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Technik

Iglu aus Schneeblöcken: die Kuppel, die sich selbst trägt

Ein Iglu ist eine Kuppel aus Schneeblöcken, die in einer Spirale immer weiter nach innen geneigt werden, bis oben ein letzter Block den Kreis schließt. Drinnen bleibt es auch bei Sturm und minus 30 Grad nur knapp unter null. Hier lernst du, den richtigen Schnee zu finden, Blöcke zu schneiden, die Spirale aufzubauen, den Schlussstein zu setzen, einen Kälteschacht als Eingang zu graben und das Lüftungsloch nie zu vergessen – und warum ein Iglu viel Übung braucht und eine Schneehöhle im Notfall oft schneller ist.

Schwierigkeit
Erfahren
Aufwand
2–4 Stunden zu zweit, mit Übung
Risikostufe
Sicherheitsrelevant
Iglu aus Schneeblöcken: die Kuppel, die sich selbst trägt
Stimmungsbild, keine Anleitung. Maßgeblich sind Text und Schritte.
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Einfach erklärt

Ein Iglu ist ein rundes Haus aus Schneeblöcken. Die Blöcke werden im Kreis aufeinandergesetzt und lehnen sich immer weiter nach innen, bis oben nur noch ein Loch bleibt. Das verschließt ein letzter Block.

Drinnen ist es viel wärmer als draußen, weil Schnee voller Luft ist und Wärme kaum durchlässt. Der Eingang liegt tiefer als der Schlafplatz, damit die kalte Luft hinausfließt.

Ganz wichtig ist ein kleines Loch oben in der Kuppel, damit frische Luft hereinkommt. Und drinnen macht man nie Feuer.

Wie es funktioniert

Eine Kuppel ist die stabilste Form, die man aus Blöcken bauen kann: Jeder Block drückt gegen seine Nachbarn, und das Gewicht wird ringsum in den Boden geleitet. Durch die Spirale hat jeder neue Block an zwei Stellen Halt und fällt beim Bauen nicht nach innen.

Warme Luft steigt nach oben, kalte sinkt. Weil der Eingang tiefer liegt als die Liegebank, sammelt sich die Kälte im Eingangsgraben, während die Körperwärme oben bleibt. Das Lüftungsloch lässt verbrauchte, feuchte Luft hinaus.

Worauf es ankommt

Der Schnee: fest und windgepresst, so dass ein Probeblock beim Hochheben nicht bricht. In weichem Pulverschnee gelingt kein Iglu – dann ist ein Quinzhee besser.

Die Größe: für zwei Personen etwa 2,5 Meter Durchmesser. Größer wird die Kuppel flach und kann einsinken.

Die Arbeitsteilung: Eine Person baut innen, eine schneidet außen. Allein dauert es sehr lange.

Sicherheit: darauf musst du achten

Kohlenmonoxid: Kein Feuer im Iglu. Kocher und Kerzen nur kurz, mit offenem Lüftungsloch und offenem Eingang, nie im Schlaf. Kopfweh und Übelkeit sind Warnzeichen.

Lawinen: Nur auf flachem Gelände bauen, nie in oder unter Hängen.

Schweiß: Beim Bauen nicht nass schwitzen, danach sofort trockene Kleidung anziehen.

Schritt für Schritt

Iglu aus Schneeblöcken: die Kuppel, die sich selbst trägt

Schritt 1 von 8

Schnee und Platz prüfen

Such eine flache Stelle abseits von Hängen. Stich mit dem Stock in den Schnee: Er soll gleichmäßig fest sein, so dass ein Stiefel kaum einsinkt. Schneid einen Probeblock – bricht er nicht, wenn du ihn hochhebst, ist der Schnee gut.

Kein Bau in Lawinengelände.

Iglu aus Schneeblöcken: die Kuppel, die sich selbst trägt – Schritt 1 von 8Schnee und Platz prüfen. Such eine flache Stelle abseits von Hängen. Stich mit dem Stock in den Schnee: Er soll gleichmäßig fest sein, so dass ein Stiefel kaum einsinkt. Schneid einen Probeblock – bricht er nicht, wenn du ihn hochhebst, ist der Schnee gut.
Schritt 1 von 8

Schritt 1 von 8

Schnee und Platz prüfen

Such eine flache Stelle abseits von Hängen. Stich mit dem Stock in den Schnee: Er soll gleichmäßig fest sein, so dass ein Stiefel kaum einsinkt. Schneid einen Probeblock – bricht er nicht, wenn du ihn hochhebst, ist der Schnee gut.

