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Spickzettel für den Rucksack

Spickzettel: Erste Hilfe und Gesundheit

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SurviveBetter · Spickzettel

Erste Hilfe und Gesundheit

survivebetter.com
Stand 2026-10-12

Notruf 112 (EU) · Österreich Rettung 144. Ein Spickzettel erinnert nur – er ersetzt keine Ausbildung.

Grundlagen und Notruf

Im Notfall: Eigenschutz, Notruf, Hilfe holen

6 Schritte
  1. 1Überblick verschaffen – Kurz innehalten: Was ist passiert?
  2. 2Sichern – Gefahrenstelle absichern, soweit das ohne Eigengefährdung möglich ist, zum Beispiel mit Warnweste und Warndreieck im Straßenverkehr.
  3. 3Notruf wählen – Lokale Notrufnummer wählen (in der EU 112) oder jemanden gezielt ansprechen: „Sie da, rufen Sie die 112!“ Ruhig sagen, wo du bist, was…
  4. 4AED und Helfer holen lassen – Wenn eine Person nicht ansprechbar ist, weitere Anwesende losschicken, einen AED (Defibrillator) zu holen.
  5. 5Person ansprechen und prüfen – Ansprechen, sanft an den Schultern berühren.
  6. 6Betreuen bis Hilfe kommt – Bei der Person bleiben, beruhigen, vor Kälte, Nässe oder Hitze schützen und Veränderungen beobachten.

Gefahr: Eigenschutz geht vor: Bei Feuer, Rauch, Gasgeruch, Stromkontakt, fließendem Wasser oder fließendem Verkehr nicht in den Gefahrenbereich gehen. Ein verletzter Helfer kann niemandem mehr helfen.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-emergency-actions

Bewusstlose Person: Ansprechen, Atmung prüfen, AED holen

8 Schritte
  1. 1Sicherheit prüfen – Prüfen, ob du gefahrlos zur Person gelangen kannst.
  2. 2Ansprechen und berühren – Laut ansprechen („Hallo, hören Sie mich?“) und sanft an den Schultern berühren oder rütteln.
  3. 3Atemwege freimachen – Person auf den Rücken drehen, Kopf vorsichtig nach hinten neigen und das Kinn anheben.
  4. 4Atmung prüfen – Höchstens etwa zehn Sekunden sehen, hören und fühlen, ob die Person normal atmet: Hebt und senkt sich der Brustkorb?
  5. 5Notruf und AED – Atmet die Person nicht normal: sofort die lokale Notrufnummer wählen (in der EU 112), Lautsprecher einschalten und jemanden losschicken…
  6. 6Wiederbelebung nach Anleitung – Mit der Herzdruckmassage in der Mitte des Brustkorbs beginnen und dabei genau den Anweisungen der Leitstelle folgen.
  7. 7AED anschließen – Sobald der AED da ist: einschalten und den Sprach- und Bildanweisungen folgen.
  8. 8Atmet normal: Seitenlage – Atmet die Person normal, aber reagiert nicht, in die stabile Seitenlage bringen, Notruf wählen und die Atmung fortlaufend kontrollieren.

Gefahr: Schnappatmung ist keine normale Atmung: Vereinzelte, langsame, schnappende oder geräuschvolle Atemzüge können in den ersten Minuten eines Herzstillstands auftreten. Im Zweifel wie bei fehlender Atmung handeln und die Leitstelle informieren.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-unresponsive-person

Stabile Seitenlage

8 Schritte
  1. 1Neben die Person knien – Neben der auf dem Rücken liegenden Person knien.
  2. 2Nahen Arm abwinkeln – Den Arm auf deiner Seite im rechten Winkel zum Körper legen, Ellbogen gebeugt, Handfläche nach oben.
  3. 3Fernen Arm an die Wange – Den anderen Arm über die Brust führen und den Handrücken an die dir zugewandte Wange legen.
  4. 4Fernes Bein aufstellen – Mit der freien Hand das Bein auf der anderen Seite oberhalb des Knies fassen und anwinkeln, sodass der Fuß auf dem Boden bleibt.
  5. 5Zu dir herüberrollen – Am aufgestellten Bein ziehen und die Person zu dir auf die Seite rollen, während die Hand an der Wange bleibt.
  6. 6Lage stabilisieren – Das obere Bein so ausrichten, dass Hüfte und Knie etwa rechtwinklig gebeugt sind.
  7. 7Kopf überstrecken, Mund nach unten – Kopf leicht nach hinten neigen, damit die Atemwege frei bleiben; die Hand unter der Wange so ausrichten, dass der Mund zum Boden zeigt und…
  8. 8Zudecken, Notruf, überwachen – Zudecken, Notruf wählen (falls noch nicht geschehen) und die Atmung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes regelmäßig prüfen.

