Person herumlaufen oder Treppen steigen lassen
  • Bei Frauen oder älteren Menschen untypische Zeichen übersehen

Kurzüberblick

Material

  • Mobiltelefon

    Notruf und Uhrzeit des Beginns

    Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.

    Nicht als einziges Navigations- oder Notrufmittel einplanen.

  • AED (automatisierter externer Defibrillator)(optional)

    Bei Bewusstlosigkeit ohne normale Atmung

    Gerät einschalten und den Sprachanweisungen folgen; während der Analyse und Schockabgabe niemand berührt die Person.

  • Wolldecke / Bettdecke(optional)

    Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.

Geeignet für

  • Plötzliche Brustschmerzen, Atemnot oder Lähmungen zu Hause, unterwegs oder bei der Arbeit
  • Erwachsene jeden Alters, besonders ältere Menschen

Ungeeignet für

  • Abwarten, ob es „von selbst besser wird“
  • Die Person selbst ins Krankenhaus fahren statt den Notruf zu wählen

Voraussetzungen

  • Die Warnzeichen kennen
  • Notrufnummer kennen

Sicherheit

  • Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
  • Bei Verdacht auf Schlaganfall nichts essen oder trinken lassen – das Schlucken kann gestört sein. Keine Medikamente geben, außer die Leitstelle sagt es oder sie sind der Person für genau diese Situation ärztlich verordnet.
  • Bei Frauen, älteren Menschen und Menschen mit Diabetes zeigt sich ein Herzinfarkt oft weniger typisch, etwa mit Atemnot, Übelkeit, Oberbauchschmerzen oder starker Erschöpfung statt deutlicher Brustschmerzen.

So funktioniert es

Bei einem Herzinfarkt verschließt sich ein Herzkranzgefäß, und ein Teil des Herzmuskels bekommt keinen Sauerstoff mehr. Bei den meisten Schlaganfällen verschließt sich ein Gefäß im Gehirn, seltener blutet es ins Gehirn. In beiden Fällen stirbt Gewebe ab, je länger es dauert – die Behandlung in der Klinik wirkt am besten, je früher sie beginnt. Der Herzinfarkt kann außerdem einen Herzstillstand auslösen. Ersthelfer können die Ursache nicht behandeln, aber sie können die Zeichen erkennen, sofort den Notruf wählen, die Person entlasten und im Ernstfall mit der Wiederbelebung beginnen.

Vorteile

  • Der FAST-Test ist einfach und schnell
  • Früher Notruf verbessert die Behandlungschancen deutlich

Nachteile

  • Untypische Zeichen werden leicht übersehen
  • Betroffene spielen Beschwerden oft herunter

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Die ERC-Leitlinien zur Ersten Hilfe empfehlen Laien, bei Verdacht auf Schlaganfall einen einfachen Erkennungstest wie FAST zu nutzen und sofort den Rettungsdienst zu alarmieren, und beschreiben bei Brustschmerzen den sofortigen Notruf. Sie betonen, dass ein früher Notruf und das frühe Erkennen eines Herzstillstands Leben retten.

In deutschsprachigen Kursen werden Herzinfarkt-Patienten meist mit erhöhtem Oberkörper gelagert, Schlaganfall-Patienten mit leicht erhöhtem Oberkörper. Medikamente gehören nicht in die Hand von Ersthelfern – außer die Leitstelle gibt eine Anweisung oder es handelt sich um ein der Person ärztlich verordnetes Notfallmedikament.

Varianten

BE-FAST
Manche Organisationen erweitern den Test zu BE-FAST: Balance (plötzliche Gleichgewichtsstörung, Schwindel) und Eyes (plötzliche Sehstörung) kommen vor Face, Arms, Speech und Time. Jedes einzelne Zeichen genügt für den Notruf.
Fern von Hilfe
Auch im Gelände sofort Notruf absetzen und den Standort durchgeben. Die Person nicht absteigen oder gehen lassen; auf Abtransport durch Rettungskräfte warten.

Häufige Fehler

  • Abwarten, ob die Beschwerden vorbeigehen
  • Verschwundene Schlaganfall-Zeichen nicht ernst nehmen
  • Die Person selbst ins Krankenhaus fahren
  • Bei Schlaganfall-Verdacht etwas zu trinken geben
  • Die Person herumlaufen oder Treppen steigen lassen
  • Bei Frauen oder älteren Menschen untypische Zeichen übersehen

Grenzen und Risiken

  • Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs
  • Keine Medikamente oder Dosierungen
  • Keine Diagnose – nur Erkennen und Alarmieren
  • Wiederbelebung nur nach Anleitung der Leitstelle oder wie im Kurs gelernt

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Mobiltelefon
Stirnlampe / Taschenlampe, Batterie-Laterne / LED-Leuchte
Wolldecke / Bettdecke
Isomatte, Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.), Langhalmiges Deckmaterial (Schilf, Gras, Binsen) (Sehr leicht entzündlich – kein offenes Feuer und keine Funken in der Nähe.)

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen

  1. [1]

    European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: First Aid

    Schlaganfall erkennen mit einfachem Test, sofort Notruf; Notruf bei Brustschmerzen

  2. [2]

    European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: Basic Life Support

    Wiederbelebung und AED bei Herzstillstand

  3. [3]

    Deutsches Rotes Kreuz (DRK): Erste Hilfe – Informationen und Kurse

    Lagerung bei Herzinfarkt- und Schlaganfallverdacht

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10