Achtung: Kein Bau in Lawinengelände.

  1. 1

    Schnee und Platz prüfen

    Such eine flache Stelle abseits von Hängen. Stich mit dem Stock in den Schnee: Er soll gleichmäßig fest sein, so dass ein Stiefel kaum einsinkt. Schneid einen Probeblock – bricht er nicht, wenn du ihn hochhebst, ist der Schnee gut.

    Kein Bau in Lawinengelände.

  2. 2

    Kreis markieren

    Zieh mit einem Stock an einer Schnur einen Kreis: für zwei Personen etwa 2,5 Meter Durchmesser. Tritt den Schnee im Kreis fest.

  3. 3

    Blöcke schneiden

    Schneid die Blöcke am besten im Inneren des Kreises – so wird der Boden gleich tiefer. Ein Block ist etwa 60 cm lang, 40 cm hoch und 20 cm dick. Erst senkrecht einschneiden, dann von unten lösen.

  4. 4

    Erste Reihe als Rampe

    Setz die erste Reihe rund auf den Kreis, die Blöcke leicht nach innen geneigt. Dann schneidest du über zwei, drei Blöcke eine schräge Rampe von unten bis oben: Hier beginnt die Spirale.

  5. 5

    Spirale nach innen bauen

    Setz jeden neuen Block auf die Spirale, so dass er unten und am Vorgänger aufliegt, und neig ihn mit jeder Runde stärker nach innen. Eine Person baut innen, eine schneidet und reicht außen an.

  6. 6

    Schlussstein setzen

    Die letzte Öffnung oben verschließt ein etwas größerer Block, den du von innen schräg hochschiebst und passend schneidest, bis er auf allen Seiten aufliegt.

  7. 7

    Eingang mit Kälteschacht

    Grab den Eingang auf der windabgewandten Seite unter der Wand hindurch, tiefer als die Liegefläche. Innen schaufelst du den Boden zur Liegebank hoch. Alle Fugen außen mit Schnee füllen.

  8. 8

    Lüftungsloch und Isolierung

    Stoß oben ein faustgroßes Lüftungsloch durch die Kuppel. Leg Isomatten auf die Liegebank, Rucksäcke als Windschutz in den Eingang, und halte das Loch über Nacht frei.

    Lüftungsloch immer offen halten.

Die Animation ist eine schematische Zeichnung der Schritte oben und wird wie alle Inhalte noch fachlich geprüft.

Häufige Fehler

  • Lüftungsloch vergessen oder zuschneien lassen
  • Bau in weichem Pulverschnee
  • Eingang höher als die Liegefläche
  • In nasser Kleidung schlafen
  • Zu großer Durchmesser – die Kuppel wird flach und instabil

Kurzüberblick

Material

  • Schneesäge oder langes Messer

    Zum Schneiden der Blöcke

    Klinge beim Tragen abdecken.

  • Schneeschaufel

    Für Eingang und zum Füllen der Fugen

    Beim Graben in Schneeunterkünften immer mit nach innen nehmen.

  • Trekkingstöcke(optional)

    Zum Prüfen der Schneetiefe und Bohren des Lüftungslochs

  • Isomatte

    Isolierung vom Schneeboden

  • Trockene Wechselkleidung

    Trockene Wechselkleidung – beim Bauen schwitzt man

    Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.

Geeignet für

  • Mehrere Nächte an einem Ort im Schnee
  • Offene, windige Schneeflächen ohne Bäume
  • Gruppen mit Übung

Ungeeignet für

  • Weicher Pulverschnee – dann Quinzhee oder Schneehöhle
  • Erschöpfte, unterkühlte Menschen – zuerst schnell schützen
  • Lawinenhänge und Auslaufzonen

Voraussetzungen

  • Fester, windgepresster Schnee, mindestens knietief
  • Kein Lawinengelände
  • Übung bei gutem Wetter in der Nähe einer Hütte oder des Autos

Sicherheit

  • Beim Bauen schwitzt man stark. Schichten ausziehen, Handschuhe wechseln, nachher sofort trockene Kleidung anziehen und warm trinken – nasse Kleidung führt nachts zur Unterkühlung.

