Kopfbedeckung: Mütze, Sonnenhut, Schlauchtuch
Eine warme Mütze, ein Sonnenhut mit breiter Krempe und ein Schlauchtuch gehören zu den leichtesten und vielseitigsten Ausrüstungsteilen. Sie schützen Kopf, Ohren und Nacken vor Kälte, Wind und Sonne und lassen sich schnell an- und ablegen, um die Körperwärme zu regulieren.
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Einfach erklärt
Dein Kopf ist meistens der Teil des Körpers, der als einziger nicht bedeckt ist. Deshalb merkst du dort Kälte, Wind und Sonne besonders früh. Drei leichte Dinge helfen fast immer: eine warme Mütze, ein Sonnenhut mit breiter Krempe und ein Schlauchtuch, also ein Stoffschlauch, den du um den Hals, über die Ohren oder als Mütze tragen kannst.
Die Mütze hält wie ein kleines Dach eine warme Luftschicht am Kopf fest. Der Sonnenhut wirft Schatten auf Gesicht, Ohren und Nacken, so wie ein Sonnenschirm. Und weil du beides schnell auf- und absetzen kannst, sind sie auch eine Art Regler: Ist dir zu warm, nimmst du die Mütze ab, wird dir kalt, setzt du sie wieder auf.
Wichtig: Ein Hut schützt nur einen Teil des Gesichts. Bei starker Sonne brauchst du zusätzlich Sonnencreme, eine Sonnenbrille und mittags Schatten.
Wie es funktioniert
Kopf und Nacken sind gut durchblutet und meist unbedeckt, während der Rest des Körpers in Kleidung steckt. Deshalb verlierst du dort spürbar Wärme, wenn es kalt und windig ist, und bekommst dort leicht einen Sonnenbrand, wenn die Sonne scheint. Eine Mütze aus Wolle oder Kunstfaser hält eine Schicht ruhender Luft fest, die isoliert. Wichtig ist, dass sie die Ohren bedeckt, denn die Ohren sind dünn und kühlen schnell aus.
Ein Sonnenhut wirkt dagegen durch Schatten. Eine breite Krempe rundum schützt Gesicht, Ohren und Nacken besser als eine Schirmmütze, die den Nacken frei lässt. Ein heller, luftiger Hut lässt Wärme entweichen, ein dunkler, eng anliegender staut sie. Ein Kinnband verhindert, dass der Wind den Hut wegträgt.
Das Schlauchtuch ist ein Alleskönner zwischen beiden. Du kannst es als Halswärmer, Stirnband, dünne Mütze oder als Tuch vor Mund und Nase gegen Wind und groben Staub tragen. Es wiegt fast nichts und trocknet schnell.
Worauf es ankommt: Wärme regulieren
Kopfbedeckungen sind eine der schnellsten Möglichkeiten, die Körperwärme zu steuern. Beim Aufstieg wird dir warm – nimm die Mütze ab, bevor du ins Schwitzen kommst. Sobald du in der Pause stehst, setzt du sie sofort wieder auf, denn dann kühlt der Körper schnell ab. So bleibt deine Kleidung trockener, und du frierst weniger.
Ein häufiger Fehler ist, die Mütze zu Hause zu lassen, weil es beim Start warm ist. Auf dem Berg, am Abend oder bei Wetterumschwung kann es schnell deutlich kälter werden. Eine Mütze wiegt so wenig, dass sie eigentlich auf jede Tour gehört. Eine nasse Mütze dagegen solltest du nicht weitertragen, sondern gegen eine trockene tauschen oder das Schlauchtuch nutzen.
Achte darauf, dass die Mütze unter deine Kapuze passt und – wenn du einen trägst – unter einen Helm. Ein Helm schützt bei Steinschlag, beim Klettern oder Radfahren; eine Mütze kann ihn nie ersetzen.
Sicherheit: Sonne und Hitze
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt bei erhöhtem UV-Index einen Hut mit breiter Krempe – aber zusammen mit Schatten, Kleidung, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel. Ein Hut allein reicht nicht, weil UV-Strahlung auch von Wasser, Sand und besonders von Schnee zurückgeworfen wird und dann von unten ins Gesicht trifft. In den Bergen ist die UV-Strahlung außerdem stärker als im Flachland.
Schau vor der Tour auf den UV-Index in der Wettervorhersage. Rund um die Mittagszeit ist die Strahlung am stärksten; dann ist Schatten besonders wertvoll. Kinder brauchen besonders guten Sonnenschutz.
Bei Hitze ist ein luftiger, heller Hut besser als eine eng anliegende Mütze. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder große Erschöpfung können Anzeichen einer Hitzeerkrankung sein. Dann sofort in den Schatten, ausruhen, abkühlen und trinken. Wird jemand verwirrt oder bewusstlos, wählst du die örtliche Notrufnummer (112 in der EU).
Typische Situationen und Improvisieren
Auf einer Sommerwanderung in den Bergen gehören oft beide Kopfbedeckungen in den Rucksack: der Sonnenhut für den Tag und die Mütze für den Gipfel, den Abend oder ein Gewitter mit kaltem Wind. Im Winter ist die Mütze Pflicht, und das Schlauchtuch schützt Hals und Gesicht vor eisigem Wind.
