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Technik

Setzangel und Nachtschnur (Notfallwissen)

Eine Setzangel ist eine beköderte Angelschnur, die man fest am Ufer anbindet und allein fischen lässt – oft über Nacht. Mit einigen solchen Schnüren kann man fischen, während man schläft oder Holz sammelt. Genau deshalb sind sie für Angler verboten: Gefangene Fische hängen stundenlang am Haken. Im echten Notfall gilt: wenige Schnüre, alle markiert, früh am Morgen kontrolliert und danach vollständig entfernt.

Schwierigkeit
Grundkenntnisse
Aufwand
10 Minuten pro Schnur, Kontrolle abends und im Morgengrauen
Risikostufe
Nur mit Fachanleitung
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Einfach erklärt

Eine Setzangel ist eine Angelschnur, die man am Abend an einen Ast über dem Wasser bindet und dann allein lässt. Am Haken hängt ein Wurm. Während man schläft, kann ein Fisch anbeißen – und am Morgen schaut man nach.

Das klingt praktisch, hat aber einen Haken: Der Fisch muss die ganze Nacht am Haken warten. Außerdem können Enten oder Otter den Wurm schnappen. Darum ist das beim normalen Angeln verboten.

Im echten Notfall kann eine Setzangel trotzdem helfen, weil sie Kraft spart. Dann gelten strenge Regeln: nur wenige Schnüre, alle markiert, ganz früh am Morgen nachschauen und am Ende alles wieder mitnehmen.

Wie es funktioniert

Viele Fische fressen vor allem in der Dämmerung und nachts. Eine Schnur, die zu dieser Zeit im Wasser hängt, hat gute Chancen. Weil sie an einem federnden Ast hängt, gibt sie nach, wenn ein Fisch zieht – eine starre Halterung würde die Schnur zerreißen oder den Haken ausreißen lassen.

Die Länge der Schnur bestimmt, wo der Köder hängt: knapp über dem Grund für Fische, die am Boden fressen, oder im Mittelwasser. Ein kleines Gewicht hält ihn an seinem Platz.

Der Vorteil ist die Zeit: Die Schnur fischt, während man ruht, Holz sammelt oder Signale gibt. In einer Notlage ist Kraft das Wertvollste, was man hat.

Worauf es ankommt

Die Kontrolle entscheidet, nicht die Zahl der Schnüre. Zwei Schnüre, die man im Morgengrauen kontrolliert, sind besser als zehn, die man erst mittags findet. Gefangene Fische werden sofort betäubt und getötet.

Der Haken muss immer unter Wasser bleiben. Ein Köder an der Oberfläche oder am Ufer ist eine Gefahr für Enten, Reiher, Otter und Hunde. Tagsüber, wenn diese Tiere aktiv sind, holt man die Schnüre ein oder hängt die Haken ohne Köder hoch.

Jede Schnur bekommt eine Nummer und ein Markierband, und alle stehen in einer Liste. So wird am Ende keine vergessen.

Sicherheit: darauf musst du achten

Vergessene Schnüre mit Haken töten noch Monate später Vögel und andere Tiere. Darum wird am Ende alles nachgezählt und mitgenommen. Was nicht geborgen werden konnte, meldet man den Rettern.

Setze Schnüre nicht an Badestellen, Bootsstegen oder in der Nähe von Nestern. Und gehe zum Kontrollieren nicht ins Wasser – die Schnur wird vom Ufer aus eingeholt.

Für Angler sind Setzangeln in Österreich und Deutschland nicht erlaubt. Ohne Erlaubnis bleibt es Fischwilderei.

Schritt für Schritt

Setzangel und Nachtschnur (Notfallwissen)

Schritt 1 von 8

Notlage und Gewässer prüfen

Nur in echter Lebensgefahr. Wähle ein ruhiges Stück Ufer nahe am Lager, ohne Badestellen, Boote oder Nistplätze von Wasservögeln. Entscheide, wie viele Schnüre du sicher kontrollieren kannst – meist zwei bis vier.

Setzangel und Nachtschnur (Notfallwissen) – Schritt 1 von 8Notlage und Gewässer prüfen. Nur in echter Lebensgefahr. Wähle ein ruhiges Stück Ufer nahe am Lager, ohne Badestellen, Boote oder Nistplätze von Wasservögeln. Entscheide, wie viele Schnüre du sicher kontrollieren kannst – meist zwei bis vier.
Schritt 1 von 8

Schritt 1 von 8

Notlage und Gewässer prüfen

Nur in echter Lebensgefahr. Wähle ein ruhiges Stück Ufer nahe am Lager, ohne Badestellen, Boote oder Nistplätze von Wasservögeln. Entscheide, wie viele Schnüre du sicher kontrollieren kannst – meist zwei bis vier.