Gefahr: Die Atmung kann sich jederzeit verschlechtern. Bleib bei der Person und prüfe die Atmung fortlaufend. Atmet sie nicht mehr normal, sofort auf den Rücken drehen, Leitstelle informieren und mit der Wiederbelebung beginnen.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-recovery-position

Verletzungen

Starke Blutung stoppen: direkter Druck

6 Schritte
  1. 1Selbst schützen – Einmalhandschuhe anziehen, wenn sofort verfügbar.
  2. 2Notruf – Notruf wählen oder jemanden gezielt damit beauftragen (in der EU 112).
  3. 3Direkt auf die Wunde drücken – Eine Wundauflage oder ein sauberes Tuch direkt auf die blutende Stelle legen und mit der Hand fest drücken.
  4. 4Druck halten – Den Druck ohne Unterbrechung halten.
  5. 5Verband, wenn gelernt – Wer im Kurs gelernt hat, einen Druckverband anzulegen, kann ihn verwenden, um den Druck aufrechtzuerhalten.
  6. 6Hinlegen und warm halten – Die Person hinlegen lassen, zudecken und vor Bodenkälte schützen.

Gefahr: Bei starker Blutung sofort den Notruf wählen oder wählen lassen (in der EU 112). Blässe, kalter Schweiß, Unruhe, Verwirrtheit oder zunehmende Schläfrigkeit sind Alarmzeichen.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-severe-bleeding

Zecke entfernen und die Stelle beobachten

6 Schritte
  1. 1Zecke finden – Nach dem Aufenthalt im Freien den ganzen Körper absuchen, besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln, Bauchnabel, hinter den Ohren und – bei…
  2. 2Nah an der Haut fassen – Zeckenzange, Zeckenkarte oder feine Pinzette so nah wie möglich an der Haut ansetzen, also am Kopf der Zecke, nicht am Körper.
  3. 3Langsam herausziehen – Die Zecke langsam und gleichmäßig aus der Haut ziehen, ohne zu reißen und ohne den Körper zu quetschen.
  4. 4Desinfizieren – Die Stichstelle mit einem Hautdesinfektionsmittel behandeln und Hände waschen.
  5. 5Datum notieren – Datum und Körperstelle notieren, gegebenenfalls ein Foto machen.
  6. 6Wochenlang beobachten – Die Stelle mehrere Wochen lang immer wieder ansehen.

Gefahr: Starke Kopfschmerzen mit Fieber und steifem Nacken, Verwirrtheit, Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen nach einem Zeckenstich sind ein Notfall: Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144).

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-tick-removal

Verbrennungen und Verbrühungen

6 Schritte
  1. 1Hitze beenden – Hitzequelle entfernen oder Person aus dem Gefahrenbereich bringen, wenn das ohne Eigengefährdung geht.
  2. 2Heiße, nasse Kleidung ausziehen – Bei Verbrühungen mit heißer Flüssigkeit durchtränkte Kleidung sofort vorsichtig ausziehen.
  3. 3Größe und Ort einschätzen – Ist die Verbrennung größer als etwa die Handfläche der betroffenen Person, liegt sie im Gesicht, an Händen, Füßen, Gelenken oder im…
  4. 4Kleine Verbrennungen kurz kühlen – Kleine Verbrennungen einige Minuten unter handwarmes bis kühles, nicht eiskaltes Leitungswasser halten.
  5. 5Keimfrei abdecken – Die Wunde locker mit einer sterilen Wundauflage oder einem Verbandtuch abdecken, ohne Druck und ohne Salben.
  6. 6Warm halten und betreuen – Bei größeren Verbrennungen die Person zudecken (zum Beispiel mit einer Rettungsdecke), beruhigen und beobachten.

