Eisangeln – nur auf sicherem Eis
Beim Eisangeln fischst du durch ein kleines Loch im Eis mit kurzer Schnur und Köder knapp über dem Grund. Die größte Gefahr ist nicht die Kälte, sondern das Eis selbst: Nur auf Eis, das von der zuständigen Stelle freigegeben ist und wo Eisangeln erlaubt ist, nie allein, mit Eisdornen um den Hals und einem Seil. Löcher bleiben klein und werden beim Gehen markiert.
- Halber Tag mit Vorbereitung; bei Kälte nur kurze Einheiten

Einfach erklärt
Wenn ein See im Winter zufriert, schwimmen die Fische unter dem Eis weiter. Beim Eisangeln bohrt man ein kleines Loch ins Eis und lässt eine kurze Schnur mit Köder hinunter, bis knapp über den Grund. Dort warten die Fische im Winter, weil das Wasser unten etwas wärmer ist.
Die größte Gefahr beim Eisangeln ist nicht der Fisch und auch nicht die Kälte, sondern das Eis selbst. Ob Eis trägt, sieht man von oben nicht. Deshalb gehst du nur auf Eis, das die Gemeinde oder eine andere zuständige Stelle freigegeben hat – und nie allein.
Um den Hals trägst du zwei Eisdornen. Wenn du einbrichst, rammst du sie ins Eis und ziehst dich flach heraus. Danach rollst du weg, statt aufzustehen. Wenn du gehst, steckst du einen Ast in dein Loch, damit niemand hineintritt.
Wie es funktioniert
Wasser ist bei etwa 4 °C am schwersten. Im Winter sinkt dieses Wasser nach unten, während kälteres Wasser oben bleibt und gefriert. Deshalb ist es am Grund eines Sees wärmer als direkt unter dem Eis. Viele Fische halten sich dann in tieferem Wasser auf, bewegen sich wenig und fressen langsamer.
Beim Eisangeln brauchst du keine lange Rute. Eine kurze Schnur mit einem kleinen Haken und Maden oder ein kleiner Eispilker reichen. Du lässt den Köder bis zum Grund sinken, holst ihn eine Handbreit hoch und bewegst ihn alle paar Sekunden langsam auf und ab. Diese Bewegung lockt Fische in der Nähe an.
Ein Loch schwächt das Eis nur wenig, solange es klein ist. Ein Durchmesser von etwa 15 Zentimetern genügt für die meisten Fische. Abstand zwischen den Löchern und zwischen den Menschen verteilt das Gewicht und verhindert, dass das Eis an einer Stelle zu sehr belastet wird.
Worauf es ankommt
Alles beginnt an Land. Kläre, ob die Eisfläche freigegeben ist und ob am Gewässer Eisangeln erlaubt ist – viele Gewässer verbieten es. Du brauchst außerdem deine Fischerkarte bzw. deinen Fischereischein und den Erlaubnisschein. Sag jemandem, wo ihr seid und wann ihr zurück sein wollt.
Die Sicherheitsausrüstung trägst du am Körper, nicht im Rucksack: Eisdornen griffbereit um den Hals, das Handy wasserdicht verpackt in einer Innentasche. Dein Partner hat eine Wurfleine dabei. Ein komplettes Wechselset Kleidung liegt im Packsack bereit, denn wer nass wird, braucht sofort trockene Sachen.
Auf dem Eis gehst du hintereinander mit mehreren Metern Abstand und meidest alle Stellen, an denen das Eis schwächer sein kann: Zuflüsse, Abflüsse, Schilf, Stege, dunkle Flecken und Wasser auf dem Eis. Am Bohrloch siehst du, wie dick das Eis wirklich ist. Ist es dünner als örtlich vorgeschrieben, gehst du zurück.