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    Notlage und Gewässer prüfen

    Nur in echter Lebensgefahr. Wähle ein ruhiges Stück Ufer nahe am Lager, ohne Badestellen, Boote oder Nistplätze von Wasservögeln. Entscheide, wie viele Schnüre du sicher kontrollieren kannst – meist zwei bis vier.

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    Einen federnden Halter wählen

    Am besten ist ein lebender, biegsamer Ast, der übers Wasser hängt, oder ein kräftiger Stock, den du schräg und tief ins Ufer steckst. Er muss federn, wenn ein Fisch zieht, darf aber nicht herausgerissen werden.

  3. 3

    Schnur vorbereiten

    Binde Haken und ein kleines Gewicht an. Die Schnur so lang wählen, dass der Köder knapp über dem Grund oder im Mittelwasser hängt, je nachdem, wo du Fische vermutest. Den Haken immer so tief, dass er unter Wasser bleibt.

  4. 4

    Ködern

    Den Köder so aufziehen, dass die Hakenspitze bedeckt ist: Würmer, Larven, Fischreste oder kleine Stücke von essbarem Fleisch. Lebende Köderfische zu verwenden ist auch im Notfall nicht nötig.

  5. 5

    Anbinden und markieren

    Die Schnur fest am Halter anknoten und den Köder vorsichtig ins Wasser lassen. Ein Markierband in Augenhöhe daneben anbringen und die Schnur mit Nummer und Ort in die Liste schreiben.

  6. 6

    Im Morgengrauen kontrollieren

    Kontrolliere die Schnüre am späten Abend und wieder ganz früh am Morgen, bevor Wasservögel aktiv werden. Ein gefangener Fisch wird sofort betäubt und getötet. Haben sich Schnüre verheddert oder hat ein Tier angebissen, das du nicht fangen wolltest, schneide die Schnur so nah am Haken wie möglich ab.

  7. 7

    Tagsüber einholen

    Wenn du die Schnüre tagsüber nicht im Blick hast, hole sie ein oder hänge die Haken ohne Köder hoch an den Halter. Abends neu ködern.

  8. 8

    Alles vollständig entfernen

    Nach der Notlage jede Schnur mit Haken und Gewicht einsammeln und nachzählen. Abgerissene Schnüre so gut wie möglich bergen. Konntest du nicht alles entfernen, sage den Rettern, wo noch Schnüre hängen.

Die Animation ist eine schematische Zeichnung der Schritte oben und wird wie alle Inhalte noch fachlich geprüft.

Häufige Fehler

  • Zu viele Schnüre
  • Schnüre erst mittags kontrollieren
  • Haken an der Oberfläche oder am Ufer
  • Starrer Halter – die Schnur reißt
  • Schnüre beim Aufbruch vergessen

Kurzüberblick

Material

  • Mini-Angelset (Notfall-Angelset)

    Haken, Schnur, kleine Bleie

    Haken sind scharf und haben Widerhaken – im Set immer abgedeckt aufbewahren, z. B. in einem Stück Korken oder einer kleinen Dose.

  • Monofile Angelschnur

    Kräftiger als beim Angeln mit der Hand

    Schnurreste nie liegen lassen: Vögel und andere Tiere verfangen sich darin und sterben qualvoll. Reste aufwickeln und mitnehmen.

  • Stabile Äste / Stangen

    Elastischer Ast oder Pflock als Halter

    Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.

  • Auffälliges Markierband

    Nach dem Abbau jedes Stück wieder entfernen

  • Beschriftungsanhänger und wasserfester Stift

    Für die Liste aller Schnüre

Geeignet für

  • Lange Notlagen an einem See oder ruhigen Fluss
  • Wenn man Kraft sparen muss und nicht stundenlang angeln kann

Ungeeignet für

  • Gewässer mit Schwimmern, Booten oder Wasservögeln in der Nähe
  • Situationen, in denen du die Schnüre nicht früh am Morgen kontrollieren kannst
  • Jede Situation ohne echte Lebensgefahr

Voraussetzungen

  • Echte Lebensgefahr ohne erreichbare Hilfe
  • Ein Gewässer mit Fischen nahe am Lager
  • Köder (siehe „Köder finden“)
  • Haken und Schnur – gekauft oder improvisiert

Sicherheit

  • Vergessene Schnüre töten noch lange. Jede Schnur zählen, markieren und am Ende vollständig mit Haken entfernen.