Gefahr: Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144) bei großflächigen Verbrennungen (größer als etwa die Handfläche der betroffenen Person), bei Verbrennungen im Gesicht, an Händen, Füßen, Gelenken oder im Intimbereich, bei Kindern und älteren Menschen, bei Strom- oder Chemieunfällen und wenn heißer Rauch oder Dampf eingeatmet wurde.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-burns

Verstauchung und Prellung: die PECH-Regel

6 Schritte
  1. 1P – Pause – Die Belastung sofort beenden: hinsetzen oder hinlegen, das verletzte Gelenk nicht weiter bewegen.
  2. 2Schwere Verletzung ausschließen – Auf Fehlstellung, offene Wunden, sehr starke Schmerzen, Taubheit oder kalte, blasse Finger oder Zehen achten.
  3. 3E – Eis (kühlen) – Kühlakku, Eis in einem Beutel oder ein mit kaltem Wasser getränktes Tuch auflegen – immer mit einem Tuch zwischen Kälte und Haut.
  4. 4C – Compression – Wer es gelernt hat, legt eine elastische Binde mit leichtem, gleichmäßigem Druck an. Danach regelmäßig Farbe, Wärme und Gefühl der Finger…
  5. 5H – Hochlagern – Den verletzten Arm oder das Bein bequem hochlagern, möglichst über Herzhöhe, zum Beispiel auf einem Rucksack oder Kissen.
  6. 6Ärztlich abklären – Zum Arzt, wenn das Gelenk nicht belastet werden kann, die Schwellung stark ist, die Schmerzen nach einigen Tagen nicht deutlich nachlassen…

Gefahr: Fehlstellung, herausstehender Knochen, sehr starke Schmerzen, Taubheit, kalte oder blasse Finger oder Zehen, oder ein Sturz aus großer Höhe: Verdacht auf schwere Verletzung. Den Körperteil nicht bewegen und nicht geraderichten, so lagern wie vorgefunden und Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144).

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-sprain-bruise

Insektenstich – und wann er zum Notfall wird

5 Schritte
  1. 1Weg vom Insekt – Ruhig vom Nest oder Schwarm weggehen, nicht um sich schlagen.
  2. 2Stachel entfernen – Steckt ein Bienenstachel in der Haut, ihn rasch mit dem Fingernagel oder einer Karte seitlich herauskratzen oder mit einer Pinzette…
  3. 3Auf Alarmzeichen achten – Ist die Person im Mund oder Rachen gestochen worden?
  4. 4Kühlen – Bei einer örtlichen Reaktion die Stelle mit einem kalten, nassen Tuch oder einem in ein Tuch gewickelten Kühlakku kühlen.
  5. 5Beobachten – Die Person in der nächsten Zeit nicht allein lassen und beobachten, besonders nach dem ersten Stich bei Kindern oder bei bekannter Allergie.

Gefahr: Atemnot, Heiserkeit, Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen oder Ausschlag am ganzen Körper nach einem Stich: Verdacht auf schwere allergische Reaktion. Sofort Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144). Hat die Person ein eigenes, ärztlich verordnetes Notfallset, ihr helfen, es wie verordnet zu benutzen.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-insect-sting

Nasenbluten

6 Schritte
  1. 1Hinsetzen, nach vorn neigen – Die Person aufrecht hinsetzen und den Kopf leicht nach vorn neigen lassen.
  2. 2Nasenflügel zusammendrücken – Mit Daumen und Zeigefinger die weichen Nasenflügel unterhalb des knöchernen Nasenrückens zusammendrücken.
  3. 3Durchgehend drücken – Den Druck einige Minuten ohne Unterbrechung halten, ohne zwischendurch nachzusehen.
  4. 4Nacken kühlen – Zusätzlich ein kaltes, nasses Tuch oder einen in ein Tuch gewickelten Kühlakku in den Nacken legen.
  5. 5Danach schonen – Nach dem Stillstand einige Zeit nicht schnäuzen, nicht in der Nase bohren und keine schwere körperliche Anstrengung.
  6. 6Bei Bedarf ärztliche Hilfe – Hört es nicht auf, ist es sehr stark oder trat es nach einem Schlag auf den Kopf auf: ärztliche Hilfe holen oder Notruf wählen.

Gefahr: Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144), wenn die Person blass, kaltschweißig, verwirrt oder schläfrig wird, nach einer schweren Kopfverletzung blutet oder klare Flüssigkeit aus Nase oder Ohren läuft.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-nosebleed

Plötzliche Erkrankungen

Schock erkennen und betreuen

6 Schritte
  1. 1Zeichen erkennen – Auf Blässe, kalte und feuchte Haut, kalten Schweiß auf der Stirn, Frieren, Unruhe, Angst, Durst und schnellen Puls achten.
  2. 2Notruf – Notruf wählen oder wählen lassen (in der EU 112) und sagen, was passiert ist und welche Zeichen du siehst.
  3. 3Ursache bekämpfen – Soweit möglich die Ursache behandeln: starke Blutungen mit direktem Druck stillen, Verbrennungen abdecken.
  4. 4Hinlegen – Die Person flach hinlegen.
  5. 5Zudecken – Gegen Bodenkälte isolieren und zudecken, zum Beispiel mit einer Rettungsdecke.
  6. 6Beruhigen und beobachten – Bei der Person bleiben, ruhig mit ihr sprechen, nichts zu trinken geben und Bewusstsein und Atmung beobachten.