Sicherheit: darauf musst du achten
Wer einbricht, erlebt zuerst einen Kälteschock: Man schnappt unkontrolliert nach Luft. Das lässt nach kurzer Zeit nach. Versuche, den Kopf über Wasser zu halten, und kämpfe nicht wild. Dann drehst du dich zu der Seite, von der du gekommen bist – dort hat das Eis dich getragen. Mit den Eisdornen ziehst du dich flach auf das Eis, paddelst mit den Beinen und rollst danach vom Loch weg. Erst auf sicherem Grund stehst du auf.
Bricht jemand anderes ein, gehst du nicht hinterher. Du rufst 112, in Österreich auch 144, und hilfst vom Ufer oder von sicherem Eis aus: Seil zuwerfen, Ast oder Stange reichen, dich flach hinlegen, um dein Gewicht zu verteilen. Wer im Eiswasser war, braucht immer medizinische Hilfe, auch wenn er sich gut fühlt.
Kälte ist die zweite große Gefahr. Nasse Hände, Wind und langes Stillsitzen führen schnell zu Erfrierungen und Unterkühlung. Und in einem Eiszelt oder Windschutz darf nie ein Kocher, Grill oder Heizer ohne gute Lüftung brennen – Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und tödlich.
Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Eisangeln ist etwas für erfahrene Angler an Gewässern, an denen es ausdrücklich erlaubt ist und die Eisfläche freigegeben wurde. Mit guter Winterausrüstung, einem Partner und klaren Regeln kann es ein ruhiges, schönes Erlebnis sein.
Nicht geeignet ist es auf Fließgewässern, bei Tauwetter, bei Eis mit Wasser an der Oberfläche, auf schneebedecktem Eis unbekannter Dicke, allein, im Dunkeln oder mit kleinen Kindern. In einer Notlage im Winter sind Wärme, Schutz und Hilfe holen viel wichtiger als ein Fisch – niemand sollte für eine Mahlzeit sein Leben auf unsicherem Eis riskieren.
Gut zu wissen
Dieser Eintrag nennt bewusst keine allgemeine Mindestdicke für Eis. Klares Eis, trübes Schnee-Eis, Eis über Strömung oder Quellen und Eis bei Tauwetter tragen sehr unterschiedlich. Eine einzelne Zahl würde falsche Sicherheit vermitteln. Maßgeblich ist die Freigabe vor Ort und das, was du am Bohrloch siehst.
Ein frisch gebohrtes Loch friert nur dünn wieder zu und wird schnell von Schnee bedeckt. Für Spaziergänger, Kinder und Hunde wird es dann zur Falle. Deshalb steckst du beim Gehen einen Ast hinein oder markierst es so, wie es örtlich üblich ist, und nimmst allen Müll und alle Schnurreste mit.
Schritt für Schritt
Freigabe und Erlaubnis klären
Kläre vorher bei Gemeinde, Fischereiberechtigtem oder Verein, ob die Eisfläche freigegeben ist und ob an diesem Gewässer Eisangeln erlaubt ist. Viele Gewässer verbieten es ganz. Ohne beides gehst du nicht aufs Eis.
- 1
Freigabe und Erlaubnis klären
Kläre vorher bei Gemeinde, Fischereiberechtigtem oder Verein, ob die Eisfläche freigegeben ist und ob an diesem Gewässer Eisangeln erlaubt ist. Viele Gewässer verbieten es ganz. Ohne beides gehst du nicht aufs Eis.
- 2
Sicherheitsausrüstung anlegen
Eisdornen hängen griffbereit um den Hals, die Wurfleine trägt dein Partner, das Handy steckt wasserdicht verpackt am Körper. Ein Wechselset Kleidung liegt im Packsack am Ufer oder auf dem Schlitten. Sag jemandem an Land, wo ihr seid und wann ihr zurück sein wollt.
- 3
Mit Abstand aufs Eis gehen
Geht hintereinander mit mehreren Metern Abstand, nicht in der Gruppe. Meidet Zuflüsse, Abflüsse, Schilf, Stege, dunkle Flecken und Stellen mit Wasser auf dem Eis. Kracht oder knistert das Eis, kehrst du auf derselben Spur sofort um.
