Sonnenbrand und Sonnenstich
Sonnenbrand ist eine Verbrennung der Haut durch UV-Strahlung: raus aus der Sonne, mit feuchten Tüchern kühlen, viel trinken, Blasen nicht öffnen. Ein Sonnenstich entsteht, wenn Kopf und Nacken zu lange ungeschützt in der Sonne waren: Kopfschmerzen, roter heißer Kopf, Schwindel, Übelkeit. Dann in den Schatten, mit erhöhtem Kopf lagern, Kopf und Nacken kühlen. Bei Bewusstseinsstörung oder Krampfanfall sofort Notruf (in der EU 112). Ist der ganze Körper überhitzt, gilt der Eintrag zu Hitzeerschöpfung und Hitzschlag. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
- Sofort; Erholung dauert Stunden bis Tage
Einfach erklärt
Die Sonne ist schön, aber zu viel davon schadet. Beim Sonnenbrand verbrennen die unsichtbaren UV-Strahlen die Haut: Sie wird rot, heiß und tut weh. Dann gehst du raus aus der Sonne, kühlst die Haut mit feuchten Tüchern und trinkst viel. Blasen bleiben zu.
Beim Sonnenstich hat die Sonne zu lange auf den Kopf und den Nacken geschienen. Man bekommt Kopfweh, einen roten, heißen Kopf, wird schwindlig und manchmal ist einem übel. Dann ab in den Schatten, mit etwas erhöhtem Kopf hinlegen und Kopf und Nacken mit feuchten Tüchern kühlen.
Wird jemand verwirrt, schläfrig oder bekommt einen Krampfanfall, wählst du sofort den Notruf (in der EU 112). Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
Wie es funktioniert
UV-Strahlung dringt in die Haut ein und schädigt ihre Zellen. Die Haut reagiert mit einer Entzündung: Rötung, Wärme, Schmerz, manchmal Blasen. Das volle Ausmaß zeigt sich oft erst Stunden später. Jeder Sonnenbrand erhöht langfristig das Risiko für Hautkrebs.
Beim Sonnenstich wirkt die Sonne direkt auf den ungeschützten Kopf und Nacken, und die Hirnhäute können sich reizen. Typisch sind Kopfschmerzen, ein roter, heißer Kopf, Schwindel, Übelkeit und manchmal ein steifer Nacken. Der Körper insgesamt muss dabei nicht überhitzt sein.
Sonnenstich oder Hitzschlag?
Beim Hitzschlag ist der ganze Körper zu heiß, meist nach Anstrengung in der Hitze. Er ist lebensbedrohlich und zeigt sich oft mit Verwirrtheit, Taumeln, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit. Dafür gibt es einen eigenen Eintrag zu Hitzeerschöpfung und Hitzschlag.
Für Laien sind beide oft schwer zu unterscheiden. Die Regel ist einfach: Bei Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung immer wie beim Hitzschlag handeln – Notruf wählen und mit allen Mitteln kühlen.
Sicherheit und Grenzen
Ärztliche Hilfe ist nötig bei großflächigem Sonnenbrand mit Blasen, bei Fieber, Schüttelfrost oder starkem Krankheitsgefühl, und immer bei Säuglingen und Kleinkindern. Kein Eis direkt auf die Haut, Blasen nicht öffnen.
Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144) bei Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung, Krampfanfall, wiederholtem Erbrechen oder deutlich steifem Nacken mit Fieber. Dieser Text nennt keine Salben oder Medikamente.
Vorbeugen
Mittagssonne meiden, Schatten suchen, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Kleidung tragen, Sonnenschutzmittel großzügig und immer wieder auftragen. UV-Strahlung ist auch bei Wolken, im Wasser, im Schnee und in den Bergen stark.
Säuglinge gehören nicht in die direkte Sonne, und Kinderhaut ist besonders empfindlich. Wer auf andere achtet – beim Ausflug, am Strand, auf der Baustelle –, erkennt Warnzeichen früh.
Schritt für Schritt
- 1
In den Schatten
Sofort aus der Sonne in den Schatten oder einen kühlen Raum gehen.
- 2
Zustand einschätzen
Ist die Person wach, klar und orientiert? Bei Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung oder Krampfanfall sofort Notruf wählen und wie bei einem Hitzschlag kühlen.
- 3
Sonnenstich: Kopf erhöht lagern
Bei Sonnenstich die Person mit leicht erhöhtem Kopf und Oberkörper hinlegen und beengende Kleidung lockern.
- 4
Kühlen
Kopf und Nacken mit feuchten, kühlen Tüchern kühlen. Sonnenverbrannte Haut mit feuchten Umschlägen oder lauwarmem Wasser kühlen, kein Eis direkt auf die Haut.
- 5
Trinken, wenn wach
Wache Personen, die sicher schlucken können, in kleinen Schlucken Wasser trinken lassen.