Gefahr: Bei Schockzeichen immer sofort Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144). Ein Schock kann sich rasch verschlechtern, auch wenn die Person anfangs noch spricht.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-shock

Verschlucken: Atemwege frei bekommen (Erwachsene und Kinder über 1 Jahr)

7 Schritte
  1. 1Fragen: „Hast du dich verschluckt?“ – Kann die Person antworten, husten und atmen, ist der Atemweg nur teilweise verlegt.
  2. 2Notruf, wenn der Husten versagt – Wird der Husten schwach oder kann die Person nicht mehr sprechen, husten oder atmen: Notruf wählen oder wählen lassen und sofort…
  3. 3Bis zu 5 Rückenschläge – Neben die Person stellen, sie mit einer Hand an der Brust stützen und den Oberkörper nach vorn beugen.
  4. 4Bis zu 5 Oberbauchkompressionen – Hilft das nicht: hinter die Person stellen, beide Arme um ihren Oberbauch legen, eine Faust zwischen Bauchnabel und unterem Ende des…
  5. 5Abwechseln – Ist der Fremdkörper noch nicht draußen, weiter abwechselnd 5 Rückenschläge und 5 Oberbauchkompressionen, bis er sich löst, die Person…
  6. 6Bewusstlos: Wiederbelebung – Wird die Person bewusstlos, sie vorsichtig auf den Boden legen, sicherstellen, dass der Notruf gewählt ist, und mit der Herzdruckmassage…
  7. 7Danach ärztlich abklären – Wurden Oberbauchkompressionen angewendet oder bleiben Husten, Schmerzen oder Atembeschwerden, muss die Person ärztlich untersucht werden.

Gefahr: Kann die Person nicht mehr wirksam husten, sprechen oder atmen, ist das ein Notfall: Notruf wählen oder wählen lassen (in der EU 112, in Österreich auch 144) und gleichzeitig mit Rückenschlägen beginnen.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-choking

Vergiftung: Notruf oder Giftinformation

6 Schritte
  1. 1Eigenschutz – Bei Gasverdacht nicht in den Raum gehen; bei Chemikalien Handschuhe tragen.
  2. 2Zustand prüfen – Ist die Person wach und ansprechbar, atmet sie normal?
  3. 3Giftinformation anrufen – Geht es der Person gut, die Giftinformation anrufen (Österreich 01 406 43 43, Deutschland zum Beispiel Giftnotruf Berlin 030 19240, Schweiz…
  4. 4Angaben bereithalten – Was wurde aufgenommen (Produktname, Pflanze, Medikament)?
  5. 5Verpackung und Reste mitnehmen – Verpackung, Beipackzettel, Pflanzenteile oder Reste aufheben und dem Rettungsdienst oder in die Klinik mitgeben.
  6. 6Betreuen – Kein Erbrechen auslösen, nichts zu trinken geben, außer die Giftinformation rät es. Bei der Person bleiben.

Gefahr: Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144) bei Bewusstseinsstörung, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Atemnot, Krampfanfall, starken Schmerzen, Erbrechen von Blut oder wenn die Person nicht mehr normal atmet.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-poisoning

Krampfanfall: schützen, nicht festhalten

7 Schritte
  1. 1Ruhe bewahren, Zeit messen – Auf die Uhr schauen, wann der Anfall beginnt.
  2. 2Umgebung sichern – Harte und spitze Gegenstände wegräumen, die Person von Treppen, Straße oder Wasser fernhalten, soweit möglich ohne sie festzuhalten.
  3. 3Kopf schützen – Etwas Weiches wie eine Jacke oder Decke unter den Kopf legen.
  4. 4Nicht festhalten, nichts in den Mund – Die Zuckungen nicht unterdrücken und nichts zwischen die Zähne schieben.
  5. 5Notruf, wenn nötig – Beim ersten Anfall, nach mehr als 5 Minuten, bei Verletzungen, im Wasser, in der Schwangerschaft oder bei Unsicherheit Notruf wählen.
  6. 6Nach dem Anfall: Atmung prüfen – Wenn die Zuckungen aufgehört haben, Atmung prüfen.
  7. 7Betreuen – Bleiben, bis die Person wieder ganz klar ist, ruhig erklären, was passiert ist, und sie vor Blicken schützen und zudecken.