- 4
Ein kleines Loch bohren
Bohre mit dem Eisbohrer ein Loch von etwa 15 cm Durchmesser – nicht größer als nötig. Prüf am Bohrloch die Eisdicke: Ist sie geringer als örtlich vorgeschrieben, gehst du sofort zurück. Halte zum nächsten Loch und zu anderen Personen mehrere Meter Abstand. Eismatsch schöpfst du mit einer Kelle ab.
- 5
Kurze Schnur, Köder knapp über Grund
Lass einen kleinen Köder, etwa Maden an einem kleinen Haken oder einen kleinen Eispilker, an kurzer Schnur bis zum Grund hinab und hol ihn dann eine Handbreit hoch. Heb ihn alle paar Sekunden langsam an und lass ihn wieder sinken. Ein Biss zeigt sich als Zupfen oder plötzlich lockere Schnur – dann kurz anschlagen.
- 6
Gegen Kälte schützen
Sitz oder knie auf einer isolierenden Matte, nie direkt auf dem Eis. Zieh dünne Handschuhe zum Hantieren und Fäustlinge darüber an, wechsle nasse Handschuhe sofort. Steh regelmäßig auf und bewege dich, trink Warmes und brich ab, bevor jemand stark friert.
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Fang versorgen
Zieh den Fisch gleichmäßig durch das Loch hoch. Behältst du ihn, betäubst du ihn sofort mit einem Schlag auf den Hinterkopf und tötest ihn mit einem Herzstich oder Kiemenschnitt. Untermaßige oder geschützte Fische setzt du zügig durch das Loch zurück, ohne sie lange in der kalten Luft zu halten.
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Loch markieren und zurückgehen
Ein frisch gebohrtes Loch friert nur dünn zu und wird von Schnee verdeckt – eine Falle für andere. Stell beim Gehen einen Ast oder eine Markierung in das Loch oder daneben, wo das örtlich üblich ist, nimm allen Müll und alle Schnurreste mit und geh auf der bekannten Spur zurück.
Häufige Fehler
- Eis nach Farbe, Kälte der letzten Tage oder den Spuren anderer beurteilen
- Allein aufs Eis gehen
- Eisdornen im Rucksack statt um den Hals
- Große Löcher oder viele Löcher dicht beieinander
- Direkt auf dem Eis sitzen
- Gaskocher oder Heizer im geschlossenen Eiszelt
- Löcher unmarkiert zurücklassen
Kurzüberblick
Material
Eisdornen (Eisrettungspickel)
Griffbereit um den Hals
Gehören griffbereit um den Hals oder an die Brust, nicht in den Rucksack. Spitzen beim Transport immer abgedeckt.
Seil
Wurfleine, mindestens 15 m
Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.
Eisbohrer (Handbohrer)
Messer des Bohrers sind sehr scharf – Schutzkappe nur zum Bohren abnehmen und den Bohrer nie auf dem Eis liegen lassen, wo jemand darüber stolpert.
Mini-Angelset (Notfall-Angelset)
Haken sind scharf und haben Widerhaken – im Set immer abgedeckt aufbewahren, z. B. in einem Stück Korken oder einer kleinen Dose.
Isomatte
Zum Sitzen und Knien
Handschuhe und Fäustlinge
Mobiltelefon
Wasserdicht verpackt, am Körper
Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.
Nicht als einziges Navigations- oder Notrufmittel einplanen.
Trockene Wechselkleidung
Komplettes Wechselset im Packsack
Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.