- 6
Beobachten und schonen
Bei der Person bleiben, bei Verschlechterung Notruf wählen. In den nächsten Tagen die Sonne meiden und die Haut schützen; Blasen nicht öffnen.
Häufige Fehler
- In der Sonne bleiben „weil es nur ein bisschen rot ist“
- Blasen aufstechen
- Eis direkt auf die Haut legen
- Sonnenstich bei Kindern unterschätzen
- Verwirrtheit für Müdigkeit halten
Kurzüberblick
Material
Baumwolltuch / T-Shirt
Feuchte, kühle Tücher
Filtert nur grobe Partikel – keine Entkeimung.
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)
Wasser zum Trinken und Befeuchten
Nicht erhitzen oder ins Feuer stellen.
Geeignet für
- Lange Aufenthalte in der Sonne: Strand, Freibad, Wandern, Gartenarbeit
- Kinder und Menschen mit wenig oder ohne Kopfhaar
Ungeeignet für
- Hitzschlag mit Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung – das ist ein Notfall, siehe Hitzeerschöpfung und Hitzschlag
- Großflächiger Sonnenbrand mit Blasen, Fieber oder Schüttelfrost – dann ärztliche Hilfe
Voraussetzungen
- Schatten oder ein kühler Raum erreichbar
- Wasser verfügbar
Sicherheit
- Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
- Ärztliche Hilfe bei großflächigem Sonnenbrand mit Blasen, bei Fieber, Schüttelfrost oder starkem Krankheitsgefühl, und immer bei Säuglingen und Kleinkindern mit Sonnenbrand oder Sonnenstich.
- Kein Eis direkt auf die Haut, keine Hausmittel wie Quark auf offene Blasen. Blasen nicht öffnen.
So funktioniert es
Beim Sonnenbrand schädigt UV-Strahlung die Haut – sie wird rot, heiß und schmerzhaft, manchmal mit Blasen. Die Haut kann sich davon erholen, aber jeder Sonnenbrand erhöht langfristig das Hautkrebsrisiko. Beim Sonnenstich wirkt die Sonne direkt auf den ungeschützten Kopf und Nacken; die Hirnhäute können sich reizen. Typisch sind Kopfschmerzen, ein roter, heißer Kopf, Schwindel, Übelkeit und manchmal Nackensteifigkeit, während der Körper sonst nicht unbedingt überhitzt ist. Beim Hitzschlag dagegen ist der ganze Körper zu heiß – das ist ein anderer, lebensbedrohlicher Notfall.
Vorteile
- Einfache Maßnahmen, fast überall möglich
- Vorbeugen ist leicht
Nachteile
- Sonnenstich und Hitzschlag sind für Laien schwer zu unterscheiden
- Sonnenbrand zeigt sein volles Ausmaß oft erst Stunden später
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Rotkreuz-Organisationen in Deutschland und Österreich lehren den Sonnenstich als eigenes Krankheitsbild, das vom Hitzschlag zu unterscheiden ist: Beim Sonnenstich ist vor allem der Kopf betroffen, beim Hitzschlag der ganze Körper. Im Zweifel – vor allem bei Verwirrtheit – wird wie beim Hitzschlag gehandelt: Notruf und kühlen.
UV-Strahlung ist auch bei Bewölkung, im Wasser, im Schnee und in den Bergen stark. Kinderhaut ist besonders empfindlich; Sonnenbrände in der Kindheit gelten als wichtiger Risikofaktor für Hautkrebs im späteren Leben.
Varianten
- Vorbeugen
- Mittagssonne meiden, Schatten suchen, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und körperbedeckende Kleidung tragen und Sonnenschutzmittel großzügig und wiederholt auftragen. Säuglinge nicht der direkten Sonne aussetzen.
Häufige Fehler
- In der Sonne bleiben „weil es nur ein bisschen rot ist“
- Blasen aufstechen
- Eis direkt auf die Haut legen
- Sonnenstich bei Kindern unterschätzen
- Verwirrtheit für Müdigkeit halten
Grenzen und Risiken
- Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs
- Keine Medikamente, Salben oder Dosierungen
- Bei Verdacht auf Hitzschlag gilt der Eintrag zu Hitzeerschöpfung und Hitzschlag
Quellen
Deutsches Rotes Kreuz (DRK): Erste Hilfe – Informationen und Kurse
Sonnenstich: Schatten, Kopf erhöht lagern, kühlen; Abgrenzung zum Hitzschlag
Österreichisches Rotes Kreuz: Erste Hilfe – Informationen und Kurse
Sonnenstich und Sonnenbrand als Erste-Hilfe-Themen
World Health Organization: Heat and health (fact sheet)
Gefährdete Gruppen und Warnzeichen bei Hitze