Gefahr: Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144): beim ersten Anfall, wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert, wenn mehrere Anfälle aufeinander folgen, ohne dass die Person dazwischen zu sich kommt, bei Verletzungen, bei einem Anfall im Wasser, in der Schwangerschaft, bei Atemproblemen nach dem Anfall oder wenn die Person nicht wieder normal wach wird. Im Zweifel immer.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-seizure

Herzinfarkt und Schlaganfall erkennen

6 Schritte
  1. 1Herzinfarkt-Zeichen erkennen – Anhaltende Schmerzen, Druck, Brennen oder Enge in der Brust, oft ausstrahlend in Arm, Hals, Kiefer, Rücken oder Oberbauch; Atemnot…
  2. 2Schlaganfall: FAST-Test – Face – die Person lächeln lassen: Hängt ein Mundwinkel?
  3. 3Sofort Notruf – Notruf wählen (in der EU 112) und den Verdacht nennen.
  4. 4Lagern – Bei Verdacht auf Herzinfarkt mit erhöhtem Oberkörper bequem sitzen oder halb liegen lassen, enge Kleidung lockern, jede Anstrengung…
  5. 5Beruhigen und beobachten – Bei der Person bleiben, ruhig sprechen, zudecken und Bewusstsein und Atmung beobachten.
  6. 6Bewusstlos: handeln – Reagiert die Person nicht und atmet normal: stabile Seitenlage.

Gefahr: Schon beim Verdacht sofort Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144) und „Verdacht auf Herzinfarkt“ oder „Verdacht auf Schlaganfall“ sagen. Auch wenn die Zeichen wieder verschwinden, ist es ein Notfall.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-heart-attack-stroke

Umweltbedingte Notfälle

Unterkühlung erkennen und schonend aufwärmen

8 Schritte
  1. 1Zeichen erkennen – Auf Zittern, kalte und blasse Haut, Ungeschicklichkeit, Stolpern, Teilnahmslosigkeit und nachlassende Konzentration achten.
  2. 2Hilfe rufen – Bei Alarmzeichen, Verletzung oder wenn die Person nicht selbst in die Wärme gelangen kann, sofort Notruf wählen (in der EU 112).
  3. 3Vor Wind und Nässe schützen – In ein Gebäude, Fahrzeug oder an einen windgeschützten Ort bringen – bei schwerer Unterkühlung behutsam tragen statt laufen lassen.
  4. 4Vom Boden isolieren – Isomatte, Rucksack, Kleidung oder Äste unter die Person legen.
  5. 5Nasse Kleidung ersetzen – Im Windschutz nasse Kleidung vorsichtig entfernen und durch trockene ersetzen, ohne die Person viel zu bewegen.
  6. 6Einpacken, Kopf bedecken – Mit Decken oder Schlafsack einhüllen, Kopf und Hals bedecken und außen eine Rettungsdecke oder Folie als Wind- und Dampfsperre anbringen.
  7. 7Schonend Wärme zuführen – Wärmequellen wie in Tuch gewickelte Wärmflaschen oder Wärmepads an Brust, Achseln und Rücken legen, nie direkt auf die Haut.
  8. 8Beobachten und bleiben – Bei der Person bleiben, Bewusstsein und Atmung beobachten und Veränderungen der Leitstelle melden.

Gefahr: Verwirrtheit, undeutliche Sprache, starke Schläfrigkeit, Bewusstlosigkeit oder aufhörendes Zittern trotz Kälte deuten auf eine schwere Unterkühlung hin: sofort Notruf wählen (in der EU 112), Person sehr behutsam und möglichst liegend behandeln, nicht laufen lassen.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-hypothermia

Hitzeerschöpfung und Hitzschlag erkennen und kühlen

6 Schritte
  1. 1Anstrengung beenden – Aktivität sofort beenden und die Person in den Schatten oder einen kühlen Raum bringen.
  2. 2Zustand einschätzen – Ist die Person wach, klar und orientiert?
  3. 3Hinlegen, Kleidung lockern – Hinlegen lassen, überflüssige und enge Kleidung lockern oder ablegen.
  4. 4Kühlen – Haut mit kühlem Wasser befeuchten und Luft zufächeln; nasse Tücher oder Kühlpacks (in Tuch gewickelt) an Hals, Achseln und Leisten legen.
  5. 5Trinken, wenn wach – Wache Personen in kleinen Schlucken Wasser oder ein Elektrolytgetränk trinken lassen.
  6. 6Beobachten – Bessert sich eine Hitzeerschöpfung nicht rasch oder verschlechtert sich der Zustand, Notruf wählen.