Geeignet für
- Stehende Gewässer mit freigegebenem Eis und erlaubtem Eisangeln
- Erfahrene Angler mit guter Winterausrüstung
Ungeeignet für
- Fließgewässer, Zuflüsse, Abflüsse, Schilfzonen
- Eis, dessen Tragfähigkeit du nicht sicher kennst
- Tauwetter, Eis mit Wasser an der Oberfläche, Schnee auf dünnem Eis
- Allein, im Dunkeln oder mit kleinen Kindern
Voraussetzungen
- Offizielle Freigabe der Eisfläche und Erlaubnis für das Eisangeln am Gewässer
- Fischerkarte bzw. Fischereischein und Erlaubnisschein
- Mindestens eine zweite Person
- Selbstrettung aus dem Eis kennen
So funktioniert es
Im Winter halten sich viele Fische in tieferem Wasser nahe dem Grund auf, wo es etwas wärmer ist und sie sich wenig bewegen. Ein kleiner Köder, der knapp über dem Grund langsam auf und ab bewegt wird, lockt sie. Ein Loch schwächt das Eis nur wenig, wenn es klein bleibt und genug Abstand zum nächsten Loch und zu anderen Menschen hat.
Vorteile
- Fische lassen sich im Winter an tiefen Stellen gezielt suchen
- Wenig Ausrüstung für das Angeln selbst
Nachteile
- Lebensgefahr durch Einbrechen und Kälte
- Nur auf freigegebenem Eis und wo erlaubt
- Lange Kälteexposition
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Eisangeln hat in nördlichen Ländern eine lange Tradition und ist dort oft fest geregelt. In Mitteleuropa frieren viele Gewässer nur in manchen Wintern sicher zu; entsprechend wird Eisangeln oft verboten oder nur an einzelnen Seen erlaubt.
Dieser Eintrag nennt bewusst keine allgemeine Mindestdicke für Eis: Sie hängt von Eisart, Gewässer, Schnee und Witterung ab, und eine Zahl würde falsche Sicherheit vermitteln. Maßgeblich ist die Freigabe vor Ort.
Varianten
- Mit Wickelholz statt Rute
- Eine kurze Handleine auf einem Wickelholz reicht zum Eisangeln. Das Holz legst du quer über das Loch, damit die Schnur nicht hineinrutscht, wenn du die Hände wärmst.
Häufige Fehler
- Eis nach Farbe, Kälte der letzten Tage oder den Spuren anderer beurteilen
- Allein aufs Eis gehen
- Eisdornen im Rucksack statt um den Hals
- Große Löcher oder viele Löcher dicht beieinander
- Direkt auf dem Eis sitzen
- Gaskocher oder Heizer im geschlossenen Eiszelt
- Löcher unmarkiert zurücklassen
Grenzen und Risiken
- Keine Eisdicken als Freibrief
- Keine Eisrettungsausbildung
- Keine Behandlung von Unterkühlung über Laienmaßnahmen hinaus
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Seil
- Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.), Dünner, weicher Draht (Messing- oder verzinkter Stahldraht) (Drahtenden sind spitz – beim Biegen Augen und Finger schützen), Abschleppseil oder Abschleppstange (Nur an den vom Hersteller vorgesehenen Abschleppösen befestigen; unter Last niemals daneben stehen.)
- Isomatte
- Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.), Langhalmiges Deckmaterial (Schilf, Gras, Binsen) (Sehr leicht entzündlich – kein offenes Feuer und keine Funken in der Nähe.)
- Mobiltelefon
- Stirnlampe / Taschenlampe, Batterie-Laterne / LED-Leuchte
- Trockene Wechselkleidung
- Isomatte, Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.), Langhalmiges Deckmaterial (Schilf, Gras, Binsen) (Sehr leicht entzündlich – kein offenes Feuer und keine Funken in der Nähe.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Royal National Lifeboat Institution (RNLI), UK: Respect the Water – Float to Live
Kälteschock und ruhiges Verhalten im kalten Wasser
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Unterkühlung nach Kälteexposition und Kaltwasserkontakt
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
Keine Brenngeräte in geschlossenen Räumen oder Zelten
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Fischen durch das Eis, Kälteschutz
Land Tirol – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Landesrecht (2002): Tiroler Fischereigesetz 2002
Fischfang nur mit Fischerkarte und Erlaubnis des Fischereiberechtigten