So funktioniert es

Schnee ist zu fast 90 Prozent Luft und isoliert darum hervorragend. Eine Kuppel trägt sich selbst, weil jeder Block sich an seine Nachbarn lehnt und der Druck rundherum nach unten geleitet wird. Die Spirale sorgt dafür, dass jeder neue Block an zwei Seiten Halt hat. Weil warme Luft steigt und kalte sinkt, liegt der Eingang tiefer als die Liegefläche: Die kalte Luft fließt in den Eingangsgraben ab, die Wärme bleibt oben.

Vorteile

  • Sehr warm und sturmfest
  • Hält viele Nächte

Nachteile

  • Braucht den richtigen Schnee
  • Viel Übung und Zeit
  • Man wird beim Bauen nass

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Inuit in Kanada und Grönland bauten Iglus als Winter- und Jagdunterkünfte, manche so groß, dass mehrere Familien darin feierten. Mit einem Schneemesser aus Knochen oder Elfenbein schnitten geübte Bauer ein kleines Iglu in einer Stunde.

Heute lernen Bergsteiger, Soldaten und Skitourengeher das Iglubauen in Kursen. Der wichtigste Rat: Erst üben, wenn man es nicht braucht.

Varianten

Halbes Iglu am Graben
Bei wenig Zeit gräbst du einen Graben und deckst ihn mit schräg gegeneinander gelehnten Blöcken ab wie ein Dach. Das geht viel schneller als eine ganze Kuppel.
Windmauer
Schon eine halbrunde Mauer aus Schneeblöcken auf der Windseite eines Zelts macht einen großen Unterschied.

Häufige Fehler

  • Lüftungsloch vergessen oder zuschneien lassen
  • Bau in weichem Pulverschnee
  • Eingang höher als die Liegefläche
  • In nasser Kleidung schlafen
  • Zu großer Durchmesser – die Kuppel wird flach und instabil

Grenzen und Risiken

  • Keine Bauzeit garantiert
  • Kein Ersatz für einen Kurs

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Trekkingstöcke
Stabile Äste / Stangen (Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.), Reparaturhülse für Zeltstangen (Nur als Provisorium – gebrochene Segmente zu Hause ersetzen lassen.), Rundholzstämme (gerade, gesund) (Nur mit Erlaubnis des Waldeigentümers fällen oder nehmen.), Gerader, frischer Hartholzstab (Nur Totholz oder Holz nehmen, das du schneiden darfst)
Isomatte
Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.), Langhalmiges Deckmaterial (Schilf, Gras, Binsen) (Sehr leicht entzündlich – kein offenes Feuer und keine Funken in der Nähe.), Topfisolierung (Topf-Cozy, Mütze oder Fleecejacke) (Nur um einen Topf, der nicht mehr auf dem Kocher steht – Stoff fängt an der Flamme Feuer.)
Trockene Wechselkleidung
Isomatte, Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.), Langhalmiges Deckmaterial (Schilf, Gras, Binsen) (Sehr leicht entzündlich – kein offenes Feuer und keine Funken in der Nähe.), Topfisolierung (Topf-Cozy, Mütze oder Fleecejacke) (Nur um einen Topf, der nicht mehr auf dem Kocher steht – Stoff fängt an der Flamme Feuer.)

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen (5)
  1. The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition · Schneeunterkünfte, Iglubau, Belüftung und Kälteschacht
  2. European Avalanche Warning Services (EAWS): European Avalanche Danger Scale · Lawinengefahr vor dem Bau im Schnee prüfen; nicht in Hängen oder Auslaufzonen
  3. Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance · Kocher, Kerzen und Glut in geschlossenen Unterkünften erzeugen Kohlenmonoxid
  4. Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update · Wärmeverlust durch Leitung, Wind und Nässe vermeiden; Isolierung vom Boden
  5. Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival · Schneeunterkünfte: Lüftung, Eingang tiefer als Liegefläche

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10