Gefahr: Verwirrtheit, ungewöhnliches Verhalten, Taumeln, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit bei Hitze: Verdacht auf Hitzschlag – sofort Notruf wählen (in der EU 112) und sofort kühlen. Die Haut kann dabei heiß und trocken, aber auch noch schweißnass sein.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-heat-illness

Sonnenbrand und Sonnenstich

6 Schritte
  1. 1In den Schatten – Sofort aus der Sonne in den Schatten oder einen kühlen Raum gehen.
  2. 2Zustand einschätzen – Ist die Person wach, klar und orientiert?
  3. 3Sonnenstich: Kopf erhöht lagern – Bei Sonnenstich die Person mit leicht erhöhtem Kopf und Oberkörper hinlegen und beengende Kleidung lockern.
  4. 4Kühlen – Kopf und Nacken mit feuchten, kühlen Tüchern kühlen.
  5. 5Trinken, wenn wach – Wache Personen, die sicher schlucken können, in kleinen Schlucken Wasser trinken lassen.
  6. 6Beobachten und schonen – Bei der Person bleiben, bei Verschlechterung Notruf wählen.

Gefahr: Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung, Krampfanfall, wiederholtes Erbrechen oder starke Nackensteifigkeit mit Fieber: sofort Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144).

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-sunburn-sunstroke

Erfrierungen (örtliche Kälteschäden)

6 Schritte
  1. 1Zeichen erkennen – Auf weiße, grau-gelbliche oder fleckige Haut achten, die sich hart oder wachsartig anfühlt und gefühllos ist, besonders an Fingern, Zehen…
  2. 2Ganzen Körper beachten – Prüfen, ob die Person unterkühlt ist (starkes Zittern, Verwirrtheit, Schläfrigkeit).
  3. 3In die Wärme – An einen windgeschützten, warmen Ort bringen.
  4. 4Mit Körperwärme erwärmen – Nur wenn kein erneutes Einfrieren droht: betroffene Hände in die eigenen Achseln stecken, Füße an den Bauch eines Helfers legen oder die…
  5. 5Schützen und nicht belasten – Die Stelle locker und trocken abdecken, Blasen nicht öffnen.
  6. 6Ärztliche Hilfe – Jede Erfrierung, die nicht nach kurzer Zeit vollständig mit normaler Farbe und normalem Gefühl zurückkehrt, ärztlich behandeln lassen.

Gefahr: Zuerst an Unterkühlung denken: Zittert die Person stark, ist sie verwirrt, schläfrig oder hört das Zittern trotz Kälte auf, hat die Behandlung der Unterkühlung Vorrang. Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144).

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-frostbite

Vorsorge und Psyche

Erste-Hilfe-Set für Haushalt und Reise

7 Schritte
  1. 1Grundausstattung – Einmalhandschuhe (mehrere Paar), sterile Wundauflagen verschiedener Größen, Verbandpäckchen, Mullbinden oder elastische Binden, Pflaster…
  2. 2Sinnvolle Ergänzungen – Pinzette, Sofort-Kühlkompresse, Händedesinfektionsmittel, Notizblock und Stift, Taschenlampe.
  3. 3Informationen beilegen – Karte mit Notrufnummern (lokale Notrufnummer, in der EU 112), Giftnotruf des eigenen Landes, Hausarzt und Notfallkontakten sowie eine Liste…
  4. 4Persönliche Medikamente – Dauermedikamente und Mittel, die Ärzte für bestimmte Personen verordnet haben (zum Beispiel bei schweren Allergien), griffbereit halten.
  5. 5Aufbewahren – Trocken, kühl, für Erwachsene schnell erreichbar, für Kinder Medikamente unerreichbar.
  6. 6Prüfen und auffüllen – Nach jeder Benutzung auffüllen und mindestens einmal im Jahr Ablaufdaten und Vollständigkeit prüfen.
  7. 7Kurs besuchen – Einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen und regelmäßig auffrischen – erst dann wird das Set wirklich nützlich.

Achtung: Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.

survivebetter.com/de/explore/first-aid/fa-first-aid-kit