So funktioniert es

Fische fressen besonders in der Dämmerung und nachts. Eine Schnur, die an einem federnden Ast hängt, gibt nach, wenn ein Fisch zieht, und reißt nicht. Weil sie ohne dich arbeitet, kostet sie kaum Kraft – aber jeder Fisch, der anbeißt, wartet am Haken, bis du kommst. Darum entscheidet die Kontrolle, nicht die Zahl der Schnüre.

Vorteile

  • Fischt, während du ruhst
  • Spart viel Kraft
  • Funktioniert mit einfachen Ködern

Nachteile

  • Fische warten lange am Haken
  • Gefahr für Vögel, Otter und Hunde
  • Ohne Erlaubnis Fischwilderei
  • Vergessene Schnüre töten weiter

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Setzangeln, Legangeln oder Nachtschnüre werden in vielen Überlebenshandbüchern empfohlen, weil sie Kraft sparen. In der Berufsfischerei gibt es verwandte Langleinen mit vielen Haken.

Für Angler sind sie in Österreich und Deutschland nicht erlaubt: Die Fischereivorschriften verlangen, dass man beim Fischen anwesend ist und die Angel beaufsichtigt, damit gefangene Fische sofort versorgt werden. Als Notfallwissen bleibt die Setzangel ein Werkzeug, das nur mit strenger Kontrolle vertretbar ist.

Varianten

Schwimmende Flasche
In Seen kann die Schnur an einer verschlossenen leeren Flasche hängen, die am Ufer angebunden ist. Die Flasche zeigt an, ob ein Fisch angebissen hat.
Unter dem Eis
Beim Eisangeln gibt es Halter mit einem Fähnchen, das hochschnellt, wenn ein Fisch zieht. Auch dort gilt: nur auf sicherem Eis und mit ständiger Aufsicht.

Häufige Fehler

  • Zu viele Schnüre
  • Schnüre erst mittags kontrollieren
  • Haken an der Oberfläche oder am Ufer
  • Starrer Halter – die Schnur reißt
  • Schnüre beim Aufbruch vergessen

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung für Langleinen mit vielen Haken
  • Keine lebenden Köderfische
  • Keine Rechtsberatung

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Monofile Angelschnur
Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.), Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.), Dünne Schnur (Geringe Bruchlast – nur für leichte Lasten.), Reepschnur (Für lebenssichernde Zwecke nur zertifizierte Schnur nach Ausbildung verwenden.), Band (Schlauchband) (Geknotete Bandschlingen vor jeder Verwendung prüfen.), Jute- oder Sisalschnur (gekauft) (Geringe Festigkeit, nimmt Wasser auf und verrottet – nur für leichte Lasten und Übung.), Baumgurte (Nur innerhalb der Herstellerangaben belasten.), Dünner, weicher Draht (Messing- oder verzinkter Stahldraht) (Drahtenden sind spitz – beim Biegen Augen und Finger schützen), Abschleppseil oder Abschleppgurt (Nur an den vom Hersteller vorgesehenen Abschleppösen befestigen; unter Last niemals daneben stehen.)

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen (6)
  1. Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival · Setzangeln (stakeout, set lines) an Ästen oder Pflöcken; regelmäßig kontrollieren
  2. Bundesrepublik Deutschland – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de): Strafgesetzbuch (StGB) – § 293 Fischwilderei · § 293: Fischwilderei
  3. Republik Österreich – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) (1974): Strafgesetzbuch (StGB), BGBl. Nr. 60/1974 – §§ 137, 138 (Eingriff in fremdes Jagd- oder Fischereirecht) und § 222 (Tierquälerei) · §§ 137, 138: Eingriff in fremdes Jagd- oder Fischereirecht; § 222: Tierquälerei
  4. Freistaat Bayern – Bayerische Staatskanzlei (gesetze-bayern.de) (2008): Bayerisches Fischereigesetz (BayFiG) · Fischen nur mit Erlaubnis und zugelassenen Fanggeräten; Angeln beaufsichtigen
  5. Land Niederösterreich – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Landesrecht (2001): NÖ Fischereigesetz 2001 · Fischereiberechtigung und Fischerkarte als Voraussetzung
  6. Bundesrepublik Deutschland – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de) (2012): Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung oder Tötung und zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 des Rates (Tierschutz-Schlachtverordnung – TierSchlV) · Fische vor dem Töten betäuben

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10