Fehlt ein Sonnenhut, kannst du ein Tuch unter eine Schirmmütze klemmen, sodass es über Nacken und Ohren hängt. Das ist eine alte, bewährte Lösung aus heißen Gegenden. Mehr dazu findest du im Eintrag zum improvisierten Sonnenschutz.
Kopfbedeckungen sind leicht zu verlieren, besonders im Wind. Ein Kinnband, ein Clip an der Jacke oder eine feste Gewohnheit, wo du die Mütze verstaust, hilft. Eine zweite dünne Mütze oder das Schlauchtuch sind eine gute Reserve.
Gut zu wissen: ein verbreiteter Mythos
Oft hört man, der größte Teil der Körperwärme gehe über den Kopf verloren. Das ist so nicht richtig. Der Kopf verliert ungefähr so viel Wärme, wie es seiner Oberfläche entspricht – nicht übermäßig viel. Der Grund, warum eine Mütze trotzdem so viel bringt, ist ein anderer: Der Kopf ist oft der einzige unbedeckte Teil des Körpers, und gerade dort hilft eine zusätzliche Schicht sofort.
Bergsteigerhandbücher führen die warme Mütze deshalb seit langem als Teil der Grundausrüstung, weil sie mit sehr wenig Gewicht sehr viel Komfort bringt. Für die Frage, wie stark ein Stoff vor UV-Strahlung schützt, gibt es eigene Prüfungen; dieser Eintrag macht dazu keine Angaben.
Schritt für Schritt
Warme Mütze
Aus Wolle oder Kunstfaser, bedeckt die Ohren. Passt unter die Kapuze oder einen Helm.
- 1
Warme Mütze
Aus Wolle oder Kunstfaser, bedeckt die Ohren. Passt unter die Kapuze oder einen Helm.
- 2
Sonnenhut
Breite Krempe rundum oder Schirmmütze mit Nackenschutz. Hell, luftig, mit Kinnband gegen Wind.
- 3
Schlauchtuch
Als Halswärmer, Stirnband, Mütze oder Mund-Nasen-Schutz gegen Wind und Staub. Leicht, schnell trocknend.
- 4
Regulieren
Beim Aufstieg Mütze abnehmen, um Schwitzen zu vermeiden; in der Pause sofort wieder aufsetzen.
Häufige Fehler
- Mütze vergessen, weil es beim Start warm ist
- Schirmmütze ohne Nackenschutz in starker Sonne
- Nasse Mütze weitertragen
Kurzüberblick
Material
Sonnenhut mit Krempe
Geeignet für
- Jede Tour
- Hitze und starke Sonne
- Wind und Kälte
- Kinder
Ungeeignet für
- Ersatz für einen Helm bei Steinschlag, Klettern oder Radfahren
Voraussetzungen
- Wettervorhersage und UV-Index der Region kennen
Sicherheit
- Ein Hut schützt Gesicht und Nacken nur teilweise. Bei hohem UV-Index zusätzlich Sonnenschutzmittel, Sonnenbrille und Schatten zur Mittagszeit nutzen.
- Bei Hitze ist ein luftiger, heller Hut besser als eine eng anliegende Mütze. Anzeichen von Hitzeerkrankung ernst nehmen und Hilfe holen.
So funktioniert es
Kopf und Nacken sind stark durchblutet und oft unbedeckt, daher spürt man dort Wärmeverlust und Sonneneinstrahlung früh. Eine Mütze hält eine Luftschicht fest, ein Hut mit breiter Krempe wirft Schatten auf Gesicht, Ohren und Nacken. Ein Schlauchtuch ist eine Zwischenlösung, die je nach Bedarf als Mütze, Halswärmer oder Sonnenschutz dient.
Vorteile
- Leicht und günstig
- Sehr vielseitig
Nachteile
- Leicht zu verlieren – Kinnband oder Clip hilft
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Der Leitfaden der WHO zum UV-Index empfiehlt bei erhöhter UV-Belastung unter anderem einen Hut mit breiter Krempe neben Schatten, Kleidung, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel.
Gegen Kälte gehört eine Mütze in Bergsteigerhandbüchern zur Grundausrüstung, weil sie mit wenig Gewicht viel Komfort bringt.
Varianten
- Improvisiert
- Fehlt ein Sonnenhut, kann ein Tuch unter die Kappe geklemmt werden – siehe improvisierter Sonnenschutz.
Häufige Fehler
- Mütze vergessen, weil es beim Start warm ist
- Schirmmütze ohne Nackenschutz in starker Sonne
- Nasse Mütze weitertragen
Grenzen und Risiken
- Keine Angaben zu UV-Schutzfaktoren von Textilien
- Kein Ersatz für einen Schutzhelm
Quellen
World Health Organization (with WMO, UNEP and ICNIRP) (2002): Global Solar UV Index: A Practical Guide
Hut mit breiter Krempe als Teil des Sonnenschutzes
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
Warme Mütze als Grundausrüstung